Archive for November 2010

Mobbing-Opfer und Amokläufer Tim K. und sein Vermächtnis

30. November 2010

Die Ermittler wie viele der im Umfeld des Amokläufers von Winnenden beteiligten, haben im Fall von Tim K. keine Anzeichen für Mobbing erkennen können. (1)

Dann wundert es einen schon, wenn die „Stiftung gegen Gewalt an Schulen“, gegründet von den Angehörigen ein Theaterstück über Mobbing in Auftrag gegeben hat. „Die Stiftung hat von der Autorin Helga Fleig und dem Schauspieler Thomas Fritsche ein sogenanntes Klassenzimmer-Theaterstück entwickeln lassen. „War doch nur Spaß“ widmet sich dem Thema Mobbing“. (2)

Ziel der Stiftung soll es sein, „Unsere Kinder dürfen nicht umsonst gestorben sein“ – auf der Grundlage dieses Postulats haben sich Eltern nach dem Amoklauf von Winnenden (Rems-Murr-Kreis) zu einem Aktionsbündnis zusammengetan und später die Stiftung gegen Gewalt an Schulen gegründet“. (2)

„Ein Jahr nach der Stiftungsgründung sieht Hardy Schober, der Vorstandsvorsitzende, ein gesundes Fundament dafür geschaffen. Man habe die politischen Ziele – ein Verbot großkalibriger Waffen in privaten Haushalten sowie ein Verbot gewaltverherrlichender Computerspiele – in die Öffentlichkeit getragen, wenn auch keine befriedigenden Konsequenzen erreicht. „Nebenbei“ habe man Benefizveranstaltungen auf die Beine gestellt, eine Fußballmannschaft und eine Laufgruppe gegründet. Zudem habe man jetzt einen 170 Mitglieder zählenden Förderverein im Rücken. Die Arbeitskreise Medien, Sport, Gewaltprävention hätten ihre Arbeit aufgenommen“.(2)

Auch wenn sich viele immer noch schwer mit den Begriffen Mobbing und Amoklauf tun, ist die Gründung der Stiftung mit ihren Zielen zu begrüßen. (3)

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/09/25/tim-k-soll-kein-mobbing-opfer-gewesen-sein/

2)http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2715815_0_2147_-aktionsbuendnis-winnenden-lehren-aus-dem-amoklauf.html

3)http://www.stiftung-gegen-gewalt-an-schulen.de/

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Bernd Habermann (SPD), ein politisches Mobbing-Opfer von Ossi`s oder Wessi`s?

30. November 2010

So zumindest sind die Argumente diesmal aus der Ecke Ossi gegen Ossi. „Bernd Habermann (SPD) (war) Vorsitzender der Fluglärmkommission (FLK) des Flughafens Schönefeld  …. die sich weniger mit dem Fluglärm des bestehenden Flughafens Schönefeld beschäftigt als vielmehr mit den zu erwartenden akustischen Belastungen durch den künftigen Großflughafen BBI, war im Zusammenhang mit den von der Deutschen Flugsicherung (DFS) vorgestellten künftigen Flugrouten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt und mit Vertretern weiterer Gemeinden aus dem Raum Potsdam und aus westlichen Berliner Stadtgebieten, die sich nun auch betroffen fühlen, von 17 auf 34 Mitglieder vergrößert worden“. (1)

Nicht ganz einfach zu verstehen, aber wenn Ossis was organisieren ist das oft so, keiner weiß so richtig, was zu machen ist, also wird die Anzahl der „Mitschwätzer“ erhöht. „Schnell wurde der Ruf der Neu-Betroffenen nach dem Rücktritt Habermanns laut. Sie warfen ihm vor, kein neutraler Vorsitzender zu sein und nur die Interessen seiner Heimatgemeinde Blankenfelde-Mahlow zu vertreten“. (1)

Was immer auch diese Interessen sein sollten, „Bernd Habermann hat sich in seiner Tätigkeit bei der Fluglärmkommission große Verdienste erworben, meint dagegen Ludwigsfeldes Bürgermeister Frank Gerhard (SPD). Ich bedaure seinen Rücktritt, weil er ein grundsolider und aufrichtiger Mann ist.“(1)

Man wird den Eindruck nicht los, dass hier sich „dumme Menschen“ einem wichtigen Problem für die Anwohner der Flughafen Schönefeld zu Nutze gemacht haben, um lokale Marotten auf dem Rücken der „Fluglärmgegner und ihrer Sympathien“ in der Bevölkerung zu eigen gemacht haben.

„Bernd Habermann ist ein politisches Mobbing-Opfer von offenkundig egoistischen wie ahnungslosen Neu-Mitgliedern in der Fluglärmkommission geworden, schimpft Matthias Stefke (BVBB-WG), Vorsitzender des Flughafenausschusses der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow“. (1)

Und stellt dann den einen Urkonflikt des Fluglärms wieder ín den Vordergrund. „Es sei richtig von Habermann gewesen, dass er die Relationen der Lärmbetroffenheit zwischen Zehlendorfern und Blankenfeldern aufgezeigt hat“.(1)

Man sollte sich bei Politikern immer in Acht nehmen, wenn sie sich den Begriff „Mobbing“ aneignen, nur weil in der Gesellschft die Mobbing-Gegener mit ihrem Anliegen mehr und mehr Gehör verschaffen. Fluglärm und anderer Gestank und Lärm sind nun mal für alle Menschen ein Problem, ob sie aus dem Stasiland Brandenburg oder dem Nobelbezirk von Berlin Zehlendorf kommen. Bürgerrechte orientieren sich zum Glück nicht am Geldbeutel, sondern an der Würde des Menschen, auch wenn mancher sich das anders so denkt und gerne so zu recht legen möchte.

