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Cyber-Mobbing mit Kinderpornografie leicht gemacht

14. Februar 2012

Generation Plattenspieler und Piraterie

Kaum zu glauben, was wir in Deutschland für ein Rechtswesen haben. Nicht einmal ein Anti-Mobbing-Gesetz hat die Bundesregierung oder einer der 16 Bundesländer in den letzten 20 Jahre zustande gebracht. Und so will also die Generation Plattenspieler mit den neuen Möglichkeiten der Telekommunikation und dem Internet umgehen.

Der Fall des wohl noch immer völlig geschockten 26-jährigen Mann aus der Eifel zeigt, wie einfach man heute in Deutschland und wohl in vielen Ländern die Würde und den Ruf eines Bürgers zerstören kann und das wahrscheinlich ein Leben lang. Und keine Ermittlungsbehörde oder gar ein Gericht kann ihn schützen. Cyber-Mobber und Täter freut euch, in Deutschland habt ihr ein Paradies gefunden für euer schmutziges Handwerk. Wozu haben wir eigentlich ein GG, damit wir wissen was uns nicht zusteht?

Und so einfach geht das. Besorgt euch die Handynummer des Opfers, verschickt über einen „spezielle Dienste zum Versenden von SMS“ über das Internet eurer „widerliches Zeug“ und wenn der Empfänger nicht schnell genug reagiert, laufen die Ermittler zum Beispiel ins Leere. Sie haben dann nur die Handynummer und dann nehmen sie einfach das Opfer auseinander.

„Es sei nicht eindeutig feststellbar, wie die Bilder in den Speicher des Empfänger gelangt sind. Protokolle dazu lagen nicht vor – und im Nachhinein sind keine Daten mehr von Netzbetreiber oder Dienstanbietern zu erhalten, da der Zeitraum zu weit in der Vergangenheit liegt“. (2)

Zumindest hatte das Opfer in dem Falle noch Glück, dass sein Handy eindeutig technisch nicht in der Lage war, und da mussten auch Richter und Staatsanwalt der Generation Plattenspieler erkennen, hier wird Cyber-Mobbing betrieben. „Er kann die Fotos gar nicht versendet haben, weil er kein MMS-fähiges Handy besitzt.“(2)

„Der Polizist hatte aber klar gemacht, dass die MMS nicht von einem Handy stammen muss, sondern über Internetdienste vom Computer aus verschickt worden sein kann. Beim Einrichten eines E-Mail-Kontos etwa werde Nutzern auch angeboten, eine Telefonnummer anzugeben, die angezeigt wird, wenn dann über das Netz eine SMS oder MMS verschickt wird, führte der Polizist aus. Zudem gibt  es spezielle Dienste zum Versenden von SMS. Dabei könne irgendeine Mobilfunknummer eingeben werden“. (2)

Doch was wäre gewesen wenn das Handy einer neuen Generation angehört hätte, also mit „MMS (Multimedia Messaging Service)“ und das Ganze über einen PC im Internetcafe oder Kopieshop gelaufen wäre, wie stehe da das Opfer da?

Vom Fall des Ex-Piraten Jörg Tauss wissen wir, dass man sehr schnell vom freiwilligen Ermittler oder Nachforscher zum Opfer werden kann. Nur was machen jetzt unsere Politiker, Piraten, Ermittler, Richter und Staatsanwälte? Schweigen, frustriert sein und hoffen?

1)http://wp.me/puNcW-26k

2)http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Zu-Unrecht-unter-Kinderporno-Verdacht-wegen-Flirt-SMS-im-Videotext-_arid,378391.html

Immer neue Rätsel im Prozess des Amoklaufs von Tim, K.

13. Januar 2011

Leider wurde das psychatrische Gutachten über Tim K. nicht veröffentlicht. „Im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden hat die Verteidigung die Verlesung des psychiatrischen Abschlussberichtes von Tim K. beantragt. Der Bericht könnte den Angeklagten entlasten“. (1)

Wir können uns daher kein Bild davon machen, ob Tim K. ein Mobbing-Opfer war oder ein „Sonderling“. Zu mindest muss es im Prozess und den Vernehmungen davor zu neuen Rätsel gekommen sein, denn plötzlich soll der Vater von Tim K. verurteilt werden. Auch hat der Vater bisher an die Angehhörigen der Opfer, die als Nebenkläger im Prozess vertreten waren noch kein Wort gerichtet.

Zu vermuten bleibt, dass der Krieg zwischen der Staatsanwaltschaft und den Anwälten mehr und mehr den Prozess bestimmt, als die Frage, warum hat Tim K. diese begangen? 

„Wir wollen nicht die Lebenden für die Taten der Toten zur Rechenschaft ziehen, sagte Staatsanwältin Eva Hanss. Aber es geht um vorschriftsmäßiges Verhalten. Der Angeklagte habe gewusst, dass er alle Waffen hätte wegsperren müssen“. (2)

Ich weiß ja nicht, ob die Staatsanwältin mal in Berlin war, hier kann ich für 500 Euro an einem bekannten Platz mir eine Waffe kaufen, sagen die bösen Zunge der Stadt und schauen tief in Richtung Osten. Glaubt die Staatsanwältin wirklich, Tim K. hätte sich nicht wonanders eine Wafe kaufen können? Die Frage, die einen bewegen muss als Ermittler ist, warum hat er diese Tat begangen?

Doch was erleben wir jetzt?

„Dabei hatte sich Jörg K. der Polizei gegenüber zunächst äußerst kooperativ verhalten, wie Rieleder erinnerte: Ohne Rücksicht auf zivilrechtliche Konsequenzen legte er ein Geständnis ab.“Tief erschüttert von der Tat seines Sohnes sei er gewesen. Doch durch das Verhalten der Verteidigung sei das immer mehr in den Hintergrund getreten, das von Schuld und Reue getragene Geständnis verwässert worden“.(2)

Auif die Ausführungen der Anwälte darf man gespannt sein. „Auch Staatsanwältin Eva Hanss äußerte sich verärgert über das unverschämte Verhalten der Verteidigung, deren Strategie vielen oft zynisch erschienen war: Polizeibeamte wurde im Zeugenstand unakezptabel behandelt und grundlos vorgeführt, so Hanss. Wie und ob die Rechtsanwälte Hubert Gorka und Hans Steffan sich gegen die Vorwürfe verteidigen, zeigt sich voraussichtlich am kommenden Dienstag: dann werden die Plädoyers fortgesetzt“. (2)

Die ermittelnde Polizei und die Staatsanwaltschaft haben auf jeden Fall mehr Schaden in diesem Prozess angerichtet, als sie wohl selber verstehen könne. Denn zu recht wird eine Zeugin nochmals aus dem Prozess zitiert, die die richtige Frage stellt, die für die Angehörigen der Opfer wichtig ist, doch die Antwort, werden sie leider nicht bekommen. Und darin liegt das versagen dieses Gerichtes und der Ermittler, warum hat Tim K. diese Tat beganngen?

„Schweigen machte sich breit im Sitzungssaal eins, als Eva Hanss sagte: Wir alle haben uns immer wieder nach dem Warum gefragt. Experten hatten versucht, Antworten zu finden – dem Schweigen des zum Schluss sogar abwesenden Jörg K. zum Trotz. Aber wir müssen uns damit abfinden, dass wir die Tat nicht erklären können.“(2)

Abfinden wird sich jeder Einzelne der Angehörigen nie können, Mobbing-Opfer wissen das nur zu gut. Nur wenn eine komplette und vorurteilsfreie Aufklärung gegeben ist, dann ist auch ein Leben nach der Tat möglich, so werden die Angehörigen der Opfer und  Eva Hanss noch zu viele Stunden in ihrem Leben erleben, in der sie apathisch an der Frage grübeln, werden, warum hat Tim K. diese Tat begangen?(3)

1)http://www.focus.de/panorama/vermischtes/amoklauf-von-winnenden-verteidigung-beantragt-verlesung-des-psychiatrischen-abschlussberichtes_aid_589246.html

2)http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2772967_0_2147_-amokprozess-anklage-will-haft-auf-bewaehrung.html

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/09/25/tim-k-soll-kein-mobbing-opfer-gewesen-sein/