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Antrag auf ein Eilverfahren in der Abhör- und Mobbing-Affäre Landratsamt Neuburg

22. September 2010

In Deutschland hat die Justiz die Neigung, wichtige Prozesse und deren Urteile gerne auf den Sanktnimmerleinstag zu verschieben. So auch in dem unter dem Stichwort „Abhöraffaire und Mobbing beim Landratsamt Neuburg“ bekanntgeworden Mobbingfall des 54-jährigen suspendierten Beamten. (1)

Mehr und mehr redet nun die Öffentlichkeit von den „tiefsten Abgründen im Landratsamt“ Neuburg und kritisiert werden dabei beosnders die damalige Vorgesetzte Anette Lenz, der Landrat Richard Keßler und Personalrat, der sich „in dieser Sache nicht gerade mit Ruhm“ bekleckert hat, wie so oft. (2) Erinnert dann wieder an den Fall des Betriebsrates beim Stuttgarter Modehaus Breuninger. (3)

Die Beweise im Mobbingfall Abhöraffaire

Noch immer fehlt das Urteil zu dem Prozess und man fragt sich, was machen Richter eigentlich den ganzen Tag so? Der Personalrat hat zu mindestens sich am 21.09.2010 zu den Vorwürfen geäußert, er habe „Mobbingvorwürfe“ aus der Personalakte des leitenden Beamten gelöscht.

„Im Gespräch mit der Neuburger Rundschau machten Personalratsvorsitzende Sonja Auer-Strobl und ihr Stellvertreter Peter Griebel deutlich, dass sie grundsätzlich keinerlei Einfluss auf die Personalakten der Mitarbeiter – die Stasi lässt grüßen – … nehmen können. Aus diesem Grund habe der Personalrat weder die Möglichkeit noch das Recht gehabt, einen Mobbinghinweis aus der Akte zu löschen“. (2)

Man darf nun gespannt sein, wie der Richter das Verfahren weiter gestalten will und was die Betroffenen wie der Personalrat aussagen werden. Wir warten Herr Richter Ruprecht Herbst.

1) https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/09/08/mobbing-im-landratsamt-opfer-sammelt-beweise-abhorskandal/

2)http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neuburg/Lokalnachrichten/Artikel,-Personalrat-hat-keine-Daten-geloescht-_arid,2248299_regid,12_puid,2_pageid,4502.html

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/09/22/mode-und-lifestyleunternehmen-breuninger-mobbt-und-kundigt-ver-di-betriebsratin/

Mobbing im Landratsamt, Opfer sammelt Beweise, Abhörskandal?

8. September 2010
Wohin?

Wohin?

Der am Mittwoch, den 08.09.2010 vor dem „Schöffengericht Neuburg“ stattgefunde Prozess gegen ein Mobbing-Opfers wegen „illegalem Abhören“ zeigt einmal mehr, was die Justiz den Opfern zu mutet. Da sollen Opfer Beweise von Mobbing-Attacken vorlegen, wenn es um Gespräche geht, ein Unding. Das Problem hat auch der 54-Jährige, suspendierte Beamte beim Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen  gehabt und kam auf die Idee, diese Mobbing-Tätergespräche aufzuzeichnen.

Er hat also „in 40 Fällen Gespräche mit Mitarbeitern und Vorgesetzten heimlich mitgeschnitten“, um nachher Beweise zu haben. Gemobbt wurde er seit 2002. Nun wirft man ihm vor, er habe die „Gespräche“ abgehört. So einfach kann man Mobbing-Opfer fertig machen, denn wie hätte er die Inhalte dieser Gespräche nachweisen sollen, wenn nicht mit Aufzeichnungen. Was also will die Justiz?

