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Mobbing, die Ursache für viele Suizide

11. Oktober 2011

Der fallende Mann

In einem äußerst bemerkenswerten und sachbezogenen Artikel beschäftigt sich der angesehene „Instruktor für Gewaltpräventation und Selbstschutzmaßnahmen“ und Mobbing-Experte Alfred Brandner mit der „schwarzen Seite“ von Mobbing, dem Suizid des Opfers. „Letztendlich nach langem Leiden, für viele, ….. kommen die Mobbing – Opfer mit dieser sehr schweren Erkrankung der Psyche nicht mehr zurecht und flüchten in einen angenommen, und Ruhe versprechenden Tod„. (1)

Und wenn man sich mit dem „Warum“ beschäftigt, stößt man laut Brandner „sehr oft (auf) Hinweise (zum) Umfeld der Peiniger, die einen nach lang anhaltenden Attacken, und im übrigen wie gewünscht und geschickt  herbeigeführt, den schon erheblich in seiner Gesundheit geschädigten Menschen in den Tod verholfen haben könnten“. (1)

Zu recht verlässt der Autor auch die eingeengte, oft im Interesse der „Verharmlosung und Abwiegelung“ benutzen Sichtweise der „Juristen“ und ihrer Paragraphenphilosophie. „Ich neige dazu, die Menschen, die andere mit kontinuierlicher Hetze, Verleumdung, übler Nachrede, Beleidigungen und Rufschädigungen in den Tod treiben, als potenzielle Mörder“ zu bezeichnen. Nur so gelingt es so etwas wie ein „Schuldgefühl“ bei Mobbern auszulösen, die sich oft an den „lang anhaltende Angstgefühle, Enttäuschungen und Belastungen  aus zwischenmenschlichen Beziehungen“ auf sehr perverse Weise ergötzen. (1)

Kein Täter hat bisher seine Geschichte erzählt, die uns helfen könnte einen Blick in die „tote Seele“ des Mobbers zu werfen und was er dabei empfindet, wenn er vom Suizid seines Opfers hört oder liest. Zu recht hat daher Alfred Branden in einem Anhang zu seinem Artikel,   Mobbing als Auslöser vieler Suizide in Deutschland und aus aktuellem Anlass folgendes dokumentiert, nach dem „eine Arbeitnehmerin, im Beisein vieler anderen, darüber berichtete, dass sie von einem Vorgesetzten gemobbt werde“. (2)

Und „nun die Steigerung der Brisanz. Die Lenkung links einschlagen, und schon bin ich mit meinem Auto unter einem Lastwagen oder Omnibus, und alles ist vorbei. So die sichtlich leidende Frau in einem Gespräch vor wenigen Tagen“.(2) Selbst ein welterfahrener Rettunsgexperte wie Brandner, „mit Einsätzen in Kriegs- u. Kriesengebieten (Kongo, Angola),…  mochte ich die Verantwortung aus diesem neuen, und hochbrisanten Sachverhalt nicht (alleine) tragen. Ein Klinik-Psychologe, der mit dem gegebenen Mobbing – Sachverhalt bereits vertraut war, machte einen sehr besorgten, aber subjektiv doch eher hilflosen Eindruck.

Die nüchterne Erkenntnis – es gibt keine Lösungsansätze zur Beendigung dieser Misere. Eine dramatisch – tragische Situation, die zu eskalieren scheint, und keiner kann helfen. Das ist mit Verlaub zum Kotzen! Hilflosigkeit macht sich breit, auch bei mir“. (2)

Und das Geschilderte aus dem grausamen Schicksal eines Mobbing-Opfers zeigt, dass ab einem bestimmten Punkt kein „Außenstehnder“ mehr in der Lage ist, das Kommende zu stoppen. Sondern nur noch ein hilfloser Beobachter ist, der sieht, wie die „krankgemachte Seele“ explodiert, nur den Zeitpunkt und oft die Art und Weise eines Suizids kennt er nicht.

Und nimmt man dann noch den Fall des Hauptkommissars Henning G. aus Lankwitz, Berlin, der sich in der Nacht zum 11. September diesen Jahres auf dem Friedhof der Paul Schneider Straße selbst verbrannte, dann müssen die Mobbing-Attacken gegen ihn ein Maß erreicht haben, das selbst Experten in ihrer Vorstellunsgkraft überfordert. (3)

Sicherlich ist ein „Anti-Mobbing-Gesetz“ alleine nicht das Wunderheilmittel, auch nicht der notwenidge Ombudsmann mit Weisungsbefugnis für Mobbing, den jede Regierung in Deutschland, ob nun auf Landes- oder Bundesebene haben müsste, doch wichtige Schritte in die richtige Richtung sind sie bestimmt. Lasst es uns anpacken oder wie Lady Gaga sagt, „unsere Generation hat die Macht, es zu beenden“, doch wo sind unsere Promis in erster Reihe im Kampf gegen Mobbing? (4)

Stell Dir vor, all diese „Filmhelden“ aus der Tatortreihe stehen auf und zeigen endlich mal Zivilcourage und fordern persönlich bei Frau Merkel ein „Anti-Mobbing-Gesetz“ und einen Ombudsmann für Mobbing ein. Was könnte sich in diesem Land alles verändern?

