Posts Tagged ‘Leymann’

Mobbing-Checklisten und ihre Unterschiede

15. Juni 2010

Immer mehr Arbeitnehmer fragen sich, bin ich ein Mobbing-Opfer? Dazu gibt es verschiedene Hilfen, eine davon sind Checklisten.

Die älteste ist von Leymann, er verwendet dazu Oberbegriffe und Beispiele. (1) Eine andere hat Wolmerath* entworfen, er entwicklete im Unterschied zu Leymann seine für konkrete Einzelvorfälle. (2)

Sie ist daher sehr umfangreich und zielgenauer für den Einzelnen

„- Sabotage: Beschädigung, Diebstahl, Manipulation von Arbeitsmitteln
– „Unterschlagung“ von Arbeitsergebnissen (z. B. Unterlagen, Dateien sind „weg“)
– Manipulation von Arbeitsergebnissen (z. B. gezielt Fehler einfügen)
– Erzeugen von Störungen (z. B. unsinnige Telefonate, Unterbrechungen)
– Vorenthalten und/oder Fälschen von arbeitsrelevanten Informationen
– Gezielte Unterdrückung von Informationen über Besprechungen, (End-)Terminen
– Anordnung von sinnlosen Tätigkeiten (z. B. ausgemusterte Ordner sortieren)
– Anordnung, keine Tätigkeit während der Arbeitszeit auszuüben
– Anordnung von systematisch überfordernden Tätigkeiten
– Zuweisung von Arbeiten, die der Betroffene nicht mag oder die ihm nicht „liegen“
– Zuweisung von objektiv zu viel Arbeit („Zuschütten“)
– Willkürlich auf liegengebliebener Arbeit (z. B. wegen Urlaub, Betriebsratstätigkeit) sitzen lassen…..“ (2)

Doch so wohl Leymann als Wolmerath definieren Mobbing gleich:

„Die aufeinander aufbauenden, schikanösen und diskriminierenden Handlungen müssen mindestens einmal die Woche über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr hinweg erfolgen, damit von Mobbing gesprochen werden kann!“ (3)

Man sollte aber Checklisten dieser Art nicht als das Mittel aller Mittel ansehen, sondern als Hilfsinstrumente für sich selbst. Checklisten und das „Mobbing-Tagebuch“ kann nicht als Beweismittel dienen, ein Fehler der leider sehr oft gemacht wird. Doch als Erinnerungsstütze sind sie ausgezeichnet und die „Wolmerath-Liste“ hilft Mobbing-Attacken zu konkretieseren, das heißt, was ist oder das war eine Mobbing-Attacke.

1) http://asmodis.heim.at/leymann.htm

2)http://asmodis.heim.at/wolmerath.htm

3)http://realasmodis.blog.de/2010/02/02/mobbing-bossing-iii-7924441/

*http://wolmerath.com/

Mobbing at work

4. Dezember 2009

Aufschrei im Land der Arbeit

Auf dieser Seite der EU – Mobbing at work – findet man laufend neue Untersuchungen, Berichte und grundsätzliche Ansichten der Europolitiker zu Mobbing. Interessant dabei ist, dass sich alle auch noch im Jahr 2009 an der Arbeit von Leymann orientieren, die ein Meilenstein in der systematischen Bekämpfung von Mobbing darstellt. Leider gibt es bis heute fast keinen Wissenschaftler mehr, der diese Reichweite in seiner Arbeit erreicht.

Swedish psychologist Heinz Leymann was the first to use the English term ‘mobbing’ to describe hostile behavior by employees in the workplace, a term used in the early 1970s by a Swedish physician to describe hostile behavior observed among schoolchildren“.(1)

Aber auch nach Jahrzehnten konnte man sich selbst  in Europa nicht auf den Begriff „Mobbing“ als zentrale Beschreibung für Schikanen, Ausgrenzung, Bespitzelung, Beleidigung, Erpresseung und Psychterror am Arbeitsplatz und in der Schule einigen, das Thema Bürgermobbing fehlt gänzlich.

“ In most European countries the term mobbing is used. In English-speaking countries, such hostile behaviour at work is called ‘bullying’. Other terms used are moral harassment, victimisation and psychological terror“.(1)

Man kann nur hoffen, dass hier schnell und nachhaltig von der EU nachgesteuert wird und endlich auch ein europäischer Ombudsmann für Mobbing mit weitreichenden Handlungsbefugnissen installiert wird. Denn Mobbing ist nichts anderes als die Außerkraftsetzung grundsätzlicher Menschenrechte.

1)http://www.eurofound.europa.eu/areas/industrialrelations/dictionary/definitions/MOBBING.htm

Macht, Gewalt, Mobbing und Schule

28. Oktober 2009
Der Schrei

Der Schrei

Das Thema Mobing an der Schule wird zunehmend in der europäischen Öffentlichkeit wahrgenommen. Zu lange haben unfähige Behörden und Politiker sich vor dem Thema wegducken dürfen und mit dümmlichen Aussagen ihrer Verantwortung entziehen könnnen. So wurde von Mobbing immer als einen Modebergiff gesprochen und früher hätte es so etwas doch auch nicht gegeben. Beide Sichtweisen sind falsch, gerade wenn man den Schulalltag bei unseren Nachbarn in Österreich ansieht.

„Aggression. Lehrer fühlen sich überfordert.Lehrer leiden zunehmend unter Stresssituationen mit ihren Schülern. >>Die Mutter einer gemobbten Schülerin hat die Lehrerin mit dem Umbringen bedroht“, berichtete eine Schulinspektorin.>>“(1) Akte der Verzweiflung wie sie heute wohl überall vorkommen, man spricht nur nicht darüber, warum eigentlich?

Opfer müssen sich wehren können.In Linz, Österreich fand eine Fachtagung Kinder- und Jugendanwaltschaft statt, in dem über das „Was tun gegen Mobbing“ geredet worden ist. Eine Gewerkschaft der Lehrer wollte mehr Sanktionen mit Hilfe des Strafrechts druchsetzen. > Christgewerkschafter an den Pflichtschulen haben kürzlich Strafen für Schüler, die Grenzen überschreiten gefordert. Diesen Forderungen steht unterdessen eine Umfrage des Klagenfurter Humaninstituts gegenüber, nach der 77 Prozent der Befragten gegen Strafen stimmten. Ebenso viele vermuten hinter der Forderung der Lehrer „zunehmenden Autoritätsverlust“, gefolgt von „pädagogischem Unvermögen“ und „eigenen Ängste“.<(1)

Kids vom Soldiner KiezObwohl die Tagung nur Anregungen geben konnte, denn die Lösung gibt es bei so einem tiefgehenden gesellschaftlichen Problem nun mal nicht, hat man sich auf Lösungsansätze verständigt. „Die Situation der Lehrer könnte durch Schaffung von Krisenteams in Schulen, vergleichbar einem Brandschutzbeauftragten (damit es erst gar nicht brennt), verbessert werden. Denn durch enge Zusammenarbeit der Lehrer könne das Klima an Schulen nur besser werden, ist Herzog überzeugt.< (1) Ein Gedanke der dem Ombudsmann aus Sklandinavien nahe kommt und zeigt, vor Ort muss die Änderung geschehen, dann kann auch Mobbing erfolgreich bekämpft werden.

„The most intense discussion is between two research groups, those who study violence between schoolchildren at school (the first publication about „bullying“ came in the early 70´s in Scandinavia) and those who study violence between employees at workplaces (the first publications about „mobbing“ came in the early 80s, also in Scandinavia).“(2) Leymann

Letzte Änderung am 08.10.2015

1)http://www.salzburg.com/online/homepage/aktuell/Mobbing-in-der-Schule-zerrt-an-den-Nerven.html?article=eGMmOI8Ve3fHiCJFcZNsFCNpBOdT3N9e71ZctJ4&img=&text=&mode=&

2)http://www.leymann.se/English/11130E.HTM

Verdi versucht Land zu gewinnen.

25. Oktober 2009
Sichtweise eines Opfers

Sichtweise eines Opfers

Gerade die Zunahme von Schikanen, Psychoattacken und Mobbingaktionen im öffentlichen und privaten Sektor der Wirtschaft hat ver.di nun gezwungen, sich mit dem Thema Mobbing näher zu beschäftigen. Im Bezirk Mülheim-Oberhausen wird zum ersten Mal von einer Gewerkschaft ein „Hilfering für Betroffene organisiert“. (1)

>>Wir beobachten, dass das Phänomen Mobbing und kritische Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz zunehmen, sagte am Donnerstag Detlef Schmidt, im Verdi-Bezirk zuständig für den Rechtsschutz. Die Ausmaße seien mittlerweile erschreckend, die Arbeitsfähigkeit von betroffenen Mitarbeitern sei auf Dauer gefährdet. Auswirkungen des Mobbings könnten gar bis zum Selbstmord reichen.(1)

Inseln

Inseln

Nur dieser Krieg am und um den Arbeitsplatz hat schon die letzten 20 Jahre zugenommen, und die Gewerkschaften, insbesondere ver.di hat da immer gerne weggeschaut. So lange es mich nicht betrifft kenne ich das Problem nicht, war die Parole der Funktionäre. Von daher ist die Initiative zu begrüßen, sie ist aber nicht mal eine kleine Insel im Meer der Mobbinglandschaft Deutschland aber der berühmte Tropefn Wasser auf den heißen Stein vielleicht.

