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WISO-ZDF und das komplexe Thema Mobbing

29. September 2011

Am 26.09.2011 hat WISO versucht das Thema „Mobbing“ aufzuarbeiten und wie immer wurden mal die Opfer in eine „Ecke“ gestellt, in der sie nicht sind und auch nicht hingehören. „Gemobbt wird überall: in der Schule, im Netz, am Arbeitsplatz. Viele Betroffene leiden so sehr, dass Angststörungen und Depressionen auftreten. Statt sich zu wehren, halten die meisten Opfer still“. (1)

Hardy Riedel, selber Mobbing-Opfer hat dazu an WISO geschrieben, in der Hoffnung, dass er auch eine Anwort bekommt. Hier sein Text:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern habe ich Ihre Sendung, in der es unter anderem auch um Mobbing ging, verfolgt. Bei allem Respekt – hier muss ich schon mal Kritik üben.

Mobbing ist ein viel zu komplexes Thema um es in einem Beitrag von 5:25 Minuten Länge, einfach mal so abzuarbeiten. Es besteht hierbei die Gefahr eines falschen Eindrucks bei nicht Betroffenen.

Neben einigen richtigen Hinweisen durch Ihre Sachverständige Birgit Franke, sieht eine Mobbingwirklichkeit anders aus. An dieser Stelle möchte ich Ihnen die Chronik einer Mobbingkampagne  (hier: http://playmobland.blogspot.com/2008/02/abgrnde-im-playmobland-oder-chronik.html) zur Recherche empfehlen.(2)

Prècaire

Sie werden hier lesen können, dass es eben nicht nur die Kollegen sind, die mobben. Oft ist es der Vorgesetzte oder der Firmenchef selbst der Mobbing betreibt oder dazu anstiftet (Siehe die Fälle eines RA Naujoks). In einem solchen Fall fällt der Chef oder Vorgesetzte als Vermittler aus.

An den Betriebsrat und die Gewerkschaft habe ich mich in meinem Fall auch, in der Hoffnung auf Hilfe, gewendet. Doch zuletzt hat auch der Betriebsrat mit gemobbt. Was man derzeit aus jener Firma hört, so tut dies der Betriebsrat, in einem anderen Fall, noch immer.

Mobbingtagebuch führen und Beweise sammeln ist zunächst ein guter Vorschlag. Er klingt logisch. Doch bei einer Kündigungsschutzklage vor einem Arbeitsgericht wird der Richter nicht danach fragen. Er tut dies nicht weil er darin Straftatbestände, wie Nötigung, Körperverletzung und Verleumdung etc. finden würde und eigentlich so weiteren Schritte unternehmen oder gar den Staatsanwalt hinzuziehen müsste.

Die berühmte „Reißleine“ zu ziehen und dieses Arbeitsverhältnis zu beenden ist ein guter und richtiger Vorschlag. Doch man wird dann bei der Agentur für Arbeit kriminalisiert und von den Leistungen für mindestens 3 Monate gesperrt. Das muss man sich leisten können.

Ansonsten ist hier: http://playmobland.blogspot.com/ alles beschrieben. So läuft Mobbing in den meisten Firmen ab. Sie werden mir sicherlich jetzt recht geben, dass man für diese Lektüre länger braucht als reichlich 5 Minuten.

Mit freundlichen Grüßen

Hardy Riedel

P.S. Aus meiner Erfahrung heraus, rechne ich nicht damit dass Sie mir antworten oder gar meinen oder einen anderen Fall gründlich recherchieren. Obwohl  das Thema Mobbing bestimmt mehr Sendezeit nötig hätte.

Meine Frau äußerte nach Ihrem kurzen Mobbingbeitrag wörtlich und ziemlich verbittert: „Wovon träumen die Nachts?“. (Hardy Riedel)

Ja, wovon träumen eigentlich unsere öffentlich, rechtlich geförderten Journalisten, wenn sie nicht mal die Zivilcourage haben, über Mobbing bei Playmobil, einem der größten Hersteller von Kinderspielzeug zu berichten oder über die Selbstverbrennung von Henning G. in Berlin am 10.09.2011.  (3) Würde WISO mal mit den Kollegen von Henning G. reden, dann würden sie vielleicht verstehen, warum so viele „Mobbing-Opfer“ still halten, denn jede neue Gegenwehr löst eine Kette von Mobbing-Attacken aus. Und jeder der einem Mobbing-Opfer hilft, weiß, ich bin das nächste Opfer.

1)http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1450614/Mobbing-Attacken-abwehren?bc=sts;suc

2)http://playmobland.blogspot.com/2008/02/abgrnde-im-playmobland-oder-chronik.html

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/09/13/berliner-polizeibeamter-61-und-mobbing-opfer-hat-sich-selber-angezundet-und-starb/

Mobbing und Selbstmordserie bei der Berliner Polizei

15. Februar 2010

Einer fehlt!

Aus Hessen wissen wir, dass es im öffentlichen Dienst ein System-Mobbing gibt. (1) Nur kam es dort bisher nicht zu Suiziden.

Bekannt ist uns auch noch der Fall aus München,  „der Tod ist kein Beweis“. (2) Eine junge Polizeibeamtin hat sich damals nach umfangreichen Mobbing-Attacken das Leben genommen. Nur das beherzte Vorgehen der Mutter des Mobbing-Opfers hat damals dazu geführt, dass der Fall aufgeklärt worden ist. Die Polizeibehörde in München und der Landtag bzw. Innenminister waren dazu nicht in der Lage. Der Fall wurde zum Glück auch verfilmt, so dass ein historisches Dokument für immer vorhanden ist. (2)

Am 09.02.2010 hat sich nun in Berlin-Mitte auf einer Polizeiwache folgendes zugetragen. „Ein 49-jähriger Polizeihauptkommissar hat sich heute auf dem Polizeiabschnitt 35 in der Oudenarder Straße in Wedding das Leben genommen. Kollegen hatten ihn vermisst, weil er zu einer Besprechung nicht erschienen war. Zwei Mitarbeiter fanden ihn schließlich kurz vor 14 Uhr tot im Sanitätsraum des Gebäudes. Er hatte sich mit seiner Dienstwaffe getötet“. (3)

Und dies ist beileibe nicht der einzige Fall in den letzten Jahren, bei dem der „Chef“ wohl ein Verbindungsglied darstellt. „Auffällig war in den vergangenen Jahren, dass viele Polizistenselbstmorde mit dem Thema Mobbing in Verbindung gebracht wurden. Schon einmal gab es zwei Selbstmorde von Beamten, die denselben Chef hatten. Allerdings lagen drei Jahre dazwischen“. (4)

Zur Erinnerung, und hier schließt sich wieder ein Kreis zum Vorfall in München, der Suizid  der „bekanntesten Polizistinnen der Stadt“ Berlin. (4) „Bianca Müller, hat sich im Alter von 50 Jahren das Leben genommen. In ihrem Abschiedsbrief erhebt die Kriminal-Hauptkommissarin Mobbing-Vorwürfe gegen Mitarbeiter und gegen die Polizeiführung. Bianca Müller war als Mann aufgewachsen. Sie war mit äußerlichen männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen geboren worden – Intersexualität genannt. Erst nach mehreren Operationen fühlte sie sich als Frau – und wurde fortan nach ihren Angaben häufig gemobbt. (5)

Der nächste bist Du!

Bianca Müller hatte den gleichen Chef wie die beiden jetzigen Suizidopfer, von denen wir aber bisher nicht wissen, ob es einen Abschiedsbrief gibt. Und Bianca Müller hat sich als Mobbing-Opfer vehement gegen Mobbing zur Wehr gesetzt und trotzdem verloren. Das sein nur deshalb nochmals erwähnt, weil viele Journalisten in diesem Land in den medien die These verbreiten, man müsse sich nur öffentlich gegen Mobbing wehren und schon sei man geschützt.

„Müller trat als Betroffene mehrfach als Mobbing-Expertin öffentlich auf – auch vor Polizeiakademien. Die stellvertretende Schichtleiterin in der Polizeidirektion 2, die für die Sofortbearbeitung zuständig war, war auch durch ihre Tätigkeit im „Verein Kritischer Polizisten e.V.“ sowie durch Fernseh- und Zeitungsinterviews über ihre Geschlechtsanpassung außerhalb der Behörde bekannt geworden“. (5)

„Schon mehrere Polizistinnen aus verschiedenen Bundesländern haben sich in den vergangenen Jahren das Leben genommen. Darunter war auch eine Beamtin aus Berlin. Das Motiv: Mobbing“. (5 & 4)

Vier Suizide durch Beamtinnen und Beamte beim „gleichen Chef“, da fragt man sich, was machen eigentlich der Berliner Senat, der Senator für Inneres, der Polizeichef und die öffentlichen Medien in dieser Weltstadt namens Berlin, außer „Party feiern“?

Kaum zwei Monate nach dem Vorfall in Berlin Mitte kam es „unter einer Brücke in der Scharnweberstraße in Reinickendorf“ zu einem erneuten Suizid eines jungen Polizeibeamten. Leider habe ich den Vorfall erst sehr spät erfahren und verlasse mich auf die Verbindungen der Journalistin Tanja Buntrock vom Tagesspeigel, die in ihrem Aritkel eine Verbindung zu den Selbstmorden der beiden Polizisten in Berlin Mitte und Tegel herstellt oder sieht.

„Ein Berliner Polizist des Abschnitts 11 hat sich am Mittwoch in Reinickendorf getötet. Unter der Brücke an der Scharnweberstraße/Seidelstraße hat sich der Mann offenbar mit einer Pistole in den Kopf geschossen. Passanten fanden den 36-jährigen Mann gegen 12 Uhr.

Es soll sich bei dem Toten um einen Schutzpolizisten mit Migrationshintergrund handeln. Zur Tatzeit war der Mann nicht im Dienst und trug auch keine Uniform. Zu Hintergründen der Tat konnte die Polizei keine Angaben machen.

Zuletzt hatten sich im Februar vorigen Jahres gleich zwei Polizisten des Abschnitts 35 in Wedding mit ihren Dienstwaffen das Leben genommen“. (6)

Es verwundert einen schon, wenn bis heute noch keine Aufklärung der Umstände stattgefunden, die zu den Suiziden der Polizeibeamte führte. Doch wenn man bedenkt, dass selbst Frau Künast als Spitzenkandidatin der Grünen und Anwältin im Gemeinschaftsbüro mit Volker Ratzmann (AW für Straf- und Arbeitsrecht), Fraktionsvorsitzender der Grünnen sich bisher nicht zu den Vorgängen bei der Polizei geäußert hat, dann bekommt man so seine Bedenken, warum Politiker zu solchen Vorgängen einfach nur schweigen. (7)

1) https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/system-mobbing-bei-der-hessischen-polizei/

2)http://forum.mobbing-gegner.de/hier-wird-gemobbt/polizei-workplace-violence-t841.html

3) http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/155161/

4) http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Wedding-Polizisten;art126,3027100

5) http://www.tagesspiegel.de/berlin/art270,2270954

6)http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berliner-polizist-begeht-offenbar-selbstmord/3742030.html

7)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/03/01/sexuelle-belastigung-und-dann-folgt-mobbing-die-berliner-polizei-im-sumpf/