Mobbing-Klage im Heuschreckennest London

In der Finanzbranche scheint Mobbing gang und gäbe zu sein, folgt man den Ausführungen des Fondsmanager bei New Star Asset Management, Patrick Evershed.

Dieser hat gegen seinen früheren Chef, John Duffield, den Gründer von New Star versucht eine Mobbing-Klage einzureichen. Dabei musste er einen Zwischenschritt einlegen und auf einen Schadensersatzsumme ohne Limit nach oben verklagen.

Für Patrick Evershed entschied ein Londoner Gericht. Demnach darf der Fondmanager wegen unrechtmässiger Kündigung klagen und sich zusätzlich auf die britischen Whistleblower-Regeln berufen.

Normalerweise ist es in England üblich,  dass „die meisten Kündigungsklagen … auf einen maximalen Betrag von etwa 65’000 Pfund begrenzt“ sind.(1) Ein Londoner Gericht entschied, wonach Evershed „wegen unrechtmässiger Kündigung klagen und sich zusätzlich auf die britischen Whistleblower-Regeln berufen“ darf.

Der Fondmanager verklagt New Star wegen „Schikanen, Mobbing und erniederigender Behandlung“ und will einen Millionenbetrag an Schadensersatz.  

„Hintergrund der Klage ist ein Brief, den Evershed 2008 an die Personalabteilung schrieb, und in dem er sich über John Duffield, den Gründer von New Star, beschwerte. Kurze Zeit später sei Evershed von CEO Howard Covington beurlaubt worden“. (1)

„New-Star-Gründer Duffield hat sich gegenüber den meisten Fondsmanagern überaus gemein verhalten und uns gemobbt, erklärte Evershed in seinem Brief. Vor allem hat er mich so lange schikaniert, bis ich meinen Fonds wieder geöffnet habe. Das hat die Performance meines Fonds zerstört und mit ihm auch meinen Ruf“. (1)

New Star wurde in der Zwischenzeit  wurde von „Henderson übernommen“ und Patrick Evershed hat gekündigt. (1)

Der Fondmanager  Patrick Evershed wirft seinem früheren Chef nun weiterhin vor, dieser habe „in der gesamten Firma eine überaus unangenehme Atmosphäre geschaffen. Er hat Stars angeworben und sie dann durch die Art, wie er uns behandelt hat, zerstört“. So musste er selbst seinen gutgehenden Fond, in dem es die goldene Regel gab, „dass die Investments in seinem New Star Select Opportunities Fund ein Volumen von 50 Millionen Pfund nicht übersteigen“ dürfen auf Anweisung und Druck vom Chef mit zusätzlich 100 Millionen „Schrottimmobilien“ gekauft und somit eine Underperformance durch diese Investments geschaffen , also Verluste eingefahren.

Interessant in dem Fall ist es, dass auch in Großbritanien für Schadensersatzklagen bei Kündigungen eine maximale Obergrenze von 65 000 Euro besteht und im Fall Helen Green die Mobbingentschädigung durch die Lohnfortzahlung bis zur Rente zustande kam.(2) Beide Fälle zeigen wohl eine Lücke auf, die durch die deutsche Berichterstattung zustande kommt.

So schreibt der Autor  im Börsenticker einmal, „Evershed“ darf „wegen unrechtmässiger Kündigung klagen“ und einmal „New Star weist alle Vorwürfe von sich und erklärte, dass Evershed gekündigt habe“. (1) Das entspricht nicht gerade einer sachlichen und seriösen Berichterstattung, denn zwischen kündigen und gekündigt werden liegen nun einmal Welten.

1)http://www.cash.ch/news/boersenticker/rss/fondsmanager_verklagt_arbeitgeber_wegen_mobbing-933972-450

http://www.bloomberg.com/news/2010-07-29/former-new-star-fund-manager-evershed-can-sue-over-bullying-court-says.html

2)http://www.jobblogger.de/index.php?url=archives/403-1,2-Mio-fuer-Sekretaerin.html&serendipity%5Bcview%5D=threaded

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