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Cybermobbing: Tim Ribberink, 20 Jahre alt und zwei Teenager aus Steinfurt begehen Suizid

14. November 2012

Pressenachrichten zu Mobbing-Fällen in den letzten Tagen:

Holland zeigt sich erschüttert über den Suizid von  Tim Ribberink, 20 Jahre alt der einen Brief an seine Eltern hinterlassen hat. (1)

 „Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht sauer seid. Auf Wiedersehen, Tim.“ Offenbar hat Tim keine Chance  trotz all seiner Liebe zu seinen Eltern mehr gesehen, dem Mob zu entkommen. (2)

Während man in Holland den Opfern gedenkt, werden bei uns in Deutschland Suizide* Mobbing-Opfern immer noch tabuisiert und wir erfahren nie ihre Namen. So hat uns wenigstens Tage nach dem Freitod von Tim Polizeihauptkommissar Guido Wilke über den Suizid zweier gemobbter Teenager im Kreis Steinfurt   informiert. (3) In einem Fall ermittelt wenigstens Ansatzweise der Staatsanwalt.

Und wir erfahren über den Prozess und ein Urteil gegen einen Cyber-Mobber aus Augsburg. „Mit blutrünstigen, widerlichen Gewaltfantasien hat ein 21-Jähriger auf Facebook seine Ex-Freundin bedroht. Er erging sich auch in diversen Tötungsszenarien“. (4)

Der Schrei

Der Schrei

Das Urteil, eine „Geldstrafe von 6300 Euro (180 Tagessätze zu je 35 Euro)“. (4)

Und wie bei uns Mobbing schon längst zum Alltag geworden ist verdeutlicht der Fall des Betriebsrätemobbing in Rüsselsheim durch den koreanischen Automobilhersteller Hyundai. „Die sieben Mitglieder des Betriebsrats, der seit drei Jahren besteht, wurden auch in einem Aushang am Schwarzen Brett beschuldigt, gegen Interessen der Belegschaft zu handeln. Über 200 Mitarbeiter sind in dem Entwicklungszentrum tätig. Leitende Angestellte hätten den Arbeitnehmervertretern zudem vorgeworfen, sich zu bereichern. „Zum Teil sind Vorgesetzte mit Listen durch die Abteilungen gelaufen und haben die Beschäftigten zur Unterschrift aufgefordert“, heißt es in den IGM-Artikel. Dabei sei auch gedroht worden, bei Nichtbeteiligung Gehaltsanpassungen und Bonuszahlungen zu verweigern“. (5)

Doch dazu hat leider nicht dazu geführt, dass die IGM sich mit einer Gesetzesinitiative an die Bundesregierung gewandt hat, vielmehr versucht man mit „Klein Klein“ sich durch die Arbeitsgerichte zu mogeln und jedes Urteil als Sieg zu feiern. Nur helfen tut das vielleicht einigen Mitgliedern vor Ort, Mobbing stoppen jedoch wird es auf keinen Fall. Auch diese grausame Lehre werden die Funktionäre der IGM noch verstehen.

Denn Mobbing gibt es nicht nur in den Fabriken, sondern auch in den Verwaltungen unseres Landes, dies zeigt der Fall des „des Amts enthoben“ Taufkircheners Bürgermeister Pötke. „Über Monate hin­weg soll Bür­ger­meis­ter Jörg Pötke für eine so nega­tive Stim­mung in sei­nem Haus gesorgt haben, dass sich die Zahl der Krank­schrei­bun­gen in der Gemein­de­ver­wal­tung zuletzt ver­dop­pelt hatte. (6)

Neben den Mobbing-Attacken Jörg Pötke`s gegen seine Mitarbeiter im Rathaus schockiert die Tatsache, dass erst das „Amts­ge­richt .. … auf das Drän­gen von Betrof­fe­nen Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet“ hat, arme Polizei.

Und selbst an unseren Schulen grassiert Mobbing in einem bisher nie gekannten Ausmaß. Laut einer aktuellen Umfrage fühlt sich jeder 6. Lehrer gemobbt. Kaum zu glauben, dass da noch ein ordentlicher Unterricht stattfinden kann. „… Viele Lehrer (fühlen sich)  in der Schule selbst oft geärgert, benachteiligt, beleidigt oder gar bedroht – mal von den eigenen Schülern, mal von Kollegen oder Eltern und besonders oft von ihren Chefs, den Schulleitern“. (7)

Nur alle schweigen dazu, die Verharmlosung von Mobbing und deren Folgen ist in Deutschland fast schon zu einer rituellen Handlung verkommen. Insbesondere wenn Mobbing-Opfer sich selbst noch per Gericht um Hartz IV kümmern müssen um ihren Lebensunterhalt zu sichern zeigt sich eines ganz deutlich, Deutschland hat eine Täterkultur und steht damit im Widerspruch zu den europäischen Menschenrechten. (8)

*http://de.wikipedia.org/wiki/Suizid

1)http://www.borlife.de/8955-cybermobbing-tim-ribberink-nimmt-sich-in-holland-das-leben

2)http://www.welt.de/vermischtes/article110696617/Ich-hoffe-ihr-seid-nicht-sauer-Auf-Wiedersehen.html

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2012/11/06/verspottet-gemobbt-gehanselt-und-ausgeschlossen-tim-20-jahre-alt-beging-selbstmord/

http://www.derwesten.de/panorama/eltern-veroeffentlichen-abschiedsbrief-von-mobbingopfer-id7265996.html

3)http://www.mv-online.de/Muensterland/Cyber-Mobbing-Zwei-Suizide-im-Kreis-Steinfurt

4)http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Junger-Mann-droht-Ex-Freundin-mit-Toetungsfantasien-id22570936.html

 5)http://www.main-spitze.de/region/ruesselsheim/12573200.htm

6)http://www.sat1bayern.de/news/20121108/mobbing-vorwurf-taufkirchens-buergermeister-poetke-des-amts-enthoben/

7)http://www.idw-online.de/de/news506883

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/studie-jeder-sechste-lehrer-fuehlt-sich-gemobbt-a-866808.html

8)http://www.kanzlei-blaufelder.com/sanktionen-wegen-arbeitsaufgabe-bei-hartz-iv-beziehern-schwieriger-lsg-mainz-gemobbte-arbeitslose-muss-leistungen-nicht-zuruckzahlen/

Verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen, Tim, 20 Jahre alt beging Selbstmord

6. November 2012

Holland erlebt erneut ein soziales Beben. Tim, 20 Jahre alt und Mobbing-Opfer hat sich durch den Freitod dem Mob entzogen. Offenbar konnte ihn die Gesellschaft nicht vor den ständigen Hassattacken des Mobs schützen.

Sein Abschiedsbrief an seine Eltern, den diese in der  Todesanzeige für ihren Sohn Tim veröffentlicht haben, hat wohl ganz Holland wachgerüttelt und sagt eigentlich alles aus.

„Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht sauer seid. Auf Wiedersehen, Tim.“

Tim ist nun tot, ein Junge der zwei Gesichter hatte. „Er sieht glücklich aus auf dem Foto. Ein breites, freundliches Lachen, sympathische Augen, die Haare modern nach oben gestylt. Nichts deutet darauf hin, wie schlimm es in Tim R. aus dem holländischen Tilligte aussieht. Der 20-Jährige wird gemobbt. Und das schon lange“, viel zu lange, denn offenbar hat den Terror nicht mehr ertragen können.

http://www.n-tv.de/panorama/Tims-Worte-erschuettern-Holland-article7665216.html

http://www.ffh.de/news-service/ffh-nachrichten/nController/News/nAction/show/nCategory/topnews/nId/20487/nItem/amsterdam-niederlaender-trauern-um-mobbing-opfer-tim.html

Das WDR wird aktiv gegen Mobbing

10. Februar 2010

Mobbingopfer Stefan K.

Mobbing-Opfer kennen das Problem mit den öffentlichen Medien, meist wird Mobbing bestritten, gibt es mal Sendungen zu dem Thema, dann tauchen immer wieder die gleichen Teilnehmer auf. Meist hat man den Eindruck, In Deutschland leben nur Rapper wie Bushido oder Funktionäre wie Henkel und Kanngießer, die Gewerkschaftsbewegung bestehe nur aus Sommer und Huber.

Doch wer sich dem Thema mal wirklich nähert, der findet dann ein weites Feld von Mobbing-Fällen, Gesprächspartnern und interessanten Opfer die auch was mitzuteilen haben, außer dem Senf eines Harald Schmidt, Kerner oder Beckmann, bei denen man eh fragt, wo ist die Wurst.

Der WDR versucht nicht nur mit der Sendung „Hart aber Fair“ dem Laber & Rhabarber-Kartell der Maischbergers, Kerners und Maybrit Illners zu entgehen und bei Mobbing hat der WDR sich mit „neuneinhalb Rückschau“ dem Thema angenommen.

Laber & Rhabarber

„Mobbing – Was kann man dagegen tun?“ kann nur ein Schritt sein, doch die Geschichte ist interessant und man kann auch das Video noch komplett dazu sehen.

Nepomuk ist 17 Jahre alt und macht gerade seinen Realschulabschluss. Heute geht er ganz gerne zur Schule, aber das war nicht immer so. In seiner alten Schule wurde Nepomuk nämlich von seinen Mitschülern gemobbt: Mehrere Monate lang wurde er ausgegrenzt, verspottet und sogar geschlagen. Malin hat Nepomuk besucht und mit ihm über diese schwierige Zeit gesprochen“. (1)

Das Video zu dem Gespräch finden sie ebenso unter dem Link. (1)

1) http://www.wdr.de/tv/neuneinhalb/sendungen/2010/01/2010_01_30.php5