Neuzeitliche Moral – ein Mobbing-Gedicht

Gedichte können wie Sopnnenblumen in einer Betonlandschaft sein. Günter Grass hat eines für den Frieden und über die atomare Krieggefahr geschrieben, und war wohl über die Resonanz geschockt. Ilia Faye hat eines über unsere „neuzeitliche“ Vorstellung von Moral und über Mobbing geschrieben.

Ein Mobber und sein Kompagnon
zerstörten einst mein Leben:
„Wenn du die Füße mir nicht küsst,
den Tod werd’ ich dir geben!“

Zusammen mit zwei anderen
ein Plan wurde gefasst:
„Lasst uns verbreiten übles Wort
– bis jeder sie nur hasst…“.

Natürlich ging die Rechnung auf,
das Ziel war schnell erreicht.
Zerstörung eines andern Ruf
ist immer wieder leicht.

Den Söhnen auch gleich mit dazu
die Freizeit sie zerstörten.
Gewissensbisse spart’ man sich,
(denn:) zur ‚Hexe’ sie gehörten!

Und als das Opfer noch dabei,
den Scherbenhauf’ zu kitten,
den man ihm hinterlassen hat
im Namen guter Sitten (!),
trifft man auf facebook wieder sich:
die Täter sind doch ehrlich
so dreist, sich selber darzustell’n
als völlig ungefährlich…

Zwei ‚tolle Kumpels’ sieht man dort,
so richt’ge ‚Kameraden’,
die viele Freunde finden woll’n
für ihren Kanuladen.

MV Kanu ist da zu lesen,
‚Sportzubehör für jeden Fall’…
VM’ wär’ besser doch gewesen:
so wie: Verkommene Moral!

(von Ilia Faye) (1)

1)http://menschen.ilia-faye.de/moral/

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