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Jetzt machen sie schon die Mediatoren fertig, Mobbing ohne Grenzen.

12. Dezember 2011

Prècaire

Deutschland kann für sich weltweit in Anspruch nehmen das Land der Mobber, Wegschauer und Demokratie- und Existenzzerstörer zu sein. Alleine die Tatsache, dass der Exportweltmeister bis heute immer noch kein Anti-Mobbing-Gesetz hat, spricht Bände.

Kam es zu Mobbing-Attacken gegen Bürger, Arbeitnehmer und Schüler, dann hat man wohl von dubiosen Gerichten aus gerne auf des Instrument der Mediation* zurückgegriffen, aber gleichzeitig eine rechtliche Grundlage nicht eingefordert oder verabschiedet. Die Arbeit der Lobbyisten gegenüber den Parlamentariern, den berufsmäßigen Wegschauern war äußerst erfolgreich.(1)

Doch das hat den Mobbern und Fertigmachern nicht gereicht, zu oft haben Mediatoren das grausame Spiel der Hintertürabsprachen nicht angenommen, wie es durch Anwälte, Richter und Politiker gegen Entgeltregelungen der „Clearingstellen„** und Pöstchen geschachere üblich ist. Bisher wurde über diesen Sumpf nur zu wenig berichtet, oder anders ausgedrückt, wer hier nachgefragt oder -gehackt hat wurde zum Opfer. (2)

Nun hat ein Mediator das Schweigen gebrochen und auf der Internetplattform „Mobbing.net Forum“ für Mobbing-Opfer eine Diskussion begonnen, die jeder genau verfolgen sollte. Denn nun sind nicht mehr alleine die Mobbing-Opfer oder -Geschädigten Zielscheibe der „Angriffe auf Leib und Leben und die finanzielle Existenz“ sondern die Mediatoren selbst. (3)

„Als Berater und Vermittler bei Mobbingproblemen stelle ich fest, dass der Wind immer rauher wird und Mobbing bzw. Antimobbing-Mediatoren zunehmend zwischen die Fronten geraten“. (3) Zu recht fordert er nun eine Diskussion über das Thema Mobbing gegenüber Mediatoren ein, denn es handelt sich hierbei um eine neue Dimension der Schikane die unser Land überrollt.

HB6YxpJA_Pxgen_r_Ax169„Was ich nun beobachte ist eine neue Qualität dieser Angriffe. Was früher schlimmstenfalls eine verbale Entgleisung war, geht nun in massive Angriffe auf „Leib und Leben“ und die finanzielle Existenz über. Ich habe mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen darüber geprochen und die berichteten mir über ähnliche Vorgänge“. (3)

Offenbar haben die Mobber und ihre Rechtsexperten gemerkt, dass Mediatoren nicht so leicht wie Anwälte, Journalisten  und Richter auf ihre Seite zu bringen sind. Zu oft haben die „außergerichtlichen Vermittler“ ihre Unabhängigkeit „in einem Kommunikationsprozess“ bewahrt, und das war schlecht für das Geschäft und Treiben der Mobber.(4)

*Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien – teilweise auch Medianten oder Medianden genannt – wollen mit Unterstützung einer dritten „allparteilichen“ Person (dem Mediator) zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich. (1)

**Eine Clearingstelle ist eine Einrichtung zur Koordination und Schlichtung zwischen verschiedenen Institutionen, Trägern und Angeboten. Beispiele für Clearingstellen gibt es in der Schweiz …. (dabei haben die Clearingstellen  bei unserem Nachbar für die deutsche Rechtsaufklärung eine traurige Dimension erreicht). (2)

1)http://de.wikipedia.org/wiki/Mediation

2)http://wp.me/puY9b-iA

3)http://forum.mobbing.net/showthread.php/5242-Angriffe-auf-Vermittler-bei-Mobbing-wie-gefährlich-leben-Antimobbing-Mediatoren

4)http://de.wikipedia.org/wiki/Mediator

4)

Pharmakonzern diskriminiert nachweislich Frauen.

23. Mai 2010

Justiz ist eben nicht Justiz und Gerechtigkeit ist immer noch ein Fremdwort für viele Richter im globalen Dorf, gerade wenn man die Gilde der deutschen Richter nimmt.

Während im globalen Dorf es nicht einmal Regierungen mit ihren mächtigen Behörden schaffen, ein paar clevere Finanzjongleure zur Einhaltung von sozialen Mindeststandards zu bewegen, die deutsche Regierung macht dann immer einen auf „dicke Hose“ und spricht von Regeln, doch was sollen dann Regeln helfen, wenn Konzerne nicht einmal Gesetze einhalten.

Der neuste Fall des globalen Players Novartis, einem Pharmakonzern mit Stammsitz in der Schweiz macht dies deutlich. Obwohl auch in den USA die Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt verboten ist, haben jetzt die Mitarbeiterinnen des Konzerns in New York ein legendäres Urteil erwirkt.

12 weibliche Mitarbeiterinnen gingen vor ein New Yorker Bundesbezirksgericht und die Geschworenen haben eines der wichtigsten Urteile in diesem Jahr oder Jahrzehnt gefällt. Novartis hat die Angestellten bei Beförderungen bewusst übergangen und muss jetzt 3,3 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. (1)

Wobei noch Berufung eingelegt werden kann und nach Zeitungsberichten Novartis dies auch machen will oder anstrebt. Denn die 12 Frauen sind nur ein Teil einer Gruppe von Mitarbeitern der 5600 Beschäftigten in dem Pharmaunternehmen, die eine Sammelklage auf Schadensersatz inklusive Lohnausfälle und Boni-Zahlungen in Höhe von 200 Millionen anpeilen. Weiter soll das Pharmaunternehmen für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn ausbezahlt und Schwangere benachteiligt haben.

Im Fall der 12 Mitarbeiterinnen, sah es das Gericht als erwiesen an, dass „das Pharmaunternehmen für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn ausbezahlt und Schwangere benachteiligt“ hat. (1)

Eine Frau aus der Gruppe hat auch gegen den Konzern noch eine Sonderklage geführt, die eigentlich vom Inhalt her nur schocken kann und man sich fragen muss, was ist im globalen Dorf eigentlich alles möglich?

So wurde die Arbeit der Frau kritisiert, nachdem sie einen für den Konzern tätigen Arzt  wegen der „Vergewaltigung auf einem Betriebsausflug“ angezeigt hat. (2) Man glaubt es kaum, so hat doch ein Vorgesetzter die Frau bezichtigt, sie sei „Schuld für die Tat“, also Vergewaltigung. Und das Prinzip kennen wir aus den Mobbingfällen zur Genüge, da wird auch immer dem Opfer unterstellt, es sei selber Schuld und hätte die Mobbingattacken selber verursacht.

Aus den Opfern werden dann Täter gemacht, damit der Mob seine Hände in Unschuld waschen kann, ein Prinzip, nachdem man in Deutschland erfolgreich mobben und schikanieren kann, wie der Fall der Managerin Sedika Weingärtner zeigt, in dem ebenfalls eine Frau fertig gemacht wurde und das über Jahre hinweg.

In den USA scheint man zu mindestens als Opfer die Möglichkeit eines fairen Prozesses zu haben, denn offenbar kennt man dort keine Clearingstellen in der Schweiz, wie das in Deutschland wohl Gang und Gebe ist. Der Musterprozess der Managerin Sedika Weingärtner wird daher für alle Opfer von Diskriminierung am Arbeitsplatz und Mobbing zum Musterprozess. Das Urteil in der ersten Instanz wird vom Richter immer noch vor sich her geschoben, warum eigentlich, die Fakten liegen seit dem ersten Tag auf dem Tisch. (3)

Zurück in die USA, die Mitarbeiterin, die die Vergewaltigung an die Öffentlichkeit gebracht hat, erhielt vom Gericht eine „Schadenersatz von 540 000 Dollar“ zugesprochen, fragen sie mal Vergewaltigungsopfer in Deutschland, was sie bekommen haben? (2)

Zurecht verweist einer der Anwälte aus dem Gerichtsverfahren aus New York auf die zentrale Bedeutung dieses Verfahrens, dass eben Rechte nicht nur auf dem Papier stehen dürfen, sondern sie müssen gerade in der Arbeitswelt, in wir so viel kostbare Zeit unseres Lebens verbringen, auch real gelten und beachtet werden, auch von den Herren Managern, ob sie nun Amerikaner sind, oder Schweizer oder auch blonde sowie grauhaarige Deutsche.

„Das Urteil sende die deutliche Nachricht, dass Gleichstellung der Frau nicht nur auf Papier festgehalten werden könne, sondern im Betriebsalltag auch umgesetzt werden müsse, sagte David Sanford, einer der Hauptanwälte der Klägerinnen“. (1)

Und zu Recht fügt der Anwaltspartner von David Sanford, Steven Wittels hinzu, „auch der Novartis-Verwaltungsrat in der Schweiz müsse dem Urteil Beachtung schenken,… Was in Basel durchgehen möge, werde in New York nicht toleriert“. (1) Nun also sind die Arbeitsrechtler und Politiker in der Schweiz gefragt, hat dort die Frau die Gleichberechtigung oder ist sie nur die „Rippe von Adam“?

Mobbingerlebnis

Und da Novartis auch in Deutschland stark vertreten ist (4), muss man sich fragen, wie sieht es eigentlich dort mit der Einhaltung des AGG aus? Was macht eigentlich die Gewerkschaft dort, außer mit ihren Betriebsräten Kaffee und Kuchen zu konsumieren. Sinnigerweise ist die deutsche Zentrale von Novartis auch in Nürnberg, dort wo bei Siemens Sedika Weingärtner fertig gemacht worden ist und sich ein Richter im Gerichtsgebäude erhängt hat.

Erinnert sei auch an den Mobbingfall Hardy Riedel bei Playmobil, der bis heute noch auf sein Recht wartet und dem man auch ein faires Gerichtsverfahren verweigert hat.

So ziemlich harter Tobak was hier in der globalen Arbeitswelt abgeht, und man kann nur hoffen, dass die Medien über den Fall Novartis ausführlich berichten und auch mal bei der IG-Chemie (6) nachfragen, was die Mitarbeiterinnen dort so jeden Tag erleben. Investigativer Journalismus nennt sich so was übrigens.

1) http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Geschworene-in-den-USA-Novartis-hat-Frauen-diskriminiert/story/15000916

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,695757,00.html

http://www.n24.de/news/newsitem_6071642.html

2) http://www.pressetrends.com/a/novartis+wegen+diskriminierung+vor+gericht

3) https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/21/sedika-weingartner-managerin-bei-siemens-wurde-7-jahre-lang-gemobbt/

http://www.sueddeutsche.de/karriere/managerin-verklagt-siemens-auslaendisch-weiblich-gemobbt-1.54727

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/familie/sendungsbeitraege/2010/0317/03_mobbingprozess.jsp

4) http://www.novartis.de/kontakt.shtml

5) http://wir-zeitung.blogspot.com/2008/05/playmobil-und-der-fall-hardy-r.html

6) http://www.nuernberg.igbce.de/portal/site/nuernberg/