Mobbing-Opfer kämpft gegen Zwangspensionierung vor Gericht

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Man mag es glauben oder nicht, wenn Beamtinnen oder Beamte ihren gesetzlichen Auftrag im Interessen von uns Bürger gewissenhaft und verantwortungsvoll im Sinne des Gemeinwohls wahrnehmen, werden sie einfach kaltgestellt. So war das in Frankfurt (1) so ist das jetzt in Niedersachsen. Alle haben die Möglichkeit am Prozess teilzunehmen, man kann nur hoffen, dass die Wegschauer von der Presse endlich mal aufwachen und berichten.

Streitgegenstand:

Meine Klage gegen die Oberfinanzdirektion Niedersachsen (OFD Nds.) wegen Zwangspensionierung

An interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

ich möchte darüber informieren, dass am Mittwoch, den 1. September 2010, um 9.30 Uhr, Sitzungssaal II, vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg, Adolph-Kolping-Straße 16 (ehemaliges Kasernengelände) meine Zwangspensionierung öffentlich verhandelt wird. Ich klage auf Aufhebung der Pensionierung. Obwohl ich als Steuerfahnderin bei zahlreichen Bankenfällen sowie als Betriebsprüferin erfolgreich eingesetzt war und entsprechend qualifiziert bin, will man mich dauerhaft entfernt wissen. Nach Auffassung der OFD Nds. käme ich aufgrund meiner geistig-seelischen Disposition nicht mit ‚üblichem Verwaltungshandeln‘ zurecht“  und sei für die Arbeit „in einer hierarchisch strukturierten Verwaltung  gesundheitlich ungeeignet.

Der Schrei

Gegen mich richteten sich jahrelang zahlreiche Handlungen meines Arbeitgebers (Nds. Steuerverwaltung). Zwischen den Hierarchieebenen wurde ich in Schriftsätzen, Aktenvermerken und so genannten Berichten seit 2001 kontinuierlich in Misskredit gebracht, was ich teilweise erst Jahre später durch Akteneinsichten erfuhr. Nachdem ich 2001 aus dem Bereich eines für mich wegen seiner entwürdigen Behandlung unerträglichen Vorgesetzten in ein anderes Sachgebiet der Steuerfahndung versetzt werden wollte, begann eine krankmachende Zermürbung meiner Person. Darunter war z. B. eine über 44 Monate dauernde disziplinarische Verfolgung durch die OFD Nds., und zwar wegen vier geringfügigen Verspätungen in eineinhalb Jahren (drei 6-minütige und eine 1-minütige). Das Verfahren wurde von der Disziplinarkammer vollständig eingestellt, aber die diffamierenden Schriftsätze, Aktenvermerke und Berichte über mich nahmen kein Ende. Die Situation führte zu dauerhaften Stressreaktionen und daraus resultierenden Krankschreibungen. Immer wieder wurden amtsärztliche Gutachten über mich eingeholt, die mir eine gesunde Psyche und die Notwendigkeit einer Konfliktlösung attestierten. Erst Ende 2007 liefert der Amtsarzt eine für den Arbeitgeber vermeintlich „brauchbare“ Feststellung: „Die berufliche Situation als Beamtin in einer hierarchisch strukturierten Behörde“ würde bei mir „einen psychosomatischen Symptomenkomplex“ „auslösen und unterhalten“. Dies veranlasst die OFD Nds. immer noch nicht dazu, sofort eine Konfliktlösung herbeizuführen, sondern meine Pensionierung mit 44 Jahren wegen angeblicher Dienstunfähigkeit zu beschließen.

