Posts Tagged ‘Arbeitslosigkeit’

„Wenn ihre Tochter am Boden liegt, schlagen wir sie tot.“

5. April 2011

Mit diesem Satz wurde die Mutter von Lisa, 13 Jahre und in der 7. Klasse an der katholische Schule Neugraben bedroht. Ausgangspunkt dieser Mobbingattacke soll das Ende einer „Beziehung zwischen dem Jungen und einer Achtklässlerin“ von Lisa`s Schule sein. (1)

„Daraufhin hatte er Interesse an Lisa gezeigt. Der ganze Kram ist (dann wohl) eskaliert, sagt Lisas Vater Thorsten M. , aus einer Mücke ist ein Elefant geworden,“ offenbar aber nicht für alle Mitschülerinnen seiner Tochter jedenfalls. „Eine Achtklässlerin hatte die verbale Auseinandersetzung zwischen Lisa M. und den anderen Schülern per Handy aufgenommen und auf die bei Schülern sehr beliebte Internetplattform YouTube gestellt – allerdings kurze Zeit später wieder gelöscht. Auf dem etwa zehnminütigen Film soll eine etwa 20-köpfige Schülertraube zu sehen gewesen sein“. (1)

Die Zahl 20 wird so langsam zu einer magischen Größe bei Cyber-Mobbing. In Berlin tauchten zu den Prügelorgien jeweils 20 Mitschüler auf um einen Schüler fertig zu machen. Laut Schulleiterin Christa Herrero „gibt (es) keine Gangs an unserer Schule. Gangs sind feste Gruppen mit kriminellen Strukturen und kriminellen Zielen“.

Doch im Fall Lisa ermittelt jetzt  „Oberkommissar Bernd Meyburg, 49,  Cop4U der Wache 47″ , denn Mutter und Tochter haben Anzeige erstattet und zur Sicherheit haben ihre Eltern „sofort reagiert und ihr Kind einen Tag nach dem angeblichen Vorfall in der ersten Schulpause nach den Frühjahrsferien bei einer anderen Schule angemeldet“. (1)

An den Schulen in Hamburg macht sie nach und nach Mobbing und Gewalt breit, der Fall von Lisa wurde nur deshalb bekannt, weil ihre Eltern reagiert haben, doch wer kann das oft in sozialen Brennpunkten noch leisten.

„Wir haben im Einzugsbereich der Schule leider teilweise immer noch soziale Brennpunkte. Die Arbeitslosigkeit ist dort höher als in anderen Stadtteilen, sagt der Elternratsvorsitzende Thomas Neumann, 50″. (1)

1)http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1842879/Katholische-Schule-Wir-loesen-unsere-Konflikte.html

BenQ Mitarbeiter muss von Siemens weiterbeschäftigt werden.

20. April 2010

Die rechtlich sanktionierte Zerstörung der Vernunft?

Mobbing-Opfer mit ihren Arbeitsgerichtserfahrungen wissen was Michael Gerber hinter sich hat. 3 ½ Jahre, in Worten, dreieinhalb Jahre Kampf um seine Würde, seien Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit und das alles unter einem enormen finanzieller Druck, denn ohne Einkommen verliert man sehr schnell der Kampf um seine Würde.

Am Ende hat Michael Gerber sich zum Glück durchgesetzt, obwohl Siemens ihm sogar das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, Artikel 5 des GG nehmen wollte, ein Umstand der zeigt, was auch Sedika Weingärtner  noch bevorstehen dürfte und könnte.

Insbesondere wird die Klage der Ex-Managerin zu einem Musterprozess für alle Mobbing-Opfer in Deutschland werden. Dazu hat Frau Weingärtner auch einen sehr lesenwerten Kommentar auf dem Artikel „Sedika Weingärtner, Managerin bei Siemens wurde 7 Jahre lang gemobbt“ der aktuellen Antimobbingrundschau hinterlassen. (1)

Michael Gerber hat nun seinen Arbeitsplatz bei Siemens wieder, „auch die Weiterbeschäftigung bei Siemens sollte vor der Öffentlichkeit verschwiegen werden“, was wohl der Krone an Unverschämtheit eines Unternehmens die Krone aufsetzt.  (2)

Bei uns sagte immer der "Chef", was wir zu denken haben. 😉

„So verlangte Siemens in seinem Vergleichsvorschlag eine Verschwiegenheitserklärung, die mir untersagte mich zum Thema des Betriebsüberganges Siemens/BenQ und dem Erfolg vor dem Bundesarbeitsgericht öffentlich zu äußern. Auch die Weiterbeschäftigung bei Siemens sollte vor der Öffentlichkeit verschwiegen werden. Damit sollte offensichtlich eine unbequeme kritische Stimme gegen Siemens zum Schweigen gebracht werden“. (2)

Diese Form der Unterdrückung der Meinungsfreiheit war wohl so etwas wie der ungekrönte Höhepunkt im Fall Michael Gerber gegen Siemens, wobei die Brisanz in dem „Übergang des Arbeitsverhältnisses von Siemens auf BenQ“ bestand. (2) Bekanntlich ging dann BenQ und sehr merkwürdigen Umständen Pleite. (3)

Auf dem Blog „NCI News und Analysen“ sind die gesamten Hintergründe des Falls Michael Gerber dargestellt. Und Michael Gerber verweist zu Recht auf einen sehr großen Erfolg eines kleinen Mannes gegen ein Weltkonzern hin, der ihn jedoch sehr viel gekostet hat, zu viel, wenn man überlegt, dass wir in einem freiheitlich und demokratischen Rechtsstaat leben, wie ihn unsere Politiker immer so gerne anpreisen.  Nur was heißt eigentlich Rechtsstaat für Opfer von Kündigungsorgien und Mobbing, wenn am Ende immer der verliert, der dem finanziellen Druck nachgeben muss?

Aufschrei im Land der Arbeit

„Mit der Durchsetzung des Beschäftigungsanspruches gegen Siemens vollendet sich der Erfolg vor dem Bundesarbeitsgericht. Mein Ziel war es in dem Dickicht des Arbeitsrechts einen Pfad zu schlagen, um für künftige betriebliche Auseinandersetzungen bei Betriebsübergängen günstigere Ausgangsbedingungen für Beschäftigte zu schaffen.“(2)

Ein Erfolg, der leider in unserer Presse und in den restlichen Medien kaum erwähnt worden ist, so weit reicht also schon der einer dieser Arme der Krake „Zerstörung der Vernunft*“ der Verschwiegenheitserklärung in unserem Land, traurig aber wahr. (4) Mal gespannt, wann der erste Philosoph oder Journalist in diesem Land seine Verschwiegenheitserklärung abbekommt.

* von Jürgen Habermas

1) https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/21/sedika-weingartner-managerin-bei-siemens-wurde-7-jahre-lang-gemobbt/

2) http://blog.nci-net.de/2010/04/14/benq-%e2%80%9esiemens-muss-mich-wieder-beschaftigen-%e2%80%9c/

3) http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,464759,00.html

4) http://www.zeit.de/1991/20/Die-andere-Zerstoerung-der-Vernunft?page=1

Auszubildende wurde von der Agentur für Arbeit gemobbt

17. November 2009

Hartz IV vor Gericht?

Seit der Kriegerklärung der Politik – Gazprom-Schröder und BMW-Fischer waren die sogenannten Paten des Herrn Hartz – an die Langzeitarbeitslosen und Mindesteinkommensbezieher entpuppen sich insbesondere die Agenturen für Arbeit in Berlin als Hort der Mobber.

Der Fall einer Auszubildenden – nachzulesen in einem der besten Artikel zur Hartz IV`lern in Berlin von Marianne Rittner in der Berliner Woche Nummer 46 – zeigt einmal mehr, was dort schikaniert und gemobbt wird. Erschreckend auch, wenn man bedenkt, dass alleine in Berlin 574 368 Bürger von Hartz IV leben müssen. Das ist der gesellschaftliche Notstand.

Und dann noch jetzt die Tatsache, dass sich die eh schon Gedemütigten bei den Agenturen für Arbeit erneut Mobbingattacken ausgesetzt sehen. Was da mit unseren Geldern für die NothilfeArbeitslosigkeit“ von unfähigen und teilweise asozialen Mitarbeitern getrieben wird, ist ein Krieg gegen die Würde des Menschen.

Hartz IV Opfer

Hartz IV Opfer

Im Fall der jungen Frau, die in einem Ausbildungsverhältnis stand, hat sich folgendes zugetragen. Die Firma ging Pleite und sie verlor somit ihren Ausbildungsplatz ohne Eigenverschuldung. Dann beantragte die junge Frau Arbeitslosengeld, dafür ist ja bekanntlich die Arbeitslosenversicherung geschaffen worden und wird von uns Arbeitnehmern finanziert, im Rahmen der Solidargemeinschaft.

Doch wenn Unfähigkeit, mangelnde Schulbildung und asoziale Werteeinstellung sich in Behörden zusammenrotten dürfen, entstehen regelrechte „Schlachtfelder“ von Mobbern. Der jungen Frau wurde nämlich von den Agenturmitarbeitern unterstellt, sie hätte ihre „Lehre gekündigt„. Ein Anruf bei der Firma, die schon im Totenbett lag, hätte da normalerweise genügt, um Klarheit zu verschaffen, doch nicht so bei Mitarbeitern der Arbeitsagentur. Da wurde erstmal richtig das Arbeitslosenopfer fertig gemacht.

Die junge Frau hat sich dann an den „Hartz IV Empfänger Peter Beyer, Ex-LKW-Fahrer“ gewandt und um Hilfe gebeten. Der kannte aus eigener Erfahrung die Anstalt AfA und ist einer dieser vielen „wichtigen ehrenamtlichen Mitarbeitern“ im Kiezladen Marzahn und anderen Selbsthilfeeinrichtungen. Er ging mit der Azubifrau zu deren Agentur und wurde dort dann schlagartig von fünf Mitarbeitern bearbeitet.

Fünf Mitarbeiter, die weder sich vorher sachkundig gemacht haben und wohl auch sonst nichts zu tun haben, denn eigentlich ist nur ein Jobcenter-Mitarbeiter für einen Arbeitssuchenden zuständig. So sollte jedenfalls die Personaleinteilung dort stattfinden. Doch was ist in Deutschland 2009 schon normal?

Hartnäckig und mit dem Recht der Moral beharrte Peter Beyer auf der Wahrheit, dass nämlich nicht die junge Frau gekündigt häte, sondern wegen der Firmenpleite auch ihr Ausbildungsplatz verschwunden ist, was ja logisch ist.  Aber eben nicht für Behördenmitarbeiter die gerne schikanieren und mobben.

Gerechtigkeit ist ein undeutscher Wert.

„Erst als er die Jobcenter-Mitarbeiter bewegen konnte,“ – Bewegung und Denken sind Eigenschaften die man von Mitarbeitern einer Behörde niemals erwarten sollte – „genauer  in die Akten zu sehen“, stellte sich heraus, dass die junge Frau eben „nicht gekündigt hatte. Zwei Tage später hat sie einen neuen Ausbildungsvertrag“ und Peter leider keinen Job bei der AfA, denn dazu war er zu hilfsbereit und sein Wissen zu gut. Die Mitarbeiter der AfA haben sich auch nie für ihr „asoziales Verhalten“ entschuldigt, woher sollten sie auch solch eine soziale Verhaltensweise kennen, die sind ja „die frei schwebenden Damen und Herren“ über dem Recht.

Man wundert sich nach der Story dann auch nicht mehr, dass alleine 26 ooo  Klagen in diesem Jahr alleine in Berlin vor dem Sozialgericht anstehen und die Tendenz ist steigend. „Mehr als jede zweite Klage hatte bisher Erfolg“, Tendenz steigend.

1)  http://www.berliner-woche.de/fileadmin/Wochenblatt-Ausgaben/2009/0946_STN.pdf letzte Seite.