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Neue Prügelorgie im Cyber-Mobbing-Krieg (CMK) Berlin

2. April 2011

Es wundert einen schon mit welcher Vehemenz sich Politiker, Polizei und Staatsanwälte gegen die Schließung des Hetz-Internetportal „Isharegossip“ wehren. Da wird am Freitag eine große Sitzung des Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin angekündigt, heraus kommt aus einer dicken Rechnung für Kaffee und Kuchen fast nichts, außer dass man nun das Modell der „1000 Koffer“ aus Baden-Württemberg“ übernehmen will, und zwar im Herbst 2011, also nach den Wahlen. Bloß keine Probleme im Wahlkampf angehen, da herrscht Einigkeit zwischen SPD, FDP, Grünen, dieLINKE und der Rest-CDU. (1)

Einen Tag nach der Kaffeerunde von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), Polizeivertretern, Schulleitern, Schulräten und Schülersprechern kam es zur nächsten Prügelorgie unter Schülern. Ausgangspunkt war wie immer das Internetportal Isharegossip.

Schüler müssen sich dort von der Mariendorfer Dag-Hammarskjöld-Oberschule einen regelrechten „Krieg“ geführt haben. Was das heißt auf Isharegossip macht ein Jugendlicher aus Potsdam vor. „Brandenburg -> Potsdam -> Schulen -> Babelsberger Filmgymnasium   31.03.2011 18:35:08, a.  p., sie denkt sie ist sauber, aber ich schwöre auf ihre mutter, bei ihr unten ist urwald gebiet, und unter ihre axeln brasuchen wir erst gar nicht anfangen. und, anna hat mir mal gesagt das ihre eltern sie eigentlich abtreiben wollten, weil kondom geplatzt ist, deshalbn nennt man sie auch: A. die geplatzte. LG: der Fuchs“ (2)

Und solche „abartigen und krankhaften“ Einträge sind auf dem Internetportal üblich, in Mariendorf eskalierte dann der Streit vom Internet in die Realität. Man findet fast in jeder Tageszeitung eine andere Darstellung der Ereignisse. Fest steht, es gab wohl schon eine Woche zu vor eine heftige Auseinandersetzung zwischen den beiden Freunden einer Schülerin. „Der Ex-Freund und sein Nachfolger beleidigten sich daraufhin im Forum der Internetseite. Bereits in der vergangenen Woche (24.03.2011) sollen sich die beiden nach einer Online-Verabredung geschlagen haben. Dabei bekam der Ex-Freund einen Schlag auf den Hinterkopf“. (3)

Diese Woche dann in üblicher Manier tauchten 20 Jugendliche zu einem Treffen am gleichen Ort auf. „Eine weitere Verabredung zum Duell wurde dann für den Schulschluss am Donnerstag verabredet, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Stellvertretend für den Ex-Freund stellte sich ein befreundeter 15-Jähriger dem Schlagabtausch. Da die Gegenseite aber zahlenmäßig deutlich überlegen antrat, lag der aus der Türkei stammende 15-Jährige bald nach Schlägen und Tritten am Boden“. (3)

Offenbar haben sich unter den Schülern von Berlin feste Rituale gebildet, die sich nun mehr und mehr unter den Augen der hilflosen Öffentlichkeit abspielen, traurig aber wahr. Das Internet schein nur die „Einstiegsdroge“ zur Gewaltorgie zu sein, eine Tendenz die nur schockieren kann. Und weshalb wir erst so spät informiert wurden zeigt nur, wie die Behörden abwiegeln wollen und auf Gott hoffen, dass alles bald vorbei ist.

1)  http://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/senat-legt-foerderprogramm-fuer-medienkompetenz-auf/3979956.html

http://www.bz-berlin.de/archiv/krisentreffen-am-mittwoch-article1150715.html

2)http://isharegossip.com/

3)http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-hetze-im-internet-mob-verpruegelt-15-jaehrigen/4015578.html

Mobbing-Täter müssen hinter Gitter

5. August 2010

Im Prozess um das Mobbing-Opfer  Bernd Decker (1) hat das Gericht nun ein Urteil gefällt, das den Mobbing-Attacken wohl Rechnung tragen dürfte.(2)

Bernd Decker wurde als Mitarbeiter des Bauhofs von Hilchenbach auf das Übelste schikaniert, mit Gewaltorgien misshandelt und menschlich gedemütigt, dass man sich fragen muss, wie kann so etwas nach 1945 oder 1989  in Deutschland noch möglich sein?

„Zu diesem Spiel gehörte zum Beispiel eine Prügelorgie in der Friedhofskapelle, bei der Decker mit dem Kopf aufschlug, sodass er bewusstlos liegen blieb. Die Kollegen ließen ihn unversorgt zurück und verriegelten auch noch die Tür. Als er erwacht war, musste der Zusammengeschlagene das Schloss eintreten, um herauszukommen. Wie er zurückfand, weiß Decker nicht mehr.

Ein anderes Mal griffen die Kollegen ihn in Halle 4 an, fesselten ihn mit Ketten und banden ihn an die Anhängerkupplung des Multicar-Gerätefahrzeugs. Sie schleiften ihn auf dem Hof durch Pfützen und Dreck. Obendrein schlugen sie auf den am Boden Liegenden ein“. (3)

Neben seinen bisherigen körperlichen Behinderungen dürfte Bernd Decker für immer seelisch geschädigt sein. Es zeigt aber auch, dass bei uns in Deutschland eine Kultur der Arbeit fehlt und viele sogenannte Führungskräfte nicht einmal im Ansatz wissen, was „Fürsorgepflicht“ heißt. Bernd Decker hat Zivilcourgae bewiesen und sich gegen seine Mobbing-Täter behauptet, wer kann das schon von isch sagen?

Auch nach der Urteilsverkündung am 08.07.2010 kann man diesen Eindruck nicht los werden, wenn man da liest, „am Tag der Urteilsverkündung … ist der Bürgermeister von Hilchenbach leider in Urlaub“. (1) Vielleicht sollte der Herr Bürgermeister, Partei unbekannt für immer in urlaub bleiben, denn in seiner Gemeinde stimmt etwas nicht im Umgang Bürger mit Bürger.

Bonhoeffer, das Leben eines Rebellen

„»Beim Adolf wärste vergast worden«, sagten die Täter dem Opfer ins Gesicht“.(2) Zu mindest hat der Richter Zivilcourage besessen und mal ein Urteil gefällt, dass man so auch nennen kann.

„Das Landgericht Siegen verurteilt den Haupttäter Frieder S. zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und Uwe K., der nach Ansicht der Richter ebenfalls zuschlug, zu zwei Jahren und neun Monaten. Der Trommler Edwin B., der Decker festgehalten hat, kommt mit anderthalb Jahren auf Bewährung davon und nimmt das Urteil sofort an“. (1) 

Dieser Mobbingfall hat gezeigt, wohin Wegschauen führt und was Opfer notfalls ertragen müssen. Und es macht klar, auf welchem Tiefpunkt bei uns Beamte gelandet sind, wenn sie nicht einmal zur Urteilsverkündung gegen die Täter erscheinen, sondern sich lieber in die Sonne legen und das Tun, was sie immer tun, nämlich Nichts.

Die Gründung eines Stiftung unter dem Namen  Transparent Life ist daher mehr als eine Lösung, es ist in der Zwischenzeit zu einer Notwendigkeit geworden.(4)

1)http://www.zeit.de/2010/30/DOS-Sadisten?page=2

2)http://www.zeit.de/2010/30/DOS-Sadisten?page=1

3)http://www.zeit.de/2010/30/DOS-Sadisten?page=3

4)http://www.sedika-weingaertner.org/stiftung.html