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Cyber-Mobberin, 19 Jahre alt, zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt

10. Mai 2011

Cyber-Mobberin (19 Jahre, CH)

Leider hört man solche Nachrichten nicht aus Deutschland, hier beschäftigen sich Richter viel lieber mit absurden Definitionen zu Mobbing und Staatsanwälte sitzen lieber in der Cafehausfiliale eines Unternehmens anstatt bei Anzeigen wegen Cyber-Mobbing zu ermitteln.

Nicht so in der Schweiz. Ausgangspunkt der Cyber-Mobbing-Attacken in St. Gallen war die „Kontroverse um das St. Galler Kulturlokal KuGl (Kultur am Gleis). Anwohner Alex K.* hatte sich auf dem Rechtsweg mit Erfolg gegen nächtelange Partys im KuGl gewehrt“.(1) Eigentlich heute üblich für Lokale in denen auch Partys stattfinden.

Doch einige Besucher des „KuGL“ gründeten eine Facebookseite und gleich wurde auch Alex. K. als Opfer entdeckt. “ …Im Mai 2010 (kam) zu massiven Beschimpfungen und Drohungen gegen den Einsprecher. C.S. schrieb: «Oh Gott, wafüren truurige Mensch, i will de Nochname vo dem Seckel wüsseeee!». Alex K. erstattete Strafanzeige“. (1) Und er hatte Erfolg, denn er lebt in der Schweiz. In Deutschland hätte ihm ein Staatsanwalt mitgeteilt, kein öffentliches Interesse.

„In .. Folge (der Ermittlungen) wurden drei Personen als Urheber identifiziert und im Dezember 2010 per Strafbescheid zu bedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt*. Weitere Beteiligte des «Cyber-Mobbing» konnten nicht eruiert werden“.(1)

Und solche Cyber-Mobbing-Attacken mag der Richter aus St. Gallen schon gar nicht und stellt kluger Weise fest, „es sei «erschreckend», was im Internet-Forum an Beschimpfungen zusammengekommen sei, … Er sprach von «einer Art virtueller Zusammenrottung»“(1)

„Die 19 jährige St. Gallerin C.S – eine der drei ermittelten Mobberinnen-  bezeichnet auf Facebook einen Mann als «Seckel» und «truurige Mensch»“. Das genügte und „der Einzelrichter des Kreisgerichts St. Gallen verurteilte sie heute deswegen zu einer bedingten Geldstrafe“. (1)

Man darf nicht nur das Urteil begrüßen, sondern auch die Ausführungen des Richters zeigen, die „schweizer Justiz“ hat begriffen, worauf es ankommt, um eine sauberes Internet zu bekommen. Juristen sprechen auch von einem „Präzedenzfall„. (1)

*“Strafbescheide gegen drei Personen
In der Folge wurden drei Personen als Urheber identifiziert und im Dezember 2010 per Strafbescheid zu bedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt. Weitere Beteiligte des «Cyber-Mobbing» konnten nicht eruiert werden.
Zwei der Verurteilten akzeptierten ihre Strafen. Nicht so C.S. Die 19-Jährige zog den Fall ans Kreisgericht weiter, dessen Einzelrichter die Sache heute beurteilte. Er bestätigte den Schuldspruch und die bedingte Geldstrafe von sieben Tagessätzen zu 30 Franken. Von einer zusätzlichen «Denkzettel»-Busse von 100 Franken sah er ab.“(1)                                                                                                                                „Obendrein muss sie die Prozesskosten von rund 1250 Franken tragen“. (2)

1)http://www.blick.ch/news/schweiz/ostschweiz/19-jaehrige-muss-fuer-cyber-mobbing-blechen-172186

2)http://www.netzwoche.ch/de-CH/News/2011/05/10/St-Gallerin-wegen-Beleidigung-auf-Facebook-verurteilt.aspx

Cybermobberin aus St. Gallen verurteilt.

21. Dezember 2010

Cyberwar

Die Schweiz hat nun ein Grundsatzurteil gegen Cybermobbing, was nur zu begrüßen ist. Für Deutschland wäre so eine Rechtsprechung undenkbar, dazu fehlt einfach das demokratische Verständnis, und seit 1989 ist das in Deutschland noch vorhande Rechtsbewusstsein auf dem Rückmarsch und entwicklet sich dahin wo jeder Rücken des Menschen endet. (1)

Hintergrund sind Beleidigungen einer Facebook-Userin gegen einen Mann. „Weil sie einen Mann auf Facebook als „Seckel“ bezeichnet hat, ist eine junge St. Gallerin von der Staatsanwaltschaft wegen „Beschimpfung“ zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt worden“. (2)

Dabei ging der Streit vieler Anwohner von St. Gallen um eine Kulturlokal das wohl plötzlich früher schloß. „Eine 19-Jährige bezeichnete den KuGl-Gegner auf Facebook als „Seckel“ und „traurigen Menschen“. Der Beschuldigte erstattete Strafanzeige„. (2)

Es kam auch zu einer Gerichtsverhandlung, was für deutsche Verhältnisse undenkbar wäre, man muss hier zwischen Nordsee und Alpen schon kachlen wir Herr Kachelmann sonst läuft gar nichts vor Gericht.

„Der Untersuchungsrichter kam zum Schluss, dass der Teenager den Mann im Internet „beschimpft“ hatte. Er verfügte eine bedingte Geldstrafe von 7 Tagessätzen à 30 Franken und 100 Franken Busse“.(2)

„Von Fachleuten“ wird das Urteil „als Präzedenzfall für die Schweiz bezeichnet“ und den Umgang mit Cybermobbing, was auf Facebook wohl öfters statt findet. Von daher hat die Schweiz „rund 8,65 Millionen Franken für zwei Programme zur Bekämpfung von Cyber-Mobbing zur Verfügung gestellt, die bis 2015 laufen“. (2)

Man darf gespannt sein was die Auswertung 2005 bringt und wie das Cybermobbingurteil auf Facebookuser in der Schweiz sich auswirkt. Jedes Urteil gegen Mobbing ist ein demokratischer Meilenstein, aber leider eben kein deutscher oder europäischer.

1)http://www.zeit.de/1991/20/die-andere-zerstoerung-der-vernunft

2)http://www.swissinfo.ch/ger/news/newsticker/international/Junge_St._Gallerin_bezeichnet_Mann_auf_Facebook_als_Seckel.html?cid=29068992