Mobbing Improvisation 3

Mangels unabhängiger Kontrollinstitutionen mit vernünftigen Beschwerdewegen konnten die Vorgesetzten ihr Verhalten mit Hilfe von entlastenden Stellungnahmen jeweils jahrelang selbst „überprüfen“, weil ihre Ausführungen nie hinterfragt wurden. Ich habe durch die Verhaltensweisen des Arbeitgebers gesundheitliche und finanzielle Nachteile erlitten, die auch von der Justiz bisher in außerordentlich fragwürdiger Weise als nicht existent oder als unvermeidbare und sozialadäquate Beeinträchtigungen (OLG Celle) klassifiziert wurden.  Dem Land kostete der Konflikt durch meinen Arbeitsausfall als Steuerfahnderin/Betriebsprüferin und durch den erheblichen Personaleinsatz gegen mich schätzungsweise mehrere Millionen EUR, so dass sich der Eindruck aufdrängt, meine Pensionierung sei trotz des Personalmangels und der damit verbundenen Milliardenverluste in der Steuerverwaltung (http://www.tagesschau.de/inland/finanzverwaltung100.html) (2) auch politisch gewollt. Eine Konfliktlösung durch Mediation, eingebettet in ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM), wird von der OFD Nds. bisher ebenso abgelehnt, wie das BEM selbst oder jede andere konfliktlösende Maßnahme, was gänzlich den eigenen Postulaten der Nds. Steuerbehörde zur Demokratisierung der Verwaltung widerspricht (Allgemeine Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung, Leitbild der Niedersächsischen Finanzämter, Seminare der OFD Nds. zum Konfliktmanagement mit Selbstlernprogrammen, Seminarinhalte des landeseigenen Studieninstituts Niedersachsen (SiN), Dienstvereinbarung zum BEM mit ergänzenden Verfügungen zu seinem Ablauf etc.).

Der Termin ist auf 1 Stunde angesetzt. Mein Rechtsanwalt Dr. Dieter Struck aus Hamburg wird mich begleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Renate Gerstel“

Und wieder soll eine Finanzbeamtin fertig gemacht werden, erinnert sei hier an die Kolleginnen und Kollegen von Reante Gerstel in Frankuft beim Finanzmat V, bekannt als der „Archipel Gulag“ von Hessen. (3)

Letzte Änderung am 16.08.2015

1)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/24/steuerfahnder-und-mobbingfall-marco-wehner/

https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/04/gefalligkeitsgutachter-im-mobbingfall-marco-wehner-verurteilt/

2)http://www.tagesschau.de/inland/finanzverwaltung100.html

3)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/27/das-%E2%80%9Esystem-mobbing%E2%80%9Coder-wie-arbeitet-der-hessische-archipel-gulag/

http://www.onlinezeitung24.de/article/1050

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2 Antworten to “Mobbing-Opfer kämpft gegen Zwangspensionierung vor Gericht”

  1. Karl Says:

    Sehr geehrte Frau Gerstel,
    was Sie erleben ist beileibe kein Einzelfall. Gerade die Niedersachsen, wo der „König der Querulanten“ (Spiegel) als Landesbeamter tätig war und in einer konzertierten Aktion von Ministerium, Regierungspräsident, Schulbehörde, Amtsarzt, Verwaltungsgericht Lehrerkollegen usw. weggemobbt wurde, ist dafür berühmt – berüchtigt und verhält sich teilweise wie die Herrschenden in der alten Sowjetunion.
    Wir wünschen Ihnen viel Glück bei Kampf gegen Ihre Zwangspensionierung.
    Viele Grüße
    Karl
    P.S.: siehe auch behördenmbbing, http://www.staatsmobbing.ch, http://www.doktor-amtsarzt.de usw.

  2. Ute Says:

    14.102010
    Wer kann mir weitere mehr oder weniger krasse Fälle von mobbingartigem und auch intrigenhaftem Verhalten gegenüber Beamten
    (Finaznbeamte, Lehrer, Polizisten etc) in Niedersachsen nennen ?
    Namen müssen und sollten vielleicht auch nicht genannt werden.
    Es reicht eine kurze Beschreibung der Geschehnisse mit Hilfe derer man den Fall einigermaßen von außen einschätzen kann.
    Wer spielt / e eine Rolle ? (einzelne oder zahlreiche Kollegen, Vorgesetzte, private oder amtsärztliche Gutachter, Verwaltungsgerichte etc). Ich kann gegebenfalls auch beraten und auch an weitere Organisationen weiterleiten.

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