Posts Tagged ‘Gesundheit’

VW-Zigarettenautomatenaffäre und 293 Betroffene, 16 Kündigungen

22. April 2010

Der Schrei

Man mag es glauben oder nicht, doch zwei Zigarettenautomaten bei VW in Baunatal in Kassel hatten es an sich und nicht in sich.

Die Geschichte hört sich makaber an, doch sie zeigt auch, was in unserem Land nicht mehr stimmt.

Im Kassler Werk von VW standen oder hingen jahrlang zwei Zigarettenautomaten, die wohl so hätten dort nicht stehen oder hängen dürfen. So was wie die Fürsorgepflicht und den TÜV gibt es nicht für Automaten. Stellt sich schon mal die Frage, wem gehörten den die Automaten, VW oder dem Zigarettenhändler, so wie es auf den Automaten stand und wohl noch steht?

War nun ein Schacht leer an den Automaten und man steckte seinen Werksausweis mit Chip hinein, dann bekam man bis 3 mal 4 Euro, also 12 Euro gut geschrieben. 239 Werksangehörige oder Mitarbeiter von Tochterfirmen sollen so laut Anklage von VW sich so 32 000 Euro in zwei Jahren ergaunert oder gutgeschrieben haben.

Stellt sich schon mal die Frage, warum haben der Eigentümer des Automaten oder VW in zwei Jahren den Verlust von 32 000 Euro nicht gemerkt? Was haben solche Firmen eigentlich für eine Buchführung?

Aufschrei im Land der Arbeit

Irgendwann  hat ein VW-Mitarbeiter diesen merkwürdigen Zigarettenautomaten mit seinem befremdlichen Buchungsverhalten gemeldet. Ab da wurde es dann für 239 Mitarbeiter kritisch und teilweise tragisch.

VW-Justiziar Gerhard Klenner wurde nun wohl aktiv, alle Mitarbeiter die weniger als 150 Euro gut gebucht bekommen haben, bekamen eine Tagesgeldbuße oder die Versetzung in eine andere Abteilung. 12 Werksanghörigen und 4 Mitarbeiter von VW-Tochterfirmen bekamen die Kündigung ins Haus.

Drei Mitarbeiter haben nun gegen die Kündigungen geklagt, weil sie in dem „Rauswurf eine wirtschaftliche Katastrophe“ sehen, so ihr Anwalt Ulrich Blume, denn „sie hätten kaum eine Chance jemals wieder solch einen Arbeitsplatz zu finden“. (1)

Am 20.04.2010 war nun der Gütetermin, es geht um den Unterschlagungs- oder Bereicherungsvorwurf, denn die drei Mitarbeiter hätten in den zwei Jahren des Gutbuchungsautomaten 1180, 1178 und 1738 Euro in ihre Tasche gewirtschaftet.

Das Gericht unter dem Vorsitz der Richterin Angela Merz tendiert dahin, dass die Kündigungen rechtskräftig seinen, wenn man den drei Arbeitnehmern  nachweisen kann, sie hätten „vorsätzlich“, also wissentlich über die Buchungspraxis der beiden Automaten gewusst.

Brigitte Schöttner, Rechtsbeistand der IG-Metall hielt dagegen, dass durch den Aufkleber des Tabakshändlers die Mitarbeiter nicht wussten, dass die Automaten ihrem Arbeitgeber gehört hätten, und sie ihn so mit geschädigt hätten.

Stellt sich mal die Frage, warum wird die IG-Metall in so einem Fall aktiv, während sie einem Mobbing-Opfer, wie Rainer Beutler – dessen Gesundheit und finanzielle Existenz für immer zerstört ist und der nun als Frührentner im VDK für andere Opfer im Vorstand kämpft – die Unterstützung verweigerte, obwohl er sich weder bereichert noch seine Arbeitgeber geschädigt hat, und sogar mit seinen Verbesserungsvorschlägen VW viel Nutzen und Geld gebracht hat?

Und warum wurde nicht Detlef Lengsfeld von der IGM unterstützt, obwohl er auch als Mobbing-Opfer weder seinem Arbeitgeber noch einem Dritten geschadet hat? Heute nun ist die Gesundheit und die Existenz von Detlef Lengsfeld zerstört, genauso wie die von Milan Petrovic. Hat die IGM was an der Glocke?“

Der VW-Personalreferent hat jetzt Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufgenommen, im Mobbingfall Rainer Beutler oder Detlef Lengsfeld hat er dieses nicht, warum wohl? Nach welchen Kriterien ermittelt eigentlich ein Staatsanwalt? Nach der Macht des Geldes oder im Sinne unseres Grundgesetzes?