1) http://www.retter.tv/de/beitrag.html?ereig=-Mobbing-als-Ausloeser-vieler-Suizide-in-Deutschland-&ereignis=7658

2)http://www.retter.tv/de/beitrag.html?ereig=-Werden-nun-Todessehnsuechte-durch-Mobbing-hervorgerufen-&ereignis=9585

3)http://wp.me/puNcW-1RA

4)http://wp.me/puNcW-1Qa

Eltern von Mobbing-Opfern wegen Hilfe bestraft

13. April 2011

Der Fall hat es in sich, gerade seit Cyber-Mobbing und die Hetz-Plattform Isharegossip.com aktiv geworden ist. (1) Doch wer da meint, er müsse seinem Kind oder seinen Kindern helfen und erhält dann Unterstützung oder Schutz, der hat sich gewaltig geirrt. Im Zweifelsfall gilt in Deutschland die makabere Weisheit, immer für den Täter.

Begonnen hat alles damit, dass sich ein fürsorglicher Vater um seine Kinder gekümmert hat. 2008 ist die Familie nach Paar umgezogen und die Kinder kamen in eine neue Schule. Damit begann ein Drama sonders gleichen für die Familie.

„Vor allem die Tochter, die die erste Klasse besucht, leide unter Mobbing. Die Lehrerin schreit die Kinder an, sagt er (der Vater). Das Mädchen habe Angst vor ihr, gehe nicht mehr gern zur Schule und müsse jetzt zum Psychologen. Die Lehrerin sage an einem Tag, das Kind sei klug, am nächsten Tag wolle sie das Kind für die Förderschule testen lassen, klagt Baumann. Und der Fünftklässler soll aggressiv sein, so Baumann, das ist er aber nicht. Er diskutiert nur gern, wenn er sich im Recht fühlt. Und jetzt wolle die Schule verhindern, dass er auf die Realschule gehe, sagt der Stiefvater“. (2)

Zivilcourage

Er diskutiert gerne um seine Rechte, das ist eigentlich in der Demokratie erwünscht und man nennt das auch Zivilcourage, doch unsere Lehrer und Richter in Bayern mögen das nicht. „Vater will Kühbacher Lehrer wegen Mobbing von Kindern anzeigen“, und er hat es wohl auch gemacht. (2)

Und nun kam die Retourkutsche der Lehrer, obwohl die Kinder nicht mehr in die Schule von Paar gehen. „Kühbacher Lehrer wehren sich mit Strafanzeige gegen die Anschuldigungen eines Vaters. Dessen Kinder haben inzwischen die Schule gewechselt„. (3) Das war März 2011.

Und nun das Urteil des hohen Gerichts, bei dem die Eltern oft sprachlos waren und nur der Vater zum Abschluss eines seltsamen Prozesses sagen konnte, wo der Hase im Detail liegt. „Das letzte Wort des Angeklagten: Ich kann dazu nicht mehr sagen. Die Mängel in den Ermittlungen sind ja ersichtlich. Seine Frau blieb stumm“. (4)

Die Eltern, also insbesondere der Vater wurden in der ersten Instanz nun zu einer Geldstrafe von 4 800 Euro verurteilt wegen „übler Nachrede„.(4)

Und man kann jetzt nur auf einen fairen Richter in der nächsten Instanz hoffen und dass die Eltern durch Spenden finanziell unterstüzt werden. „Mobbing-Vorwürfe gegen vier Lehrer: Eltern legen Berufung ein“ (4) Für Mobbing-Opfer hat dieses Urteil ein verheerende Wirkung und die Täter werden wohl noch dreister werden, wenn das überhaupt noch geht.

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/03/30/hetz-internetportal-isharegossip-com-weiter-aktiv/

2)http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Vater-will-Kuehbacher-Lehrer-wegen-Mobbing-von-Kindern-anzeigen-id7903926.html

3)http://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/Mobbing-Vorwuerfe-gegen-vier-Lehrer-Eltern-legen-Berufung-ein-id14685186.html

4)http://www.augsburger-allgemeine.de/aichach/Mobbing-Vorwuerfe-gegen-vier-Lehrer-Eltern-legen-Berufung-ein-id14685186.html