VerhandlungsaushangVon daher ist das Urteil von großer Bedeutung für alle Mobbing-Opfer, dürfen solche vermutlichen Mobbbing-Täter-Gespräche aufgezeichnet werden, ja oder nein? Und wie soll dann ein Opfer Beweise über den Inhalt eines Vieraugengepräches vorlegen? Fragen über Fragen, die den Fall so interessant und wichtig machen und die Politik unter Zugzwang setzen, denn die die Masse der Mobbing-Prozesse häufen sich.

Weiterhin wurde in dem Prozess nach bisher acht Stunden klar, die Beklagten hatten entweder Amnesie oder sie wiedersprachen sich grundsätzlich in ihren Aussagen, was ein Beweis für den Versuch der falschen Verdächtignung darstellt.

Das Mobbing-Opfer „rechtfertigte sein Tun damit, dass er zunehmend von seinen Kollegen gemobbt und hintergangen worden sei und er sich mit den Aufzeichnungen einfach davor schützen wollte“. (1)

Beweise sammlen.

Grund oder Auslöser für die Mobbing-Attacken war,  dass er 2002 „vom damaligen Landrat Richard Keßler aufgefordert worden, im Zuge einer Baugenehmigung für eine Firma in seinem Wohnort eine Nachbarschaftsunterschrift zu leisten. Der leitende Beamte verweigerte – und zog damit, so der Angeklagte, nicht nur die Missgunst Keßlers, sondern auch von dessen Anhängern auf sich“. (1)

2006 eskalierten die Mobbing-Attacken, als „seine damalige Kollegin Anette Lenz seine Vorgesetzte wurde. Sie habe seine Arbeiten auf Schritt und Tritt beobachtet und kontrolliert. Kompetenzen seien ihm entzogen worden, ein selbstständiges Arbeiten sei nicht mehr möglich gewesen.

Unter diesem Druck habe er immer mehr zu leiden gehabt, was auch ein ärztliches Attest belegt: Der Mann bekam massive psychische Probleme, die mit entsprechenden Krankheitsausfällen einhergingen. Ich habe mir in dieser Zeit oft überlegt, dass ich lieber in die Donau springen würde, als zur Arbeit zu gehen, beschreibt er Richter Ruprecht Herbst seine Verfassung damals“. (1) Ein Opfer stand als vor dem Abgrund, der da Selbstmord heißt.

Beweise

Doch die Beschuldigten machten weiter und drehten dann plötzlich den Spieß um und beschuldigen nun das Mobbing-Opfer über einen dubiosen  Schlossbesitzer namens Nicolaus Drossbach, der leitende Beamte hätte versucht Aufträge für seine Gattin zu ergattern, was den Verdacht der Vorteilsnahme bedeutet hätte. Doch im Laufe der Verhandlung litt auch der Schloßbesitzer bei wichtigen Fragen an Amnesie, offenbar bei Mobbing-Tätern eine weitverbreitete Krankheit.

Der Prozess wurde nach acht Stunden vertagt und soll mit der Berufung weiterer Mitarbeiter durch den Anwalt des Mobbing-Opfers fortgesetzt werden. Achso, da wäre noch ein weiterer Punkt, den sich Mobbing-Opfer merken und Arbeitsrichter, die nach Beweisen schreien hinter die Ohren schreiben sollten.

Dem Mobbing-Opfer wird unterstellt, er habe wichtige “ Behördenakten unterschlagen„. Es geht um eine Sammlung von „persönliche(n) Notizen zu Vorgängen aus seiner früheren Beschäftigung, die er zwar als Gedankenstütze brauchte, weil er noch im Gutachterausschuss tätig war. Im Grunde hätten die Unterlagen aber auch im Altpapier landen können, sagt er“. (1) Was wäre gewesen, wenn das Mobbing-Opfer diese Unterlagen gesammelt hätte um nachzuweisen, dass er gemobbt worden wäre?

1)  http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neuburg/Lokalnachrichten/Artikel,-Mobbing-im-Landratsamt-mit-Kesslers-Duldung-_arid,2238589_regid,2_puid,2_pageid,4502.html