Man darf gespannt sein, wie im Fall der Drei von den Zigarettenautomaten beim nächsten Termin entschieden wird. Im Fall Beutler, Lengsfeld oder Petrovic, wo es um hunderttausende von Euro geht, ermittelt der Staatsanwalt nicht, seltsame Moral, die hier VW, IGM und Staatsanwalt an den Tag legen.

1) http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/schachtel-gezogen-dabei-geld-kassiert-nachdrehe-617855.html

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?key=standard_document_38797587&rubrik=36086

Mobbing in the USA

23. Februar 2010

Keine Land in dem nicht eine Internetseite zu Mobbing auftaucht, gerade in den USA scheint Mobbing genauso weit verbreitet zu sein, wie bei uns. Und an der Aufklärung über Mobbing hat gerade der Professor Heinz Leymann (1) auch in den USA einen großen Anteil.

Die Internetseite Mobbing-USA gibt einen sehr guten Informationsstand über die Entwicklung der „dunklen Seite“ der Arbeitswelt in den USA und Kananda.

Das „Bewusstsein ist langsam wachsend in den USA und in Kanada über die dunkle Seite der Arbeit und der verheerenden Auswirkungen, dass Mobbing und Bullying auf das Selbst, Gesundheit, Organisationen und die Gesellschaft haben. Unsere Mitarbeiter in Nordamerika, aber immer noch relativ wenige, ihren Teil zu dem wachsenden Interesse beitragen“. (2)

Dieser Zustand der Wahrnehmung von Mobbing hat sich durch den Amoklauf in den USA extrem verbessert und auch Mobbing an der Schule mit einbezogen.

„Im Anschluss an die Columbine und andere school shooting Tragödien, hat die Medien zunehmend diskutiert Mobbing in den Schulen, damit auch die Sensibilisierung der erwachsenen Mobbing / Mobbing am Arbeitsplatz“. (2)

Dennoch ist genauso wie bei uns in Deutschland und Europa festzustellen, es wird immer kurz nach Ereignissen wie dem Amoklauf von Tim K. in Winnenden (3) oder dem in Alabama (4) kurz in den Medien das Thema angerissen und verschwindet dann im Alltag der Konferenzen, über die dann die öffentlichen Medien uns kaum informieren. Auch im Fall des Majors der US-Armee Major Hasan Malik tauchte Mobbing als möglichen Tatmotiv kurz auf und verschwand dann wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein. (3)

Die Internetseite Mobbing-USA verweist auf drei wichtige Ereignisse in den letzten Jahren um zu einem Anti-Mobbing-Gesetz zu kommen: „Drei Konferenzen zu diesem Thema wurden in den USA seit 2000 organisiert, in Kalifornien, Massachusetts und Iowa, Department of Environmental Quality für den Staat Oregon hat die erste Anti-Mobbing-Politik in den USA gegründet; Bemühungen um eine neue hinzufügen Anti-Mobbing Rechtsvorschriften auf den Weg in Kalifornien und in anderen Staaten und in Kanada, und mehrere neue Internet-Selbsthilfe und Beratung Gruppen und Websites betreffen bestimmte Berufsgruppen oder Aspekte der Unhöflichkeit bei der Arbeit“. (2)

Aber auch die organisierten Gegner von Mobbing in den USA haben die gleichen Probleme wie wir in Europa, sie müssen immer auf Erfolge und Gesetze in anderen Staaten hinweisen.

{ So wurde zum Beispiel eine große internationale Konferenz Anfang 2002 in Australien ausgetragen. Im Januar 2002 erließ Frankreich ein Anti-Mobbing-Gesetz. In, Kanada, hat die Provinz Quebec ein anti-harassment/mobbing Rechtsvorschrift erlassen. In Kolumbien wurde im Februar 2006 Rechtsvorschriften in Kraft gesetzt } {2}

1) http://www.leymann.se/

2) http://www.mobbing-usa.com/

3)http://harrysky2009.wordpress.com/2009/03/21/tim-k-der-amoklaufer-doch-ein-mobbingopfer/

http://harrygambler2009.wordpress.com/2010/02/13/wieder-amoklauf-an-einer-usa-uni/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/06/amoklaufer-major-nidal-malik-hasan-ein-mobbingopfer/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/07/der-amoklauf-des-us-major-und-mobbingopfers-nidal-malik-hasan/

Mobbingtäter und ihre Gründe.

16. Juli 2009

In den letzten drei bis vier Jahren ist endlich eine Tendenz zu erkennen, dass man von dieser unsäglichen Opferdisukussion weggeht – ist ihr linker Finger schuld daran, dass sie gemobbt werden und als Opfer ausgesucht wurden, oder ist es deshalb, weil sie nach jedem Toilettengang regelmäßig ihre Hände waschen? – und zur Täter Analyse übergeht. So hat auch Jasmin Hambsch eine Artikel verfasst, der sich mit den Gründen „der Täter und Abhilfe für die Opfer“ beschäftigt.

„In Abgrenzung zu anderen Konfliktsituationen zielt Mobbing auf Ausgrenzung des Betroffenen und greift den Menschen an psychischen, biologischen, sozialen Grundlagen an, so das Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) in seiner Präambel“. Doch mehr kam vom BMAS bisher auch nicht, obwohl die SPD den Minister gestellt hat. „Die Angriffe erfolgen zuerst auf subtile Weise, später, wenn das Opfer bereits gebrandmarkt ist, auch offen“.

Einer fehlt!

Einer fehlt!

Zum Täterprofil und seinen inneren Bewegründen formuliert die Autorin so treffend in folgendem Satz: „Als häufigste Ursache wird die eigene Angst des Täters genannt. Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor dem Abstieg, vor dem Versagen bei neuen Aufgaben oder Angst vor Überforderung führen häufig zu einem (bewussten oder unbewussten) Verhalten“.

Nur reicht so etwas aus, um einem anderen Menschen „nicht selten  (mit) Angriffen auf die Gesundheit (gesundheitsschädliche Arbeiten, Androhung körperlicher Gewalt und Misshandlung, sexuelle Handgreiflichkeiten usw.) zu attackieren? Der Mensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, das er ein soziales Bewusstsein entwickelt.

Täter haben das sehr oft nicht, und darum geht es wohl.

 

Gegen Mobbing, ein sehr guter und wichtiger Artikel.

11. Juli 2009
Mobbingerlebnis

Mobbingerlebnis

Die „Deutsche Rentenversicherung “ muss immer mehr für Mobbingopfer ausgeben. Gerade in Baden Württemberg lässt man sich das daher nicht länger gefallen. Man macht mobil gegen die Mobbing-Täter.

Hier ein sehr guter Artikel zu Mobbing, der in etwa der aktuellen Stand der Diskussion wieder gibt:

„Eine Nummer rund um die Uhr für Mobbing-Opfer im Land“

Konflikte am Arbeitsplatz kosten die Gesundheit und viel Geld!

Der Schrei.

Der Schrei.

Mobbing hat viele Gesichter. Eines aber ist immer die Folge: Mobbing-Opfer werden krank. Das ist nicht nur für den Einzelnen verhängnisvoll, dadurch entstehen auch der Volkswirtschaft immense Schäden. Wer sich gemobbt fühlt, weiß oft weder ein noch aus, Hilfsangebote sind eher selten. Ein Grund mehr für die ab dem 15. Juli 2008 geschaltete zentrale Mobbing-Hotline, die rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche Hilfe anbietet. Unter 01802 6622464 können Menschen, die sich gemobbt fühlen, Tag und Nacht anrufen. Jeder Anruf, egal wie lange gesprochen wird, kostet nur sechs Cent.
Dieter Hillebrand, Staatsekretär im Sozialministerium, nahm die Mobbing-Hotline Baden-Württemberg am Montag, 14. Juli 2008, in der Reha-Klinik Glotterbad bei Freiburg offiziell in Betrieb. Die Mobbing-Hotline Baden-Württemberg und die Mitglieder des Mobbing-Netzwerkes Baden-Württemberg bieten bei Konflikten am Arbeitsplatz eine telefonische Erstberatung und Krisenintervention an. Dabei erhalten die Betroffenen eine erste Einschätzung der vorgetragenen Konfliktsituation, Hinweise für das weitere Vorgehen sowie auf Wunsch Kontakte zu regionalen Beratern und Therapeuten.

Prècaire

Prècaire

Neu an dieser Hotline:

Bislang gab es zwar regionale Mobbing-Hotlines mit zeitlich begrenzten Angeboten, aber keine Rund-um-die-Uhr-Angebote unter einer einzigen Nummer. Das neue landesweite und vernetzte telefonische Hilfsangebot ist das Ergebnis einer Initiative der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg und ihrer RehaZentren GmbH. „Wir sehen es neben unseren vielen anderen Aufgaben auch als unsere Pflicht, präventiv tätig zu sein, wenn es darum geht, Menschen in ihrem Arbeitsumfeld nachhaltig gesund zu erhalten“, sagte Hubert Seiter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Baden Württemberg, in Glottertal.

Aufschrei im Land der Arbeit.

Aufschrei im Land der Arbeit.

Ziel: Nachhaltige Prävention
Immer mehr Befindlichkeitsstörungen, psychische und somatische Erkrankungen durch Konflikte am Arbeitsplatz bis hin zum Mobbing sind der Hintergrund für das Forschungsprojekt „Implementierung einer Mobbing-Telefon-Hotline zur Beratung bei Konflikten am Arbeitsplatz“ das die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg an der Rehaklinik Glotterbad startete.

Ziel: Mobbing-Folgekosten zu reduzieren und wichtige Anhaltspunkte für die weitere Präzisierung störungsspezifischer Therapiekonzepte für die Rehabilitation sowie Erkenntnisse für geeignete Präventionsmaßnahmen zu gewinnen. Fachlich beraten und unterstützt wird das Projekt von der evangelischen und katholischen Kirche, Sozialpartnern, Wirtschaftsverbänden, Krankenkassen, Unfallversicherung und Rentenversicherung, engagierten Unternehmen sowie dem Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg bietet Unternehmen zudem die Möglichkeit, sich von Fachleuten rechtzeitig bei Konflikten am Arbeitsplatz und Mobbing Unterstützung zu holen – damit es erst gar nicht so weit kommt.

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Immense Schäden durch Mobbing.

Konflikte am Arbeitsplatz haben in den letzten Jahren stetig zugenommen und führen zu erheblichen psychischen Belastungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen bei den Betroffenen. Doch nicht nur das: Ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz und Mobbing lösen immense Kosten aus. Wer Mobbing nicht unterbindet, bezahlt einen hohen Preis: Qualitätsverluste bei der Arbeit, hoher Krankenstand sowie Fehlzeiten, Kosten für Abfindungen und Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter. Schließlich hat Mobbing auch gesamtgesellschaftliche Konsequenzen für die Sozialsysteme. Krankenversicherung und Rentenversicherung müssen für Heilbehandlungen und Rehabilitation aufkommen.
Am Ende von Mobbingprozessen steht oft genug Frühverrentung und Arbeitslosigkeit. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen Experten auf etwa 15 bis 25 Milliarden Euro. Einer repräsentativen Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zufolge gab es 2002 etwa 1,2 Millionen Mobbing-Betroffene in Deutschland – quer durch alle Berufsgruppen, Branchen und Betriebsgrößen sowie Hierarchiestufen und Tätigkeitsniveaus.Tendenz steigend. 

Bürostreit.

Bürostreit.

Was ist Mobbing?

Wissenschaftlich betrachtet die „konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch und regelmäßig, das heißt mindestens einmal pro Woche und mindestens ein halbes Jahr lang, mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet“.

Ursachen unterschiedlich.

Direkte Gegenwehr der Betroffenen, Hilfestellung von Kollegen und Vorgesetzten sowie Unterstützung durch Familie und Freunde können die Situation entspannen und den Teufelskreis durchbrechen. Dennoch beendet in mehr als 50 Prozent aller Mobbingfälle erst die Kündigung beziehungsweise die Auflösung des Arbeitsvertrages den Psychoterror am Arbeitsplatz. Lediglich 20 Prozent der Täter werden arbeitsgerichtlich mit Sanktionen belegt. Die Wurzeln von Mobbing liegen in der Regel weniger in den Persönlichkeitsstrukturen der Beteiligten. Mehr Arbeit bei sinkendem Personal, fehlende Unternehmenskultur, schlechte Organisationsstrukturen und -abläufe, unzureichende Information, nicht konstruktive Kommunikation oder Zusammenarbeit und Defizite des Führungsverhaltens können zu Mobbing führen.

 

Mobbing Improvisation 3.

Mobbing Improvisation 3.

Auch Betriebe und Sozialversicherung sind Verlierer
Sicher ist: Ohne Hilfe sind nicht nur Mobbing-Opfer die Unterlegenen. Verlierer sind auch die Betriebe und die Sozialversicherung. Deshalb, so Hubert Seiter, sei es der Rentenversicherung wichtig, rechtzeitig und umfassend Hilfe anzubieten, um Arbeitsausfälle, Frühverrentungen und Krankheitskosten zu vermeiden. Die Mobbing-Hotline sei ein wichtiger Schritt hin zu einer fairen und dennoch leistungsorientierten Betriebskultur.

Infos
Mobbing-Hotline Baden-Württemberg 01802 6622464 (6 Cent pro Anruf)
Internet: www.mobbing-hotline-bw.de
Informationen über die neue Hotline von
Dipl.-Soz.Edith Schellhammer
Mobbing-Hotline der RehaZentren Baden-Württemberg
Reha-Klinik Glotterbad
Gehrenstraße 10
79286 Glottertal
Telefon 07684 809 504
Fax 07684 809 509
email: e.schellhammer@rehaklinik-glotterbad.de

Ossifizierung oder "die Fahne flattert uns voraus".

Ossifizierung oder "die Fahne flattert uns voraus".

Warum werden Politiker nicht aktiv, wenn sie sehen und hören, wie Mobbing-Täter unser Sozialsystem ruinieren, wenn sie schon keine Achtung vor der Würde des Menschen haben? Weshalb wird nur in Baden-Württemberg von der Deutschen Rentenversicherung gegen Mobbing mobil gemacht? Warum nicht in Hessen oder Berlin und in den neuen Bundesländer, wenn man weiß, dass dort alleine tausende von ehemlaigen Stasispitzel frei agieren dürfen. „Die Zahl ehemaliger Stasi-Mitarbeiter in deutschen Behörden ist offensichtlich größer als bisher bekannt. Rund 17 000 frühere Beschäftigte des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sollen trotz Prüfungen im öffentlichen Dienst ostdeutscher Landesverwaltungen verblieben sein.“ Wen wundert es dann, dass es so viele Mobbing-Fälle ziwschen Dresden und Erfurt gibt? Und die Stasitäter sitzen nicht nur in ostdeutschen Behörden, von Westberlin oder der Bundes-SPD will ich gar nicht erst reden, wenn man sich folgenden Ausschnitt und dann bitte den Artikel dazu liest. „Das Bundeskriminalamt(BKA)beschäftigt eine Reihe ehemaliger Stasi-Mitarbeiter. Einer von ihnen gehört laut BKA zum Personenschutzkommando von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)“. Da freut sich doch noch heute Erich Mielke im sozialistischen Arbeiter- und Bauernteil des Paradieses und schlürft mit Erich Honecker, Walter Ulbricht und Josef Stalin ein Likörchen.

Benno Ohnesorg.

Benno Ohnesorg.

Doch wie gesagt, man kann viel schlechtes über Philosophen reden und schreiben, dass sie keiner versteht und abgehoben seien, doch Jürgen Habermas hatte wohl doch das ganze Dilemma kommen sehen, als er 1991 den deutschen ins Stammbuch schrieb, was maxim Biller in seinem Artikel als „Ossifizierung des Westen“ zu recht bezeichnet und folgend wieder gibt: „Im Mai 1991 schrieb der verschwundene, wie von einer nationalbolschewistischen Todesschwadron entführte Habermas unter anderem: >>Die politische Kultur besteht aus einem verletzbaren Geflecht von Mentalitäten und Überzeugungen, die nicht durch administrative Maßnahmen erzeugt oder auch nur gesteuert werden können. << Und: >>Das Selbstverständnis, das politische Selbstbewusstsein einer Nation von Staatsbürgern bildet sich nur im Medium öffentlicher Kommunikation.<< Er hatte vollkommen recht.“ Und wir erleben nun Tag für Tag die Verifikation  oder spüren die Auswirkungen dieser Ossifizierung. Ob es in den Fluren der Finanzämter, der Petitionsausschüsse oder anderen Behörden ist, je näher die Ämter zum Osten liegen, desto größer die Gefahr der „Schikane und des Mobbings“, und das ist nur eine Form davon.