1)http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11944776/61939/Reaktionen-auf-Habermanns-Ruecktritt-Bedauern-und-Verstaendnis-FLUGLAeRMKOMMISSION.html

Der Mobbing-Sumpf in Hessen wird immer tiefer

29. November 2010

Insider ist von Anfang an klar gewesen, das System Mobbing in Hessen, insbesondere bei den Finanzämtern und der Polizei wurde durch ein Netzwerk aus Politik, Verwaltung, Gewerkschaft und Lobbyismus auf- und ausgebaut. Zu recht spricht der ehemalige „Steuerfahnder Rudolf Schmenger“ vom Archipel Gulag, wenn er das System Mobbing in Hessen umschreibt.(1)

Schon im Mobbing-Fall der Frankfurter Steuerfahnder fiel der Begriff der „FRAPORT-Regierung„, die einen losen, sich jedoch um einen harten Kern sich scharender Politiker und Beamte umschreibt.(2) Ex-Mp und Neuvorstandschef beim Baulöwen Bilfinger Roland Koch, der Ex-Verteidigungsminister Jung und Bouffier, der neue Ministerpräsident sind wohl oder weniger der Humus, auf dem der harte Kern gedeihte.(3)

Vergleicht man dazu nun die Mobbing-Fälle bei der hessischen Polizei, dann wird klar, wie soll man scih als Mobbing-Opfer an Ermittler wenden, wie diese ebenfalss in einem System Mobbing arbeiten müssen? (4) Hier beißt sich doch die Katze in den eigenen Schwanz.

Und wo nicht aufgeklärt wird steckt meist mehr im Busche, als sich das so mancher in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können. “ Die Führungskrise in der hessischen Polizei hält an und zieht offenbar immer weitere Kreise: Nach der Entlassung von Landespolizeipräsident Norbert Nedela und der Abordnung der Präsidentin des Landeskriminalamts, Sabine Thurau, ins Innenministerium, konzentriert die Opposition ihre Kritik auf Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der als Innenminister Hinweise auf illegale Machenschaften, Mobbing, Intrigen und Verleumdungen weitgehend ignoriert haben soll, damit das Image der Polizei keinen Schaden nehme“. (5)

Und wenn sich Ausnahmsweise mal Ermittler in einen Mobbing-Fall einschalten, dann dauern die Ermittlungen meist bis zum Sanktnimmerleinstag, Mobbing-Opfer die den weg über Staatsanwälte, Petitionsausschüsse und Polizeidienststellen gegangen sind, kennen diese nur zur Genüge. Von daher ist es mal Zeit geworden, dass Politiker im Fall System Mobbing in Hessen dies erkannt und deutlich herausgestellt haben.

„Grundsätzlich dauerten Ermittlungen gegen verdächtige Beamte zu lange, hatten SPD, Grüne und Linkspartei noch am Donnerstag unisono in einer Landtagsdebatte über die Krise in der hessischen Polizei bemängelt – und meinten vor allem das Verfahren gegen den früheren Leiter der Fahndungsgruppe, Jochen Z., der drei Jahre lang suspendiert worden war“. (5)

Nur dann wäre es acuh mal an der Zeit, SPD, Grüne und LINKE reichen ein Antimobbingesetz in Bundestag uund Länderparlamenten ein, die dem Rechnung tragen, Abschluss eines Mobbing-Falls in einem Jahr. Doch dazu fehlt wohl unseren Parlamentarieren die Zivilcourage, die erschöpfen sich gerne in Anfragen, statt mit Vehemenz und mit Hilfe von Mobbing-Vereinen und -Opfern das Anligegen notfalls bi zum EU-Gerichtshof zu bringen.

Hessen wäre dazu nun der Musterfall, angefangen von der legendären Umwetdezernentin in Wiesbaden über die Steuerfahnder auds Frankfurt hin zu den Mobbing-Fällen bei der Polizei. Wann fangen sie nun damit an meine Damen und Herren Volksvertreter?

Und der Petitionsauschuss ist doch in der Obhut der Angeordneten, oder etwa nicht?

„In der Petition ist nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von einer „psychologischen Hetzjagd“ gegen die Polizisten die Rede, weil sie der Leitung des Frankfurter Polizeipräsidiums schwere Vorwürfe gegen ihren damaligen Dienststellenleiter Jochen Z. zur Kenntnis gebracht hätten. Den Initiatoren der Petition gehe es darum, dass ihre Erfahrungen aufgearbeitet würden“. (5)

Dann wollen wir mal sehen, ob nur Schaun geschlagen wird oder Politiker mal konsequent das Anliegen von Bürgern zum Abschluss und Erfolg bringen.

1)http://www.onlinezeitung24.de/article/1050

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/das-%E2%80%9Esystem-mobbing%E2%80%9Coder-wie-arbeitet-der-hessische-archipel-gulag/

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/19/die-steuerfahnder-affare-und-urteilsbegrundung-az-21-k-122009-gi-b/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/das-%E2%80%9Esystem-mobbing%E2%80%9Coder-wie-arbeitet-der-hessische-archipel-gulag/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/system-mobbing-bei-der-hessischen-polizei/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/26/neues-im-fall-marco-wehner-und-der-anderen-frankfurter-steuerfahnder/

4)http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/mobbing-im-oeffentlichen-dienst-betroffene-setzen-sich-zur-wehr_rmn01.c.8117871.de.html

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/11/25/bespitzelung-nach-stasimethoden-schwarze-akten-polizei-psychologe-bestatigt/

5)http://www.faz.net/s/Rub5785324EF29440359B02AF69CB1BB8CC/Doc~E7891AF58703C40A19A714DAD6306E93D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

TV-Tipp: Stress, Druck, Mobbing – wenn der Chef zum Feind wird

28. November 2010

Mobbing-Opfer Sedika Weingärtner

Rechtzeitig zum 1. Advent nimmt Anne Will sich dem Thema Mobbing an. Heute, um 21:45 Uhr wird leider wieder ohne Mobbingopfer bei Frau Will über das Thema der Themen in der Arbeitswelt berichtet: Mobbing.

Wenn auch Anne Will in wahrscheinlich einer ihrer letzten Sendungen – der „Laberonkel und ARD-Abzocker vom Stern-TV und RTL-Gesülze, Günther Jauch soll sie bald ablösen“  (1) – wieder keine Mobbing-Opfer in den Mittelpunkt stellt, sondern altbewährte Laberonkels zu Wort kommen lässt, sollte man dem Thema den nötigen Respekt zollen.

„Stress, Druck, Mobbing – wenn der Chef zum Feind wird“ lautet das Thema bei ANNE WILL am Sonntag, 28. November 2010,
um 21.45 Uhr im Ersten.

80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen sich im Job massiv unter Druck gesetzt, viele fühlen sich von ihren Vorgesetzten gemobbt, immer mehr fallen wegen psychischer Erkrankungen aus – das belegen zahlreiche Untersuchungen. Und in einer weltweiten Studie landeten deutsche Führungskräfte hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz auf einem der hintersten Plätze. Fazit: In Deutschland heißt Führen immer noch hart zu sein in der Sache – und hart zu den Beschäftigten. Ist das die Ursache für zunehmenden Frust am Arbeitsplatz? Wie viel Verantwortung tragen hier die Bosse, wie viel die Mitarbeiter selbst?

Hierzu werden am 28. November bei Anne Will zu Gast sein:

Dirk Roßmann, Unternehmer
Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist
Helmut Naujoks, Arbeitgeber-Anwalt
Henrike Greven, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin
Klaus Kocks, Ex-VW-Vorstand

ANNE WILL – politisch denken, persönlich fragen Sonntags um 21.45 Uhr im Ersten“ (2)

Man kann nur hoffen, dass viele Sender und Sendungen dem Beispiel folgen und über das Thema Mobbing berichten, schließlich ist Deutschland ein Mobbing-Paradies

1)http://www.stern.de/kultur/tv/ard-engagement-jauch-kassiert-4500-euro-pro-minute-1583294.html

http://www.sueddeutsche.de/medien/fernsehen-guenther-jauch-kehrt-zur-ard-zurueck-1.956627

http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/TV/2010/06/11/nach-guenther-jauchs-wechsel/anne-will-hat-erst-kurzfristig-erfahren-dass-sie-ihren-sendeplatz-verliert.html

http://www.welt.de/fernsehen/article7986746/Guenther-Jauch-uebernimmt-Anne-Wills-ARD-Talk.html

2)http://www.newsbuzz.de/node/133374

Auszubildende werden verstärkt gemobbt, ausgebeutet und missbraucht

27. November 2010

Training conditions in China?

Not a day goes by without lobbyists, politicians and compliant journalists „ report on the skills shortage. Responsible is particularly the „bottle blonde“ Petra Gerster„by ZDF (1), with legs as his head would work the better.

The skills shortage has less its causes in the „demographic miracle“ or educational basis of the candidate or candidates, but in many training situations, in which it as in a training camp of the Taliban to go, as in Europe 2010th „Unfortunately, it is more common are that trainees in their training company bullied as“cheap labor„work from his activities for or abused.“ (2)

None of the background reports of the „public broadcasting„is devoted to this problem, too big is probably the fear of the reporters, they want to“ sacrifice „to be. Unfortunately leig since 2002, no new editions of the report bullying Germany (3) to what the great interest of the Federal Government and the lobbyists in the subject testifies to. A scandal what is going on there, if you know what the consequences for those concerned for.

Spy on

Bullying and abuse are even in adulthood a problem, but may in adolescents even worse consequences very much. The relationship between bullying in adolescence and the development of mental disorders in adulthood (eg, depression, anxiety and relationship problems, alcohol – and drug addiction) is scientifically proven: Young adults who are in school or training victims of bullying attacks were during, reported in an American study, more often on complaints than non-affected persons. go Moreover, experts in child and adolescent psychiatry assume that about 20 percent of all suicides among young people has a direct or indirect result of bullying in school or training are. „ (2)

Then one should not have branches in a skills shortage complain some, if not social conditions for trainees cares about, is a skills shortage, the „logical consequence„, only report on our media do not, why?

„Improved the situation still does not breach a coarse or trainer with his obligations (eg non-compliance with the provisions in the youth employment law), the training contract without notice or terminated by the competent Chamber also be resolved. „ (2)

Just what are the implications or consequences for perpetrators to be the bullying bully, and other drive in the suicide. It also raises the question, is it in Germany, something like the „Traurigkeitskurvein the seminars for trainers, recruiters and others who actually made the instructor would have to be moored with a task? 

1)http://www.gq-magazin.de/star-portraits/petra-gerster/0/1663.html

http://www.welt.de/print-welt/article708784/Warum_sich_Petra_Gerster_einer_Schoenheitsoperation_unterzog.html

2)http://arbeits-abc.de/der-blanke-horror-mobbing-waehrend-der-ausbildung/

3)http://www.baua.de/de/Publikationen/Forschungsberichte/2002/Fb951.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Fernsehntipp zum Freitag, ARTE, France Tèlècom, Suizidopfer und Ursachen

25. November 2010

10:30
 

Telekom: Eine Reform und ihre Opfer

Im Jahr 1992 beschloss die EU-Kommission die Liberalisierung der europäischen Telekommunikationsdienste…

Freitag, 26. November 2010 um 10.30 Uhr

Telekom: Eine Reform und ihre Opfer
(Frankreich, 2010, 106mn)
ARTE F


Im Jahr 1992 beschloss die EU-Kommission die Liberalisierung der europäischen Telekommunikationsdienste. Sie sollte zum Januar 1998 abgeschlossen sein. Das bedeutete einen erheblichen Druck auf die Unternehmen, die bis dahin zum Teil in staatlich kontrollierten Monopolen organisiert waren. Der Themenabend zeigt, welche Probleme Unternehmen wie France Télécom, Deutsche Telekom und die spanische Gesellschaft Telefónica mit der Forderung nach Entflechtung und Marktöffnung für die Konkurrenz bekamen und mit welch unterschiedlichem Erfolg ihnen die Umstellung gelang.

In einem vier Jahre währenden Gewaltmarsch gelang es dem französischen Telefonbetreiber France Télécom die Zahl seiner Beschäftigten von 160.000 auf 100.000 zu reduzieren. Doch am Ende dieses sogenannten Verschlankungsprozesses standen auch 24 Selbstmorde – eine sowohl erschütternde wie ernüchternde Bilanz. Doch was waren die Hintergründe dieser Entwicklung? Das Unternehmen sah sich als Konsequenz aus der von der Europäischen Union beschlossenen Liberalisierung der Telekommunikationsdienste gezwungen, Kosten zu senken. Allerdings war der europaweite Liberalisierungsprozess schon Jahre früher angebahnt worden. So hatte der Initiator des Projektes zur „Zerschlagung der Staatsmonopole“, EU-Kommissar Van Miert, staatliche Telekommunikationsbetreiber wie France Télécom, Deutsche Telekom und die spanische Telefónica frühzeitig gewarnt, dass zum 1. Januar 1998 der Weg für eine Entflechtung geebnet sein müsse. Aber was hat nun die Liberalisierung gebracht? Der Themenabend zeigt, dass die Ergebnisse je nach Land sehr unterschiedlich ausfallen.

 

http://www.arte.tv/de/programm/242,day=7,dayPeriod=morning,week=47,year=2010.html
10:30

Drama bei France Télécom

Der Telekommunikationsriese France Télécom sah sich gezwungen, 22.000 Stellen im Unternehmen zu streichen.

Freitag, 26. November 2010 um 10.30 Uhr

Wiederholungen:
27.11.2010 um 05:00
Drama bei France Télécom
(Frankreich, 2010, 54mn)
ARTE F
Regie: Bernard Nicolas

16:9 (Breitbildformat)

Der Telekommunikationsriese France Télécom sah sich gezwungen, 22.000 Stellen im Unternehmen zu streichen. Die Dokumentation analysiert unter anderem in Interviews mit Mitarbeitern, Gewerkschaftern, ehemaligen Führungskräften und Psychologen die zweifelhaften Methoden, mit denen France Télécom dieses Ziel erreichte.

Mittels Befragungen von Mitarbeitern, Gewerkschaftern, ehemaligen Führungskräften und Psychologen beleuchtet die Dokumentation die unerbittliche Logik, mit der der französische Telekommunikationsgigant France Télécom insgesamt 22.000 Stellen abbaute. So wurden Mitarbeiter, die nicht freiwillig aus dem Unternehmen scheiden wollten, vom Management zum Weggang genötigt.
Zu den Schikanen gleichenden Maßnahmen gehörten unter anderem die Zurückhaltung wichtiger Informationen und die gezielte Isolierung der betreffenden Mitarbeiter. Hinter dieser fragwürdigen – in internen Dokumenten belegten Strategie – stand ein bewusstes, von Beraterfirmen erdachtes und umgesetztes System, dessen verheerende Auswirkungen vielleicht sogar abzusehen waren.

 

11:25

Der Preis der Privatisierung

In den Jahren 2008 bis 2010 erschütterte eine schwere Krise den Telekommunikationsgiganten France Télécom.

DETAILS

Freitag, 26. November 2010 um 11.25 Uhr

Wiederholungen:
28.11.2010 um 05:00
Der Preis der Privatisierung
(Frankreich, 2010, 52mn)
ARTE F
Regie: Alain Hergothe

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

In den Jahren 2008 bis 2010 erschütterte eine schwere Krise den Telekommunikationsgiganten France Télécom. Ein durch EU-Forderungen erzwungener Umstrukturierungsprozess stürzte das Unternehmen in starke Turbulenzen. In einem nuancierten Vergleich mit ähnlichen Unternehmen – der Deutschen Telekom und der spanischen Gesellschaft Telefónica – beleuchtet die Dokumentation die zurückliegende Entwicklung und sucht nach den Ursachen für die Krise bei France Télécom.

In den Jahren 2008 bis 2010 wurde das ehemalige französische Staatsunternehmen France Télécom von einer schweren Krise erschüttert, an deren Ende sogar 24 Selbstmorde standen. Warum traf die von der Europäischen Union erzwungene Umstrukturierung die France Télécom härter als andere europäische Telekommunikationsbetreiber, die ebenfalls staatsmonopolistisch organisiert waren?
Die Entwicklung geht auf das Jahr 1992 zurück, als die EU-Kommission die Liberalisierung der Telekommunikationsdienste mit einer Umsetzungsfrist bis zum Jahr 1998 beschloss. Ziel der Maßnahmen waren die Verbesserung der Telekom-Dienste, günstigere Verbraucherpreise und die Stärkung der Telekombranche in den damals 15 Mitgliedsländern. Somit mussten sich die etablierten Betreiber neuen Wettbewerbern auf dem Markt stellen.
Die Dokumentation untersucht neben der France Télécom auch den Anpassungsprozess zweier anderer ehemaliger Monopolunternehmen: den der strukturell mit France Télécom vergleichbaren Deutschen Telekom und den des spanischen Erfolgsunternehmens Telefónica. Sie beleuchtet das deutsche Mitbestimmungsmodell, den in Spanien gepflegten vertrauensvollen Dialog und die technologischen Erfolge des privaten französischen Betreibers Free. Sie analysiert die strategischen Fehler der Deutschen Telekom und erzählt vom internationalen Siegeszug der Telefónica, der im krassen Gegensatz zu dem von France Télécom und der Deutschen Telekom angehäuften Schuldenberg steht. Haben die nationalen Regulierungsbehörden die Staatsunternehmen gegenüber den Neuankömmlingen favorisiert? Welche Rolle spielte der Staat als Gesellschafter?

 

Horror ADAC oder wenn die gelben Engel mobben

25. November 2010

In Bayern gibt es kein Mobbing

Eigentlich sind sie im Straßenverkehr als gelbe Engel bekannt, die bei jeder Autopanne Rat wissen oder helfen können. Nicht so für die  langjährige Sekretärin des ADAC Nordbayern, sie wird von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt und teilt dies am 13. Februar dem Betriebsrat mit.

„Auf zwei Seiten wirft sie ihrem Vorgesetzten, angereichert mit vielen, detaillierten Beispielen Sexismus der übelsten Form vor: Wie er sich im Büro vulgär über intimste Dinge auslasse. Wie er ständig über sein Sexualleben schwadroniere. Wie er abfällig und obszön über Mitarbeiterinnen und überhaupt über Frauen herziehe. Wie er sein Handy gezückt und damit den Po einer Untergebenen fotografiert habe. Genauso wie das Tattoo auf ihrem eigenen Rücken, das zufällig beim Bücken zwischen Hose und Bluse zum Vorschein gekommen sei. Unter all dem leide sie inzwischen gesundheitlich, beklagt sich die Frau und bittet eindringlich darum, dringend Abhilfe zu schaffen„. (1)

Die Folge ist dann wie immer bei Beschwerden, insbesondere, wenn man den Betriebsrat einschaltet, man wird gefeuert. „Wenig später ist sie ihren Job los. Per Auflösungsvertrag und Abfindung. Im Gegenzug verspricht die Frau Stillschweigen; auch auf SZ-Anfrage hält sie sich daran“. (1)

Stillschweigen ist für die Täter das A und O, Richter unterstützen sie dann noch dabei und lassen sich dann auch noch die Fotos zeigen. Ziemlich abartig was hier in diesem Land so an Gerechtigkeit und Humanität am Arbeitspaltz abgeht, gerade wenn man ein gelber Engel in Bayern ist, denn dort gibt es laut ungeschriebenem Gesetz von oben kein Mobbing.

Und nun die Klärung. „Herbert Behlert, der Chef des 923.000 Mitglieder zählenden ADAC Nordbayern, schweigt sich zum Grund der Trennung ebenfalls aus“ und behauptet, „im Übrigen kenne weder der Vorstand noch die Geschäftsführung den Brief der Frau, sagt er auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. Zugleich treten sowohl Behlert als auch der beschuldigte Vorgesetzte den in dem Brief enthaltenen Vorwürfen vehement entgegen und bestreiten diese als unzutreffend“.(1) Nachpürfen muss er erst gar nicht unter Spezies erfolgt gleich der Freispruch.

Die Betriebsratsvorsitzende erzählt jedoch der Presse etwas anderes. „Die damalige Betriebsratsvorsitzende Daniela Aigenstuhler hat da Zweifel. „Sie habe mehrfach versucht, mit dem Vorstand des ADAC Nordbayern über die Vorwürfe zu sprechen, sagt sie. Sogar jedes Vorstandsmitglied habe man einzeln angeschrieben und um ein Gespräch gebeten. Es gab keine Resonanz, und alle unsere Bemühungen, die Sache aufzuklären, liefen ins Leere, sagt Aigenstuhler“. (1)

Doch wer die Zustände bei den gelben Engel in Nordbayern kennt, der wundert sich über gar nichts mehr, außer dass man sie Engel nennt. „Seit Ende September sitzt ein 47-jähriger Mitarbeiter in Untersuchungshaft. Er soll auf Rechnung des ADAC Ware für sich privat eingekauft haben. An drei Komplizen soll er Rechnungen für Leistungen, die diese nie erbracht hätten, zur Zahlung angewiesen haben. Die Nürnberger Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke spricht vom Verdacht der Untreue in einer Vielzahl von Fällen und einem Gesamtschaden von vermutlich mehr als 400.000 Euro allein seit 2005. Der Beschuldigte machte bei den Ermittlern bislang keine Angaben. Auf SZ-Anfrage wollte sich auch sein Verteidiger nicht äußern“. (1)

Und auch das ist bekannt, wo Korruption und Vetternwirtschaft blüht, da ist Mobbing Alltag. Jeder weiß das, doch alle schweigen darüber. Und es war eben wohl auch kein Einzelfall mit der Sekretärin, Po`s sind wohl die Leidenschaft der gelben Engel. “

Nun will die Gewerkschaft Verdi öffentlichen Druck aufbauen, um die Verantwortlichen des ADAC Nordbayern zur Aufklärung aller Vorwürfe zu zwingen. Denn mehr noch als über das Betriebsklima hatte die Sekretärin über angeblichen Sexismus ihres Vorgesetzten geklagt. Er soll Gesäße von Mitarbeiterinnen fotografiert und sich permanent vulgär über intimste Dinge und weibliche Beschäftigte ausgelassen haben (die SZ berichtete). Die Vorwürfe gegen den Mann erhalten nun neue Nahrung“.(2)

Und nicht nur die Po´s der Mitarbeiterinnen haben den Vorgesetzten Tag und nacht beschäftigt, er hatte generell einen Hang zur Pornografie, was sollte er auch den ganzen lieben langen Tag machen, als Vorgesetzter?

„Es existiert eine CD-Rom mit teilweise pornographischen Bildern, die auf dem Dienst-PC des Mannes abgelegt waren, sagt Harry Roggow, Verdi-Sekretär in Nürnberg. Der ADAC Nordbayern dementierte dies auf Anfrage. Auf dem Laptop des Beschuldigten seien keine erotischen oder pornographischen Fotos vorhanden, erklärte der nordbayerische ADAC-Vorsitzende Herbert Behlert zwei Tage, nachdem die SZ nach der CD gefragt hatte.(2)

Zwei Tage danach, was da wohl mit dem Laptop gemacht wurde, der raucht wohl heute noch, so heiß wurde er.

„Verdi will nun eine Unterschriftenaktion starten. Rückenwind erhalten die Kritiker vom früheren nordbayerischen ADAC-Chef Peter Spruß. Er sagte am Freitag, es gebe seit einigen Monaten verstärkt und immer wieder Klagen über die Führung. Kritischen Mitarbeitern werde sehr schnell mit Kündigung gedroht und es werde „gegenüber dem Personal nicht die feine Art an den Tag gelegt“.(2)

Siehe da, es herrscht wohl auch beim ADAC ein System Mobbing, das da heißt, wer denkt und sagt was er meint, der darf dann schon gleich mal gehen. Hire and fire nennt man das in der Ökonomie, nur wo ist da die Moral der gelben Engel?

1)http://www.sueddeutsche.de/bayern/2.220/adac-nordbayern-unliebsame-kollegen-systematisch-muerbe-gemacht-1.1025792

2)http://www.sueddeutsche.de/bayern/adac-unter-druck-nicht-die-feine-art-1.1026341

Sozialarbeiter Thomas Knorr (48) wird nach Elternabend aus dem Job gemobbt

25. November 2010

In Deutschland über Probleme reden ist schon ein Abenteuer für sich. Gefährlich ist es, wenn man politische Vorgesetzte hat, die einen Hang zur „Asozialität“ haben.

>>B.Z.-Nachfrage bei Schulleiterin Ruth Jordan: „Ich möchte nichts dazu sagen.“ Georg Zinner, Chef des Nachbarschaftsheims Schöneberg, streitet einen Zusammenhang ab: „Bei der Kündigung haben andere Gründe eine Rolle gespielt, die ich nicht nennen muss.“ Eine Sprecherin der Senatsschulverwaltung sagt: „Ich weiß nicht, warum ihm gekündigt wurde, er war nicht Mitarbeiter unserer Behörde.“ Schönebergs Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) erklärte gegenüber der B.Z., er kenne den Fall nicht und sei nicht zuständig.<<

Konkret heißt das, keiner ist zuständig, alle verdienen Kohle, die aus dem Steuersäckle kommt, wie clever. Undd ann hat man natürlich keine eigene Meinung und keine konkrete Aufgabe, so ist das nun mal.

Nur warum geht es konkret. >>Ohne diesen Elternabend, ist sich Thomas Knorr (48) sicher, wäre das alles nicht passiert. „Dann hätte ich meinen Job noch.“ Den Job als Sozialarbeiter an einer Sekundarschule in Schöneberg. In einem kurzen Vortrag erzählte er den Eltern an jenem Abend, welch schroffer Umgangston unter den Schülern herrsche. Und dass türkisch- und arabischstämmige Schüler ihre deutschen Klassenkameraden einschüchtern. Eine Woche später war er gefeuert><<. (1)

Ja so ist das mit unseren Politikern, da hat einem das offene Wort des Sozialarbeiters nicht gepasst und Schwubs hat man ihn kalt gemacht. Würde er Sarrazin heißen, dann würde er ein Buch schreiben und ziemlich dämlichen Mist über Gentechnik erzählen und alle wären begeistert von dem Buch.

