Mobbing, Schikane und psychische Erniedrigung an der Landesjustizvollzugsschule Wuppertal

Einer fehlt!

Eigentlich sollten die Kurse für Selbstverteidigung an der Landesjustizvollzugsschule Wuppertal den Justizvollzugsbeamten in ihrem späteren, täglichen Dienst behilflich sein, wenn es zu körperlichen Angriffen kommen sollte. Doch in NRW hat man daraus für viele AZUBIS eine Tortout der psychischen und wahrscheinlich körperlichen Erniederung gemacht.

Aufgeflogen ist sind diese Mobbing-Attacken durch einen Brief eines Justizvollzugsbeamten an den WDR, dort wurde zum ersten Mal in einer Sendung den Vorwurf der „rüden Ausbildung an der Justizvollzugsschule in Wuppertal“ erhoben. Im Einzelnen stellt der Beamte seiner Erlebnisse in der Ausbildung  sehr detailliert und glaubhaft dar.

„Die ganzen Vorwürfe stimmen, denn mir ist es selber so ergangen, sagt der Mann. Mehrmals habe zumindest ein Ausbilder die Schüler verwerflich in den Rücken geschlagen. Der Mann beschreibt eine Übung zum Kampf am Boden. Da ich geübter war als mein Ringkamerad und schneller fertig gewesen bin [ …] trat er mir, als ich noch auf dem Boden lag, mehrmals [ …] verwerflich in den Rücken. Das sind meines Erachtens Handlungen, die nicht hätten vorgenommen werden dürfen. Der Beamte berichtet auch von weiteren Schikanen und Mobbing durch den Ausbilder“. (1)

Nun wird aber nicht nur gegen einen Ausbilder der Vorwurf des systematischen Mobbings erhoben, „das Problem ist sein Wesen. Er hat keine Impulskontrolle. Das gerät zu gewissen Anlässen außer Kontrolle.“ (1) Laut CDU-Innenexperte Peter Biesenbach gibt es an der Landesjustizvollzugsschule „vier Personen, die waffenlose Selbstverteidigung unterrichtet haben. Gegen diese vier Personen richtet sich eine Eingabe, die eine ganze Klasse des letzten Ausbildungsjahrgang an den Justizminister und den Vollzugsbeauftragten gerichtet haben.“(1)

Trotz der „Furcht vor Nachteilen“ hat der Beamte und eine ganze  Ausbildungsklasse die Zivilcourage gehabt „das Wort dagegen zu erheben“. Bisher war „es … schlichtweg Angst“, die die jungen Beamten vor einer Veröffentlichung der Mobbingzustände in ihrer Ausbildung abgehalten hat.

Der Schrei

Neben dem Schlagabtausch zwischen CDU und SPD,  „Biesenbach (CDU) wirft dem NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) vor, dass der sich schon früher über die Zustände in der Schule habe informieren können“, bemüht sich nun auch „Klaus Jäkel vom Bund der Strafvollzugsbediensteten“ die Sachlage zu klären und Lösungen einzufordern, wenngleich auch nur halbherzig. Motto: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Jäkel forderte,  „die Beschuldigten zu versetzen. Er ist allerdings skeptisch, ob die Vorwürfe für eine strafrechtliche Verurteilung ausreichen. Das andere ist eher über die Dienstaufsicht zu prüfen. Diese Dinge sind nicht strafrechtlich relevant, sie bewegen sich eher im Bereich der psychischen Erniedrigung, sagte Jäkel“. (1)

Von Politikern und fürsorglichen Funktionären erwartet man jedoch bei der Verletzung der Grundrechte wie der Würde des Menschen und seiner Gesundheit nach Artikel 1 des GG eine klare Entscheidung. Schließlich sind Beamte auch so was wie Vorbilder in einer Gesellschaft, nur welches Vorbild sollen Mobbing-Opfer sein?

1)http://www.wdr.de/themen/panorama/28/landesjustizvollzugschule/110708.jhtml

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