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Zum 1. Mai 2010 schweigen die Gewerkschaften das Thema Mobbing tot.

1. Mai 2010

Wie jedes Jahr finden zum 1. Mai die „Sonntagsreden“ der Gewerkschaftsfunktionäre statt, inhaltlich hat die Gewerkschaftsbewegung das Thema Mobbing immer noch nicht national zum Anliegen Nummer „Eins“ gemacht, obwohl immer mehr Arbeitnehmer Opfer von Mobbing-Attacken werden. Der 1. Mai ist schon längst zu einem „Picknick-Tag“ für Gewerkschaftsfunktionäre mit „Aufsichtsratjobs“ im Rahmen der Mitbestimmung verkommen. 

Google-Bild zum 1. Mai 2010

 

Daher hier vom 26.04.2007 eine EU-Verpflichtung aller Parteien am Arbeitsprozess gegen Mobbing und andere Formen der Belästigung und Gewalt im Arbeitsalltag. Ende 2010 soll die „Fifth European Working Conditions Survey “ oder „fünfte europäischen Befragung zu den Arbeitsbedingungen der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen erscheinen. Wir werden sehen, wie sich das Umfeld für Arbeitnehmer europaweit in der Finanzkrise verändert hat. 

“ 

Europäische Arbeitgeber und Gewerkschaften
verpflichten sich, gegen Gewalt und Belästigung am

  

Arbeitsplatz vorzugehen. 

  Heute unterzeichneten die europäischen Sozialpartner (EGB, 

BUSINESSEUROPE, CEEP und UEAPME) eine Rahmenvereinbarung gegen Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz. Die Vereinbarung soll dazu beitragen, Mobbing, sexuelle Belästigung und physische Gewalt im Arbeitsumfeld zu verhindern und gegebenenfalls dagegen vorzugehen. 

Unternehmen in Europa müssen gegen derartiges Verhalten eine 

Nulltoleranzstrategie anwenden und Verfahren zur Bewältigung von 

Belästigung und Gewalt ausarbeiten. Aus den vorliegenden Daten ergibt sich, dass pro Jahr 5 % der Arbeitnehmer (jeder Zwanzigste) einen Fall von Mobbing und/oder Belästigung melden. 

Vladimir Špidla, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, der bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Brüssel anwesend war, sagte: „Das soziale Europa tut heute einen wesentlichen Schritt vorwärts. Die bestehenden Instrumente zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer werden um eine Vereinbarung der Sozialpartner gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz ergänzt. Dies ist ein weiterer Beweis für die Fähigkeit des Sozialen Dialogs, konkrete Ergebnisse für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Europa zu erzielen.“In der europäischen Vereinbarung wird jede Form der Belästigung und Gewalt verurteilt und auf die Verpflichtung des Arbeitgebers hingewiesen, die Arbeitnehmer davor zu schützen. Unternehmen müssen Verfahren zur Verfolgung von Belästigung oder Gewalt ausarbeiten. Dazu kann in einer informellen Phase eine Person benannt werden, die das Vertrauen der Unternehmensführung wie der Arbeitnehmer genießt. 

Beschwerden sollten rasch untersucht und behandelt werden. Die Grundsätze Würde, Vertraulichkeit, Unvoreingenommenheit und Fairness müssen dabei eingehalten werden. In der Vereinbarung wird betont, dass bei Verstößen geeignete Maßnahmen gegen den Urheber zu ergreifen sind, einschließlich Disziplinarmaßnahmen bis hin zur Entlassung, während andererseits dem Opfer Unterstützung, gegebenenfalls ergänzt durch Wiedereingliederungsmaßnahmen, gewährt werden muss. 

