Posts Tagged ‘Schadensersatz und Schmerzensgeld’

Mobbing-Opfer erhält 5 Millionen Dollar Schadensersatz

9. Mai 2012

Für Susann Bashir war alles in ihrem Job bei AT&T okay, bis zu dem Tag, an dem sie  2005 wegen ihrer Konvertierung zum Islam ständigen Anfeindungen an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt war.

„Bashir said her work environment became hostile immediately after she converted in 2005, with her co-workers making harassing comments about her religion and referring to her hijab as that thing on her head”.(1)

Die Lage an ihrem Arbeitsplatz wurde für die Mutter Jahr für Jahr unerträglicher bis 2008 es zum persönlichen Zusammenbruch kam. „The harassment continued and in March 2008, the federal Equal Employment Opportunity Commission launched an investigation after she filed a complaint. She said that made some workers angry and led to the final encounter with her boss.

Bashir said she became so stressed that she couldn’t return to work. She asked that her boss be removed or that she be transferred, but neither happened. She was fired after not returning to work for nine months“. (2)

Von einer “ jury in Jackson County in the United States“ (1) als dem Gericht bekam sie nun  in der ersten Instanz „eine Entschädigung in Millionenhöhe zugesprochen“ und zusätzlich 120 000 Dollar Gehaltsnachzahlung. (3) AT&T will  laut Pressemeldungen jedoch in Berufung gehen. „AT&T said it disagrees with the verdict and plans to appeal„. (1)

Susann Bashir ist nun mit ihrer Tochter nach Alaska umgezogen und fühlt sich dort wohl. „She is going through a divorce and in October she and her daughter moved to Alaska, where she now works as an apartment manager“. (2)

Und wie alle Mobbing-Opfer steht auch heute noch Susann zwischen Baum und Borke. “ I have mixed feelings, Bashir said. I’m happy not to be reporting to that management structure. But it’s hard in this economy to find a job with that level of compensation. I didn’t want to lose my job.”(1)

In Deutschland hätte sie wohl auch nur maximal 30 000 Euro erhalten, denn man hätte hier zwischen Schadensersatz und Schmerzensgeld unterschieden und ob sie ihren Lohn nachbezahlt bekommen hätte, das wäre auch noch fraglich, soweit zur Täterkultur in Deutschland.

1)http://www.schoolbullyingcouncil.com/5million-for-muslim-worker-who-suffered-years-of-bullying/#comment-6729

2)http://www.schoolbullyingcouncil.com/5million-for-muslim-worker-who-suffered-years-of-bullying/

3)http://www.ovb-online.de/nachrichten/welt/fuenf-millionen-dollar-entschaedigung-wegen-schikane-arbeitsplatz-2305526.html

Staatsanwalt verweigert Mobbing-Opfer Hilfe

16. November 2010

Was  Otmar Fösel als Mobbing-Opfer passiert ist, kennen tausende. Staatsanwälte verweigern sich gegenüber der Aufklärung und ihren Pflichten  im Zusammenhang mit Mobbing-Attacken und deren Anklage.

Zum Fall,   „im Jahr 2001 eskaliert das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fösel und seinem Chef im Kulturreferat, als es Hinweise gibt, dass Fösel zwei Kinder in der städtischen Musikschule sexuell missbraucht haben könnte“. (1) So etwas nennt man Verleumdung und üble Nachrede und jeder Ermittler ist verpflichtet, so etwas aufzuklären, jedoch nicht Oberstaatsanwalt Helmut Walter.

„Alles das kommt aber viel zu spät. Denn es ist – so die Vorwürfe überhaupt zutreffend sein sollten – längst Verjährung eingetreten, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Walter gestern auf Anfrage der Neuburger Rundschau. Seine Behörde stellte die Ermittlungsverfahren gegen den Kulturreferenten und ehemalige Kollegen Fösels deshalb ein, noch ehe überhaupt richtig ermittelt wurde. Dass damit das endgültig letzte Kapitel im „Fall Fösel“ geschrieben ist, darf jedoch bezweifelt werden, denn der streitbare Musiker kann gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegen – und wird das wohl auch tun“. (1)

Doch Otmar Fösel war nicht der einzige,  den der Kulturreferent Gabriel Engert fertig machen wollte. “ Später stellen sich alle Verdächtigungen als nicht haltbar heraus. Die schwere Verdächtigung war völlig aus der Luft gegriffen, aber der Stein längst ins Rollen geraten und eine Lawine riss Fösel mit sich. Denn auch zahlreiche Lehrer der städtischen Musikschule erhoben nun das Wort gegen den Chef, kritisierten in einem gemeinsamen Brief an Engert Fösels angebliche schlechte Organisation und viele weitere Aspekte, die in der Verantwortung des Leiters dieser städtischen Kultureinrichtung standen“. (1)

So arbeiten oft Ermittler und Täter zusammen und haben auch fast immer Erfolg, der Staatsanwalt ermittelt nicht innerhalb von Wochen, sondern schiebt alles Monate vor sich her, dann kommt die Verjährungsmasche, obwohl Mobbing gar nicht verjähren kann. Doch mit solchen Rechtserkenntnissen des BAG beschäftigt sich Oberstaatsanwalt Helmut Walter erst garnicht, er bastelt sich weiterhin eine Welt zusammen, die wir vom Vogel Strauß herkennen.

Doch Otmar Fösel hat weiter gekämpft. „Der heute 67-Jährige rief die Arbeitsgerichte an. Er sprach von Mobbing und wollte 100 000 Euro von der Stadt – Schadensersatz und Schmerzensgeld. Fösel schlug alle Angebote auf gütliche Einigung aus, unterlag am Ende aber in allen Instanzen. Im November 2008 zogen die Richter am Landesarbeitsgericht in München den Schlussstrich unter die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung: Von Mobbing könne überhaupt keine Rede sein„. (1)

Ja, unsere Arbeitsrichter und ihr Schlußstrich, da kann es einem nur anders werden. München ist da nur die Hochburg der Revisionisten, die alles leugnen, was in Europa schon längst geschaffene Rechtsnorm ist, traurig aber wahr.

Doch Otmar Fösel gibt dennoch nicht auf und das ist gut so. Nur wenn viele Opfer mit Zivilcourage immer wieder aufstehen, kann sich etwas ändern. Leider kennen viel zu wenig Bürger und Mobbing-Opfer diesen rechtsstaatlichen Dschungel von Ablehnung und Beschwerde. Otmar Fösel will diesen Weg gehen und wir wünschen ihm Erfolg und Gesundheit.

1)http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neuburg/Lokalnachrichten/Artikel,-Kein-Mobbing-Verfahren-gegen-den-Kulturreferenten-_arid,2257000_regid,2_puid,2_pageid,4502.html

LAG Mecklenburg-Vorpommern lässt Mobbing-Opfer abblitzen

21. Oktober 2010

Die Tendenz der Arbeits- und Landesarbeitsgerichte gegenüber Mobbing-Opfer ist erschreckend und für unsere Gesellschaft schädlich. Aktuell hat ein diplomierter Jurist und Kriminologe vor dem LAG Mecklenburg-Vorpommern ein „angemessenes Schmerzensgeld, welches 35.000,00 Euro nicht unterschreiten sollte, sowie die Zahlung von entgangenem Entgelt iHv. ca. 6.000,00 Euro“ (1) gefordert.

Damit lag er über der Grenze dessen, was irgendwann ein Richter mit einem Würfelbecher mal festgelegt hat, 30 000 Euro und nicht mehr. Rechtlich hat diese Grenze keinerlei Grundlage und ist auch nicht zu verstehen, politisch ist sie wohl sehr gewollt, ob nun im Ossi- oder Wessiland.

Zum Glück gibt das Mobbing-Opfer nicht auf und versucht über das BAG sein Recht zu bekommen. “ Mit der auf seine Nichtzulassungsbeschwerde hin vom Bundesarbeitsgericht zugelassenen Revision verfolgt der Kläger sein Klagebegehren weiter“. (1)

Näheres erfolgt nun mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes am 28.10.2010 und wird dann Wochen später veröffentlicht werden. „Die Parteien streiten über die Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen Mobbings„. BAG-8 AZR 546/09 (2)