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Ossi-Frau wird in Österreich krank gemobbt.

20. September 2011

Arbeitsscheu

Deutsche lieben Österreich gerade wenn sie aus Berlin und Brandenburg kommen. Doch mit der Arbeit ist es eben etwas anderes als mit der Landschaft. Dies musste auch die Brandenburgerin Cornelia B. hautnah erfahren. So hat ein Arbeitgeber am Wörthersee der „Arbeiterkammer, eine Art Gewerkschaft“ im Fall der Brandenburgerin mitgeteilt, was er von Ostdeutschen hält. „Wir teilen ihnen mit, dass wir österreichische Staatsbürger sind und mit Ostdeutschen, die unser Sozialnetz ausnützen wollen, nichts zu tun haben wollen.“(1)

„Vor drei Jahren (hat) Cornelia B. einen Job als Buchhalterin in einem Steuerbüro“ angenommen, schon in der Einarbeitung erhielt sie keinerlei Unterstützung.  „Stattdessen beginnen schon nach kurzer Zeit Mobbing-Attacken“ durch ihren Chef. „Cornelia B. wird krank. Sie leidet unter Magenschmerzen, Durchfall und Schweißausbrüchen. Gutachter diagnostizieren später einen direkten Zusammenhang zwischen der Erkrankung und den Mobbingattacken des Arbeitgebers„. (1)

Der Fall und das folgende Urteil ist für die „Arbeiterkammer Kärnten ..(daher)… richtungsweisend“, wie Michaela Eigner mitteilt. „Dieses Urteil hat eine enorme Bedeutung für (die) Arbeitnehmer in Österreich, denn hier wurde erstmals vom Obersten Gerichtshof festgestellt, dass psychische Schmerzen, die auf Grund von Mobbing verursacht werden, eine Körperverletzung darstellen.“(1)

Cornelia B. führt gegen ihren Chef Norbert H. drei Prozesse erfolgreich, „er (verliert) in allen drei Instanzen. Der Oberste Gerichtshof fällt schließlich ein Grundsatzurteil in Sachen Mobbing und spricht Cornelia B. ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.900 Euro zu (AZ: 9 Ob A 132/10t).

Grundsatzurteil AZ: 9 Ob A 132/10t ÖsterreichDoch neben dem Terror am Arbeitsplatz hat Norber H. Strafanzeige bei der Polizei gestellt, Cornelia B. „soll Daten gestohlen und einen Millionenschaden verursacht haben. Sie wird  zur Polizei geladen. Den Vorwurf des Datendiebstahls kann Cornelia B. schnell entkräften“. (1)

Im Zusammenhang mit dem Mobbing-Fall und dem positiven Ausgang für das Opfer wird in Österreich das Problem des Vorurteils gegen Ossis diskutiert. „Seit Jahren arbeiten viele Ostdeutsche in Österreich – vor allem in Gastronomie und Tourismus. Manche Österreicher machen Stimmung gegen die Billigkräfte,  behaupten, die Deutschen würden den Einheimischen die Jobs wegnehmen“. (1)

Das Gleiche behaupten die Ossis von den Ausländern in Deutschland, wie sich die Vorurteile doch durch verschiedene Kulturen ziehen. Mobbing gehört bei dieser Lage der Vorurteile wohl zum typischen Kampfmittel, obwohl im Fall Cornelia in Deutschland das AGG zum Tragen gekommen wäre, wie im Fall des kaufmännische Direktor Gerd Koslowski vom Klinikum Großhadern. (2)

1)   http://193.22.36.128/umschau/mobbing104.html

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2011/09/20/system-mobbing-oder-champignon-im-klinikum-groshadern/

Schülermobbing am Gustav-Heinemann-Schulzentrum Alzeyer

19. November 2009

Wohin?

Heute Schüler zu sein hat oft was mit einer neuen Form des „russischen Rouletts“ zu tun. Bin ich ein Mobbingopfer oder nicht? Das ist heute sehr oft die Frage, da spielen Schulnoten oft eine untergeordnete Rollen.

“ Seit zwei Jahren würden ….. Schülerinnen und Schüler gemobbt. Fünf Eltern, mit denen die AZ (Allgemeine Zeitung) in den zurückliegenden Tagen sprach, geben an, dass sie Lehrer und Schulleitung auf die Missstände hingewiesen hätten, von ihnen jedoch keine wesentliche Hilfe gekommen sei. Eine Mutter hat daraus Konsequenzen gezogen, das Kind aus der Schule genommen und andernorts angemeldet“. Unfassbar, was mag wohl in den Köpfen der Lehrer und der Schulleitung vorgehen? Vielleicht sind es ja heimliche Täter, warum haben sie nicht reagiert?

„Wir leiden unter dem Mobbing seit etwa zwei Jahren“, berichtet die Mutter, deren Tochter inzwischen die neunte Klasse besucht. Ab der achten Klasse sei die Tochter von einem renitenten Schüler aus einer Parallelklasse gemobbt worden. Nach einiger Zeit sei dieses Mobbing auch von der Klasse ausgegangen, die die Tochter besucht. Die Tochter selbst habe das zunächst in sich hineingefressen“. Ein Dokument,das man nur noch mit der Kriegsberichterstattung vergleichen kann. Und wenn man bedenkt, das das Mädchen schon beim „Eintreffen ihr Schüler auf dem Schulhof in den Weg gestellt und sie angepöbelt haben, mit Worten, die ich hier nicht wiedergeben möchte, bis hin zu sexuellen Beleidigungen“, dann wird einem klar, welcher Psychoterror heute an unseren Schulen herrschen kann.

„Uns blieb keine andere Wahl, als sie von der Schule zu nehmen und in die Jugendpsychiatrie zu geben, weil wir auch zu Hause nicht mehr zurechtgekommen sind“, bedauert eine andere „Mutter die Eskalation“ im Fall ihrer Tochter.

Mobbingopfer

„Mobbing durch andere Schüler ist auch unserem Sohn widerfahren, er wurde beleidigt, ausgegrenzt und auf dem Schulhof verprügelt“, berichtet eine weitere Mutter. „Das ging so weit, dass unser Kind ständig an Magenschmerzen litt und in ärztlicher Behandlung war. Inzwischen sei der Sohn ebenfalls in Behandlung bei einem Psychotherapeuten, versichert die Mutter“. Was haben eigentlich die Lehrer für eine Vorstellung von der Würde eines Menschen? Und warum wurde eigentlich bisher kein Lehrer vom Dienst suspendiert? Unfassbare Tatsachen im Jahr 2009, in einem Land in dem es Demokratie geben soll.

Und dann lese man mal was der Schulleiter dazu sagt. „Alle diese Vorhaltungen muss man relativieren, da wird rasch etwas aufgebauscht, nimmt der kommissarische Schulleiter Reinhard Horch zu den Vorhaltungen der Eltern Stellung“. (1) Der Mann ist doch eine Fehlbesetzung auf dem Job. Wie gesagt, heute heißt Schule russisch Roulette spielen, wer wird als nächster gemobbt?

Letzte Änderung am 16.11.2015

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/alzey/7770895.htm