Posts Tagged ‘Mobbing-Fälle’

Cybermobbing gegen 13-Jährige und das Landgericht Trier

30. Januar 2012

Mitte Januar 2012 tauchte im Volksfreund und anderen Zeitungen die Meldung auf, „ein junger Mann aus der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach steht am kommenden Montag wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten vor dem Landgericht Trier. Der Vorwurf: Er soll ein Nacktbild eines 13-jährigen Mädchens im Internet verbreitet haben“. (1)

Ein Fall den es wohl hundert Mal in Deutschland pro Monat geben dürfte. Ein junger Mann lernt ein Mädchen über das Internet kennen, man tauscht Nachrichten aus und irgendwann eben auch Fotos, leider war die 13- Jährige etwas naiv und hat dem 18- Jährigen fünf Nacktfotos geschickt, bis dahin alles eben rein privat.

Doch dann hatte sie wohl kein Interesse mehr an einem weiteren Kontakt und jetzt wurde er wohl unverschämt und hat ein Nacktfoto aus Rache ins Internet gestellt. Das Foto machte die Runde und kam bis ins schulische Umfeld der 13 Jährigen.

Sie erstattete Anzeige und es kam vor dem Amtsgericht Wittlich zur Verhandlung mit Urteil, „unerlaubter Verbreitung eines Bildnisses in Tateinheit mit der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches (und) Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 300 Euro“. (1)

Dagegen hat der Rechtsanwalt Pierre Wolff aus Bernkastel-Kues Berufung beim Landgericht Trier Berufung eingelegt, da sein Mandant die Tat energisch bestreitet.

Doch hier reißt nun die Berichterstattung ab, 16. Januar sollte die nichtöffentliche Verhandlung sein, unter dem Vorsitz des Richters Albrecht Keimburg. Das Urteil kennen wir leider nicht, wie in so vielen Mobbing-Fällen, warum wohl?

„Letzte Änderung 07.01.2015“

1)http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/mosel/aktuell/Heute-in-der-Mosel-Zeitung-Internet-Mobbing-Junger-Mann-vor-Gericht;art671,3027782

Trittbrettfahrer in der Mobbing-Berichterstattung

7. September 2010

Die zunehmende Aufmerksamkeit der demokratischen Öffentlichkeit für Mobbing-Fälle und Cyber-Mobbingattacken im Umfeld von Schulen, Büros und Fabriken ruft mehr und mehr Trittbrettfahrer auf den Paln. Sie wollen oft nur ihre „billigen Waren“ anbieten und versuchen über den „Begriff“ Mobbing in den Suchmaschinen nach ober zu kommen, also in der Rankingliste ganz ober stehen.(1)

Selbst Ramschartikel und billige Softpornoproduzenten mischen hier mit Erfolg mit. Welche Rolle dabei Suchmaschinen wie die von Google spielen, kann man nur erahnen, wenn man weiß, dass gegen Google „Ermittlungsverfahren“ wegen Verstöße gegen das Kartellrecht laufen, so wohl in den USA als auch bei uns in Europa.(2)

1)http://www.buch.ch/shop/home/artikeldetails/strumpfhosen_cd/valerie_nilon/ISBN3-939743-08-9/ID14063081.html

2)http://derdetektivmitdersonnenbrille.wordpress.com/2010/09/07/suchmaschinen-gigant-google-im-visier-der-us-wettbewerbshuter/

Drei verdiente Altenpflegerinnen bis zur fristlosen Kündigung gemobbt.

28. April 2010

Drei besonders schwere Mobbing-Fälle gibt es leider aus Österreich zu melden. Die drei Frauen waren im Pongauer Seniorenheim beschäftigt, bis der Bürgermeister anfing „üble(.) F(ä)ll(e) von Mobbing“ zu fördern oder zu unterstützen. So sieht es der „frühere Pongauer Nationalratsabgeordnete Harald Hoffmann“ nach seinem Eingreifen auch.(1)

Zuerst einmal ist zu begrüßen, dass sich hier ein Politiker an die Spitze zur Aufklärung eines Mobbing- oder besser gesagt, drei Mobbing-Fälle stellt. Wir würden uns wünschen, dass so was endlich auch in Deutschland der Fall wäre, doch davon können wir wohl sehr lange träumen.

