Mobbing-Opfer und Spitzenbeamter begeht Selbstmord

Robert Hametner, Suizid- und Mobbing-Opfer

In Gmunden, im Salzkammergut in Oberösterreich hat sich der  Stadtamtsdirektor und das Mobbing-Opfer Robert Hametner in seinem erschossen. Dieser Selbstmord ist nach 25 Jahren Tätigkeit in diesem Amt wohl ein Schock für viele, denn das Opfer hat eine E-Mail mit Begründung für diesen Schritt hinterlassen.

„Ich will mich nicht mehr verletzen lassen“, schreib das Mobbing-Opfer Robert und nennt den „Grund für seine Verzweiflungstat: Mobbing. (1) Vor allem einer soll ihm das Leben zur Hölle gemacht haben: Der Gmundner Bürgermeister Heinz Köppl (ÖVP)“. (1a)

 „Dein Mobbing hat endlich Erfolg. Ich kann und will mich nicht mehr von dir verletzen lassen, schreibt das Opfer im Abschiedsbrief. Köppls dominanter Führungsstil habe ihm keinerlei Spielraum gelassen. Die letzen fünf Jahre hast du mich in einer Art behandelt, wie man keinen Menschen behandelt, schreibt Hametner weiter“. (1)

In einem „Offene(n) Brief des Bürgermeisters“ versucht dieser sich am Samstag zu rechtfertigen. “ Es ist mir bewusst, dass es auch Meinungsverschiedenheiten gab, aber das ist in einem Arbeitsverhältnis – wie in jedem anderen Betrieb dieser Größe – ganz natürlich“. (1)

Was soll bitte an Mobbing natürlich sein? „Im Leben und in der Politik müssen wir Linien vorgeben und Entscheidungen treffen“, so der  Büergemeister Heinz Köppl, der Robert Hametner als seine engsten Mitarbeiter bezeichnetm, der sich stets mit ihm „konstruktiv ausgetauscht“ hat.

Das Mobbing-Opfer erzählt uns aber eine andere Realität. “ Ich kann und will mich nicht mehr von dir verletzen lassen“, was nichts anderes heißt, Robert wurde von seinem Chef, dem Bürgermeister Köppl wohl über 5 Jahre systematisch fertig gemacht. Ein Skandal, bei dem man sich fragt, warum ermittelt der Staatsanwalt nicht, denn in Österreich gibt es doch im „öffentliche Dienst“ ein Mobbing-Verbot. (2)1)http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Politiker-Selbstmord-nach-Mobbing/18739821

1a) http://www.austria.com/gmundener-stadtchef-reagiert-auf-mobbing-vorwurf/apa-1143672213

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/12/12/endlich-mobbing-verbot-im-offentlichen-dienst/

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14 Antworten to “Mobbing-Opfer und Spitzenbeamter begeht Selbstmord”

  1. Milan Petrovic Says:

    Was muss H.Hametner all die Jahre gelitten haben, um dann als Erlösung aus dem Leben zu gehen?? Mein Mitgefuehl gilt seiner Familie und allen die ihn geliebt haben. Ich hoffe, dass dem MOBBER die Staatsanwaltschaft seinen Fehler beweisen kann.