Nun wollte aber Thomas Knorr (48) nur über das reden was seine Schützlinge jeden Tag erleben. „Fassungslos machte ihn der Umgangston. Schüler beleidigten sich als Hurensohn, sagten f… dich zueinander, benutzten das Wort Jude als Schimpfwort. Und: Die Deutschen kriegen es immer wieder ab, weil sie in der Minderheit sind. Das bestätigt Schüler Alexander (15, Name geändert): Beleidigungen sind üblich. Ich wurde von arabischen Mitschülern Kartoffel genannt.“(1)

Doch da hat er eben nicht den Hang der CDU zur Meinungsfreiheit beachtet, in der Partei war ein offenes Wort schon immer tödlich für den Beruf. Ziemlich schockierend was da so abgeht.

1)http://www.bz-berlin.de/bezirk/schoeneberg/gefeuert-weil-er-die-wahrheit-sagte-article1030721.html

Bespitzelung nach Stasimethoden, schwarze Akten, Polizei-Psychologe bestätigt

25. November 2010

Bespitzeln (intern)

Die Umgangsformen in der hessischen Polizei bestätigen mit Nachweisen, es gibt und gab ein „System Mobbing“  (1) das mit den Methoden der Stasi gearbeitet hat.

„Die Mobbing-Affäre bei der hessischen Polizei spitzt sich zu. Beamte sollen systematisch aus dem Dienst gedrängt worden sein“. (2)

Und das waren viele, 200 pro Jahr musste der Polizei-Psychologe so bearbeiten. Das System Mobbing blühte auf. „Bis zu 200 Beamte habe er pro Jahr beurteilen müssen, sagte der frühere Mitarbeiter des Zentralen Polizeipsychologischen Dienstes der hessischen Polizei (ZPD)“. (2)

Und das war nur bei der Polizei, von den anderen Behörden, wie den Finanzämtern liegt noch zu wenig an Aussagen von Ärzten, Psychologen und Gutachtern vor. „Wer hat wen unter Druck gesetzt?“ Einer hat sich von der oberen Etage des System Mobbing in Hessen abgesetzt, Ex-MP und CDU-Chef Koch, ist jetzt bei Bilfinger, mal sehen ob wir bald was von System Mobbing bei Bilfinger hören.

Und wir Deutschen lieben es heimliche Akten anzulegen, die sogenannten „Schwarzen Akten“, die gab es reichlich bei der hessischen Polizie, die Stasi hätte da noch was lernen können.

Meine „schwarze Akte bei der Post AG“ zum Beipsiel umfasste etwa 800 Seiten und wurde über 10 Jahre von Mitarbeitern aus Brandenburg regelrecht gepflegt und in immer neuen Varianten gesammelt. Gerichtsurteile konnten da keine Abhilfe schaffen, denn Vergleiche sind nicht einmal das Papier wert, auf dem sie geschrieben worden sind. Dazu muss man wissen, dass es in Brandenburg keine Überprüfung auf eine Stasitätigkeit gab, obwohl die Post in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verbeamtet hat.

Ich weiß also, was diese Polizeibeamten im System Mobbing erlebt haben, übrigens hatte Hessen immer gute Kontakte zu Thüringen, einer Hochburg der „Jünger von Erich Mielke„. Viele Fragen also, die noch  nicht im Zusammenhang mit dem System Mobbing bei der Polizei erörtert wurden.

„So hätten Vorgesetzte in den Dienststellen im Vorfeld von Begutachtungen regelmäßig Unterlagen übersandt, die nicht Teil der Personalakte waren und die den betroffenen Polizisten nicht bekannt waren – sogenannte Schwarzakten„.(2)

Bespitzeln extern

Neu am System Mobbing bei der Polizei ist die Tatsache, dass neben der internen Bespitzelung im Sinne Erich Mielkes eine äußere Rundumbespitzelung durchgeführt worden ist. „Unter anderem seien dies Bespitzelungsprotokolle“ gewesen, die anhand von tagelangen und detaillierten Beobachtungen erstellt worden seien. „Da werden Menschen in die Verzweiflung getrieben, die sich zuvor mit der Polizei identifizierten, berichtet der Psychologe“. (2)

Diese Bespitzelung im Rahmen der „Krankheitskontrolle“ ist heute bei vielen Institutionen die Regel, sie endet oft nur vor der Wohnungstüre, erfolgt aber von Mo bis So durchgehend und umfassend. Parlamente haben sich mit diesem „Alltag der Bespitzelung von Bürgern“ bisher nicht beschäftigt, obwohl viele Abgeordnete das wissen oder selber Opfer wurden, wie im Fall des Piraten Tauss.

„Der SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel nannte die Situation in der hessischen Polizei gespenstisch“,(2) fordert das Ende aber nicht die Aufklärung und volle Rehabilitation der Opfer. Ähnlich äußern sich leider auch nur die GRÜNEN und dieLINKE. Haben die überhaupt verstanden um was es im System Mobbing ging und was die „Würde eines Menschen“ für ein Wert in unserem GG ist?

Und wie sich die Täter, Mittäter und Wegschauer die Aufklärung zum system Mobbing vorstellen, das belegt folgende Aussage des derzeitigen Innenministers von Hessen.

Vuvuzela der Opfer

„Konsequenzen aus den Vorgängen seien bereits angelaufen, etwa ein runder Tisch, der die Sachverhalte prüfen soll, oder ein neu eingesetzter Ansprechpartner für Polizisten. In hr1 bezeichnete es Rhein als bemerkenswerten Vorgang, dass ein ehemaliger Mitarbeiter öffentlich von Stasi-Methoden spreche, ohne diese Vorwürfe zu belegen. Das sind sehr vage Andeutungen, wenn sie aber zuträfen, sind das alles Sachverhalte, die ich nicht akzeptieren kann und will“.(2)

