Mobbing im Rathaus Königsbrunn

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Immer mehr wird die Augsburger Allgemeine Zeitung zu einem wichtigen Medium im Kampf gegen Mobbing. Keine Zeitung in Deutschland berichtet so nachhaltig und sachlich über Mobbing-Fälle, dass man nur noch den Hut ziehen kann und bewundern darf, in einigen Teilen der Gesellschaft funktioniert wenigstens noch die „Informationsfreiheit„.

So erfahren wir nun von einem neuen Fall von Mobbing-Attacken gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus einem Bereich, von dem man es am wenigstens erwartet hat, der Politik oder eben hier dem Rathaus. Der Herr Bürgermeister als Mobber?

Aufgedeckt oder an die Öffentlichikeit gebracht hat den Fall der „Gewerkschaftssekretär Hans Blöchl von Verdi“.  „Die Verwaltung werde streng hierarchisch geführt – wer dem Bürgermeister nicht passt, solle entfernt werden“. (1) Entfernt werden?

Davor gibt es jedoch eine ganze Palette von Schikanemaßnahmen, die der „Personalamtsleiter“ einsetzt. So zum Beispiel die überfallartigen Personalgespräche aber auch ganz einfach die Drohung, wer einen Anwalt einschaltet, der bekommt Probleme, so sind eben die neuen „Herrenmenschen“ bei uns. Sie stellen sich über Gesetz und Ordnung und Mobbing ist ihre Religion.

Und wie man Mitarbeiter fertig macht nach allen Regeln des Mobbings, das weiß man im Rathaus von Königsbrunn nur zu gut. „Wer Schwäche zeigt, wird abserviert“, … „eine Kollegin wurde regelrecht weggemobbt und ist jetzt in psychologischer Behandlung.“ (1) Und das ist nicht der einzige Fall, die Mobber haben eine Spur der menschlichen Zerstörung gelegt, die wohl Rekord verdächtig ist.

„Aktuell (gibt) es vier Langzeitkranke, die nachweislich aufgrund ihrer Arbeitsbedingungen arbeitsunfähig sind. Entsprechende ärztliche Atteste lägen dem Gewerkschaftsmann vor“, im Klartext heißt das Mobbing als Krankheitsursache. Und wenn auch neue Mobbingattacken und Drohungen anstehen, will der Gewerkschaftsmann diesmal nicht klein beigeben, er hat die Mobbingfälle gesammelt und kann aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen.

Prècaire

– „Im April ((2011) wird eine Mitarbeiterin vor allen Kollegen zu einer Rechtfertigung gezwungen und ihr der PC-Zugang gesperrt„.(1)

– „Eine andere Mitarbeiterin wird über ihre Versetzung schriftlich informiert – per Einschreiben nach Hause. Auf der neuen Stelle hat man zunächst für sie weder Aufgaben noch Arbeitsplatz“. (1) Kennen wir aus dem Archipel Gulag von Hessen (5), die berühmten Kellerarbeitsplätze also, wo man Däumchen drehen muss auf Staats- oder Firmenkosten.

– „In einem anderen Fall ergab …  eine interne Revision, dass ein jahrelang praktiziertes Abrechnungsverfahren falsch ist. Blöchl: Der Mitarbeiterin wurde dieses schriftlich mitgeteilt – inklusive die Androhung eines Strafverfahrens, womit impliziert werde, dass die Sachbearbeiterin wissentlich falsch gehandelt oder sich sogar der Unterschlagung strafbar gemacht hätte“. (1) Rufmord nennt man das nach dem StGB, eine Spezilität der Stasi*, die sogar dafür eine Anweisung damals erlassen hat. Wie sich doch die Zeiten in Deutschland angleichen.

Roland Klehr, Leiter Personalmanagement, ist im Urlaub“ und steht für Gespräche nicht zur Verfügung. Der Bürgermeister, Ludwig Fröhlich versucht wenigstens eine Rechtfertigung abzugeben, wenn er aber auch „zu einzelnen Vorgängen .. nichts sagen (darf oder will) und auf pauschale Vorwürfe .. prinzipiell nicht (eingehe). Er weiß (auch) nicht, um wen es bei den Vorwürfen geht“, so was nennt man dann politischen Alzheimer, hilft immer, denn so glättet man erstmal gegenüber den Medien die Wogen und bläst dann zum nächsten Angriff oder sollte sich in Königsbrunn ein „christliches Wunder“ der Neuzeit ereignen?

*Ich werde die Anweisung mal wieder zur Erinerung in den nächsten Tagen hier posten, dann wissen viele Mobbing-Opfer mal wieder, wo wir uns 2011 befinden. Habermas hat das die Zerstörung der anderen Vernunft (2) genannt, Maxim Biller die „Ossifizierung“ (3) unserer Gesellschaft und in im Land Brandenburg erleben wir die Macht dieser „Ossifizierung“ oder sollte man nicht lieber „Stasifizierung“ dazu sagen? (4)

1)http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Klagen-ueber-Mobbing-im-Rathaus-von-Koenigsbrunn-id15611131.html

2)http://www.zeit.de/1991/20/die-andere-zerstoerung-der-vernunft

3)http://www.faz.net/artikel/C31315/die-ossifizierung-des-westens-deutsche-deprimierende-republik-30090317.html

4)http://www.tagesspiegel.de/berlin/brandenburg/stasi-platzeck-warnt-vor-abrechnung/4322364.html

5)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/das-%E2%80%9Esystem-mobbing%E2%80%9Coder-wie-arbeitet-der-hessische-archipel-gulag/

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Eine Antwort to “Mobbing im Rathaus Königsbrunn”

  1. Amelie Says:

    Ich glaube, da hat jemand einfach nicht das gekriegt, was er wollte. Weil du kannst rauslesen, dass da nur wild um sich gehauen wird. Schlimm nur für den Rest der Mitarbeiter, weil die sich jetzt in der Öfentlichkeit schief anschaun lassen müssen!
    Und wenn der Bürgermeister einfach nur ganz ordentlich seine Arbeitgeberaufgabe gemacht hat!? Passt halt wohl den Betrofenen nicht. und verdi lässt sich vor diesen Karren spannen, unglaublich!
    Ich wünsch allen Leuten im Rathaus viel Kraft, diese gequirlte Kacke durch zu stehen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: