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Jeder 4. Jugendliche war Opfer von Cybermobbing

7. Dezember 2009

Mobbingerlebnis

Im mehr wisenschaftliche Institute und Blogger beschäftigen sich mit dem gesellschaftlichen Notstand Cybermobbing. So hat „Heiße-Online“ in seinem Blog das Ergebnis der  „repräsentativen JIM-Studie 2009 („Jugend, Informationen, (Multi-)Media“) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest“ vorgestellt.(1)

Auch diese Wissenschaftler kommen zu der Erkenntnis, dass „14 Prozent der befragten Jugendlichen … erlebt haben, dass etwas Falsches über sie im Internet verbreitet wurde oder sie beleidigt worden sind“.(2)

Interessant dabei ist, dass“ Mädchen ….. dabei wesentlich häufiger betroffen (sind) als Jungs“.(2) Man kann also indirekt darauf schließen, dass Jungs oder Männer häufiger Cybermobber sind als Frauen.

Der Umgang mit Internetseiten wie „Facebook“ spielt dabei eine zentrale Rolle und ist den Benutzer oft nicht bewusst. „Fast die Hälfte der Jugendlichen (42 %) berichtete, von ihnen seien Videos oder Fotos ohne ihre Zustimmung im Netz gelandet“. (1)

1)http://www.mpfs.de/

2)http://www.heise.de/newsticker/meldung/Mobbing-im-Internet-weit-verbreitet-871030.html

Mobbingtäter fehlen im Prozess

1. Dezember 2009

Mobbing

Der erschreckende Fall des Amokläufers Tim K, Mobbingfall ohne Untersuchung, ist uns allen noch bekannt. Nun hat der Staatsanwalt Klage gegen den Vater von Tim K. erhoben.

„Die Vorwürfe gegen den 50 Jahre alten Vater lauten auf fahrlässige Tötung in 15 Fällen, fahrlässige Körperverletzung in 13 Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz, teilte die Anklagebehörde am Freitag mit.  Auf fahrlässige Tötung stehen bis zu fünf Jahre Haft“.(1)

Mit keinem einzigen Punkt geht der Staatsanwalt auf die Vorwürfe der jahrlange Mobbingattacken gegen Tim K. ein, sondern arbeitet weiter an dem verworrenen Spiel von Gewaltvideos und sexuellen Fantasien. „Unklar ist, wie gut der Vater die psychische Situation seines Sohnes kannte. Tim K. hatte viele Gewaltvideos im Internet geschaut. Über den Zustand des Jungen streiten auch Experten, die nach der Bluttat eine Erklärung für den Amoklauf des 17-Jährigen suchten“.(1)

Alleine die Tatsache zeigt, man hat bei den Ermittlungsbehörden nichts gelernt. Man will wohl mehr vertuschen, damit die Schulleitung und die Schulbehörde in BW nicht auf die Anklagebank müssen, denn dort ist das Versagen der „Fürsorgepflicht“ gegeben. „Für einen Gutachter war er ein zwischen Selbstzweifeln und Allmachtsfantasien schwankender Jugendlicher“. (1)

Was das heißen soll, bleibt unklar. Woher die Selbstzweifel und Fantasien rühren auch, Mobbing löst solche Muster immer aus, Millionen von Opfern können das bestätigen. Doch unsere Gutachter sind eben auch so ein Fall, welche Hintermänner da wieder dahinter stecken – erinnert sei an das Gefälligkeitsgutachten im Fall Wehner – kann man nur erraten. Man hätte im Fall Tim K. doch europäische Ermittler und Gutachten aus England, Frankreich oder Schweden einsetzen sollen, denn die wissen, wie man in solchen Fällen in die Tiefe geht, auch wenn das vielen Schmerzen bereitet.

Und auch wenn der nächste Gutachter , „ein anderer Psychiater (stuft Tim K.)  als „Masochisten“ ein, der sich von Frauen so gequält sah, dass er diese durch „aggressive Gegenhandlungen“ beherrschen wollte“.(1) Ob Mobbingattacken durch Mitschülerinnen über Jahre diese Fantasien ausgelöst haben, untersuchte der „Gutachter“ mal lieber nicht.

„Tim K. hatte gegenüber seiner Mutter den Wunsch nach Behandlung geäußert und auch in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik mehrere Gespräche mit einer Therapeutin geführt“. Hierin liegt wohl das totale Versagen der Eltern, denn am Geld kann es nicht gelegen haben. Tim K. brauchte Hilfe und die wurde ihm nicht gegeben, eine fatale Entscheidung wie sich dann am 11.März 2009 herausstellte. Damit müssen die Eltern ein lebenlang zu recht kommen, egal welches Urteil kommt. Doch auch andere müssen mit ihrer Schuld leben, die Wegschauer und Mobber, auch wenn sie keiner rechtlich zur verantwortung zieht, sie sind die wahren Täter, denn sie hätten mit ihrem Eingreifen die Tat schon im Ansatz verhindern können.

1)http://www.welt.de/news/article5350601/Anklage-gegen-Vater-des-Amoklaeufers-von-Winnenden.html