Mobbing-Studie aus Ergenzingen

Die aktuelle Mobbing-Studie zu Cyber-Mobbing  von  Carina Schrade an der Hauptschule Ergenzingen belegt, 30 % der Internetnutzer wurden schon mal beleidigt. Offenbar animiert das Internet die Mobber besonders ihr mangelndes Selbstbewusstsein auszuleben und Mobbing in der Schule im Internet einfach fortzusetzen.

In ihrer Bachelor-Arbeit hat die Sozialpädagogin Carina Schrade 176 Schüler/innen interviewt. Solche Arbeiten vor Ort sind leider eine Ausnahme und daher um so wertvoller, insbesondere dann, wenn ein Staatsanwalt zu Wort kommt. Von Juristen kennen wir solche Arbeiten nicht, dafür Plagiate vom Fließband, auch etwas, was man mal untersuchen sollte.

„Dabei kann Mobbing durchaus auch strafrechtlich relevant werden. Wenn durch Streuung einer unbewiesenen Behauptung der Tatbestand der üblen Nachrede oder gar der Verleumdung erfüllt sei, drohten einem Erwachsenen bis zu zwei Jahren Haft, erklärte Staatsanwalt Martin Klose gegenüber dem TAGBLATT“. (1)

Eine rechtliche Definition zu Mobing liefert jedoch auch dieser Staatsanwalt nicht und er nennt auch keine Aufklärungs- oder Ermittlungsquote, so dass wie immer die Juristen auf diesem Gebiet versagen.

„Bei Schülern läuft dieses Mobbing längst häufig übers Internet“, zu dieser Feststellung kommt auch die Sozialpädagogin. Es wird jedoch bei Schülermobbing oft das Internet-Mobbing im Schulalltag fortgesetzt. „Doch meistens, das zeigt Schrades Untersuchung, mobben sich Schüler untereinander, wobei die Opfer der Cyber-Angriffe häufig auch im Schulalltag gemobbt werden“. (1)

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Aber auch die Täter haben sich zu Wort gemeldet, wenn auch nur wenige. „Immerhin drei Prozent gaben zu, private Fotos und Filme von Anderen ins Netz gestellt zu haben, um diese lächerlich zu machen. Jeder Zehnte gab zu, im Internet Gerüchte verbreitet und schlecht über andere geredet zu haben. Ebenfalls jeder Zehnte hatte schon einmal private E-Mails an Dritte weitergegeben um den Absender bloßzustellen. Sieben Prozent hatten sich im Chat als jemand Anderes ausgegeben und vier Prozent gar ein falsches Profil angelegt um dem Betreffenden zu schaden und dessen Freundschaften zu zerstören“. (1)

In der Bewertung zwischen Internet- und Schulmobbing kommen die Schüler zur folgenden Bewertung: „Vier Fünftel der Teenager stuften Mobbing und physische Gewalt an der Schule als deutlich schlimmer ein, als im Internet. Nur ein Fünftel vertrat die Gegenposition“. (1)

Die Bachelor-Arbeit der Sozialpädagogin Carina Schrade stellt leider eine erwähnenwerte Ausnahme da, und aus der Arbeitswelt fehlen uns solche Studien vor Ort generell, leider.

1)http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/rottenburg_artikel,-Studie-in-Ergenzingen-ueber-Internet-Mobbing-_arid,138490.html

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Eine Antwort to “Mobbing-Studie aus Ergenzingen”

  1. Julia Müller Says:

    Ich finde es gut, dass die mobbenden Schüler ihre Taten (teilweise?) zugegeben haben, denn Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Es wäre interessant zu wissen, wie Frau Schrade die mobbenden Schüler dazu gebracht hat, ihre Taten zuzugeben und ob im Rahmen dieser Studie den Schülern bisherige Auswirkungen des Cyber-Mobbings näher gebracht wurden, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.

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