    Milan Petrovic
    Barcelona
    VW-MOBBING-Opfer

  2. Prof. Mag.Irmgard Mair Says:

    Der tragische Selbstmord von Herrn Mag. Hametner zeigt wieder einmal auf, daß dem Phänomen „Mobbing“ in unserer Gesellschaft viel zu wenig Beachtung bzw. Bedeutung zugemessen wird. Dies liegt daran, daß Begriffe wie Mobbing/ mobben falsch verwendet werden und oft für einfache/ einmalige Schikanen eingesetzt wird. Fast jeder fühlte sich oder wurde schon einmal im Leben „gemobbt“, von der Sandkiste beginnend bis zum (meist) natürlichen Tod. Kein Wunder, daß bei einer derartigen Begriffsverwässerung im täglichen Umgang kein Unterschied zum Begriff echtes „Mobbing“ erkannt wird, wie er der wissenschaftlichen Definition von Dr. Leymann entspricht.
    Herr Mag. Hameter hat in seiner Todesstunde hundert E-Mails verschickt, wobei die Adressaten hauptsächlich d i e Personen waren, welches das Mobbing aktiv zu verantworten haben, bzw. jene, die durch Passivität (Schweigen, Ausweichen, Verdrängen) die verwerflichen Vorgänge ermöglichten und damit – bewußt oder unbewußt- förderten, sowie an einige vielleicht wirklich Unbeteiligte (darunter die Kinder des Verstorbenen).
    In diesen Botschaften hält der gewissenhafte und mit hohen Kompetenzen ausgestattete Familienmensch Mag. Hameter fest, daß er jahrelang unter dem psychischen Druck schwerstens gelitten hat, bis er es nicht nicht aushielt und in seinem Tod den einzigen Weg der „Flucht“ bzw. die „Erlösung“ sah. Als Jurist konnte er einschätzen, daß dem von ihm in erster Linie belasteten Bürgermeister nichts „passieren“ kann, außer ein freiwilliger Rücktritt oder eine allfällige Abwahl zu einem späteren Termin. Eine gerichtliche Verfolgung dürfte unter keinem guten Stern stehen: Die betroffene Partei ist tot, die Zeugen haben vorher schon geschwiegen, nicht zu übersehen (partei-) politische Interessen auch im Sinne der „angeklagten“ Personen; und überdies ist „Mobbing“ kein strafrechtliches Delikt. Aus ähnlichen und auch ganz anderen Erwägungen dürfte der Weg des Disziplinarverfahrens ziemlich aussichtslos sein. Auffallend das reflexartige Abweisen von Schuld, indem psychische Probleme des Mobbingopfers in den Vordergrund gestellt werden. Diese psychischen Probleme hat es sichtlich gegeben, nämlich als Reaktion und Folge von jahrelangem Psychoterror auf dem Arbeitsplatz. Meist greifen die Folgen von Mobbing in den privaten Bereich hinüber. Das Opfer wird so geschwächt, der Blick wird auf die Schwierigkeiten eingeengt, früher vorhandene Interessen werden zurückgestellt, alles dreht sich um das Leid im beruflichen Alltag. Die Familie, der Freundeskreis wendet sich nicht selten ab, weil man es einfach nicht mehr hören kann und weil wechselseitig das Vertrauen schwindet!
    Umsomehr ist Mag. Hameters Abschiedsbrief als ein Appell an die Medien und an die breite Öffentlichkeit zu verstehen, „Mobbing“ nicht zu bagatellisieren. Es ist ein Appell an die Zivilcourage jedes einzelnen (ob am oder außerhalb des Arbeitsplatzes), durch Nicht-Schweigen, Nicht-tatenloses-Zusehen Prozesse wie Mobbing zu stoppen. Psychoterror am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelekt!
    Mit seinem Selbstmord wollte Herr Mag. Hameter ein massives Zeichen setzen, wie es vielfach zuvor (auch) aus anderen Gründen erfolgte: Etwa die Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach, 1969, aus Verzweiflung über die politische Situation oder der tragische Suizid von Franz Kröll, Chef der SOKO, 2010, im Zusammenhang mit polizeilichen Ermittlungen (lt. glaubwürdigen Medienberichten).
    Der Suizid von Herrn Mag. Hameter ist meinem Eindruck nach kein „Kurzschluß-Akt“. Er war sich bewußt, das Selbstmord keine „wirkliche“ Lösung ist, da er – irdisch betrachtet – vom Ergebnis nicht mehr profitieren kann. Der Brief ist eine Erklärung an seine Familie, eine letzte Bitte um Verständnis für sein Tun. Mit seinem Appell an die Kollegen/ Bürgermeister und in die Folge an die Öffentlichkeit wollte er seinem Tod so etwas wie S i n n verleihen. Es ist ein Aufschrei, die Augen und Ohren nicht zu verschließen, wenn kriminelle Handlungen herabgespielt werden, als ob diese der täglichen Normalität entsprächen.
    Ich hoffe, daß der tapfere Herr Mag. Hameter dieses Ziel (wenigstens teilweise) erreicht! Ich persönlich werde alles tun, mitzuwirken, daß Herr Hametner nicht umsonst gestorben ist, etwa im Bereich der Aufklärung, was „Mobbing“ wirklich ist und wohin es führt, wozu mein eigenes gelebtes Beispiel beste Grundlagen bietet.

