Posts Tagged ‘Umgang mit Mobbing’

Mobbing-Opfer mit Abführmittel durch Betriebsräte geschädigt

30. September 2010

Mobbing-Täter schrecken heute Dank der laschen Gesetzgebung in dieser Republik vor nichts mehr zurück. So begann am 15.07.2010 ein vor dem Amtsgericht Erlangen, der es in sich hat.

Angeklagt sind vier MitarbeiterInnen  einer Firma in Eckental (Landkreis Erlangen-Höchstadt)(1), die einen Kollegen fertig machen wollte. So haben sie  einem Kollegen heimlich Abführmittel in seine Cola geschüttet.

Das Mobbing-Opfer, das „ahnungslos seine Cola trank, erlitt Magenkrämpfe, Übelkeit und Durchfall. In der Nacht brach er mit Kreislaufproblemen zusammen. Laut Staatsanwaltschaft sollen die vier Angeklagten ihren makabren Scherz ein zweites Mal wiederholt haben, da der Kollege am nächsten Tag wieder zur Arbeit erschien“. (1)

Es handelt sich bei den vier Tätern um Frauen im Alter von 33, 40 und 52 Jahren und den 53-jährige Hauptverdächtigen.(2) Und noch einen drauf setzt die Staatsanwaltschaft, die von einem „angespanntes Arbeitsverhältnis zwischen den Kollegen“ spricht. Aber dennoch kann die Staatsanwaltschaft laut ihrer Sprecherin Antje Gabriels-Gorsolke „Mobbing nicht bestätigen“. (2)

Und das Problem der Staatsanwälte in Deutschland im Umgang mit Mobbing kennen wir leider nur zu gut, handele nie im Interesse der Opfer sondern mache es möglichst vor Gericht noch fertig. „Die Tat“ an für sich kann laut StGB „mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden“. (2)

Der Hintergrund ist noch dubioser und asozialer, als man ahnen kann. Das Opfer hatte „vor geraumer Zeit einen leitenden Posten in der Firma übernommen“ den auch gerne eine der mobbenden Betriebsratsvorsitzenden haben wollte. Der Neid war bei dem Betriebsratsmitglied so groß, dass er drei andere noch fand, die sein Treiben unterstützt haben. Leider wurde die Gewerkschaft nicht mitgeteilt, aus dem die asozialen Betreibsratsmitglieder kommen. Kaum zu glauben, was aus einem so wichtigen Instrument der Arbeitswelt wie dem Betriebsrat im Jahr 2010 geworden ist.

Da wird weder auf das Verfassungsgut Gesundheit (Artikel 2, GG) Rücksicht genommen, noch auf die Pflicht eines Betriebsrates, Arbeitnehmer vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Die Habgier ist neben dem Hass in der Arbeitswelt wohl heute zum Tatfaktor Nummer Eins geworden, traurig aber wahr.

1)http://www.lto.de/de/html/nachrichten/1476/Abfuehrmittel-in-der-Cola/

2)http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nz-bayern/abfuhrmittel-in-cola-gekippt-1.38224?searched=true

Mobbing am Kreiskrankenhaus Erding und der Klinik Dorfen

19. September 2010

Immer wieder sind soziale Einrichtungen Hintergrundkulisse für Mobbinghandlungen. Im Kreiskrankenhaus Erding wurde bis heute nicht die Ursachen für die Mobbing-Attacken geklärt.

Bekannt ist nur, das Kreiskrankenhaus Erding und die Klinik Dorfen sollten verkauft werden, also privatisiert und das hat wohl die Täter beflügelt.

Ob die Kündigung von  Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel im Zusammenhang mit den Mobbing-Attacken erfolgt ist, wurde vom Kreistag nicht aufgeklärt.

Nur der SPD-Fraktionschef Horst Schmidt hat sich dem Thema Mobbing gestellt. „Vor allem forderte Schmidt eine rückhaltlose Aufklärung der Mobbing-Vorwürfe. Diese müssten ernst genommen und aufgeklärt werden. Das Krankenhaus braucht für die Zukunft verbindliche Regelungen, so Schmidts Forderung“. (1)

Mehr wurde bisher der Öffentlichkeit leider nicht mitgeteilt. Man kann den Kommunalpolitikern nur raten, eine Dienstvereinbarung im Umgang mit Mobbing nach dem Muster der  Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport in Berlin.

1)http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/kreiskrankenhaus-kreisraete-fordern-kehrtwende-beim-klinikvorstand-653832.html

http://www.spderding.de/index.php?mod=content&menu=7&page_id=5698

http://www.kkh-erding.de/babyfotogalerie.html

2)http://www.dbb-berlin.de/mobbing/dienstvereinbarung_mobbing.pdf