Mobbing-Tagebuch Ja oder Nein?

Kaum ein Begriff scheint Anwälte so zu bewegen wie das Mobbing-Tagebuch. In seinem sehr guten Artikel weist der Rechtsanwalt Stefen Pfleger nochmals auf diesen Problem hin und bezieht sich dabei leider nur auf einen Fall.

„Das Arbeitsgericht hat sodann direkte Ansprüche gegen die Beklagte als auch gegenüber deren Erfüllungs- und Verrichtungsgehilfen verneint. Wesentlich hierfür war, dass das Mobbing-Tagebuch des Klägers keine Details hinsichtlich der Position im Betrieb der Beklagten aufwies und im Vortrag des Klägers auch nicht mehr nachgeholt wurde. Der Arbeitgeber haftet jedoch nur für solche Mitarbeiter, die dem Betroffenen vorgesetzt sind“. (1)

PrècaireLeider unterlässt es RA Pfleger auf die Erfahrungen von Prof. Alenfelder in Cottbus (2)  hinzuweisen, der dort mit der Papierrolle erfolgreich gearbeitet hat, denn mit einem Blick sah der Richter und seine Schöffen, wieviele Mobbing-Attacken stattgefunden haben. Richter lesen bekanntlich nicht so gerne, etwas was sich die Anwälte mal verinnerlichen sollten. Gute Schriftsätze braucht man nur vor dem BAG und dem EU-Gerichtshof, Arbeitsgerichte und Landesarbeitsgerichte sind in der Hand der Lobbyisten und politischen Strippenzieher, die kommen aus dem Arbeitgeberlager und der Einheitsgewerkschaft, bedauerlich aber wahr.

Solche Probleme werden leider von Anwälten zu wenig diskutiert, wir Opfer tun dies. Das Mobbing-Tagebuch in Papierrollenform ja und bei der Definition von Mobbing sollten Anwälte sich mal mit dem „Mobbing-Verbot“ in Österreich ansehen, insbesondere warum es dort auch ausdrücklich für Richter eingeführt wurde. Die Diskussion sollte nun auch mal endlich in Deutschland beginnen, Zeit wäre es ja.

Das Mobbing-Tagebuch ist ein Hilfsmittel und sollte im Prozess nur verwendet werden, wenn es sinnvoll und mit weiteren Beweismittel belegbar ist. Da bei uns in Deutschland seit 150 Jahren eine Täterkultur gepflegt wird, muss das Opfer wissen, es ist beweispflichtig und das sollte allel Anwälten ebenfalls klar sein, wenn sie in einen Prozess gehen um ihn zu gewinnen.

Letzte Änderung am 16.08.2015

1)http://www.anwalt24.de/fachartikel/nicht-immer-schmerzensgeld-fuer-mobbing

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/02/22/vom-sinn-und-unsinn-des-mobbing%E2%80%93tagebuches/

http://www.alenfelder.de/000000971c0d6eb22/000000971c0d6fb24/index.html

http://www.lr-online.de/regionen/forst/Forsterin-durchleidet-Mobbing-Martyrium-in-DRK-Pflegeheim;art1052,2601305,0

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