  3. Prof. Mag.Irmgard Mair Says:

    Werter Herr Harry Gambler.
    Es gibt tatsächlich ein Verbot seit Jänner 2010. Aber was hat dies dem vertorbenen Beamten Herrn Mag. Hametner genützt?
    Ich werde seit mehr als 10 Jahren gemobbt. Ich will nur damit nur sagen: Niedergeschriebene Verbote reichen nicht aus.

    • harrygambler2009 Says:

      Werte Frau Prof. Mag.Irmgard Mair,

      ich kann vestehen, dass Robert Hametner diesen Weg nicht gegangen ist, Anzeige beim Staatsanwalt zu erstatten. Doch wenn es ein Mobbing-Verbot in Österreich gibt, muss jetzt nach dem tragischen und unfassbaren Suizid von Robert Hametner ermittelt werden.
      Ich kenne mich leider in der Gesetzgebung von Österreich nicht aus, doch bei uns in Deutschland gibt es nach § 129 Strafgesetzbuch eine Ermittlungspflicht der Polizei oder Staatsanwaltschaft.
      Leider haben wir aber kein gesetzliches Mobbing-Verbot.
      Mein Vorschlag wäre nun, dass jemand Anzeige im Fall Robert Hametner stellt, dies kann auch anonym geschehen, doch er müsste Staatsbürger von Österreich sein.
      Kopie usw, würde ich hier veröffentlichen.
      Bei uns in Deutsachland gibt es auch Paragraphen im Strafgesetzbuch, nach dem es eine Fürsorgepflicht des Vorgesetzten gibt, bei Amtspersonen, als Staatsdiener zählt das doppelt und jeder Beamte unterliegt eine Meldepflicht von Straftaten, Remonstrationspflicht – Nach den Vorschriften des Beamtenrechts muss der Beamte seine … Die Remonstrationspflicht ist im Beamtenalltag ein nur selten genutztes Recht“.(1)
      Ich denke, der Fall von Robert Hametner sollte Österreich aufschrecken und die Antimobbingaktivisten zu Handlungen zusammen bringen. Schon der Suizid von Joel zeigt, es muss was geschehen und auch ihr eigener Fall ist doch ein Alarmzeichen, so wie der Mobbing-Fall bei den Wiener Linien.
      Wir Opfer müssen lernen und zu wehren.

      1)http://www.google.de/webhp?sourceid=navclient&ie=UTF-8#hl=de&source=hp&q=remonstrationspflicht+beamte&aq=0&aqi=g3&aql=&oq=remonstrationspflicht+&fp=3bf4201a367ad21c

    • harrygambler2009 Says:

      http://mashnews.de/news/35003/mobbing-an-schule-staatsanwalt-pruft-folter-vorwurfe-an-grundschule/
      Luckenwalde (Brandenburg) – Das Leiden des kleinen Florian (12) aus Luckenwalde (Teltow-Fläming), der drei Jahre lang von älteren Mitschülern gemobbt, geschlagen, gefoltert wurde. Nach dem Bildungsministerium schaltet sich jetzt auch die Staatsanwaltschaft Potsdam ein.

  4. Milan Petrovic Says:

    Was das Gesetzes-Thema betrifft, muss ich aus meinen Erfahrungen Frau Prof. Mag.Irmgard Mair, Recht geben. Im VW-Konzern gibt es genuegend Vorschriften gegen MOBBING. Auch gibt es sog. MOBBING-Beauftragte.
    All das hatmir nicht geholfenals mich VW (mehrere Bereich) regelrecht plattgemacht haben. Informiert und um Hilfe gebeten wurde u.a. :
    H Wulff in seiner Funktion als VW-Aufsichtsrat (heute Budespräsident)
    H. Pitschetsrieder ehem VW-Konzernvorstand
    H Osterloh VW-Betriebsratsvorsitzender
    H. Juergen Peters ehem IGM-Vorsitzender
    Die IGM-Wolfsburg und einige mehr. Sie alle sahen untätig zu. Ihnen fehlt wohl die Zivilcourage oder waren schlicht und einfach zu bequuem.
    Solange es diese Haltung zu MOBBING gibt, wird es Opfer geben !!

    Milan Petrovic
    Barcelona
    VW-Mobbing-Opfer

  5. Prof. Mag.Irmgard Mair Says:

    Den Medienberichten zufolge hat Herr Mag. Hametner vor seinem Selbstmord eine Sachverhaltsdarstellung/ Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wels eingebracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
    Ich führe mit Unterstützung der Gewerkschaft öffentlicher Dienst einen Prozess gegen die Republik Österreich. Es gibt kein rechtskräftige Urteil, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Ich kann nur beteuern, daß Gesetze keinen ausreichenden Schutz gegen Mobbing darstellen. Beispiel:
    Lt.§ 111 StGB ist „Üble Nachrede“ ein strafrechtlich relevantes Delikt. Dennoch steht üble Nachrede, Verleumdung quasi auf der Tagesordnung.
    Verbrechen können nicht durch Gesetze verhindert werden. Die allfällige Verurteilung eines Täters bringt für ein durch Selbstmord verschiedenes Mobbing- Opfer gar nichts! Die Lösung liegt in der Prävention (Aufklärung, Gesetze etc…) und vor allem im couragierten Einschreiten bei Bekanntwerdung von Mobbing. Die Aufmerksamkeit auf derartig schädliche Prozesse sollte auch grenzüberschreitend gelten, es muß einen Schulterschluß von Organisationen geben, die über kompetente Berater verfügen. Ich glaube, daß in Leserforen viele Meinungen veröffentlicht werden, die völlig kontraproduktiv sind, z.B. wenn mit unsachlichen Argumenten, Pauschalverdächtigungen Emotionen hochgeschaukelt werden. Leider spielen auch schlampige Recherchen und die daraus resultierenden Medienberichte, sowie gezielt weitergegebene Falschinformation eine wesentliche Rolle, wodurch in der Öffentlichkeit sogar ein Rollentausch Täter-Opfer stattfinden kann. Ich habe heute einen Beitrag eines Psychiaters gelesen, der einem Toten (posthum) das Recht abspricht, jemanden (schwer) zu belasten und sinngemäß Unfairnis unterstellt Das empfinde ich als Eingriff in das Grundrechte freier Meinungsäußerung (noch dazu in der Todesstunde!)
    Ich kann nur sagen: Alle müssen aufmerksam sein, jeder kann Mobbing-Opfer werden, auch wenn er noch so korrekt, vorbildlich und pflichtbewußt arbeitet. Oder vielleicht gerade deswegen

  6. Milan Petrovic Says:

    Ich kann nur hoffen, dass mit jedem Opfer die Sensibilitaet in der Öffentlichkeit gegen MOBBING waechst.
    Es ist die Gleichgültigkeit der Umgebung die den MOBBERN nur Recht ist.

    Aber Mitwissen und untätig zusehen ist auf im gewissen Masse unterlassene Hilfeleistung.

    Milan Petrovic
    Barcelona
    VW-Mobbing-Opfer

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    Nicht mal nach dem Tod seines Angestellten ist dieser Mensch in der Lage Mensch zu sein. Widerlich! Aber auch er wird seine gerechte Strafe erhalten…

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