Stasimethoden beim Textildiscounter Kik

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Viele wollen es einfach nicht wahrhaben das in unserem Land seit etwa 20 Jahren eine Welle der Asozialität sich einen Weg durch alle gesellschaftlichen Bereiche bahnt.

Mal wird statt Steuerbetrug von Steuerhinterziehung verharmlosend gequatscht, es wird von Steuersündern anstatt Betrügern geredet. Es werden immer mehr Bereiche des Bürgers ausgeschnüffelt, Akten über ihn  angelegt und je nach Kalkül wird er dann fertig gemacht.

Und wie man das macht, zeigt die Personalauswahlpolitik des Textildiscounter KiK*, ein Tochterunternehmen von Tengelmann. Über ein Jahrzehnt lang wurden heimlich die Vermögensverhältnisse aller Mitarbeiter über eine „telefonische Auskunft bei der Creditreform“ ausgeschnüffelt. (1) KiK

Eine Praxis, die über 49 000 Mitarbeiter seit Jahren über sich in etwa 2 500 Filialen ergehen lassen mussten. Neben der Dumpinglohnstrategie des Discounters, seiner Auswahl menschenverachtender Produktionsbedingungen in Drittländern ist das Auschnüffeln nach Stasimanier ein weiterer Eckpfeiler dieser Unternehmenskultur, die es offenbar in Deutschland sehr oft gibt.(*)

Prècaire

„Ziel sei es gewesen, sich von Beschäftigten mit massiven finanziellen Schwierigkeiten zu trennen, erläuterte ein langjähriger Kik-Bezirksleiter dem ARD-Magazin“, also den „Problemfällen“. Und dies hat man dann auf zwei Arten umgesetzt. Waren die „Problemfälle“ noch in der Probezeit, wurde ihr Arbeitsverhältnis nicht verlängert.

Hatten die „Problemfälle“ schon Kündigungsschutz, dann „war (es) immer so, dass man sich dann irgendetwas aus den Fingern saugen musste, zitiert Panorama den ehemaligen Bezirksleiter Guido Hagelstede, der für bis zu 15 Filialen und mehr als 100 Mitarbeiter verantwortlich gewesen“ war.

Und vor deutschen Arbeitsgerichten hat man mit sich dann was „aus dem Finger gesaugt(..)“, keine Probleme bei der Moral und Rechtsauffassung die dort vorherrscht und vorgeschrieben wird.

„Die Schnüffelei hat bei Kik offenbar eine lange Tradition. Dem ARD-Magazin liegt nach eigenen Angaben ein internes Schreiben des für Personal zuständigen Kik-Geschäftsführers Heinz Speet aus dem Jahr 1998 vor“. (1)

Und nach dem der Staatsanwalt aufgrund von Anzeigen sich endlich mal 2009 bequemt hat, nachzuschauen was dort abgeht, ist man bei KiK, nicht bei Tengelmann vorsichtig geworden. Der Staatsanwalt hat wie immer seine Ermittlungen in Fällen des Arbeitsrechts eingestellt. Kik hat eine Meldung in den Medien verbeitet, danach „erklärte Kik in einer schriftlichen Stellungnahme: Das von Ihnen angeführte Verfahren wird bei Kik nicht mehr praktiziert. Seit Oktober 2009 arbeite man „nicht mehr mit der Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftei zusammen“. (1)Vom Mutterkonzern Tengelmann liegen keine Stellungnahmen oder Erklärungen vor, so dass es den Anschein hat, nur KiK habe mit stasiartigen Methoden seine Mitarbeiter bezüglich ihrer finanziellen  Situation ausgeschnüffelt. Soll man das glauben können?

1)http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/vorwuerfe-gegen-textildiscounter-kik-verschuldete-mitarbeiter-wurden-rausgekikt-1585849.html

http://www.alias.de/cf.php?action=startframe&opennavi=1&cmod=alias__alias_site_news&content_nwviNwstid=24382&content_nwviNwttid=1

http://www.firmenpresse.de/pressinfo232706.html

1)

*“Mit über 2.500 Filialen ist Kick nicht nur in großen und mittleren Städten aufzufinden sondern auch in vielen Kleinstädten. In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Hannover oder Stuttgart gibt es gleich dutzende Shops“. http://kindermode-welt.de/kik/

„KiK Textilien und Non-Food GmbH ist ein deutscher Textil-Discounter mit Sitz in Bönen, der im Jahr 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Unternehmensgruppe Tengelmann gegründet wurde. Das Unternehmen ist die größte Textil-Discount-Kette in Deutschland und verfügt über 2.800 Filialen in Deutschland, Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei„. http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

„2007 hatten Mitarbeiter von KiK Textilien und Non Food GmbH & Co. KG in Österreich eine Betriebsratswahl zustandegebracht. Der Spitzenkandidat und dessen Liste wurde aber von der mehrheitlich unternehmensnahen Wahlkommission nicht zugelassen, da diese behauptete, dass sie 3 von 15 Unterstützungserklärungen nicht lesen könnte und diese somit ungültig wären“. http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

„Am 9. Oktober 2007 erstattete die Gewerkschaft ver.di Anzeige gegen KiK. Sie wirft dem Textildiscounter Lohndumping vor. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat am 26. November 2007 das Verfahren gegen KiK wegen Lohndumpings eingestellt“. http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

„Im Mai 2009 ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz, da das Unternehmen seit Januar 2008 seine Bestandsmitarbeiter viermal im Jahr bei der Auskunftei Creditreform überprüfen lässt. Insgesamt wurden dabei über 49.000 Auskunftsanfragen gestellt.[7]http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

„KiK kauft direkt über eigene Büros und über Importeure ein. Weder Länder, noch Namen und Anzahl der Lieferanten pro Land werden veröffentlicht. Bekannt ist nur, dass KiK unter anderem in China und Bangladesch einkauft. Die Kampagne für saubere Kleidung konnte drei der Lieferanten in Bangladesch ausfindig machen und massive Arbeiterrechtsverletzungen nachweisen. Aufgrund von Kritik hat KiK seinen Verhaltenskodex überarbeitet, doch auch im neuen Verhaltenskodex wird den Arbeitnehmern noch immer kein existenzsichernder Lohn“  eingeräumt“. http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

„Ein Mann aus Schleswig-Holstein erstattete gegen den Modediscounter Strafanzeige. Anlass dafür sind die so genannten Kreuzwinkelständer, die bei Betrachtung von oben wie ein Hakenkreuz aussehen. Der Mann begründete seine Anzeige mit dem § 86a StGB, in dem die Verwendung nationalsozialistischer Symbole als Straftatbestand gilt“ http://de.wikipedia.org/wiki/KiK

Letzte Bearbeitung am 23.07.2015

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: