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Mobbing und Kündigungen, eine rechtlich sehr fundierte Teildarstellung

7. Mai 2010

Die Zunahme der Kündigungen die auf Mobbing zurückzuführen sind, steigen in Europa und bei uns extrem an. Von daher finden sich auch in der juristischen Literatur immer wieder  neue Betrachtungen dieser Umstände, gerade wenn Mobbing zu Kündigungen führte. Sie sind für Anwälte natürlich von besonderem Interesse, aber eben auch für uns Opfer.

Der Autor des Artikels „Mobbing: Einmal verdächtigt; viermal gekündigt„, der  Rechtsanwalts Dr. jur. Frank Sievert, Hamburg wird diesem Anspruch nur zu einem Teil gerecht, denn er behandelt die Kündigungen und ihre inhaltlichen Ausuferungen nur unter Würdigung der BGB-Regelungen. Zum Thema Mobbing sagt er wenig aus, was aber den Wert und die inhaltliche Aussage in seinem Artikel zur außerordentlichen Kündigungsmasche Deutschland 2009 oder 2010 nicht schmälert.

Denn Sievert stellt noch mal klar, dass Bagatellkündigungen wie die wegen dem Verzehr einer Frikadelle oder Maultasche eben jetzt schon nicht möglich sein konnten, weil  „die Anforderungen an die Rechtmäßigkeit einer außerordentlich fristlosen Kündigung nach § 626 Abs. 1 BGB sind viel strenger als diejenigen für die Rechtmäßigkeit einer ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung. Nach § 626 BGB kann der Arbeitgeber aus wichtigem Grund außerordentlich nur dann kündigen, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer es ihm nicht zugemutet werden kann, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der ordentlichen, regelmäßig vertraglich oder tarifvertraglich festgelegten Kündigungsfrist fortzusetzen“. (1)

Nun muss man aber genau lesen, Sievert stellt nur die Bedingungen für eine außerordentliche fristlose Kündigung nochmals in einen juristischen Kontext. „Eine ordentlichen verhaltensbedingten Kündigung“ lässt er in seinem Artikel erst mal Beiseite.

Und er bezieht sich auf das Bundesarbeitsgericht, unser Problem sind aber die Arbeits- und Landesarbeitsgerichte, und da herrscht das blanko Chaos vor, von Gefälligkeits- bis zu Scheinurteilen ist hier alles vorhanden. Und hier ist endlich mal der Gesetzgeber gefragt, den die meisten Mobbing-Opfer schaffen es nicht einmal zum BAG, finanziell sind sich schon nach dem LAG-Termin fertig.

Und wenn Geld darüber entscheidet, ob jemand Recht bekommt oder nicht, dann hat das mit Demokratie nichts zu tun. Hier sollte mal die Gilde der Anwälte über den eigenen Tellerrand schauen und sich fragen ob nicht das Leistungsprinzip sinnvoller ist, Bezahlung eines Anwalts nur bei Erfolg.

Nun wissen wir aber, dass gerade in Mobbingfällen immer eine Flut von Kündigungen erfolgte. Bisher waren es oft drei oder vier, meistens auch mehrere, es gibt Fälle in denen es bis zu 8 Kündigungen gibt und diese sind eigentlich von öffentlichem Interesse. Denn oft erfolgen fast alle Kündigungen immer mit der gleichen Begründung erfolgt, und hier stellt sich die Frage nach dem Sinn einer Verhandlung.

Aber es wird auch oft derselbe Kündigungsgrund für eine außerordentliche genauso genommen wie für eine ordentliche. Und hier zeigt sich schon der Fehltritt der Rechtssprechung in Deutschland, denn wenn der Kündigungsgrund nicht sachlich ist, kann er weder ordentlich noch außerordentlich richtig sein. Hier kapseln sich die Juristen von einem Grundsatz ab, dem der Verständlichkeit und Verhältnismäßigkeit.

In Österreich hat sich die Gesetzgebung zum Beispiel den Grundsatz auferlegt, Gesetze so zu formulieren, dass sie von allen Bürgern auch verstanden werden. Und dies ist in der deutschen Rechtssprechung nun ganz bestimmt nicht gegeben, sondern eher das Gegenteil, was dann wiederum in mehreren Jahrzehnten zu einer Flut an Gesetzen und Verordnungen führte, durch die sich dann eine paar Experten wühlen und mit unverständlichen Begriffverwendungen von der Realität abkopplen.

So hat Sievert wie fast 99% aller Juristen im Arbeitsrecht das Kündigungsschutzgesetz ganz ausgeklammert, vom Betriebsverfassungsgesetz und dem ArbSchG ist fast nie die Rede und der Tatsache, dass Mobbingattacken immer die Verletzung  der „Würde des Menschen“ zur Folge haben und nach dem StGB somit kriminell sind. Auch hat ein Vorgesetzter eine Fürsorgepflicht und müsste schon beim Verdacht von Mobbing zum Beispiel die Gewerbeaufsicht einschalten, dich wo findet das schon statt?

Und hier liegt eben auch der Hunde begraben, da wir in Deutschland kein Anti-Mobbing-Gesetz haben, dass natürlich auf den entsprechenden Paragraphen aus dem BGB, HGB, StGB, Betriebsverfassungsgesetz, ArbSchG, Kündigungsschutzgesetz und dem AGG  aufbauen könnte, werden Mobbing-Attacken immer häufiger und radikaler. Der Kahlschlag unter den Arbeitnehmergruppen unter 25 Jahre und über 50 Jahre zeigt dies eindeutig.

Nur wenn eben Mobbing drauf steht, wenn es eben auch drin ist, ergibt einen Sinn. Von daher hat man in Österreich für den öffentlichen Dienst und gerade für die Gilde der Richter ein klares Mobbing-Verbot verabschiedet. Es steht also drauf was auch drin ist, und nicht wie bei uns in Deutschland, wo Richter ihre Verantwortung dadurch wegschieben wollen, in dem sie über Mobbing reden, aber kein Gesetz einfordern, in dem Mobbing einmal klar definiert ist und auch die Folgen für die Täter daraus, also die Sanktionen.

In Deutschland gibt es kein Gesetz, keine Verordnung oder Richtlinie, in der auch drauf steht was drin ist, nämlich Mobbing. Und das ist einer der größten Skandale und Hauptursache für Mobbing bei uns in Deutschland.

1) http://www.dashoefer.de/Online-Angebote/Newsletter/PersonalGate/?cid=2565

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The verdict against the Bäckereimobberin

26. Januar 2010

Justice.

After the chief had denounced the Mobberin, they went to court and tried to legitimize their anti-social behavior can also legally. The Land Schleswig-Holstein has rejected an appeal by the applicant and confirmed the sentence of Arbeistgericht Munster, so the dismissal against the Mobberin.

The verdict 3 Sa 224/09:

„In the case of pp … is the 3rd Appeal of the Land Schleswig-Holstein to the hearing on 21.10.2009 by the Vice President of the Regional Labor Court … as chairman and honorary judges d. … d. volunteer as assessors and judges as an associate judge ruled … right:

The appeal by the applicant against the decision of the Labor Neumünster from 19.03.2009 — 2 Ca 84 D/09 – Is rejected at their expense. The revision will not be allowed.

LEGAL REMEDY: An appeal against this verdict is not given, but otherwise is referred to § 72 a ArbGG.

FACTS: The parties disagree about the effectiveness of two case of summary dismissal of the complaint inadequate, partly abusive handling against Members.

The applicant is 31 years old, married, and since 15 April 2001 when the defendant was operating as a bakery Fachverkäuferin. The defendant has more than 10 employees. The applicant received last 1.900,00 Euro gross per month. The applicant has worked in the branch in H.-U. . Head of this branch is Ms. L ….

On 01.09.2008 … A woman there started their training. Were also in this branch, among other things also the sellers and L … M … worked, Ms. L … long time, Mrs. M … first time on 11.11.2008. On 03 November 2008 searched the defendant, the sales manager Ms K … and operations consultant, Mr L … on a branch. These include the student was asked a woman … how she liked the store. This subsequently reported that they zurechtkäme with all except the applicant. The latter had not disputed – in which Tone However – repeatedly criticized in front of customers.

In response, the applicant was still at 03 November 2008 prompted Mrs A … reasonable to treat not and critique prior customers.

In the following week, the store manager Ms L … Mrs. K and Mr. L reported … … that was the applicant’s conduct towards Ms A did not improve … but even worse. Now the applicant has been scheduled for 11 November 2008 to ei-nem interview asking the central office. The conversation, which was attended by the two parties and Ms K …, took place in the period between 10.00 and 11.00 clock. The applicant was, among other things instructed to maintain, compared to a woman … a reasonable tone, and in particular To refrain from insults and threats.

She was told that this was now her last chance. They should lead the students A … a meeting to defuse tension, and even with the new clerk, Ms. M … friendly and reasonable deal. The applicant then drove back to the store H … U …. Then there were statements on their part, are open to debate and have led to this dismissal.

By letter dated 13 November 2008 (Appendix K 2; passed Bl 8 d. A.), the applicant on the same day, the defendant has an employment relationship with the applicant’s extraordinary, alternative, properly terminated. On 20 November 2008 sought to be discontinued, the applicant branch in H-U … on …. She met the student A … and spoke to her. The content of the statements made to Mrs A … is in dispute between the parties. The same applies to a statement by the applicant to present a Cleaner is said to have made about a woman ….

On this occasion, the defendant expressed dated 28 November 2008, a new extraordinary notice. This termination is the applicant on 01 December 2008 the latest. Against both dismissal, the applicant has brought an action in time. They consider that it has no Contractual obligations violated, at most slightly tomboyish behavior, the Labor Court regarding the allegations of the defendant that the applicant had insulted fellow-tion and threatened, evidence collected through interrogation of witnesses A and M … …. It has subsequently dismissed the action because it has considered in connection with the utterance of the first extraordinary dismissal, 13.11.2008 allegations as proven. With regard to the details of TATB tand-referenced applications and the grounds of the first-instance ruling of 19.03.2009.

Insults and threats

Against this ruling, notified the applicant on 20.05.2009 it has brought on 17.06.2009 calling, which was established on 20.07.2009.

The applicant repeats and deepens their submissions at first instance, essentially. She continues to deny the allegations and does not consider the witnesses credible. You have insulted or threatened any of her colleagues. Also it is not been warned-off. The applicant sought to reverse the verdict of the Labor Neumünster from 19.03.2009, notified on 20.5.2009 (file number 2 Ca 84 D/09) and:

1. determine that the employment explained by the by the defendants, dismissed without notice from 13.11.2008 has not been resolved,

2. been noted that the employment by the declared by the defendant in the alternative, dismissal with notice is not resolved, 13.11.2008,

3. been noted that the employment of the defendant explained by the summary dismissal of 28.11.2008 is not resolved.

The defendant contends that the Appeal dismissed.

The defendant contested the verdict, both in fact and legal point of view to be correct. Even the extraordinary termination was justified, 13.11.2008. As evidenced by the outcome of the Evidence was the tone used by the applicant have been inappropriate. On 10 November 2008 around 1200 clock had threatened the applicant, the A student …. They have in the property unit L branch manager in an offensive way … … A woman said: „If you love me again anscheißt the boss, I go to your neck!“ (Proof: L …).

Once the applicant on 11 Was November 2008 after the staff meeting in the branch returned versa, they have also the wife M … „Finger„Show and said:“ Who anscheißt to the head … I’m flat! „(Proof: M … L … L …).

On 20 6November 2008 was already terminated the applicant again went to the store and others have to Mrs A … said: „Because of you little bitchYou Bitch, I have been terminated. You are such a Mr Pig. You are the biggest bitch in the world! I hope that you will not survive the probationary period, „By transcending the applicant had to present cleaning contractor Sch … said:“ Because the bitch back there, I have been terminated. „The court has collected evidence on the behavior and statements of the applicant on 10.11.2008 and on 11.11.2009 by questioning witnesses … L, L and M … …. With regard to the evidence issues and the outcome of the inquiry is made to the meeting minutes of 21 Reference is made in October 2009. Regarding the other arguments of the parties to put forward the contents of pleadings exchanged and the annexes thereto, and the protocols referenced. Law I.

The appeal is allowed. It is form and has been brought in time and within the time limit appeal, also founded.

Second, the appeal is not justified. With detailed convincing reasons the industrial tribunal dismissed the dismissal in court, especially designed to ensure that after the outcome of the inquiry the applicant’s remarks to Mrs M … a intolerable threat which, taken in light of the talks held with the applicant’s first and conduct an immediate repetition of the relevant trade and flashings require the defendant.

This is followed by the appellate court in the result and in much of the ground. To avoid unnecessary repetition, reference is made to the detailed reasons for the decision under appeal ruling. Merely complementary and closely to the new presentation and the outcome of the inquiry conducted zweitins-tanzlich is stated as follows:

1. According § 626 Abs 1 BGB is an employment for cause without notice will be canceled if there are facts upon which the termination, taking into account all the circumstances of individual case-les, and weighing the interests of both parties to continue the Ver-tragsverhältnisses not be expected until the expiry of the notice can.

The weakest link

Regarding the existence of a termination reason is basically the Employers and the burden of proof EVIDENCE.

a) Gross insults from fellow are in themselves capable of justifying a summary dismissal to. What is to be classified among them, to be decided after considering the circumstances of the individual case. Is of importance, inter alia, the occupational or industry-tone and the interview situation (Schaub, labor law handbook, § 125 Rdz. 77), with further references.

b) Even fights Operating principle justify the extraordinary termination. The employer has to protect all workers in its operations against physical attacks.

c) Because of the incumbent duty of care to an employer to his employees, he is obliged to Maintaining the peace operation implement appropriate measures to ensure the orderly cohabitation of Betriebsgemein-nity to provide. Thus, a sustained disruption of the orderly to the company can justify sammenlebens Community dismissal if the production process or the orderly cohabitation otherwise be affected (Schaub, § 130 Rdz. 35 mw) N..

2. Against this legal backdrop, the immediate dismissal of the defendant is justified, 13.11.2008. The applicant’s conduct in relation to their colleagues was no longer tenable and justified in view of previous discussions held with her, even taking into account the long-proper operating condition of the applicant Extraordinary termination.

a) After the conclusion of the appellate sometimes repeated, sometimes comple-mentary inquiry is conducted to the satisfaction of the appellate court found that the applicant compared to the trainees on 10.11.2008 … A colleague at work and in front of Mrs. M … on 11.11.2008, not only in has expressed a burschiko sen-kind, but both intimidated in an unacceptable way, sometimes even threatening, and thus a fruitful collaboration has disturbed sustainably. aa) has L … For example, the witness said about the conduct of the applicant on 10.11.2008 off that trainees A … „has gone to his neck“ and this has since accused-in, she was guilty, that she again Chief must. The witness has demonstrated how the applicant has been physically behave there. After it has set itself in this statement immediately before a woman … and her hand, at least very close to the neck of the woman … a move when they did not have the neck be-comes.

Such behavior is a threat of a work colleague who is no justification, and in this case was by no behavior of a student … even partially provoked. The Board has no doubts about the credibility of the witness L … in connection with this statement. The witness, who had done initially difficult, especially in relation to the incident of 11.11.2008, to restore metaphorically about a year ago in the event sequences and report its connected to has the Ge-schehen almost effervescent, 10.11.2008 “ in one piece „described. The witness has stated that and how she screamed at the gestures of the applicant again: „A …!“. Your statement is in the opinion of the chamber in every way worthy of faith. It was evident in the facial expressions of the witness, and how shocked she was that element over the applicant’s conduct towards the students in the Mon-A …. Also in connection with the description of the reaction of apprentices A … – at least 5 minutes crying on the toilet – has the witness credibly explained the effect of the conduct of the applicant. Her horror and her own concern about the students of preoccupation over the mirror-ing at the witness L … even during her testimony in the facial expression as -the.

The cry

bb) However, the witness has L … without any evidence of any un-credibility of the defendant’s notice set out the facts also confirmed. She testified that the applicant has applied and with a raised fin-ger said on the witness M … „Who me anscheißt the boss, which I do flat.“ The witnesses had no contact during the inquiry, because the witnesses gin L … after testifying at the request of the court as a precaution in the meeting held on has. The witness has confirmed the L … L … statement of the witness, even in

seemingly incongruous detail. The witness has expressed ge … L-spent, that the applicant has intimidated the new co-worker on her first day out of the blue and could not calm down. It has also confirmed the gesture, which the applicant to Ms M … with the hand / finger made, and demonstrated. She has left open whether there has been a question of the „stink-finger“, which was the favorite character of the applicant, or to the index finger. This is for the Appellate Division but not entscheidungser-considerably. The Appeals Chamber then there are no doubts that it is ge for the conduct of the applicant no longer just a tomboy-acting form of expression has, it has rather the new co-worker M intimidated … so that the subsequent course of the workday and appeared questionable the cavity and L … L … felt responsible to advise the witness of M …, as now proposed would be received and to encourage them to try to hold out at least a few hours of work. By the applicant of the day laid dealing towards its fellow workers is unacceptable. It destroys the peace operation and makes a fruitful cooperation impossible.

cc) This has finally confirmed the testimony of the witness M …. This they claim has felt very uncomfortable, and perceived the situation as extremely unpleasant. She has the attitude of the applicant as aggressive towards her one-arranged and was perplexed, why was she of addressee of such statements. It is also within the scope of the inquiry made clear that was conducted almost a year after the incident in the appeal hearing. The witness M … has confirmed that she was confused and totally bewildered, as the further working day on which they now faced the very aggressive towards her aufgetre Tenen-applicant would be working alone weiterverlaufen. She also testified that she had agreed not to 15.00 clock, as with the cavity L and L … …, endured „. This is done so after testifying, both to enable my fellow L and L … … the closing time and to be expected of an-other hand, the applicant not having to serve in the whole working alone and without support in the store. Even the testimony of the witness M …

Given this lack of capacity for insight and timely objected to handle multiple repetitions of the style of an utterance extraor-tion termination was justified in this case also taking into account the long tenure of the applicant. 3. Accordingly, the unfair dismissal claim was unfounded. The extraor-che termination of the defendant, 13.11.2008 has terminated the employment relationship effective without notice. Dismissed the action was dismissed, therefore, quite rightly, that the Beru-tion was. The decision on costs follows from § 97 ZPO. The requirements of § 72 para 2 ArbGG are not available, so that the revision was not allowed. In this case is solely an individual decision. Signed: Signed: … .. Signed …

a) After the conclusion of the appellate sometimes repeated, sometimes performed in addition evidence is established to the satisfaction of the appellate court that the applicant compared to the trainees on 10.11.2008 … A colleague at work and in front of Mrs. M on 11.11.2008 … not only in a tomboyish type has expressed, but both in a unsustainable way intimidated, Some even threatening, and thus a fruitful collaboration has permanently damaged.

The Show of one Euro by Hartz IV

aa) has L … For example, the witness testified about the conduct of the applicant on 10.11.2008, that the A student … „has gone to his neck“ and this has since accused-in, she was guilty that they had to head back . The witness has demonstrated how the applicant has been physically behave there. After it has set itself in this statement immediately before a woman … and her hand, at least very close to the neck of the woman … a move when it has not even touched on the neck.

Such behavior is a threat of a work colleague who is no justification, and in this case was by no behavior of a student … even partially provoked. The Board has no doubts about the credibility of the witness L … in connection with this statement. The witness, who had done initially difficult, especially in relation to the incident of 11.11.2008, to restore metaphorically about a year ago in the event sequences and report its connected to has the Ge-schehen almost effervescent, 10.11.2008 “ in one piece „described.

The witness has stated that and how she screamed at the gestures of the applicant again: „A …!“. Your statement is in the opinion of the chamber in every way worthy of faith. It was evident in the facial expressions of the witness, and how shocked she was that element over the applicant’s conduct towards the students in the Mon-A …. Also in connection with the description of the reaction of apprentices A … – at least 5 minutes crying on the toilet – has the witness credibly explained the effect of the conduct of the applicant. Her horror and her own concern about the students of preoccupation over the mirror-ing again at the witness L … even during her testimony in the face.

The Board has no evidence to doubt the correctness of this statement. Even with regard to the incident of 11.11.2008 the witness L has confirmed … that the applicant is furious after the talks at the headquarters in the branch in H … U … has appeared and said, gesturing to the witness, M … with the hand or fist „Who wants to turn on to the head that I’m dull.“ L … The witness has testified in this context, it was uncomfortable and a little threatened ge-feel, the witness that M is … was speechless.

She has also testified that she has tried to the applicant, which she described as a calm-tempered, what could not. She has shown how helpless the Witness M was … in terms of their subsequent work behavior that day. Collectively have the cavity L … L … M … and then thought, could be how to ensure that women and women’s L … L … could make their closing time and could remain nevertheless the witness M … alone with the applicant at the office and work. The Appeals Chamber has already become clear from this statement that the conduct of the applicant’s ge-ordered to pay Mrs M … compared to all three witnesses interrogated the issue of whether the witness on 11.11.2008 its M … Work at all still would be able to provide and how it could not afford the protection of other colleagues, on this ten-ers working assistance.

The Chamber has also so far no evidence for a possible lack of credibility of the witness L …. Their testimony was consistent, it was visibly affected. It was still going through their concern clearly, 11.11.2008, as the witness M … with the applicant after this incident, this would still be at the beginning of its first working day, more work can. is credible in all respects.

bb) L … But the witness has confirmed without any evidence of any lack of credibility of the defendant’s notice set out the facts as well. She testified that the applicant has applied and with a raised fin-ger said on the witness M … „Who me anscheißt the boss, which I do flat.“ The witnesses were detained as a precaution during the inquiry, no contact, because the witnesses gin L … after testifying at the request of the court in the meeting room has.

The witness has confirmed the L … L … statement of the witness, even in seemingly incongruous detail. The witness has expressed ge … L-spent, that the applicant has intimidated the new co-worker on her first day out of the blue and could not calm down. It has also confirmed the gesture, which the applicant to Ms M … with the hand / finger made, and demonstrated. She has left open whether it is the „Finger„That the Favorite character of the applicant have had, or has been concerned about his finger. This is for the Appeals Chamber as well irrelevant.

The Appeals Chamber then there are no doubts that these were for the conduct of the applicant no longer merely a jovial expression, it is rather the new co-worker M intimidated … so that the subsequent course of the workday was also queried, and the cavity L … L … and felt the responsibility to consult with the witness of M …, as now proposed would be received and to encourage them to try to hold out at least a few hours of work. By the applicant of the day laid dealing towards its fellow workers is unacceptable. It destroys the peace operation and makes a fruitful cooperation impossible.

cc) This has finally confirmed the testimony of the witness M …. This they claim has felt very uncomfortable, and perceived the situation as extremely unpleasant. She has the attitude of the applicant as aggressive towards her one-arranged and was perplexed, why was she of addressee of such statements. It is also within the scope of the inquiry made clear that was conducted almost a year after the incident in the appeal hearing. The witness M … has confirmed that she was confused and totally bewildered, as the further work, in which she compared with her highly aggressive encountered applicant had to work alone, would weiterverlaufen. She also testified that she had agreed not to 15.00 clock, as with the cavity L and L … …, endured „.

This is done so after testifying, both to enable my fellow L and L … … the closing time and to be expected of an-other hand, the applicant not having to serve in the whole working alone and without support in the store. Even the testimony of the witness M …

To the satisfaction of the chamber is clear that the applicant has intimidated them gratuitously, and in respect of sustainable, legitimate conflicts brought their subsequent work behavior. For the Appeals Chamber established that the applicant unbridled aggressive towards her new colleague at work – the Weakest Link in their current work environment – and the working atmosphere has been poisoned destroyed on 11.11.2008 by their behavior.

b) This behavior has punished the defendant for the law with the phrase of a termination without notice. The plaintiff was unreasonable in view of their order-gangstons already at 03.11. 2008 and immediately before the incident on the morning of 11.11.2008 has been discussed. It has been explicitly requested on 11.11.2008 to refrain from insults and threats from colleagues about. She has been advised that this now is their last chance.

c) If the plaintiffs‘ representatives have denied the appeal hearing that the applicant has been said that this was now their last chance, this is irrelevant, and bring on-time. Page 3 evidenced by the facts were not disputed until now, this content of the conversation. An event request for correction is not available. Also in support of its appeal in this regard was the appellant did not contest the defendant’s gen. Insofar as the plaintiffs‘ representatives to its intended application-tion on page 2 of its first instance by pleading 16.02.2009, last paragraph, refers and seeks to derive therefrom a lecture on his part, the statement „this is their last chance“ was not pleased that contains such a statement pre – bring even rudimentary.

Prècaire

The sentence: „The applicant has seen some 30 minute conversation as a nice, pleasant conversation criticism,“ contains no disputable substantiated deny the statement of the defendant: that is now their last chance. “

d) This statement by the defendant is clearly a warning in the sense of labor They could be understood by the applicant only as a threat of labor law consequences. It has been understood as a warning by the applicant. That said, the applicant, according to the witness, M … even on 11.11.2008 at her.

e) In view of the fact that the applicant on the same day by return mail immediately following this warning call her repeatedly disputed behavior and her new co-worker aggressively intimidated in a non-excusable manner as shall ensure that she could not continue until the end of ges-working days, was the verdict of the extraor-ISSUE’s dismissal justified, 13.11.2008. The defendant, it was unreasonable to continue the contract only until the expiry of the notice. The applicant was able to act together even after the warning did not talk, although her employer had made clear to her that her behavior is challenged and will continue to be tolerated any longer. However, it has not taken this to heart.

On the contrary, she has complained of this behavior immediately repeated again and thus the first working day of their new colleague-tion made unbearable. The applicant has agreed with its unseemly tone and style to transition to the trainees and new staff A … M … also always turned to the weakest links in the environment of their colleagues. This is be-particularly reprehensible, because these employees were the most vulnerable. Such conduct by the defendant had to stop in order to ensure industrial peace and to live as deihliches coexistence. The defendant was also the continuation of employment not be expected until the end of the ordinary period of notice. It is for the chamber, given the sustainable conduct of the applicant does not begin to be seen to go out factual background against which it would be that in spite of their behavior on 11.11.2008 at notice during a running 2 ½-month termination would be in a position, self-restraint and to respect their fellow leginnen to behave appropriately. This is all the more so as the applicant on 11.11.2008 has worked for three hours with her co-worker improperly attacked M … without mitigating the effects of their behavior. Nothing could nähergelegen than to apologize during this time at work colleague, in an attempt to take the focus from the effect of their aggressive utterance.

Deshlab This ruling is important because it makes clear that supervisors do not have the right to offend people, yelling with antisocial and slandering tone too. Furthermore, it makes clear that an employer is EVIDENCE, and prove what was easy in the case of trainees, but in other processes is not the case.

The claim that E. had stolen, and therefore always requires the proof, so the police investigation. A circumstance of vierlerorts wisely will work judges ignored and thus the labor moves into the light of incompetence. That is why Labor has Mündter the land Schleswig-Holstein and the head of the Mobberin causes an important decision. The future will show whether the rule of law prevails in this country against tyranny and kindness judgments.

Source: http://www.sit.de/lagsh/ehome.nsf/1BD644247EA0EFA6C125766C0045AF7E/ $ file/U_3Sa224-09_21-10-2009.pdf

Das Urteil gegen die Bäckereimobberin

25. Januar 2010

Gerechtigkeit.

Nachdem der Chef die Mobberin gekündigt hatte, ging diese vor Gericht und wollte ihr asoziales Verhalten auch noch juristisch legitimieren lassen. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein hat die berufung der Klägerin zurückgewiesen und das Urteil vom Arbeistgericht Münster bestätigt, also die Kündigung gegen die Mobberin.

Das Urteil 3 Sa 224/09:

„In dem Rechtsstreit pp… hat die 3. Kammer des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein auf die mündliche Verhandlung vom 21.10.2009 durch die Vizepräsidentin des Landesarbeitsgerichts … als Vorsitzende und d. ehrenamtlichen Richter … als Beisitzer und d. ehrenamtlichen Richter … als Beisitzer für recht erkannt:

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Neumünster vom 19.03.2009 – 2 Ca 84 d/09 – wird auf ihre Kosten zurückgewiesen. Die Revision wird nicht zugelassen.

Rechtsmittelbelehrung:  Gegen dieses Urteil ist ein Rechtsmittel nicht gegeben; im Übrigen wird auf § 72 a ArbGG verwiesen.

Tatbestand: Die Parteien streiten um die Wirksamkeit zweier fristloser Kündigungen mit dem Vorwurf unangemessenen, teils beleidigenden Umgangs gegenüber Kolleginnen.

Die Klägerin ist 31 Jahre alt, verheiratet und seit dem 15. April 2001 bei dem Beklagten als Bäckereifachverkäuferin tätig gewesen. Der Beklagte beschäftigt mehr als 10 Arbeitnehmer. Die Klägerin erhielt zuletzt 1.900,00 Euro brutto monatlich. Die Klägerin arbeitete in der Filiale in H.–U. . Leiterin dieser Filiale ist Frau L….

Am 01.09.2008 begann dort Frau A… ihre Ausbildung. Außerdem waren in dieser Filiale u.a. auch die Verkäuferinnen M… und L… tätig, Frau L… seit langem, Frau M… erstmalig am 11.11.2008. Am 03. November 2008 suchten der Beklagte, die Verkaufsleiterin Frau K… und der Betriebsberater Herr L… die Filiale auf. Dabei wurde u. a. die Auszubildende Frau A… gefragt, wie es ihr in der Filiale gefalle. Diese berichtete daraufhin, dass sie mit allen außer der Klägerin zurechtkäme. Letztere hatte sie unstreitig – in welchem Tonfall auch immer – mehrfach vor Kunden kritisiert.

Daraufhin wurde die Klägerin noch am 03. November 2008 aufgefordert, Frau A… vernünftig zu behandeln und Kritik nicht vor Kunden zu äußern.

Beschimpfungen und Bedrohungen

In der Folgewoche berichtete die Filialleiterin Frau L… Frau K… und Herrn L…, dass sich das Verhalten der Klägerin gegenüber Frau A… nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert habe. Nunmehr wurde die Klägerin für den 11. November 2008 zu ei-nem Gespräch in die Zentrale gebeten. Das Gespräch, an dem die beiden Parteien und Frau K… teilnahmen, fand in der Zeit zwischen 10.00 und 11.00 Uhr statt. Die Klägerin wurde u.a. angewiesen, gegenüber Frau A… einen angemessenen Ton zu wahren, insbesondere Beschimpfungen und Bedrohungen zu unterlassen.

Ihr wurde gesagt, dass dies nunmehr ihre letzte Chance sei. Sie solle mit der Auszubildenden A… ein Gespräch führen, um die Spannungen abzubauen, und auch mit der neuen Verkäuferin, Frau M…, freundlich und vernünftig umgehen. Die Klägerin fuhr sodann in die Filiale H…-U… zurück. Danach kam es zu Äußerungen ihrerseits, die streitig sind und die vorliegende Kündigung ausgelöst haben.

Mit Schreiben vom 13. November 2008 (Anlage K 2; Bl. 8 d. A.), der Klägerin am gleichen Tage übergeben, hat der Beklagte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin außerordentlich, hilfsweise ordentlich gekündigt. Am 20. November 2008 suchte die gekündigte Klägerin die Filiale in H…-U… auf. Sie traf dort die Auszubildende A… und sprach mit ihr. Der Inhalt der gegenüber Frau A… getätigten Äußerungen ist zwischen den Parteien streitig. Dasselbe gilt für eine Äußerung, die die Klägerin gegenüber einer anwesenden Reinigungskraft über Frau A… gemacht haben soll.

Das schwächste Glied

Aus diesem Anlass sprach der Beklagte mit Datum vom 28.November 2008 eine erneute außerordentliche Kündigung aus. Diese Kündigung ist der Klägerin am 01. Dezember 2008 zugegangen. Gegen beide Kündigungen hat die Klägerin rechtzeitig Klage erhoben. Ihres Erachtens hat sie keine Vertragspflichten verletzt, sich allenfalls etwas burschikos verhal-ten, Das Arbeitsgericht hat zu den Vorwürfen des Beklagten, die Klägerin habe Kollegin-nen beleidigt und bedroht, Beweis erhoben durch Vernehmung der Zeuginnen A… und M…. Es hat sodann die Klage abgewiesen, weil es die im Zusammenhang mit dem Ausspruch der ersten außerordentlichen Kündigung vom 13.11.2008 erhobenen Vorwürfe als erwiesen angesehen hat. Hinsichtlich der Einzelheiten wird auf Tatbes-tand, Anträge und Entscheidungsgründe des erstinstanzlichen Urteils vom 19.03.2009 verwiesen.

Gegen dieses der Klägerin am 20.05.2009 zugestellte Urteil hat sie am 17.06.2009 Berufung eingelegt, die am 20.07.2009 begründet wurde.

Die Klägerin wiederholt und vertieft im Wesentlichen ihr erstinstanzliches Vorbringen. Sie bestreitet nach wie vor die Vorwürfe und hält die Zeuginnen nicht für glaubwürdig. Sie habe keine ihrer Kolleginnen bedroht oder beleidigt. Auch sei sie nicht ab-gemahnt worden. Die Klägerin beantragt, das Urteil des Arbeitsgerichts Neumünster vom 19.03.2009, zugestellt am 20.5.2009 (Aktenzeichen 2 Ca 84 d/09) abzuändern und:

1. festzustellen, dass das Arbeitsverhältnis durch die von dem Beklagten erklärte, fristlose Kündigung vom 13.11.2008 nicht aufgelöst worden ist,

2. festzustellen, dass das Arbeitsverhältnis durch die von dem Beklagten hilfsweise erklärte fristgemäße Kündigung vom 13.11.2008 nicht aufgelöst worden ist,

3. festzustellen, dass das Arbeitsverhältnis durch die von dem Beklagten erklärte fristlose Kündigung vom 28.11.2008 nicht aufgelöst worden ist.

Der Beklagte beantragt, die Berufung zurückzuweisen.

Der Beklagte hält das angefochtene Urteil sowohl in tatsächlicher als auch rechtlicher Hinsicht für zutreffend. Bereits die außerordentliche Kündigung vom 13.11.2008 sei gerechtfertigt. Ausweislich des Ergebnisses der Beweisaufnahme sei der von der Klägerin verwendete Ton unangemessen gewesen. Am 10. November 2008 gegen 12.00 Uhr habe die Klägerin die Auszubildende A… bedroht. Sie habe in Anwesen-heit der Filialleiterin L… in beleidigender Art zu Frau A… gesagt: „Wenn du mich noch einmal beim Chef anscheißt, gehe ich dir an den Hals!“ (Beweis: L…).

Der Schrei

Nachdem die Klägerin am 11. November 2008 nach dem Personalgespräch in die Filiale zurückge-kehrt sei, habe sie außerdem Frau M… den „Stinkefinger“ gezeigt und gesagt: „Wer mich beim Chef anscheißt, … den mache ich platt!“ (Beweis: M…, L…, L…).

Am 20. 6November 2008 sei die schon gekündigte Klägerin erneut in die Filiale gegangen und habe u.a. zu Frau A… gesagt: „Wegen dir kleine Schlampe, du Bitch, bin ich gekündigt worden. Du bist so ein Kollegenschwein. Du bist die größte Schlampe auf der Welt! Ich hoffe, du wirst die Probezeit nicht überstehen!“ Im Hinausgehen habe die Klägerin zum anwesenden Reinigungsunternehmer Sch… gesagt: „Wegen der Schlampe da hinten, bin ich gekündigt worden.“ Das Gericht hat Beweis erhoben über das Verhalten und die Äußerungen der Klägerin am 10.11.2008 und am 11.11.2009 durch Vernehmung der Zeuginnen L…, L… und M…. Hinsichtlich der Beweisthemen und des Ergebnisses der Beweisaufnahme wird auf die Sitzungsniederschrift vom 21. Oktober 2009 Bezug genommen. Bezüglich des weiteren Vorbringens der Parteien wird auf den vorgetragenen Inhalt der gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen sowie die Protokolle verwiesen. Entscheidungsgründe I.

Die Berufung ist zulässig. Sie ist form- und fristgerecht eingelegt und innerhalb der Berufungsbegründungsfrist auch begründet worden.

II. Die Berufung ist jedoch nicht begründet. Mit ausführlicher überzeugender Begründung hat das Arbeitsgericht die Kündigungsschutzklage abgewiesen und insbesondere darauf abgestellt, dass nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme die Äußerungen der Klägerin gegenüber Frau M… eine untragbare Bedrohung darstellten, die angesichts der mit der Klägerin geführten Vor-gespräche und des einschlägigen Wiederholungsverhaltens ein unverzügliches Han-deln des Beklagten erforderten.

Dem folgt das Berufungsgericht im Ergebnis und in großen Teilen der Begründung. Zur Vermeidung überflüssiger Wiederholungen wird auf die ausführlichen Entscheidungsgründe des angefochtenen Urteils verwiesen. Lediglich ergänzend und auf den neuen Vortrag sowie das Ergebnis der zweitins-tanzlich durchgeführten Beweisaufnahme eingehend, wird Folgendes ausgeführt:

1. Gemäß § 626 Abs. 1 BGB kann ein Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfal-les und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Ver-tragsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.

Hinsichtlich des Vorliegens eines Kündigungsgrundes ist grundsätzlich der Arbeitgeber darlegungs- und beweisbelastet.

a) Grobe Beleidigungen von Kolleginnen sind an sich geeignet, eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Was darunter einzuordnen ist, ist unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles zu entscheiden. Von Bedeutung ist u. a. der betriebliche bzw. branchenübliche Umgangston und die Gesprächssituation (Schaub, Arbeits-rechtshandbuch, § 125 Rdz. 77 m. w. N.).

b) Auch tätliche Auseinandersetzungen im Betrieb rechtfertigen grundsätzlich die außerordentliche Kündigung. Der Arbeitgeber hat alle Arbeitnehmer seines Betriebs vor tätlichen Angriffen zu schützen.

c) Aufgrund der einem Arbeitgeber obliegenden Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern ist er gehalten, zur Wahrung des Betriebsfriedens geeignete Maßnahmen durchzuführen, um das geordnete Zusammenleben der Betriebsgemein-schaft zu gewährleisten. So kann auch eine nachhaltige Störung des geordneten Zu-sammenlebens der Betriebsgemeinschaft eine Kündigung rechtfertigen, wenn der Produktionsablauf oder das geordnete Zusammenleben ansonsten beeinträchtigt werden (Schaub, § 130 Rdz. 35 m. w. N.).

2. Vor diesem rechtlichen Hintergrund ist die fristlose Kündigung des Beklagten vom 13.11.2008 gerechtfertigt. Das Verhalten der Klägerin gegenüber ihren Kolleginnen war nicht länger tragbar und rechtfertigte angesichts der vorausgegangenen Gespräche, die mit ihr geführt wurden, auch unter Berücksichtigung der langen Betriebszu-gehörigkeit der Klägerin die außerordentliche Kündigung.

a) Nach dem Ergebnis der zweitinstanzlich teilweise wiederholten, teilweise ergän-zend durchgeführten Beweisaufnahme steht zur Überzeugung des Berufungsgerichts fest, dass die Klägerin sich gegenüber der Auszubildenden A… am 10.11.2008 und gegenüber der Arbeitskollegin Frau M… am 11.11.2008 nicht nur in einer burschiko-sen Art geäußert hat, sondern beide in einer untragbaren Art eingeschüchtert, teil-weise sogar bedroht und damit ein gedeihliches Zusammenarbeiten nachhaltig ge-stört hat. aa) So hat die Zeugin L… bezüglich des Verhaltens der Klägerin am 10.11.2008 aus-gesagt, dass sie der Auszubildenden A… „an den Hals gegangen ist“ und dieser da-bei vorgeworfen hat, sie sei schuld, dass sie wieder zum Chef müsse. Die Zeugin hat demonstriert, wie die Klägerin sich dabei körperlich verhalten hat. Danach hat sie sich bei dieser Äußerung unmittelbar vor Frau A… gestellt und ihre Hand mindestens ganz nah im Halsbereich der Frau A… bewegt, wenn sie sie nicht gar am Hals be-rührt hat.

Ein derartiges Verhalten ist eine Bedrohung einer Arbeitskollegin, die durch nichts zu rechtfertigen ist und auch vorliegend durch kein Verhalten der Auszubildenden A… auch nur ansatzweise provoziert war. Die Kammer hat keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin L… im Zusammenhang mit dieser Aussage. Die Zeugin, die sich zunächst vor allem in Bezug auf die Vorkommnisse vom 11.11.2008 schwer getan hatte, sich bildlich in die rund ein Jahr zurückliegenden Geschehensabläufe zurückzuversetzen und über diese zusammenhängend zu berichten, hat das Ge-schehen vom 10.11.2008 nahezu sprudelnd „in einem Guss“ geschildert. Die Zeugin hat angegeben, dass und wie sie bei der Gestik der Klägerin noch geschrien hat: „A…!“. Ihre Aussage ist nach der Überzeugung der Kammer in jeder Hinsicht glaub-würdig. Es wurde auch an der Mimik der Zeugin ersichtlich, dass und wie entsetzt sie über das Verhalten der Klägerin gegenüber der Auszubildenden A… in diesem Mo-ment war. Auch im Zusammenhang mit der Beschreibung der Reaktion der Auszubil-denden A… – mindestens 5 Minuten Weinen auf der Toilette – hat die Zeugin glaub-würdig die Wirkung des Verhaltens der Klägerin dargelegt. Ihr Entsetzen und ihre eigene Betroffenheit über diese Umgangsart gegenüber der Auszubildenden spiegel-ten sich bei der Zeugin L… noch während ihrer Aussage im Gesichtsausdruck wie-

der. Die Kammer hat keinerlei Anhaltspunkte für Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage. Auch im Hinblick auf den Vorfall vom 11.11.2008 hat die Zeugin L… bestätigt, dass die Klägerin nach dem Gespräch in der Zentrale wutentbrannt in der Filiale in H…-U… erschien und zur Zeugin M… mit der Hand oder Faust gestikulierend gesagt hat: „Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt“. Die Zeugin L… hat in die-sem Zusammenhang ausgesagt, sie habe sich unwohl und ein wenig bedroht ge-fühlt; die Zeugin M… sei sprachlos gewesen. Sie hat ferner ausgesagt, dass sie ver-sucht hat, die Klägerin, die sie als aufbrausend beschrieben hat, zu beruhigen, was ihr nicht gelang. Sie hat dargelegt, wie ratlos die Zeugin M… bezüglich ihres weiteren Arbeitsverhaltens für diesen Tag war. Gemeinschaftlich haben die Zeuginnen L…, L… und M… sodann überlegt, wie gewährleistet werden könne, dass Frau L… und Frau L… ihren Feierabend machen konnten und gleichwohl die Zeugin M… allein mit der Klägerin in der Filiale verbleiben und arbeiten könne. Für die Berufungskammer ist aus dieser Aussage bereits deutlich geworden, dass das Verhalten der Klägerin ge-genüber Frau M… bei allen drei vernommenen Zeuginnen die Frage aufkommen ließ, ob die Zeugin M… am 11.11.2008 ihre Arbeitsleistung überhaupt noch würde erbrin-gen können und wie man ihr, ohne den Schutz weiterer Kolleginnen, an diesem ers-ten Arbeitstag Hilfestellung leisten könne. Die Kammer hat auch insoweit keine An-haltspunkte für eine etwaige Unglaubwürdigkeit der Zeugin L…. Ihre Aussage war widerspruchsfrei, sie war sichtlich betroffen. Es wurde nach wie vor ihre durchlebte Sorge vom 11.11.2008 deutlich, wie die Zeugin M… mit der Klägerin nach diesem Vorfall, noch dazu am Beginn ihres ersten Arbeitstages, würde weiter zusammenar-beiten können.

bb) Aber auch die Zeugin L… hat ohne jegliche Anhaltspunkte für eine etwaige Un-glaubwürdigkeit den vom Beklagten dargelegten Kündigungssachverhalt ebenfalls bestätigt. Sie hat ausgesagt, die Klägerin habe aufgebracht und mit erhobenem Fin-ger zur Zeugin M… gesagt: „Wer mich beim Chef anscheißt, den mach ich platt“. Die Zeuginnen hatten während der Beweisaufnahme keinerlei Kontakt, da sich die Zeu-gin L… nach ihrer Aussage auf Bitten des Gerichts vorsorglich im Sitzungssaal auf-gehalten hat. Die Zeugin L… hat die Aussage der Zeugin L… bestätigt, auch in

scheinbar ungereimten Detailfragen. Auch die Zeugin L… hat zum Ausdruck ge-bracht, dass die Klägerin die neue Arbeitskollegin an ihrem ersten Arbeitstag aus heiterem Himmel eingeschüchtert hat und sich nicht beruhigen ließ. Sie hat auch die Geste, die die Klägerin gegenüber Frau M… mit der Hand/ dem Finger gemacht hat, bestätigt und demonstriert. Dabei hat sie offengelassen, ob es sich um den „Stinke-finger“, der das Lieblingszeichen der Klägerin gewesen sei, oder um den Zeigefinger gehandelt hat. Das ist für die Berufungskammer aber auch nicht entscheidungser-heblich. Für die Berufungskammer bestehen danach keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei dem Verhalten der Klägerin nicht mehr nur um eine burschikose Ausdrucksform ge-handelt hat, diese vielmehr die neue Arbeitskollegin M… so eingeschüchtert hat, dass der weitere Verlauf des Arbeitstages fraglich erschien und sich die Zeuginnen L… und L… dafür verantwortlich fühlten, mit der Zeugin M… zu beraten, wie jetzt vorge-gangen werden solle und sie zu ermuntern, zu versuchen, wenigstens einige Arbeits-stunden durchzuhalten. Der von der Klägerin an den Tag gelegte Umgang gegenü-ber ihren Arbeitskolleginnen ist untragbar. Er zerstört den Betriebsfrieden und macht eine gedeihliche Zusammenarbeit unmöglich.

cc) Das hat auch letztendlich die Aussage der Zeugin M… bestätigt. Diese hat sich nach ihren Angaben sehr unbehaglich gefühlt und die Situation als äußerst unschön wahrgenommen. Sie hat das Verhalten der Klägerin als aggressiv ihr gegenüber ein-geordnet und war perplex, wieso ausgerechnet sie Adressatin derartiger Äußerungen war. Das ist auch noch im Rahmen der Beweisaufnahme deutlich geworden, die knapp ein Jahr nach dem Vorfall in der Berufungsverhandlung durchgeführt wurde. Auch die Zeugin M… hat bestätigt, dass sie ratlos und völlig verunsichert war, wie der weitere Arbeitstag, an dem sie nun mit der ihr gegenüber äußerst aggressiv aufgetre-tenen Klägerin allein zusammenarbeiten musste, weiterverlaufen würde. Sie hat ebenfalls ausgesagt, dass sie noch bis 15.00 Uhr, wie mit den Zeuginnen L… und L… abgesprochen, „durchgehalten“ hat. Das ist nach ihrer Aussage deshalb geschehen, um einerseits den Kolleginnen L… und L… den Feierabend zu ermöglichen und an-dererseits der Klägerin nicht zuzumuten, den ganzen Arbeitstag alleine und ohne Unterstützung in der Filiale ableisten zu müssen. Auch die Aussage der Zeugin M…

Angesichts dieser fehlenden Einsichtsfähigkeit sowie der zeitnahen Wiederholungen des mehrfach beanstandeten Umgangsstils war der Ausspruch einer außerordentli-chen Kündigung auch unter Berücksichtigung der langen Betriebszugehörigkeit der Klägerin vorliegend gerechtfertigt. 3. Nach alledem war der Kündigungsschutzantrag unbegründet. Die außerordentli-che Kündigung des Beklagten vom 13.11.2008 hat das Arbeitsverhältnis wirksam fristlos beendet. Die Klage ist daher zu Recht abgewiesen worden, so dass die Beru-fung zurückzuweisen war. Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 ZPO. Die Voraussetzungen des § 72 Abs. 2 ArbGG liegen nicht vor, so dass die Revision nicht zuzulassen war. Vorliegend handelt es sich ausschließlich um eine Einzelfall-entscheidung. gez. … gez. .. gez. …

a) Nach dem Ergebnis der zweitinstanzlich teilweise wiederholten, teilweise ergänzend durchgeführten Beweisaufnahme steht zur Überzeugung des Berufungsgerichts fest, dass die Klägerin sich gegenüber der Auszubildenden A… am 10.11.2008 und gegenüber der Arbeitskollegin Frau M… am 11.11.2008 nicht nur in einer burschikosen Art geäußert hat, sondern beide in einer untragbaren Art eingeschüchtert, teilweise sogar bedroht und damit ein gedeihliches Zusammenarbeiten nachhaltig gestört hat.

aa) So hat die Zeugin L… bezüglich des Verhaltens der Klägerin am 10.11.2008 ausgesagt, dass sie der Auszubildenden A… „an den Hals gegangen ist“ und dieser da-bei vorgeworfen hat, sie sei schuld, dass sie wieder zum Chef müsse. Die Zeugin hat demonstriert, wie die Klägerin sich dabei körperlich verhalten hat. Danach hat sie sich bei dieser Äußerung unmittelbar vor Frau A… gestellt und ihre Hand mindestens ganz nah im Halsbereich der Frau A… bewegt, wenn sie sie nicht gar am Hals berührt hat.

Ein derartiges Verhalten ist eine Bedrohung einer Arbeitskollegin, die durch nichts zu rechtfertigen ist und auch vorliegend durch kein Verhalten der Auszubildenden A… auch nur ansatzweise provoziert war. Die Kammer hat keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin L… im Zusammenhang mit dieser Aussage. Die Zeugin, die sich zunächst vor allem in Bezug auf die Vorkommnisse vom 11.11.2008 schwer getan hatte, sich bildlich in die rund ein Jahr zurückliegenden Geschehensabläufe zurückzuversetzen und über diese zusammenhängend zu berichten, hat das Ge-schehen vom 10.11.2008 nahezu sprudelnd „in einem Guss“ geschildert.

Die Zeugin hat angegeben, dass und wie sie bei der Gestik der Klägerin noch geschrien hat: „A…!“. Ihre Aussage ist nach der Überzeugung der Kammer in jeder Hinsicht glaub-würdig. Es wurde auch an der Mimik der Zeugin ersichtlich, dass und wie entsetzt sie über das Verhalten der Klägerin gegenüber der Auszubildenden A… in diesem Mo-ment war. Auch im Zusammenhang mit der Beschreibung der Reaktion der Auszubil-denden A… – mindestens 5 Minuten Weinen auf der Toilette – hat die Zeugin glaub-würdig die Wirkung des Verhaltens der Klägerin dargelegt. Ihr Entsetzen und ihre eigene Betroffenheit über diese Umgangsart gegenüber der Auszubildenden spiegel-ten sich bei der Zeugin L… noch während ihrer Aussage im Gesichtsausdruck wieder.

Die Kammer hat keinerlei Anhaltspunkte für Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage. Auch im Hinblick auf den Vorfall vom 11.11.2008 hat die Zeugin L… bestätigt, dass die Klägerin nach dem Gespräch in der Zentrale wutentbrannt in der Filiale in H…-U… erschien und zur Zeugin M… mit der Hand oder Faust gestikulierend gesagt hat: „Wer mich beim Chef anmachen will, den mache ich platt“. Die Zeugin L… hat in die-sem Zusammenhang ausgesagt, sie habe sich unwohl und ein wenig bedroht ge-fühlt; die Zeugin M… sei sprachlos gewesen.

Sie hat ferner ausgesagt, dass sie versucht hat, die Klägerin, die sie als aufbrausend beschrieben hat, zu beruhigen, was ihr nicht gelang. Sie hat dargelegt, wie ratlos die Zeugin M… bezüglich ihres weiteren Arbeitsverhaltens für diesen Tag war. Gemeinschaftlich haben die Zeuginnen L…, L… und M… sodann überlegt, wie gewährleistet werden könne, dass Frau L… und Frau L… ihren Feierabend machen konnten und gleichwohl die Zeugin M… allein mit der Klägerin in der Filiale verbleiben und arbeiten könne. Für die Berufungskammer ist aus dieser Aussage bereits deutlich geworden, dass das Verhalten der Klägerin ge-genüber Frau M… bei allen drei vernommenen Zeuginnen die Frage aufkommen ließ, ob die Zeugin M… am 11.11.2008 ihre Arbeitsleistung überhaupt noch würde erbringen können und wie man ihr, ohne den Schutz weiterer Kolleginnen, an diesem ers-ten Arbeitstag Hilfestellung leisten könne.

Die Kammer hat auch insoweit keine Anhaltspunkte für eine etwaige Unglaubwürdigkeit der Zeugin L…. Ihre Aussage war widerspruchsfrei, sie war sichtlich betroffen. Es wurde nach wie vor ihre durchlebte Sorge vom 11.11.2008 deutlich, wie die Zeugin M… mit der Klägerin nach diesem Vorfall, noch dazu am Beginn ihres ersten Arbeitstages, würde weiter zusammenarbeiten können. ist in jeder Hinsicht glaubwürdig.

bb) Aber auch die Zeugin L… hat ohne jegliche Anhaltspunkte für eine etwaige Unglaubwürdigkeit den vom Beklagten dargelegten Kündigungssachverhalt ebenfalls bestätigt. Sie hat ausgesagt, die Klägerin habe aufgebracht und mit erhobenem Fin-ger zur Zeugin M… gesagt: „Wer mich beim Chef anscheißt, den mach ich platt“. Die Zeuginnen hatten während der Beweisaufnahme keinerlei Kontakt, da sich die Zeu-gin L… nach ihrer Aussage auf Bitten des Gerichts vorsorglich im Sitzungssaal aufgehalten hat.

Die Zeugin L… hat die Aussage der Zeugin L… bestätigt, auch in scheinbar ungereimten Detailfragen. Auch die Zeugin L… hat zum Ausdruck ge-bracht, dass die Klägerin die neue Arbeitskollegin an ihrem ersten Arbeitstag aus heiterem Himmel eingeschüchtert hat und sich nicht beruhigen ließ. Sie hat auch die Geste, die die Klägerin gegenüber Frau M… mit der Hand/ dem Finger gemacht hat, bestätigt und demonstriert. Dabei hat sie offengelassen, ob es sich um den „Stinkefinger“, der das Lieblingszeichen der Klägerin gewesen sei, oder um den Zeigefinger gehandelt hat. Das ist für die Berufungskammer aber auch nicht entscheidungserheblich.

Für die Berufungskammer bestehen danach keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei dem Verhalten der Klägerin nicht mehr nur um eine burschikose Ausdrucksform gehandelt hat, diese vielmehr die neue Arbeitskollegin M… so eingeschüchtert hat, dass der weitere Verlauf des Arbeitstages fraglich erschien und sich die Zeuginnen L… und L… dafür verantwortlich fühlten, mit der Zeugin M… zu beraten, wie jetzt vorge-gangen werden solle und sie zu ermuntern, zu versuchen, wenigstens einige Arbeits-stunden durchzuhalten. Der von der Klägerin an den Tag gelegte Umgang gegenü-ber ihren Arbeitskolleginnen ist untragbar. Er zerstört den Betriebsfrieden und macht eine gedeihliche Zusammenarbeit unmöglich.

cc) Das hat auch letztendlich die Aussage der Zeugin M… bestätigt. Diese hat sich nach ihren Angaben sehr unbehaglich gefühlt und die Situation als äußerst unschön wahrgenommen. Sie hat das Verhalten der Klägerin als aggressiv ihr gegenüber ein-geordnet und war perplex, wieso ausgerechnet sie Adressatin derartiger Äußerungen war. Das ist auch noch im Rahmen der Beweisaufnahme deutlich geworden, die knapp ein Jahr nach dem Vorfall in der Berufungsverhandlung durchgeführt wurde. Auch die Zeugin M… hat bestätigt, dass sie ratlos und völlig verunsichert war, wie der weitere Arbeitstag, an dem sie nun mit der ihr gegenüber äußerst aggressiv aufgetretenen Klägerin allein zusammenarbeiten musste, weiterverlaufen würde. Sie hat ebenfalls ausgesagt, dass sie noch bis 15.00 Uhr, wie mit den Zeuginnen L… und L… abgesprochen, „durchgehalten“ hat.

Das ist nach ihrer Aussage deshalb geschehen, um einerseits den Kolleginnen L… und L… den Feierabend zu ermöglichen und an-dererseits der Klägerin nicht zuzumuten, den ganzen Arbeitstag alleine und ohne Unterstützung in der Filiale ableisten zu müssen. Auch die Aussage der Zeugin M… 

Zur Überzeugung der Kammer steht fest, dass die Klägerin sie grundlos eingeschüchtert und in nachhaltige, berechtigte Konflikte bezüglich ihres weiteren Arbeitsverhaltens gebracht hat. Für die Berufungskammer steht fest, dass die Klägerin ungezügelt aggressiv gegenüber ihrer neuen Arbeitskollegin – dem schwächsten Glied in ihrem aktuellen Arbeitsumfeld – war und das Arbeitsklima am 11.11.2008 durch ihr Verhalten vergiftet und zerstört hat.

b) Dieses Verhalten hat der Beklagte zur Recht mit dem Ausspruch einer fristlosen Kündigung geahndet. Mit der Klägerin war angesichts ihres unangemessenen Um-gangstons bereits am 03.11. 2008 und unmittelbar vor dem Vorfall am Vormittag des 11.11.2008 gesprochen worden. Sie ist am 11.11.2008 explizit aufgefordert worden, Beschimpfungen und Bedrohungen von Kolleginnen zu unterlassen. Dabei ist sie darauf hingewiesen worden, dass dieses nunmehr ihre letzte Chance sei.

c) Soweit der Klägervertreter in der Berufungsverhandlung bestritten hat, dass der Klägerin gesagt worden ist, dass dies nunmehr ihre letzte Chance sei, ist dieses Vor-bringen unbeachtlich und verspätet. Ausweislich Seite 3 des Tatbestandes war bis dato dieser Inhalt des Gespräches unstreitig. Ein Tatbestandsberichtigungsantrag liegt nicht vor. Auch in der Berufungsbegründung wurde das diesbezügliche Vorbrin-gen des Beklagten nicht bestritten. Soweit der Klägervertreter auf seine Ausführun-gen auf Seite 2 seines erstinstanzlichen Schriftsatzes vom 16.02.2009, letzter Absatz, verweist und hieraus einen Vortrag seinerseits ableiten will, die Äußerung „dieses sei ihre letzte Chance“ sei nicht gefallen, enthält der Schriftsatz derartiges Vor-bringen auch nicht ansatzweise.

Der Satz: „Die Klägerin habe das etwa 30 minütige Gespräch als nettes, angenehmes Kritikgespräch empfunden“, enthält kein bestreitendes substantiiertes bestreiten der Äußerung des Beklagten :dieses nunmehr ihre letzte Chance“.

d) Diese Äußerung des Beklagten stellt zweifelsfrei eine Abmahnung im arbeitsrechtlichen Sinne dar. Sie konnte von der Klägerin nur als Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen verstanden werden. Sie ist auch als Abmahnung von der Klägerin verstanden worden. Das hat die Klägerin nach Aussage der Zeugin M… selbst am 11.11.2008 zu ihr gesagt.

e) Angesichts der Tatsache, dass die Klägerin noch am gleichen Tage postwendend im unmittelbaren Anschluss an dieses Abmahnungsgespräch ihr beanstandetes Verhalten wiederholt und ihre neue Arbeitskollegin in einer nicht entschuldbaren Art und Weise aggressiv so eingeschüchtert hat, dass sie nicht bis zum Ende des Arbeitsta-ges weiterarbeiten konnte, war der Ausspruch der streitbefangenen außerordentli-chen Kündigung vom 13.11.2008 gerechtfertigt. Dem Beklagten war es unzumutbar, das Vertragsverhältnis auch nur bis zum Ablauf der Kündigungsfrist fortzusetzen. Die Klägerin konnte sich schon nach dem Abmahnungsgespräch nicht zusammenreißen, obgleich ihr Arbeitgeber ihr deutlich gemacht hatte, dass ihr Verhalten beanstandet wird und künftig nicht mehr geduldet werde. Gleichwohl hat sie sich dieses nicht zu Herzen genommen.

Im Gegenteil: Sie hat dieses beanstandete Verhalten sofort noch einmal wiederholt und dadurch den ersten Arbeitstag ihrer neuen Kollegin unerträg-lich gemacht. Die Klägerin hat sich mit ihrem ungebührlichen Umgangston und Um-gangsstil gegenüber der Auszubildenden A… und der neuen Mitarbeiterin M… auch stets an die schwächsten Glieder im Umfeld ihrer Kolleginnen gewandt. Das ist be-sonders verwerflich, weil diese Mitarbeiterinnen am wehrlosesten waren. Derartiges Verhalten galt es vom Beklagten zu unterbinden, um den Betriebsfrieden und ein ge-deihliches Miteinander zu gewährleisten. Dem Beklagten war auch die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist nicht zuzumuten. Es ist für die Kammer angesichts des nachhaltigen Verhaltens der Klägerin auch nicht ansatzweise ersichtlich, vor welchem tatsächlichen Hintergrund davon auszugehen wäre, dass die Klägerin trotz ihres Verhaltens am 11.11.2008 während einer laufenden 2 ½-monatigen Kündi-gungsfrist in der Lage sein würde, sich zurückzuhalten und sich gegenüber ihren Kol-leginnen angemessen zu benehmen. Das gilt umso mehr, als die Klägerin am 11.11.2008 noch drei Stunden mit der von ihr unberechtigt angegriffenen Arbeitskollegin M… zusammengearbeitet hat, ohne die Wirkung ihres Verhaltens abzumildern. Nichts hätte nähergelegen, als sich im Laufe dieser Zeit bei der Arbeitskollegin zu entschuldigen, um so zu versuchen, die Schärfe aus der Wirkung ihrer aggressiven Äußerung zu nehmen“.

Dieses Urteil ist deshalb wichtig, weil es klar macht, dass Vorgesetzte nicht das recht haben, Mitarbeiter zu beleidigen, mit asozialem Tonfall anzuschreien oder gar zu Verleumden. Weiterhin macht es klar, dass ein Arbeitgeber darlegungs- und beweispflichtig ist, was im Fall der Auszubildenden leicht war, aber in anderen Prozessen nicht der Fall ist.

Die Behauptung, E. habe geklaut, bedarf somit immer des Beweises, also der polizeilichen Ermittlung. Ein Umstand der vierlerorts von Arbeitsrichtern wohlweislich nicht beachtete wird und somit die Arbeitsgerichte in das Licht der Unfähigkeit rückt. Von daher hat das Arbeitsgericht Mündter, das Landearbeitsgericht Schleswig-Holstein und der Chef der Mobberin ein wichtiges Urteil bewirkt. Die Zukunft wird zeigen, ob sich in diesem Land Rechtsstaatlichkeit gegen Willkür- und  Gefälligkeitsurteile durchsetzt.

 Quelle: http://www.sit.de/lagsh/ehome.nsf/1BD644247EA0EFA6C125766C0045AF7E/$file/U_3Sa224-09_21-10-2009.pdf