Mobbingfälle wie die von Jörg Hensel, Rainer Beutler, Simon D., Detlef Lengsfeld,  Athur K., Daniel P, Milan P. usw. belegen, dass Gewerkschaften nicht handeln oder oft noch grausamer mobben als viele andere Täter. Der aktuelle Fall von Michael Semenow belegen dies auf erschreckende Weise. (2)

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Und von daher stellen sich an die Gewerkschaftsbewegung viele Fragen. Ja, brauchen wir überhaupt noch Gewerkschaften mit dem „Einheitsmerkmal“? Denn die Lage vor Ort ist noch erschreckender wie dies Detlef Schmidt beschreibt:

– Betriebsräte ob gewerkschaftlich organsiert oder nicht mobben heute genauso wie alle anderen Täter

– Betriebsräte in den Unternehmen und die Personalräte schlagen schon lange nicht mehr Alarm wenn Eine oder Einer fertig gemacht werden.

– Gewerkschaften entziehen Mitglieder die notwendige rechtliche Unterstützung vor den Gerichten

– Der DGB hält es nicht einmal für notwendig eine Veranstaltung der Bundesregierung zu Mobbing in Berlin 2008 zu besuchen, obwohl dort Gäste aus fast allen Ländern der Welt über das Theme sich austauschten. Nicht einmal fünf Minuten Fußweg schafft heute ein Gewerkschaftsfunktionär aus der Kaste um Sommer und Co mehr.

Aufschrei im Land der Arbeit

Aufschrei im Land der Arbeit

– Bisher hat der DGB nicht einmal eine Zusammenstellung der verschieden Antimobbinggesetze aus unseren europäischen Nachbarländern und deren rechtlichen Umgang mit Mobbing zustande gebracht. Alleine diese Tatsache spricht schon Bände. Will man sich überhaupt aus der Funtionärsebene der Gewerkschaftbewegung gegen Mobbing wehren oder ist man nicht viel lieber bereit mitzumobben, so lange man dadurch seinen Vorteil hat?

– Schöffen vor den Arbeitsgerichten sind aus allen Gewerkschaften mit in den Gerichtssälen wenn Mobbingopfer mit wehenden Fahnen untergehen, weil Arbeitsrichter und Konsorten wie Noujoks kein Einhalt geboten wird.

Zu Recht verweist daher Leymann schon früh auf  das Problem der Definition von Mobbing und Bullying hin, ein Thema das bis heute der Gewerkschaft noch völlig fremd ist, obwohl wir mit Cybermobbing eine neue Qualität der „asozialen Täter“ im Umgang mit ihren Opfern erreicht haben.

Prècaire

Prècaire

>> To my knowledge, the present discussion between these research groups focus onto a win-or-lose position as every research group advocates the use of the terminus they once have chosen for their research. This is quite understandable, as much effort is put into the introduction of new research areas by using just these words to establish the research line. The fight therefore is about not to need to start to use another words as the previous one has been used for decades. My believe is, that a switch to „united“ terminology, therefore, will do more harm to the different research areas than it will provide „clarity“. <<(3)

Von daher muss sowohl eine Gewerkschaft wie verdi und der DGB insgesamt zuersteinmal sich mit dem aktuellen Stand der Mobbinglandschaft, den Inhalten und den Aktivitäten von Mobbingforschern beschäftigen, damit solche gut gemeinten „Hilfering für Betroffene“ nicht zu den üblichen Selbstbemitleidungsgruppen im „Krieg an und um den Arbeitsplatz“ verkommen. Damit ist heute niemand geholfen, egal wie gut seine Handlungen und Ratschläge gemeint sein mögen.

Wohin

Wohin

2009 wäre nun endlich mal die Wendemarke für die Gewerkschaften sich offensiv mit dem Thema Mobbing zu beschäftigen und dann die notwendigen programmtischen Schritte einzuleiten. Doch davon sind wir noch Lichtjahre entfernt und die Gewerkschaften mit ihrer Liebe zum Funktionärskastenwesen sind da für die Mobbingopfer mehr Feind als Freund.

Letzte Änderund am 06.10.2015

1)http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/oberhausen/2009/10/22/news-138010111/detail.html

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/10/21/ig-metall-machte-stimmung-gegen-das-mobbing-und-suizidopfer-michael-semenow/

3)http://www.leymann.se/English/11130E.HTM