Münchner Mobbing-Opfer schlägt zurück.

Einer fehlt!

Offenbar hat der 30 Jahre alte Masaki M. aus Kyoto den Versprechungen seines Münchener Chefs und Inhaber eines japanischen, edlen Spezialitäten Restaurant zu sehr vertraut. Als ausgebildeter Lehrer hat er wohl seinen Job in Japan an den Nagel gehängt und kam nach München in die Welt der Schickeria und Möchtegernstars.

Schnell entpuppte sich die Lehre zum „Kochkünstler für japanische Spezialitäten“ als hohle Phrase und Masaki kam in einer fremden Umwelt mit den „Mobbing-Attacken“ seines Chefs nicht zu recht.(2)

Von vielen Mobbing-Opfer wissen wir, wenn sie nicht die Gewalt gegen sich selbst richten – das wäre dann der Suizid-, kommt es oft zu Gewaltausbrüchen nach außen. Und Masaki hat wohl diesen Weg beschritten, er hat seinen „Küchenchef  (m)it den Fäusten … zu Boden (gestreckt) und trat (dann weiter) mit den Füßen auf ihn ein. Yuri Y. wurde bewusstlos, der Täter trat weiter zu, bis ein Koch ihn überwältigte“. (1)

Masaki M. muss sich nun statt um „Top-Kreationen des Sushi-Meisters“  zu kümmern „wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung … vor dem Münchner Schwurgericht verantworten“. (1)

In seiner Vernehmung gab das Mobbing-Opfer Masaki M. an, seit dem 1. Juli 2010 in dem Lokal mit Preisen für „Business-People, Hipster und Studis“ eine Lehre begonnen zu haben.  Sein „Küchenchef Yuri Y. (32) habe ihn nicht nur wegen jeder Kleinigkeit zurechtgewiesen: Er hat mich getreten, immer wenn ich einen Fehler machte.“ Später hat dann das Mobbing-Opfer die Tretorgie wohl einfach nur umgedreht, „wie Du mir so ich Dir“.

Der Hirnforscher Joachim Bauer erklärt und solche Gewaltausbrüche als Ergebnis unseres Gehirns, dass „soziale Ausgrenzung ganz ähnlich“ empfindet ..“wie körperlicher Schmerz.  Ausgrenzung und Demütigung als Ursachen für Gewalt sollten auch bei der Konfliktlösung am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft stärker berücksichtigt werden“ so der Fachmann. Man  kann  nur hoffen, dass Joachim Bauer als Gutachter im Fall Masaki M. hinzugezogen wird, der Richter kann das bestimmen, wenn es für das Urteil relevant ist.(3) 

Und aus der Lehre zur hohen Kochkunst wurde auch nichts. „Am Ende habe er nicht mehr kochen dürfen, sondern sei zu Dreckarbeiten herangezogen worden. Statt 1400 habe er nur noch 700 Euro monatlich erhalten. Plötzlich musste Masaki M. (auch) Staub saugen“, und das war dann wohl dem gelernten Lehrer auch zu viel.

Man darf gespannt sein, wie der Staatsanwalt seine Anklage inhaltlich vorträgt, und wie er Mobbing und die „gewaltsame Reaktion“ darauf definiert. Noch interessanter dürfte das Urteil werden, ein Richter muss nun wieder Mobbing strafrechtlich erklären. Für Masaki jedoch ist das Urteil schon längst gefallen, er wird weder die „hohe japanische Kochkunst“ zelebrieren noch wird er wohl wieder als Lehrer arbeiten dürfen. Sein Leben ist für immer ruiniert, ob das der Richter und Staatsanwalt verstehen, bleibt sehr fraglich.

1)http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/mobbing-azubi-tritt-chef-halbtot-1283400.html

2)http://www.fr-online.de/wissenschaft/-auf-ungerechtigkeit-reagiert-unser-gehirn-mit-ekel-/-/1472788/8302712/-/index.html

3)http://salzburg.orf.at/stories/522610/

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