Mobbing-Opfer wurde mit Hähnchen beworfen

Die Diskussion um Mobbing und Urteile zu Mobbing nimmt endlich einen immer breiteren Raum in der Berichterstattung, Veröffentlichung von Urteilen und teilweise auch in den TV-Sendern ein, trotz Kachelmann und Co.

In Cottbus kam as zu einem denkwürdigen Urteil gegen eine Verkäuferin. Dabei hat das Gericht nochmals Mobbing als zielgerichtete Verletzung der Persönlichkeitsrechte definiert.

Die Richter hatten wohl erkannt, dass die Klägerin schikaniert wurde und diese krankmachenden Arbeitsbedingungen nicht mehr ertagen konnte und gekündigt hat. „Die Klägerin ist durch das Arbeitsverhältnis zum Beklagten insbesondere durch seine Art und Weise seines Auftretens und in Folge seiner Behandlung ihrer Person im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit so schwer erkrankt, dass sie im Interesse ihrer Gesundheit das Arbeitsverhältnis zum Beklagten hat aufgeben müssen“. (1)

Im Urteil des Arbeitsgerichts Cottbus vom 24.02.2010, Az.: 7 Ca 493/09 wurde dem Mobbing-Opfer trotz Bewerfung durch einen cholerischen Chef mit Hähnchen und vielen Krankmeldungen kein Schadensersatz zuerkannt. Die „Tiefe und Dichte“ der Attacken hätten gefehlt, was immer Richter damit meinen. “ Die geschilderten Vorgänge hätten nicht die erforderliche Tiefe und Dichte, die die Annahme fortgesetzter aufeinander aufbauender und ineinander übergreifender Anfeindungen, Schikanen und Diskriminierungen rechtfertigen könnten. Diese Diskriminierungen verletzen deshalb in ihre Gesamtheit nicht das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit der Klägerin“. (1)

Man darf jedoch nicht vergessen, dass das Mobbing-Opfer, wenn auch zum Schutz der eigenen Würde und Gesundheit vollkommen verständlicher Weise gekündigt hat. Hier hat wohl das Mobing-Opfer den entscheidenden Fehler in Augen eines deutschen Arbeitsrichter gemacht, denn eine Eigenkündigung heißt oft, der Fall ist vom Tisch und keiner will ihn mehr hören und sehen, Methode Vogel Strauß gilt hier. Die Eigenkündigung im Fall von Mobbing-Attacken wurde bisher in der Erörterung von Mobbing-Urteilen zu wenig beachtet.

Das „Urteil zeigt erneut, dass von Eigenkündigungen dringend abgeraten werden muss. Einmal ausgesprochen, bekommt man sie nur noch in extrem seltenen Ausnahmefällen wieder aus der Welt“. (3)

Man schadet sich wohl bei Eigenkündigungen auch im Fall der „Tiefe und Dichte“ bei Mobbing-Attacken generell, wobei unklar ist, warum Richter nicht die Artikel 1 und 2 des GG hier ausführlich erörtern, gerade in ihrer „Tiefe und Dichte“, wie man seine Würde schützen und seine Gesundheit bewahren kann.

1)https://www.arbeitsrecht.org/blog/blog-post/2010/07/31/cholerischer-chef-wirft-haehnchen-an-die-wand/

2)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/07/19/eigenkundigung-bei-mobbing-bringt-nur-nachteile-und-hilft-nicht-weiter/

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: