Die Tafeln, jeder kennt es (sie), jeder hat schon einmal davon gehört.

Paul hat uns folgende eigene Erfahrungen im Umgang mit der oder den Tafeln geschrieben. Der Artikel liegt auch als Kommentar hinterlegt zum Artikel:

Die Tafeln engagieren sich für die Bedürftigen und stellen viele Lebensmittel zur Verfügung die kurz vor dem Verfallsdatum stehen oder bereits drüber sind. Diese stammen aus beteiligten Geschäften welche sie an die Tafeln abgeben.

Prècaire

Man geht also zu den Tafeln und muss zuerst einmal eine Mitgliedskarte beantragen, hierfür benötigt man entweder einen H4 Bescheid oder einen Verdienstbescheid. Bei einem Verdienstbescheid muss man auch die Anzahl der Kinder seperat nachweisen.

Man muss pro Termin, welcher 1x die Woche statt findet, eine Entschädigungsgebühr zahlen in Höhe von 50 cent. Nun bekommt man eine Papierkarte und eine feste Zeit an einem festen Tag, zu dieser muss man dann bei den Tafeln erscheinen. Kommt man 3 mal in Folge nicht wird man aus dem Programm genommen.

Wir sind seit einiger Zeit leider auch im ALG2-Sumpf, mein Mann geht seit fast 2 Jahren zur Umschulung und so kam ich auf die Idee die Tafeln zu nutzen. Das Ganze ist nun etwa 1 1/2 Jahre her, mein ältester Sohn kam gerade in die Schule das Geld war knapp und naja was soll man sagen?

Das erste Mal war noch gut zu bewerkstelligen, ich konnte meine 2 kleineren Kinder unterbringen und den Großen nahm ich mit. Ich bin etwas gehandycapt, durch die Geburt meiner Jüngsten ging meine Hüfte auf direktem Weg kaputt und so darf ich eigentlich nichts mehr tragen.

Das war das erste Problem was mir über den Weg kam, ich war nicht in der Lage die Sachen ohne Hilfe nach Hause zu bekommen und musste dann schlussendlich mit dem Taxi fahren (na was für eine Ersparnis).  Also bekam ich von meiner Mutter einen Trolli den ich ab da benutzen konnte.

Doch als mein Sohn zur Schule kam war es nicht mehr so schön, die Zeit war ungünstig und ich konnte die Kinder auf Dauer nicht alle unterbringen, stand unter Stress um das alles zetilich vereinbaren zu können. Musste dann sogar mit Kinderwagen und Trolli den Weg zu Fuß gehen, da wir uns kein Ticket leisten konnten (Bei Umschulung bekommt man nicht mehr ausser das Ticket, man muss vieles selbst zahlen)

Ich erbat bei den Tafeln einen anderen Termin und bekam dies abgelehnt, die Plätze sind voll, der Termin ist nicht verschiebbar. Ich solle entweder dieses in Kauf nehmen und diesen einhalten oder eben die Mitgliedschaft kündigen.

Da wir wirklich sehr knapp sind/waren versuchte ich es noch eine Weile, doch ich schaffte es nicht auf Dauer und musste die Tafeln schlussendlich verlassen.

Mein Eindruck bei den Tafeln war nicht unbedingt der Beste, ich habe das Gefühl gehabt das die wenigsten wirklich bedürftig waren, 1/3 der Leute kamen per Bahn, der Rest fuhr mit Auto vor, schickte eine Person hin und die schmuggelten die Sachen so zusagen da raus. Ich bekam oft die Frage gestellt was es den heute gäbe und oftmals fuhren die Leute wieder weg wenn ihnen dieses nicht gefiel.

Ich denke wenn ich etwas wirklich benötige nehme ich es, da steht meine Vorliebe hinten an und nicht *Boah ne das ist aber … das will ich nicht*

Was ich jetzt schon ein paar mal gelesen habe: Dass die Leute sich die Sachen aussuchen konnten dies war bei uns nur geringfügig so, man hatte die Wahl zwischen je 2 Dingen z.b. Kartoffeln oder aprika. Hat man Kartoffeln genommen bekam man keine Paprika mehr. Nur bei Ausnahmen die geschmacklich wirklich sehr variabel waren wie Salzheringe konnte man zusätzlich wählen. Ansonsten bekam man eingepackt was da war.

Leider sind auch viele der Dinge nicht mehr verbrauchbar und landeten Schnurstracks im Müll weil es verschimmelt war oder dergleichen. Ich hatte einmal einen Käse indem sich Maden tummelten (Gott sei dank machte mein Mann den auf ich wäre direkt umgekippt).

Die Tafeln sind also im Grunde nichts für Leute die zeitlich flexibel , geh- sowie tragtechnisch behindert sind oder eben nicht die Strecken bewältigen können. Ich finde die Idee nach wie vor gut, und auch das ein oder andere schimmelige Teil ist hinnehmbar, leider aber eben sehr beschränkt nutzbar und für die wirklich Bedürftigen selten erreichbar.

Wir müssen weiterhin ohne die Tafeln leben wenn es auch deutlich an meinem Gewicht sichtbar ist, ich gebe dann lieber meinen Kinder mehr und nehme selber weniger.

Ps: Was ich gut fand war das die Mitarbeiter unterschieden ob Kinder vorhanden sind und Süßwaren bevorzugt an diese abgaben.

Für alle die es mal probieren wollen und dies auch können:
Die Vielfalt ist doch schon groß, man bekommt Brot, Brötchen, Butter Wurst (teilweise sogar teure wie Aoste Salami) Milch, Käse, Joghurt, Kuchen etc. eben alles was so im Laden liegen geblieben ist“.
(von Paul)

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/23/leipziger-tafel-chef-werner-wehmer-mobbte-mitarbeiter/

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