Die Sozialpartner haben über dieses Thema insgesamt 10 Monate verhandelt, im Anschluss an eine Anhörung der Europäischen Kommission im Jahre 2005. Der im Dezember 2006 vereinbarte endgültige Text wurde von den Entscheidungsgremien der europäischen Organisationen der Sozialpartner gebilligt und heute von den der vier Organisationen unterzeichnet. Im Laufe der nächsten drei Jahre wird er von den Sozialpartnern auf nationaler Ebene in allen EUMitgliedstaaten umgesetzt. Es handelt sich um die dritte „autonome“ 

Rahmenvereinbarung der Sozialpartner nach „Telearbeit“ (2002) und „Stress am Arbeitsplatz“ (2004). Die Vereinbarung war Teil des Arbeitsprogramms der Sozialpartner für 2006-2008. 

2 Hintergrund

  

Die von der Kommission im Februar 2007 verabschiedete Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007-2013 betont die Förderung der geistigen Gesundheit am Arbeitsplatz als Priorität.

 

Jüngste Umfragen zu den Arbeitsbedingungen zeigen eine steigende Tendenz bei psychischen Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz. Es gibt Anzeichen dafür, dass dies in vielen Fällen auf Mobbing, Belästigung, Gewalt oder Gewaltandrohung zurückzuführen ist. Laut Fourth European Working Conditions Survey (vierte europäischen Befragung zu den Arbeitsbedingungen) der Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin (Daten von 2005, veröffentlicht 2007) erklärte im vorangegangenen 12-Monatszeitraum jeder 20. Arbeitnehmer (also 5 %), Opfer von Mobbing und/oder Belästigung gewesen zu sein. Ein ähnlicher Prozentsatz gibt an, persönlich Opfer von Gewalt gewesen zu sein, allerdings sind Arbeitnehmer eher Gewalt außerhalb des Arbeitsplatzes ausgesetzt (4 %) als Gewalt am Arbeitsplatz selbst (2 %). 

Frauen, Angestellte und Beschäftigte in größeren Unternehmen sind eher mit 

Belästigung und Gewalt konfrontiert. Am größten ist das Risiko in den Sektoren 

Gesundheit und Soziales, Bildung, öffentliche Verwaltung, Verkehr sowie Hotels und 

Gaststätten. 

Weitere Informationen: 

  

Wortlaut der Rahmenvereinbarung zu Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz:

  

  

Pressemitteilung der Sozialpartner:

  

Es wäre gut, die deustchen Gewerkschaften würden sich endlich mal um die Umsetzung dieser Verpflichtung kümmern, das wäre dann ein Fest zum 1. Mai 2011 wert.

  

  

Gewalt und Mobbing im Krankenhaus

27. Dezember 2009

Gewalt am Arbeitsplatz

Wie wichtig ein Ombudsfrau oder -mann ist, zeigt einmal mehr Österreich und  Brigitte Schmidl-Mohl, „die Ombudsfrau der Wiener Ärztekammer“. (1) Sie wird regelmäßig über die zunehmende Gewalt am Arbeitsplatz informiert. So etwas fehlt generell bei uns in Deutschland, dann wäre Fall des Oberarztes und der Krankenschwester anders verlaufen.(1)

„Gewalt am Arbeitsplatz ist in Österreich laut Arbeiterkammer und Gewerkschaft ein Problem (derStandard.at berichtete): Eine Umfrage unter österreichischen Betriebsräten hat ergeben, dass bei mehr als einem Drittel Gewalt am Arbeitsplatz bereits einmal Thema war. Die Übergriffe gingen besonders häufig von Klienten, Kunden oder Patienten aus, aber auch von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten“. (2)

Doch in Östereich hat man  mit dem Mobbingverbot versucht wenigstens im öffentlichen Dienst mit einem ersten Schritt dagegen zu steuern. Bei uns in Deutschland passiert garnichts, da schauen nur alle weg und gerade der neue Bundesgesundheitsminister hat schon in NRW als Wirtschaftsminister zu den Mobbinorgien bei VW geschwiegen.

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/27/gewalt-und-mobbing-im-krankenhaus/

http://www.krankenschwester.de/forum/op-pflege/15004-arzthelferinnen-zentral-op-12.html

http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/archive/t-20365.html

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=26520

2)http://derstandard.at/1259281363167/Gewalt-und-Mobbing-im-Spital-nicht-selten