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Staatsanwalt verweigert Mobbing-Opfer Hilfe

16. November 2010

Was  Otmar Fösel als Mobbing-Opfer passiert ist, kennen tausende. Staatsanwälte verweigern sich gegenüber der Aufklärung und ihren Pflichten  im Zusammenhang mit Mobbing-Attacken und deren Anklage.

Zum Fall,   „im Jahr 2001 eskaliert das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fösel und seinem Chef im Kulturreferat, als es Hinweise gibt, dass Fösel zwei Kinder in der städtischen Musikschule sexuell missbraucht haben könnte“. (1) So etwas nennt man Verleumdung und üble Nachrede und jeder Ermittler ist verpflichtet, so etwas aufzuklären, jedoch nicht Oberstaatsanwalt Helmut Walter.

„Alles das kommt aber viel zu spät. Denn es ist – so die Vorwürfe überhaupt zutreffend sein sollten – längst Verjährung eingetreten, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Walter gestern auf Anfrage der Neuburger Rundschau. Seine Behörde stellte die Ermittlungsverfahren gegen den Kulturreferenten und ehemalige Kollegen Fösels deshalb ein, noch ehe überhaupt richtig ermittelt wurde. Dass damit das endgültig letzte Kapitel im „Fall Fösel“ geschrieben ist, darf jedoch bezweifelt werden, denn der streitbare Musiker kann gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegen – und wird das wohl auch tun“. (1)

Doch Otmar Fösel war nicht der einzige,  den der Kulturreferent Gabriel Engert fertig machen wollte. “ Später stellen sich alle Verdächtigungen als nicht haltbar heraus. Die schwere Verdächtigung war völlig aus der Luft gegriffen, aber der Stein längst ins Rollen geraten und eine Lawine riss Fösel mit sich. Denn auch zahlreiche Lehrer der städtischen Musikschule erhoben nun das Wort gegen den Chef, kritisierten in einem gemeinsamen Brief an Engert Fösels angebliche schlechte Organisation und viele weitere Aspekte, die in der Verantwortung des Leiters dieser städtischen Kultureinrichtung standen“. (1)

So arbeiten oft Ermittler und Täter zusammen und haben auch fast immer Erfolg, der Staatsanwalt ermittelt nicht innerhalb von Wochen, sondern schiebt alles Monate vor sich her, dann kommt die Verjährungsmasche, obwohl Mobbing gar nicht verjähren kann. Doch mit solchen Rechtserkenntnissen des BAG beschäftigt sich Oberstaatsanwalt Helmut Walter erst garnicht, er bastelt sich weiterhin eine Welt zusammen, die wir vom Vogel Strauß herkennen.

Doch Otmar Fösel hat weiter gekämpft. „Der heute 67-Jährige rief die Arbeitsgerichte an. Er sprach von Mobbing und wollte 100 000 Euro von der Stadt – Schadensersatz und Schmerzensgeld. Fösel schlug alle Angebote auf gütliche Einigung aus, unterlag am Ende aber in allen Instanzen. Im November 2008 zogen die Richter am Landesarbeitsgericht in München den Schlussstrich unter die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung: Von Mobbing könne überhaupt keine Rede sein„. (1)

Ja, unsere Arbeitsrichter und ihr Schlußstrich, da kann es einem nur anders werden. München ist da nur die Hochburg der Revisionisten, die alles leugnen, was in Europa schon längst geschaffene Rechtsnorm ist, traurig aber wahr.

Doch Otmar Fösel gibt dennoch nicht auf und das ist gut so. Nur wenn viele Opfer mit Zivilcourage immer wieder aufstehen, kann sich etwas ändern. Leider kennen viel zu wenig Bürger und Mobbing-Opfer diesen rechtsstaatlichen Dschungel von Ablehnung und Beschwerde. Otmar Fösel will diesen Weg gehen und wir wünschen ihm Erfolg und Gesundheit.

1)http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neuburg/Lokalnachrichten/Artikel,-Kein-Mobbing-Verfahren-gegen-den-Kulturreferenten-_arid,2257000_regid,2_puid,2_pageid,4502.html