Ossifizierung der Vernunft im Fall Manuela Damm-Pick?

Angsthase und Politiker

Warum spreche ich so gerne von Ossifizierung der Gesellschaft? Weil es viele Anzeichen und Tatsachen gibt, die diese gesellschaftliche Tendez belegen. In meinem Mobbing-Fall habe ich erlebt, wie ein LAG Richter aus Brandenburg über eine Stunde mit dem Ehemann der beklagten Abteilungsleiterin Personal, des ver.di Funktionär und Ex-Stasioffizier* aus Mahlsdorf verhandelt hat, um den Prozess zu steuern und den Richter zu einem Zwangsvergleich zu animieren. So was nenne ich einfach frei nach Habermas und Maxim Biller, Ossifizierung der Vernunft, der Justiz oder Gesellschaft. (1)

Doch zurück zum Fall der Frau Manuela Damm Pick, die übrigens als Mobbing-Opfer und Fau mit Zivilcourage den langen Atem der Vergleichsorgienjustiz zu spüren bekommen hat, teilt die Ansicht über die „Ossifizierung der gesamten Gesellschaft“ wie es der besorgte Bürger in seinem Kommentar zitiert. (2)

„Lieber `besorgter Bürger´, den Satz, der >>Ossifizierung der gesamten Gesellschaft<< in der heutigen BRD, kann ich nur wiederholen und bestätigen: Diese unsre Gesellschaft ist >>verknöchert<<, schreibt Manuela Damm-Pick“. (2)

Und was stört den „besorgten Bürger“ an der Ossifizierungsdiskussion und dem Fall der Manuala Damm-Pick? Hier sein Duískussionsbeitrag, den hoffentlich auch die FDP und Bürgermeister Schlepper mal lesen dürfen.

„Sehr geehrter Blogg-Betreiber,

lassen Sie mich doch bitte gleich Eingangs klar stellen, dass ich mich mit der Aufbereitung meines Kommentars zu einem ganzen, eigenständigen Beitrag nicht nur sehr geehrt fühle, sondern auch eine Empathie empfange, die wohl mit Inhalt, Aussage, Erkenntnis, oder der Form meiner Darstellung erklärbar sein könnte.

Jedoch bin ich ein wenig „verwirrt“, was den letzten, angehängten Absatz (der ja eben nicht aus meiner stammt) angeht und dessen Zusammenhang ich nicht nur erkennen kann, sondern von dem ich mich auch -in einem mir ausgesprochen wichtigem Aspekt distanzieren möchte.

Versatel-Mobbingopfer am Klavier

Ich kann ihre Schlussfolgerungen noch erkennen, dass wir in einer fast schon beängstigenden Weise uns von der Vernunft entfernen, wie sie unsere Eltern noch versuchten aufrecht zu erhalten. Hier kann der Bogen von Anstand, Sitte und Moral, bis hin zu einer brandgefährlichen Duldung sehr weit gespannt werden und gerade nach dem Abgang des „Guido Westerwelle(„Wir haben verstanden…“ – werden aber einen Sche… tun! Ein handeln auf dass der Wähler bis heute vergebens wartet!) sehe ich auch eine gewissen Wiedererkennung all dieser Aspekte im rasanten Wertverfall einer ehemals glorreichen, politischen Kraft Deutschlands.

Allerdings sträuben sich mir einfach die Nackenhaare, wenn ich solche Sätze zu lesen bekommen, wie „…und diese Neuorientierung ist gänzlich gescheitert und in der „Ossifizierung der gesamten Gesellschaft“ geendet.“. Gut, gestehen wir als allererstes mal ein, dass Sie sich dabei auf ein Werk, oder die Äußerung eines „Habermas“ berufen, die mir nicht bekannt sind – ich ehrlich gesagt auch nach einem solchen Satz auch kaum mehr erfahren möchte. Aber was die (entweder dort, oder in diesem Zusammenhang entstandene) Formulierung „Ossifizierung“ angeht, so kann und muss ich doch (und zwar gerne auch „ganz aus dem Zusammenhang gerissen„!) hinzufügen, dass es vielleicht GENAU SO WAS ist, dass uns fehlt?

Uns FEHLT eine Art von „Ossifizierung“!!!
(Oh, man – allein schon dieser „Begriff“ ;-)

Dabei rede ich aber von den Attributen eines „Ost-Bürgers“, wie ich sie noch kennen lernen durfte und zwar als ausgesprochen fleißige Menschen, denen es weit wichtiger war eine Lösung zu finden, während sich andere noch im Problem suhlten. Menschen, die großen keinen „Bohai“ darum gemacht haben, wenn es ums anpacken ging, sondern die einfach nur ihre Ärmel hoch gekrempelt haben und anpacken – bis es eben geschafft ist! Menschen, die sich selbst nach „der Wende“ einen ganz hervorragenden Ruf als reisende Handwerker gemacht, weil sie an einer Baustelle dran bleiben, bis die fertig und abgeschlossen war. Die von hiesigen, alteingesessenen Firmen lieber als die eigenen Leute eingesetzt wurden, weil die nicht um 17.oo Uhr den Hammer fielen ließen, oder über die Dämmerung klagten – die haben Baulampen im eigenen Equiptment und blieben auch mal bis 22.oo, oder 24.oo Uhr – einfach damit die Bauherren auch wirklich am nächsten Tag „einräumen“ konnten!

Klar, es gibt auch im Osten schwarze Schafe! Und Hüben, wie Drüben haben tun wir ganz sicherlich einigen schweres Unrecht, würde man behaupten, dass es in der jeweils anderen Landeshälfte nicht auch solche Menschen gäbe!

Aber Fakt scheint mir, dass es im Westen weit weniger Landstriche gibt, bei denen Fleiß, Ausdauer und Einsatz genauso zu den zugestandenen Attributen zählen, wie Gastfreundschaft, Respekt und Anerkennung – auch wenn ich dieses Hüben, wie Drüben sicherlich hinterher schieben sollte!

Man braucht hierauf jetzt auch keinerlei Diskurs zu führen und Argumente anführen, die meine Erfahrung annullieren könnten – das würde nicht gelingen! Denn bei einer Erfahrung (egal ob „fürs Leben“, oder nur „aus dem Leben“) kann es kein Richtig, oder Falsch geben! Es ist eine Erfahrung – Punkt um und das ist eben meine – als „West-Bürger“ (zumindest dort geboren, aufgewachsen und auch die meiste Zeit verlebt).

Sokrates oder Hunde wollt ihr ewig frei sein?

Nein, ich kann auf solche „Sprüche“ wie „Ossifizierung“ überhaupt gar nicht und es wird mir (bei aller Sympathie, oder Empathie) einfach nicht abzuverlangen sein, dass ich meine Stimme da nicht doch gegen erhebe. Denn so, wie ich etliche Mitbürger aus dem Osten erleben durfte, könnte sich –und zwar ein weit größerer– Teil der West-Bürger noch ein gutes Stückchen von abschneiden und umso länger ich darüber nachdenke, können das in den unterschiedlichsten Bereichen JEDER von ein Stück weit vom anderen ab schauen – auch (oder vielleicht sogar gerade dann) und wenn es auch schwer fallen sollte!“ (von einem besorgten Bürger) (2)

Ich behaupte nicht nur, dass Teile unserer Gesellschaft schon längst auf DDR Niveau gesunken sind, sondern kann dies im Falle des Arbeitsgerichts Neuruppin und insbesondere des LAG Berlin-Brandenburg genaus beiweisen wie im Fall der Staatsanwaltschaften des Landes Brandenburg und Berlin, der Finanzämter, der Jobcenter, der Petitionsauschüsse des Landes Brandenburg, Berlin und auch des Bundestages. Der Fall des Bürgermeisters Schlepper ist nur ein Facette der Realität der Bundesrepublik nach 1989 bis heute, doch welcher Politiker hat schon den Mut, diesen Ausnahmezustand in die gesellschaftliche Diskussion zu bringen?

Unser Bundespräsident auf jeden Fall nicht, obwohl Wulff mal wieder am 13. August 2011 zum 50 Jahrestag der Stasiskulptur “ und innerdeutschen Todesstreifen, die Berliner Mauer Gelegenheit dazu hatte. Doch die Anwesenheit der  Ex-FDJ-Sekretärin für Propaganda und Agitation** und seine Gönnerin hat im Wohl die Zivilcourage genommen. (1) Offenbar wurden die „alten DDR-Angsttage durch die neuen BRD- und Hartz IV- Angsttage ersetzt, was wohl Willy Brandt und John F. Kennedy dazu sagen würden: „Ich bin ein Angsthase?“

1)http://www.faz.net/artikel/C31315/die-ossifizierung-des-westens-deutsche-deprimierende-republik-30090317.html

http://www.zeit.de/1991/20/die-andere-zerstoerung-der-vernunft

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/08/11/unfassbar-oder-die-impertinenz-des-burgermeister-schleppers-im-fall-manuela-damm-pick/

*Die Gegner des Westens und der Demokratie, die SED-Ober-, Mittel- und Unter-Chefs, die Staatssicherheits-Berijas und ihre willigen Helfer landeten, bis auf lächerlich wenige Ausnahmen, nicht vor Richtern und in Gefängnissen. Stattdessen saßen sie mit Schäubles grauen Aktentaschenmännern, den wahren Gestaltern der deutschen Einigung, an runden Tischen, und einer von ihnen, der unsaubere Herr Modrow, blieb bis 1990 Ministerpräsident der DDR. (1)

**Und es gibt eine ewig zögernde, ängstliche, immer nur auf die Schwächen ihrer Feinde und Freunde lauernde Kanzlerin, die in den alten DDR-Angsttagen FDJ-Sekretärin für Propaganda und Agitation war und heute sagt: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Bevölkerung sich eine moralisch erhabene politische Klasse wünscht, die völlig anders als sie selbst ist.“(1)

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: