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Drei verdiente Altenpflegerinnen bis zur fristlosen Kündigung gemobbt.

28. April 2010

Drei besonders schwere Mobbing-Fälle gibt es leider aus Österreich zu melden. Die drei Frauen waren im Pongauer Seniorenheim beschäftigt, bis der Bürgermeister anfing „üble(.) F(ä)ll(e) von Mobbing“ zu fördern oder zu unterstützen. So sieht es der „frühere Pongauer Nationalratsabgeordnete Harald Hoffmann“ nach seinem Eingreifen auch.(1)

Zuerst einmal ist zu begrüßen, dass sich hier ein Politiker an die Spitze zur Aufklärung eines Mobbing- oder besser gesagt, drei Mobbing-Fälle stellt. Wir würden uns wünschen, dass so was endlich auch in Deutschland der Fall wäre, doch davon können wir wohl sehr lange träumen.

Harald Hoffmann hat recherchiert und folgende Fakten gefunden, nach dem sogar eine der betroffenen Frauen „am Tag ihrer Entlassung am Telefon (sogar ihren) Selbstmord angekündigt“ hat. (1)

Einmal soll eine Pflegerin Sterbehilfe geleistet haben. Fakt ist, „eine der drei Frauen habe eine Heimbewohnerin in den Tod begleitet und ihr dabei das Kinn gehalten, damit der Mund der Toten nicht offen bleibe“. (1) So was kann man wohl doch nicht als Sterbehilfe bezeichnen, sondern eher als mutige Begleitung einer im sterben liegenden Frau.

Und zu recht weist Hoffmann darauf hin, was ihn im den drei Fällen stutzig machte. „Der Bürgermeister hat den drei Frauen vorgeschlagen, selbst zu kündigen, dann wird er Stillschweigen bewahren, andernfalls aber die Staatsanwaltschaft einschalten“, und so was nennt man zu recht Nötigung.

Der Bürgermeister gibt nun eine ganz andere Darstellung und versucht Land zu gewinnen. „Er habe den Beschuldigten aber angeboten, selbst zu kündigen, weil dadurch aus arbeitsrechtlicher Sicht eine andere Optik entstanden wäre als bei einer Entlassung“. (1)

Mal ehrlich gesagt, in einem Fall von aktiver Sterbehilfe muss ja wohl unabdingbar Anzeige erstattet werden, genauso wie im Fall des Vorwurfs des „sexuelle(n) Missbrauch(s)“. „Bei einer Feier habe sich eine der Mitarbeiterinnen an den Bettrand einer Bewohnerin gesetzt und eine Banane in die Luft gehalten“. (1)

Schon seltsam, was sich so ein Bürgermeister zusammen reimt, liegt wohl an seiner Fantasie, von einer Banane auf sexuellen Missbrauch zu schließen, klingt nach einem Bild-Zeitungswitz  aus der untersten Schublade oder warum ist die Banane krumm.

Und im anderen und letzten Fall der „drei dienstältesten Mitarbeiterinnen des Heimes“ soll es sich um Diebstähle gehandelt haben. (1)

Auch hier konnte Hoffmann Klarheit schaffen. „Und auch die vermeintlichen Diebstähle würden sich allesamt klären lassen. Es gehe um Spenden für das Personal, die angeblich nicht richtig verwendet worden seien“. (1)

In allen Fällen stützt sich der Bürgermeister auf „andere Heim-Angestellte, die drei Kolleginnen schwer belastet“ hätten.

Nun hat sich auf Intervention von Hoffman hin die Gewerkschaft den Rechtsschutz für die anstehenden Prozesse bereit erklärt. Man darf gespannt sein, wie das Gericht entscheidet oder ob der Bürgermeister die Kündigungen zurück nimmt.

Denn alleine die Tatsache, dass es bei allen drei Pflegekräften um ältere Mitarbeiterinnen mit sehr vielen Dienstjahren gehandelt hat und durch die fristlosen Kündigungen die Gemeinde auch keine Abfindung (in Österreich nennt man das Abfertigung) hätte bezahlen müssen, weisen doch klar auf Mobbing-Attacken übelster Art mit Handlungsanleitung von ganz oben auf.

Erinnert sei hier nur an den berühmten Maultaschenfall, auch so ein Lehrstück aus dem Tollhaus Mobbing bis dass der Tod das Opfer ereile.(2)

Und der Teewurstfall der behinderten Altenpflegerin war auch so ein Meilenstein im Kampf gegen ältere Mitarbeiter, insbesondere, wenn sie noch behindert sind, dann werden die Täter ganz heiß. (3)

“Die 41-Jährige”, “körperbehinderte Frau hatte mit der Teewurst, die für Patienten des Heimes bestimmt war, ein Brot geschmiert (und dann verzehrt). Sie erhielt am 23. Oktober die fristlose Kündigung und erhob Kündigungsschutzklage”.  (3)

1) http://www.salzburg.com/online/salzburg/pongau/Vorfaelle-im-Seniorenheim-Mobbing.html?article=eGMmOI8VdSP1EqMbhlTZab5XadiVVky66oAV55x&img=&text=&mode=&

http://derstandard.at/1269449445275/Salzburg-Uebergriffe-in-Seniorenheim-Fuer-Politiker-Fall-von-Mobbing

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/10/21/kundigung-wegen-diebstahls-von-essensresten-rechtskraftig/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/03/30/maultaschenopfer-wird-mit-42000-euro-inoffiziell-doch-gekundigt/

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/24/mobbingkundigung-gegen-behinderte-altenpflegerin-zuruckgezogen/

Freispruch für Mobbingopfer

22. Dezember 2009

Wo ist das Antimobbinggesetz

Mobbing hat heute die Gesellschaft in einen Sumpf aus Hass, Neid und Gewalt verwandelt, die jedem Bürger nur Angst machen kann. Selbst in  einem so wichtigen Bereich wie dem Krankenhaus, wo man eigentlich Menschen hilft, werden heute dieselbigen fertig gemacht, nach Strich und Faden.

„Die an der Klinik herrschende Atmosphäre von Missgunst und Mobbing habe die anonyme Anzeige des damaligen Stellvertreters des einen Angeklagten als Auslöser des Verfahrens überhaupt erst möglich gemacht, erklärte Richterin Claudia Methling“.(1)

Beide Mobbingopfer und Ärzte sind jetzt freigesprochen worden. „Zwei wegen Sterbehilfe angeklagte Magdeburger Ärzte sind wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden. Das Landgericht Magdeburg sah es am Montag als erwiesen an, dass sich der ehemalige Chefarzt des Neurologischen Rehabilitationszentrums Magdeburg, Paul Walter S., und der Stationsarzt Frantisek K. im Zusammenhang mit dem Tod eines schwerstverletzten 26-Jährigen im Jahr 2004 korrekt verhalten hatten“.(1)

Wann endlich erhalten wir ein Antimobbinggesetz und wann endlich werden Täter für ihre Tat voll zur Rechenschaft gezogen? Wann endlich agieren Politiker und schauen nicht mehr weg? Endlich hat mal eine Richterin den Mut gehabt, die Schikanen als das zu nennen, was sie waren, Mobbing. Man kann nur hoffen, dass sie jetzt nicht selber zum Mobbingopfer wird. Seilschaften im Justizbereich gibt es genug.

1)http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/justiz/Freispruch-fuer-Aerzte-im-Sterbehilfeprozess_aid_653448.html