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MPFS-Studie zu Cybermobbing bei Jugendlichen

8. Dezember 2009

Mobbingerlebnis

In ihrer sehr ausführlichen Studie zum Verhalten von Jugendlichen am PC und im Internet hat das Foscherteam auch das Thema Cybermobbing nicht ausgeklammert.

Natürlich birgt die Kommunikation und der Datenaustausch im Internet Unannehmlichkeiten und Gefahren, mit denen auch Jugendliche konfrontiert werden. Das Spektrum reicht hierbei von der Verletzung von Persönlichkeitsrechten hin zu Verleumdungen und Cyber-Mobbing. So geben 42 Prozent der Internetnutzer an, dass schon einmal Videos oder Fotos,auf denen sie selbst abgebildet waren, ohne ihre Zustimmung online gestellt wurden.Ein Viertel berichtet, dass es im Freundeskreis schon einmal zu Ärger aufgrund von Interneteinträgen kam. 14 Prozent ist es schon einmal passiert, dass Falsches oder Beleidigendes im Internet verbreitet wurde. In Kontakt mit regelrechtem Cyber-Mobbing sind bisher ein Viertel der Internetnutzer gekommen. Jedes dritte Mädchen und jeder zweite Junge kann darüber berichten, dass jemand aus dem Freundeskreis im Internet schon einmal fertig gemacht wurde – sei es in einer Community oder in einem Chat.

Die Anbahnung von Kontakten ist nirgendwo so einfach wie im Internet. Wer im Chat attraktiv erscheint, büßt spätestens dann seine Anonymität ein, wenn nach dem richtigen Namen oder dem Wohnort gefragt wird. Schnell ist eine Person gegoogelt, beim Stöbern in Profilen kann man auf direktem oder indirektem Weg Interesse bekunden und eine Nachricht hinterlassen. Dass Fremde im Internet nach Telefonnummer, Adresse oder Namen fragen, bestätigen 40 Prozent der Internetnutzer. Mädchen (48 %) werden dabei häufiger um ihre Kontaktdaten gebeten als Jungen (34 %), mit zunehmendem Alter der Jugendlichen teilen immer mehr diese Erfahrung (12-13 Jahre: 26 %, 18-19 Jahre: 49 %). Positiv ist hervorzuheben, dass der Großteil der Jugendlichen der Aufforderung, Personendaten preiszugeben, nicht nachkommt.
Nichts desto trotz haben jeweils ein Viertel der Internetnutzer schon einmal mit Personen, die sie im Internet kennen gelernt haben, telefoniert bzw. haben sich persönlich getroffen. In beiden Fällen etwas mehr Jungen als Mädchen, etwa jeder zehnte 12- bis 13-Jährige und ein gutes Drittel der Volljährigen. Für jeden Zehnten, der sich persönlich mit Internetbekanntschaften getroffen hat, war diese Begegnung eher ernüchternd – der Kontakt personalisierte sich dann als eher unangenehme Person“. S. 48 – 49(1)

Leider hat sich die Studie aber auch nicht die Mühe gemacht, die Tätergruppe der Cybermobber zu untersuchen. Und es fällt auf, dass die Nutzung der Internets schon sehr früh anfängt, also ab etwa 12 Jahren und viele dieser Kinder sich über die Gefahren nicht bewusst sind. Hier fehlt die Aufklärung in der Schule und im Internet selbst.

1)http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf09/JIM-Studie2009.pdf