Harald Hoffmann hat recherchiert und folgende Fakten gefunden, nach dem sogar eine der betroffenen Frauen „am Tag ihrer Entlassung am Telefon (sogar ihren) Selbstmord angekündigt“ hat. (1)

Einmal soll eine Pflegerin Sterbehilfe geleistet haben. Fakt ist, „eine der drei Frauen habe eine Heimbewohnerin in den Tod begleitet und ihr dabei das Kinn gehalten, damit der Mund der Toten nicht offen bleibe“. (1) So was kann man wohl doch nicht als Sterbehilfe bezeichnen, sondern eher als mutige Begleitung einer im sterben liegenden Frau.

Und zu recht weist Hoffmann darauf hin, was ihn im den drei Fällen stutzig machte. „Der Bürgermeister hat den drei Frauen vorgeschlagen, selbst zu kündigen, dann wird er Stillschweigen bewahren, andernfalls aber die Staatsanwaltschaft einschalten“, und so was nennt man zu recht Nötigung.

Der Bürgermeister gibt nun eine ganz andere Darstellung und versucht Land zu gewinnen. „Er habe den Beschuldigten aber angeboten, selbst zu kündigen, weil dadurch aus arbeitsrechtlicher Sicht eine andere Optik entstanden wäre als bei einer Entlassung“. (1)

Mal ehrlich gesagt, in einem Fall von aktiver Sterbehilfe muss ja wohl unabdingbar Anzeige erstattet werden, genauso wie im Fall des Vorwurfs des „sexuelle(n) Missbrauch(s)“. „Bei einer Feier habe sich eine der Mitarbeiterinnen an den Bettrand einer Bewohnerin gesetzt und eine Banane in die Luft gehalten“. (1)

Schon seltsam, was sich so ein Bürgermeister zusammen reimt, liegt wohl an seiner Fantasie, von einer Banane auf sexuellen Missbrauch zu schließen, klingt nach einem Bild-Zeitungswitz  aus der untersten Schublade oder warum ist die Banane krumm.

Und im anderen und letzten Fall der „drei dienstältesten Mitarbeiterinnen des Heimes“ soll es sich um Diebstähle gehandelt haben. (1)

Auch hier konnte Hoffmann Klarheit schaffen. „Und auch die vermeintlichen Diebstähle würden sich allesamt klären lassen. Es gehe um Spenden für das Personal, die angeblich nicht richtig verwendet worden seien“. (1)

In allen Fällen stützt sich der Bürgermeister auf „andere Heim-Angestellte, die drei Kolleginnen schwer belastet“ hätten.

Nun hat sich auf Intervention von Hoffman hin die Gewerkschaft den Rechtsschutz für die anstehenden Prozesse bereit erklärt. Man darf gespannt sein, wie das Gericht entscheidet oder ob der Bürgermeister die Kündigungen zurück nimmt.

Denn alleine die Tatsache, dass es bei allen drei Pflegekräften um ältere Mitarbeiterinnen mit sehr vielen Dienstjahren gehandelt hat und durch die fristlosen Kündigungen die Gemeinde auch keine Abfindung (in Österreich nennt man das Abfertigung) hätte bezahlen müssen, weisen doch klar auf Mobbing-Attacken übelster Art mit Handlungsanleitung von ganz oben auf.

Erinnert sei hier nur an den berühmten Maultaschenfall, auch so ein Lehrstück aus dem Tollhaus Mobbing bis dass der Tod das Opfer ereile.(2)

Und der Teewurstfall der behinderten Altenpflegerin war auch so ein Meilenstein im Kampf gegen ältere Mitarbeiter, insbesondere, wenn sie noch behindert sind, dann werden die Täter ganz heiß. (3)

“Die 41-Jährige”, “körperbehinderte Frau hatte mit der Teewurst, die für Patienten des Heimes bestimmt war, ein Brot geschmiert (und dann verzehrt). Sie erhielt am 23. Oktober die fristlose Kündigung und erhob Kündigungsschutzklage”.  (3)

1) http://www.salzburg.com/online/salzburg/pongau/Vorfaelle-im-Seniorenheim-Mobbing.html?article=eGMmOI8VdSP1EqMbhlTZab5XadiVVky66oAV55x&img=&text=&mode=&

http://derstandard.at/1269449445275/Salzburg-Uebergriffe-in-Seniorenheim-Fuer-Politiker-Fall-von-Mobbing

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/10/21/kundigung-wegen-diebstahls-von-essensresten-rechtskraftig/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/03/30/maultaschenopfer-wird-mit-42000-euro-inoffiziell-doch-gekundigt/

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/24/mobbingkundigung-gegen-behinderte-altenpflegerin-zuruckgezogen/