Posts Tagged ‘Haß und Neid’

Wenn der Mob nachstellt bis zum Erbrechen und die Justiz versagt.

1. April 2012
Shadows on the wall

Shadows on the wall

Viele Mobbing-Opfer die sich gewehrt haben kennen das. Nach dem man dem Mob die Stirn geboten hat und mit viel Zivilcourage die bekannte Unfähigkeiten der Staatsanwälte ertragen hat, folgt die nächtse Runde im Mobbing. Der alte Arbeitgeber sprüht vor Haß und Neid. Wie immer beginnen dann die Denunziationen beim neuen Arbeitgeber.

Andrea hat dazu ihren Fall gepostet. (1) Nach der Kündigung ging sie mit ihrer Klage vor Gericht. Und siehe da, unsere Arbeitsrichter in ihrer Kündigungsgier haben mal wieder eine Arbeitsverhältnis zu Gunsten der Täter wegen „Zerwürfnis der Parteien“ aufgelöst. In Wirklichkeit haben diese Richter Zivilcourage, das Kündigungsschutzgesetz und das Arbeitsrecht sowie das Grundgesetz abgestraft, was aber Richtern nicht zu steht.

Das Arbeitsgericht hätte zuerst einen Mediator berufen müssen und dann auf Grund seines Gutachtens den Fall erneut in Abstimmung mit der Gewerbeaufsicht klären müssen, doch soweit recht  das Rechtverständnis unserer „Möchtegerngötter in Schwarz“ schon lange nicht mehr. Mobbing ist und bleibt nun einmal ein Straftatbestand und den kann man nicht mit Auflösung und Zerwürfnis lösen, was der Fall von Andrea beweist.

Denn nach dem sie sich einen neuen Job gesucht hat, ging das Mobbing weiter. Der mobbende, alte  Arbeitgeber hat nun versucht sie bei ihrem neuen Chef zu denunzieren, eine Praxis die seit 1989 mit der Vereinigung und nicht Aufarbeitung der Stasivergangenheit im Ossiland (2) zum Regelfall geworden ist.

„Der alte AG (Arbeitgeber) hat davon Kenntnis erlangt“ – von ihrem neuen Job also – „und rief bei (ihrem) neuen AG an, um sich negativ über (sie) zu äußern. Ich mußte zwar zum Rapport, behielt aber meine Arbeitsstelle. Als dieses nicht fruchtete, lief der ehemalige AG persönlich bei meinem neuen AG auf“. (1)
Und hier nun erkennt man, was die Unfähigkeit von Staatsanwälten und Richtern für einen Psychoterror auslösen können. Niemand kann diesen „Haßideologen, sprich alten Arbeitgeber stoppen“, warum eigentlich?

Andrea hat nun die Erfahrung gemacht, die viele Mobbing-Opfer mit der Justiz erlebt haben. “ Wieder (hat sie) Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet, dieses Mal wurde das Verfahren nach 170 Abs 2 nach STGB eingestellt. Was kann (sie nun)  tun, um endlich Ruhe zu haben, um wieder ein normales Leben ohne Psychoterror zu führen? Da die Justiz mir anscheinend nicht helfen will oder kann, dachte ich bereits an Selbstjustiz!“. (1)

Und hier fehlt nun der Ombudsmann gegen Mobbing, der sich den Arbeitsrichter und Staatsanwalt schnappt und mal Tacheles mit den Möchtegerngötter redet und ihnen klar macht, was sie angerichtet haben und sie zwingt, den Schaden zu beheben, notfalls mit Strafgeldern und Entbeamtung, wie das im Volksmund so treffendend heißt. Denn dass Nachmobbing ist nur deshalb möglich, weil der Täter erkannt hat, dass er alles machen darf.

Und dabei hat Andrea noch Glück gehabt. In meinem Fall folgte nicht nur neue Schikanen beim neuen Arbeitgeber, sondern man hat falsche Lohnabrechnungen erstellt, das Finanzamt belogen und dort haben Mitarbeiter mitgemobbt, weil sie ihrer Meldepflicht nicht nachkamen.

Bei meiner Hausbank wurde ich denunziert, ich hätte keinen Job mehr, mein Dispo war innerhalb von zwei Wochen futsch. Man hat versucht mich bei meinenr Kreditbank zu schikanieren, was jedoch nicht gelang. Bei meiner Rechtschutzversicherung wurde ich denunziert, Anzeigen diesbezüglich wurden jeweils von der Staatsanwaltschaft trotz schriftlicher Nachweise wegen „fehlendem öffentlichen Interesse*“ eingestellt oder wegen Geringfügigkeit*.

Die Sozialversicheurngsbeiträge wurden nachweislich genauso falsch abgerechnet wie ich ein „vernichtendes Arbeitszeugnis“ von Hilfskräften erhalten haben, die nicht mal eine Ausbildung bestanden haben, außer der Parteischule der SED und der damit verbundenen üblichen Verpflichtungserklärung. Anzeigen diesbezüglich sind in Brandenburg und Berlin nicht erwünscht, Justiz, Politik und Medien treffen sich lieber zum Kuscheln beim flotten Dreier.

Und was soll man von Ermittlern vor Ort erwarten, die selber an ihrem Arbeitsplatz sich als „Stück Scheiße“ bezeichnen lassen müssen? In unserem Land stimmen schon lange die demokratischen Grundstrukturen nicht mehr, und da ist Mobbing nur ein Anzeichen dafür, wenn auch ein wesentliches.

*Der Philosoph Jürgen Habermas hat in seinem Artikel die „andere Zerstörung der Vernunft“ genau vor dieser Entwicklung gewarnt oder wie es Maxim Biller in seinem Artikel, „die Ossifizierung des Westens“ so lesenswert beschreibt. Nun also haben wir eine „Stasirepublik Gesamtdeutsch“ und alle schauen beschämt weg, wenn der Mob mal wieder eine oder einen BürgerIn fertig macht. (4)

1)http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20120401040323AAFpUS1

2)http://www.welt.de/politik/deutschland/article106142517/Gysi-verschwieg-Kontakte-zur-DDR-Staatssicherheit.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106142517/Gysi-verschwieg-Kontakte-zur-DDR-Staatssicherheit.html

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/09/17/ich-wurde-vor-vielen-kollegen-als-stuck-scheise-bezeichnet/

4)http://www.zeit.de/1991/20/die-andere-zerstoerung-der-vernunft

Schnauze Wessi, mehr Dialog ist nicht möglich?

24. November 2010

Mobbingopfer Stefan K.

„Ist das ein Vorurteil oder die Konsequenz aus der von Maxim Biller beschriebenen Ossifizierung der Gesellschaft?(1) Biller beruft sich dabei auf den Artikel des Philosophen JÜRGEN HABERMAS “die andere Zerstörung der Vernunft„. (2)“. (1)

Mit diesem Absatz habe ich vor zwei Tagen meinen Artikel zur Scheinhinrichtung begonnen, dann fand ich auf Stern. de folgenden Artikel von  Holger Witzel fand. Der Titel passt zu den neuen Umgangsformen im zusammengenagelten Deutschland, manche sagen auch vereinigten Deutschland. Vereinigt sagen nur die, die nicht im Ossiland als Wessi arbeiten oder leben müssen, jene aus den Tälern der Unwissenden sozusagen.

Die Realität jedoch ist anders und einfacher, gekennzeichnet von Haß und Mobbing bis hinein in die Schulen.

Neben Beerdigungen und Dienstreisen nach Hamburg gehören für mich Elternabende zu den unvermeidlichen Terminen, die schon Tage vorher eine latente Grundübelkeit mit sich bringen. Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass viele Eltern mit innerdeutschem Migrationshintergrund die gleiche Schule bevorzugen. Die Plätze sind knapp. Das allein scheint sie für bestimmte Leute noch attraktiver zu machen als der pädagogische oder gar christliche Hintergrund der Anstalt. Es ist eine Prestige-Frage – für uns natürlich nicht. Und selbst wenn die normale Wohngebietsschule direkt ins Gefängnis führt, wie auch wir uns seinerzeit von westdeutschen Zeitgeist-Magazinen einreden ließen, so kann der ständige Umgang mit ungezogenen ADS-Kindern und ihren West-Eltern auch nicht schädlicher sein. Die Schule ist jedenfalls fest in ihrer Hand, wenn auch geografisch noch in Leipzig. Und so ähnlich wie die letzten Berliner in Neukölln bemühen sich inzwischen auch hier eher die Einheimischen um Integration.

Es fängt damit an, dass man nie genau weiß, ob man neben einer Mutter oder einer Oma sitzt, die gerade laut plappernd einen Stuhlkreis „viel kommunikativer“ fände als so einen „autoritären“ Frontal-Elternabend. Seltsamerweise kommen mir westdeutsche Eltern von gleichaltrigen Kindern immer älter vor, als sie vielleicht sind. Umso infantiler wirkt das grauhaarige Streberschnipsen bei der Frage nach einem Protokollführer und der unbändige Drang, aus allem einen Wettbewerb zu machen: Ob es um den Kuchenbasar für die Erdbebenopfer geht oder um die meisten überflüssigen Fragen zur Klassenfahrt – an ihrem Benehmen auf Elternabenden sollt ihr sie erkennen.

Eigentlich bräuchte so eine Veranstaltung kaum mehr als eine Dreiviertel Stunde: Klassenfahrt, Blumen für die alten Elternsprecher, Wahl der neuen, dann vielleicht noch TOP 4, „sonstiges“ – und jeder könnte wieder zu Hause auf dem Sofa verfolgen, wer Millionär wird. Aber nein: Noch vor der 50-Euro-Frage für die Klassenkasse beginnt die obligatorische Klagerunde über das Schulessen, einem ostdeutschen Standard, den sie aus ihrer Heimat im Zweifel gar nicht kennen. Dennoch gibt es – darauf kann man wetten – alle halben Jahre wieder endlose Diskussionen, ob nicht doch noch ein zweites oder drittes vegetarisches Menu verlangt und den Verkauf von Schokolade am benachbarten Kiosk ein für alle Mal verboten werden sollte.

Nach der ersten Stunde beginnen einzelne Eltern, die Augen zu verdrehen. Meist sind es die, mit denen man schon bei der Einschulung instinktiv zusammen gestanden hat, und – wie sich später herausstellte – mit deren Kindern die eigenen instinktiv befreundet sind. Es ist ein rätselhaftes Phänomen, das einem auch auf Partys, in Reisegruppen oder bei anderen gemischten Veranstaltungen immer wieder begegnet: Ein leiser Seufzer, ein viel sagender Blick, alles klar. Es hat nach 20 Jahren nichts mehr mit Mode und nur noch selten mit Dialekten zu tun: Wir fallen einander auf, weil wir nicht weiter auffallen, was den anderen vermutlich nicht mal auffällt, weil sie damit beschäftigt sind aufzufallen. Kein Wort müssen die einen verlieren, um sich über die anderen einig zu sein: Wie sie sich produzieren und genau wie ihr Nachwuchs den Ton in der Klasse angeben. Wie sie die Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder mit ihren eigenen vertuschen und sich notfalls über Mobbing beklagen, wenn das nicht allen gefällt.

Das ist nach der Schulspeisung ihr zweites Lieblingsthema: Offenbar finden die einheimischen Kinder einfache Mittel gegen die aufgeblasenen Angeber unter ihnen, schubsen sie beiseite oder schließen sie vom Spiel aus, wenn die auf dem Schulhof die Attitüden ihrer Eltern nachahmen. Vielleicht ist es sogar das, was gern mit Fremdenfeindlichkeit verwechselt wird, sofern die Eltern es nicht sowieso mit Neid abtun. Auf jeden Fall liegt es nie an ihnen selbst.

Wenn die Wunderkinder nicht still sitzen können, erklären das ihre Eltern gern mit Unterforderung. Bestätigt sich die Hochbegabung auch nach zehn Tests nicht, sind entweder die Ärzte zu blöd oder der kleine Prinz wird eben mit Medikamenten ruhig gestellt. Die Lehrer können noch so jung oder selbst aus dem Westen sein – in kaum einer Versammlung fehlt der Hinweis auf „alte Volksbildungsmethoden“. Überhaupt haben es ihre „kleinen Individualisten“ in dieser immer noch von Zwangskollektivierung geprägten Gegend besonders schwer. Nicht mal die Schulklasse kann man sich im Osten selbst zusammenstellen! Ohnehin reden sie lieber von der „Peergroup“, wünschen sie mehr „Corporate Identity“ und wollen – offenbar aufgewiegelt vom plötzlichen Mut ihrer Landsleute in Stuttgart und Gorleben – die Benotung von Hausaufgaben wieder abschaffen. Gegen den angeblich zu harten Ost-Sportlehrer laufen ebenfalls Putsch-Pläne. Im Zweifel geht ein Rechtsanwalt aber auch ganz individuell gegen zu schlechte Noten vor, damit die kleinen Seelen nach einer 3 keinen Schaden nehmen.

Eine Mutter schlägt vor, sich doch auch mal nachmittags zu treffen, damit die jungen Erwachsenen dabei sein können und nicht immer nur über sie gesprochen werde. Das übliche demokratische Blendwerk. Als wenn es nicht vielmehr darum ginge, den Vollzeit-Müttern die Langeweile bis zum Abendbrot zu vertreiben. Ihre Männer blockieren irgendeine Funktion in Justiz oder Verwaltung, für die ostdeutsche Bewerber auch nach 20 Jahren noch nicht geeignet sind. Die Ehefrauen suchen seitdem verzweifelt sozialen Anschluss in der fremden Stadt. Im Grunde ist so ein Elternabend neben der Putzfrau ihr einziger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Ein gesellschaftlicher Höhepunkt wie der Opernball oder die Weihnachtsfeier der Lions-Frauen, nur das sie da wenigstens unter sich bleiben.

„Spontan“ – sie nennen das wirklich so – erklärt sich eine andere Mutter bereit, Dinkelkekse zu backen, „natürlich glutenfrei“, als wäre das nicht ohnehin selbstverständlich. Einem engagierten Vater fällt daraufhin ein, dass man doch bitte auch zur Klassenfahrt an laktosefreie Milch denken möge. Er selbst könne übrigens ein wenig zaubern und sich vorstellen …

Es wäre der Moment für ein ehrliches „Schnauze, Wessi“, aber würde die Sache auch nicht verkürzen. Der „5b-Spiele-Nachmittag mit Eltern“, so das Protokoll, klingt schon in der Brainstorm-Phase wie die Höchststrafe für Fünftklässler und geistig normal entwickelte Erwachsene. Zu Hause läuft indessen die Miete weiter und mit „Frauentausch“meine Lieblingsserie über westdeutsche Asi-Familien. Auf unserem Elternabend meldet sich nun ausnahmsweise auch mal eine Leipziger Mutter zu Wort und gibt leise zu bedenken, dass vielleicht auch ein paar Eltern arbeiten müssten, sie selbst zum Beispiel bis 20 Uhr in der Kaufhalle. Was für ein läppischer Einwand! Er wird nicht einmal ignoriert.

Stattdessen zählen die anderen nun im Detail auf, an welchen Tagen ihre Kinder nicht können – wegen Yoga, Spanisch Konversation und Cello bei Professor Soundso. Bis ich begreife, dass es gar nicht mehr darum geht, sich auf einen Nachmittag zu einigen, seufze ich wohl einmal zu laut. „Und“, fragt meine Nachbarin, die Cello-Mama, prompt: „Was spielt ihrer so?“ Dabei lächelt sie, jedenfalls lächelt ihr Mund. Und alle Mitbewerber um das meist verplante Kind der Klasse schauen ebenfalls angespannt zu mir.

Erst denke ich an Lego, doch dann fällt mir noch etwas Besseres ein: „Meiner spielt Gameboy“, sage ich, „Meisterklasse bei Professor Nintendo.“ Alle schweigen ein paar Sekunden peinlich berührt, aber danach können wir endlich die neuen Elternsprecher wählen. Wie jedes Mal halten sich die einen auch dabei nach Kräften zurück, weil jedes Amt, jede Wortmeldung, jeder unüberlegte Schritt aus der Reihe nach ihrer Diktatur-Erfahrung immer noch einen fiesen Beigeschmack hat. Die anderen lauschen verzückt der eigenen Bewerbung, liefern sich Kampfabstimmungen und am Ende verliert die Cello-Mama knapp gegen einen Landsmann aus Niedersachsen. Sie beißt die Zähne zusammen und gratuliert dem neunen Elternsprecher lauter als nötig. „War nur der Väter-Bonus“, tröste ich sie, „nächstes Schuljahr, neues Glück!“ Und ich fürchte, sie findet mich nun ganz nett“. (2)

Im Jahr 2010 ist die neue deutsche Mauer nicht mehr aus Beton, sondern aus dem Material, aus dem man den Mob geformt hat, Haß und Neid, und diese ungeheuerliche Brutalität, die über 30 Jahre das Regime an der Berliner Mauer bestimmt hat.

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/11/24/wenn-ossis-mobben-wird-es-immer-brutaler/

2)http://www.stern.de/politik/deutschland/schnauze-wessi-showdown-beim-elternabend-1622725-print.html