Und genau darum geht es, wer ist Beweispflichtig? Nicht die Opfer müssen nachweisen, dass sie fertig gemacht wurden, sondern anhand der vorliegenden Nachweise müssen die Täter in die Verantwortung genommen werden und ein runder Tisch bleibt wohl eine dubiose Einrichtung, denn diese Einrichtung war in einer Diktatur wie der DDR ein Fortschritt, in einer Demokratie ist diese Einrichtung eine Bankrotterklärung. Habermas hat das die „andere Zerstörung der Vernunft“ genannt, und das System Mobbing ist eine Variante dieser Zerstörung. Der EU-Gerichtshof sollte eigentlich schon längst in diesem Fall aktiv werden, nur dazu ist keine der „demokratischen Parteien“ von rechts bis links bereit, warum wohl? (3)

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/das-%E2%80%9Esystem-mobbing%E2%80%9Coder-wie-arbeitet-der-hessische-archipel-gulag/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/09/01/das-system-mobbing-des-herrn-thilo-sarrazin-wird-neu-aufgerollt/

2)http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_40244527

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&type=a&msg=34954&mediakey=rubrik-nachrichten/20101124_willert_bespitzelung_audio_128k&key=standard_document_40244527

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&type=v&msg=34954&mediakey=fs/hessenschau/20101124_1930_polizeimobbing&key=standard_document_40244527

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?key=standard_document_40244527&jmpage=1&type=a&rubrik=34954&jm=5&mediakey=rubrik-nachrichten/20101124_rhein_audio_128k

3)http://www.zeit.de/1991/20/Die-andere-Zerstoerung-der-Vernunft*

„Die politische Kultur besteht aus einem verletzbaren Geflecht von Mentalitäten und Überzeugungen, die nicht durch administrative Maßnahmen erzeugt oder auch nur gesteuert werden können. Was wir beklagen, ist der rücksichtslose Umgang mit unwägbaren, schonungsbedürftigen moralischen und geistigen Ressourcen, die sich nur spontan und nicht auf dem Verordnungswege regenerieren können. Das Selbstverständnis, das politische Selbstbewußtsein einer Nation von Staatsbürgern bildet sich nur im Medium öffentlicher Kommunikation.

Schnauze Wessi, mehr Dialog ist nicht möglich?

24. November 2010

Mobbingopfer Stefan K.

„Ist das ein Vorurteil oder die Konsequenz aus der von Maxim Biller beschriebenen Ossifizierung der Gesellschaft?(1) Biller beruft sich dabei auf den Artikel des Philosophen JÜRGEN HABERMAS “die andere Zerstörung der Vernunft„. (2)“. (1)

Mit diesem Absatz habe ich vor zwei Tagen meinen Artikel zur Scheinhinrichtung begonnen, dann fand ich auf Stern. de folgenden Artikel von  Holger Witzel fand. Der Titel passt zu den neuen Umgangsformen im zusammengenagelten Deutschland, manche sagen auch vereinigten Deutschland. Vereinigt sagen nur die, die nicht im Ossiland als Wessi arbeiten oder leben müssen, jene aus den Tälern der Unwissenden sozusagen.

Die Realität jedoch ist anders und einfacher, gekennzeichnet von Haß und Mobbing bis hinein in die Schulen.

Neben Beerdigungen und Dienstreisen nach Hamburg gehören für mich Elternabende zu den unvermeidlichen Terminen, die schon Tage vorher eine latente Grundübelkeit mit sich bringen. Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass viele Eltern mit innerdeutschem Migrationshintergrund die gleiche Schule bevorzugen. Die Plätze sind knapp. Das allein scheint sie für bestimmte Leute noch attraktiver zu machen als der pädagogische oder gar christliche Hintergrund der Anstalt. Es ist eine Prestige-Frage – für uns natürlich nicht. Und selbst wenn die normale Wohngebietsschule direkt ins Gefängnis führt, wie auch wir uns seinerzeit von westdeutschen Zeitgeist-Magazinen einreden ließen, so kann der ständige Umgang mit ungezogenen ADS-Kindern und ihren West-Eltern auch nicht schädlicher sein. Die Schule ist jedenfalls fest in ihrer Hand, wenn auch geografisch noch in Leipzig. Und so ähnlich wie die letzten Berliner in Neukölln bemühen sich inzwischen auch hier eher die Einheimischen um Integration.

Es fängt damit an, dass man nie genau weiß, ob man neben einer Mutter oder einer Oma sitzt, die gerade laut plappernd einen Stuhlkreis „viel kommunikativer“ fände als so einen „autoritären“ Frontal-Elternabend. Seltsamerweise kommen mir westdeutsche Eltern von gleichaltrigen Kindern immer älter vor, als sie vielleicht sind. Umso infantiler wirkt das grauhaarige Streberschnipsen bei der Frage nach einem Protokollführer und der unbändige Drang, aus allem einen Wettbewerb zu machen: Ob es um den Kuchenbasar für die Erdbebenopfer geht oder um die meisten überflüssigen Fragen zur Klassenfahrt – an ihrem Benehmen auf Elternabenden sollt ihr sie erkennen.

Eigentlich bräuchte so eine Veranstaltung kaum mehr als eine Dreiviertel Stunde: Klassenfahrt, Blumen für die alten Elternsprecher, Wahl der neuen, dann vielleicht noch TOP 4, „sonstiges“ – und jeder könnte wieder zu Hause auf dem Sofa verfolgen, wer Millionär wird. Aber nein: Noch vor der 50-Euro-Frage für die Klassenkasse beginnt die obligatorische Klagerunde über das Schulessen, einem ostdeutschen Standard, den sie aus ihrer Heimat im Zweifel gar nicht kennen. Dennoch gibt es – darauf kann man wetten – alle halben Jahre wieder endlose Diskussionen, ob nicht doch noch ein zweites oder drittes vegetarisches Menu verlangt und den Verkauf von Schokolade am benachbarten Kiosk ein für alle Mal verboten werden sollte.

Nach der ersten Stunde beginnen einzelne Eltern, die Augen zu verdrehen. Meist sind es die, mit denen man schon bei der Einschulung instinktiv zusammen gestanden hat, und – wie sich später herausstellte – mit deren Kindern die eigenen instinktiv befreundet sind. Es ist ein rätselhaftes Phänomen, das einem auch auf Partys, in Reisegruppen oder bei anderen gemischten Veranstaltungen immer wieder begegnet: Ein leiser Seufzer, ein viel sagender Blick, alles klar. Es hat nach 20 Jahren nichts mehr mit Mode und nur noch selten mit Dialekten zu tun: Wir fallen einander auf, weil wir nicht weiter auffallen, was den anderen vermutlich nicht mal auffällt, weil sie damit beschäftigt sind aufzufallen. Kein Wort müssen die einen verlieren, um sich über die anderen einig zu sein: Wie sie sich produzieren und genau wie ihr Nachwuchs den Ton in der Klasse angeben. Wie sie die Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder mit ihren eigenen vertuschen und sich notfalls über Mobbing beklagen, wenn das nicht allen gefällt.

Das ist nach der Schulspeisung ihr zweites Lieblingsthema: Offenbar finden die einheimischen Kinder einfache Mittel gegen die aufgeblasenen Angeber unter ihnen, schubsen sie beiseite oder schließen sie vom Spiel aus, wenn die auf dem Schulhof die Attitüden ihrer Eltern nachahmen. Vielleicht ist es sogar das, was gern mit Fremdenfeindlichkeit verwechselt wird, sofern die Eltern es nicht sowieso mit Neid abtun. Auf jeden Fall liegt es nie an ihnen selbst.

Wenn die Wunderkinder nicht still sitzen können, erklären das ihre Eltern gern mit Unterforderung. Bestätigt sich die Hochbegabung auch nach zehn Tests nicht, sind entweder die Ärzte zu blöd oder der kleine Prinz wird eben mit Medikamenten ruhig gestellt. Die Lehrer können noch so jung oder selbst aus dem Westen sein – in kaum einer Versammlung fehlt der Hinweis auf „alte Volksbildungsmethoden“. Überhaupt haben es ihre „kleinen Individualisten“ in dieser immer noch von Zwangskollektivierung geprägten Gegend besonders schwer. Nicht mal die Schulklasse kann man sich im Osten selbst zusammenstellen! Ohnehin reden sie lieber von der „Peergroup“, wünschen sie mehr „Corporate Identity“ und wollen – offenbar aufgewiegelt vom plötzlichen Mut ihrer Landsleute in Stuttgart und Gorleben – die Benotung von Hausaufgaben wieder abschaffen. Gegen den angeblich zu harten Ost-Sportlehrer laufen ebenfalls Putsch-Pläne. Im Zweifel geht ein Rechtsanwalt aber auch ganz individuell gegen zu schlechte Noten vor, damit die kleinen Seelen nach einer 3 keinen Schaden nehmen.

Eine Mutter schlägt vor, sich doch auch mal nachmittags zu treffen, damit die jungen Erwachsenen dabei sein können und nicht immer nur über sie gesprochen werde. Das übliche demokratische Blendwerk. Als wenn es nicht vielmehr darum ginge, den Vollzeit-Müttern die Langeweile bis zum Abendbrot zu vertreiben. Ihre Männer blockieren irgendeine Funktion in Justiz oder Verwaltung, für die ostdeutsche Bewerber auch nach 20 Jahren noch nicht geeignet sind. Die Ehefrauen suchen seitdem verzweifelt sozialen Anschluss in der fremden Stadt. Im Grunde ist so ein Elternabend neben der Putzfrau ihr einziger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Ein gesellschaftlicher Höhepunkt wie der Opernball oder die Weihnachtsfeier der Lions-Frauen, nur das sie da wenigstens unter sich bleiben.

„Spontan“ – sie nennen das wirklich so – erklärt sich eine andere Mutter bereit, Dinkelkekse zu backen, „natürlich glutenfrei“, als wäre das nicht ohnehin selbstverständlich. Einem engagierten Vater fällt daraufhin ein, dass man doch bitte auch zur Klassenfahrt an laktosefreie Milch denken möge. Er selbst könne übrigens ein wenig zaubern und sich vorstellen …

Es wäre der Moment für ein ehrliches „Schnauze, Wessi“, aber würde die Sache auch nicht verkürzen. Der „5b-Spiele-Nachmittag mit Eltern“, so das Protokoll, klingt schon in der Brainstorm-Phase wie die Höchststrafe für Fünftklässler und geistig normal entwickelte Erwachsene. Zu Hause läuft indessen die Miete weiter und mit „Frauentausch“meine Lieblingsserie über westdeutsche Asi-Familien. Auf unserem Elternabend meldet sich nun ausnahmsweise auch mal eine Leipziger Mutter zu Wort und gibt leise zu bedenken, dass vielleicht auch ein paar Eltern arbeiten müssten, sie selbst zum Beispiel bis 20 Uhr in der Kaufhalle. Was für ein läppischer Einwand! Er wird nicht einmal ignoriert.

Stattdessen zählen die anderen nun im Detail auf, an welchen Tagen ihre Kinder nicht können – wegen Yoga, Spanisch Konversation und Cello bei Professor Soundso. Bis ich begreife, dass es gar nicht mehr darum geht, sich auf einen Nachmittag zu einigen, seufze ich wohl einmal zu laut. „Und“, fragt meine Nachbarin, die Cello-Mama, prompt: „Was spielt ihrer so?“ Dabei lächelt sie, jedenfalls lächelt ihr Mund. Und alle Mitbewerber um das meist verplante Kind der Klasse schauen ebenfalls angespannt zu mir.

Erst denke ich an Lego, doch dann fällt mir noch etwas Besseres ein: „Meiner spielt Gameboy“, sage ich, „Meisterklasse bei Professor Nintendo.“ Alle schweigen ein paar Sekunden peinlich berührt, aber danach können wir endlich die neuen Elternsprecher wählen. Wie jedes Mal halten sich die einen auch dabei nach Kräften zurück, weil jedes Amt, jede Wortmeldung, jeder unüberlegte Schritt aus der Reihe nach ihrer Diktatur-Erfahrung immer noch einen fiesen Beigeschmack hat. Die anderen lauschen verzückt der eigenen Bewerbung, liefern sich Kampfabstimmungen und am Ende verliert die Cello-Mama knapp gegen einen Landsmann aus Niedersachsen. Sie beißt die Zähne zusammen und gratuliert dem neunen Elternsprecher lauter als nötig. „War nur der Väter-Bonus“, tröste ich sie, „nächstes Schuljahr, neues Glück!“ Und ich fürchte, sie findet mich nun ganz nett“. (2)

Im Jahr 2010 ist die neue deutsche Mauer nicht mehr aus Beton, sondern aus dem Material, aus dem man den Mob geformt hat, Haß und Neid, und diese ungeheuerliche Brutalität, die über 30 Jahre das Regime an der Berliner Mauer bestimmt hat.

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/11/24/wenn-ossis-mobben-wird-es-immer-brutaler/

2)http://www.stern.de/politik/deutschland/schnauze-wessi-showdown-beim-elternabend-1622725-print.html