Schlachtfeld Mobbing im Betrieb

Mit der Zunahme der Mobbingfälle, der ausufernden Mobbingattacken sah sich auch der Spiegel gewungen, diesem Thema im Juni einen großen Artikel zu widmen. Überschrift: Die große Mobbing-Schlacht oder Krieg der Kollegen. Anders und treffender kann man es nicht bezeichnen, was sich zwischen Nordsee und Alpen in der Zwischenzeit als Arbeitswelt darstellt.

„Mobbing hat zwei Gesichter: eine Fratze, die jeder sieht, und eine Maske, hinter der es sich versteckt“. (1) Nur brauchen eigentlich Täter bei unserer Rechtssprechung überhaupt noch eine Maske, hinter der sie sich verstecken müssen, wenn Betriebsräte weg sehen und Arbeitsrichter lamentieren, Mobbing sei kein Rechtsbegriff und wir bisher in Deutschland kein Urteil zur Schikane oder dem Krieg am Arbeitsplatz haben, in denen Täter wegen der Verletzung der Treuepflicht rechtlich belangt wurden? 

Aber nicht nur hier hat der sonst sehr informative Artikel über alle Facetten des Fertigmachens seine Lücken, sondern auch in der Darstellung der Realität. “ Wenn die Hilfsarbeiter einen Kollegen nicht leiden können, verpassen sie ihm eine Abreibung. Sie brüllen ihn so laut an und grenzen ihn so klar aus, dass es jeder hört und sieht“. (1)
Hilfsarbeiter? Da kennt der Autor nicht die geistige Beschränktheit und asoziale Verhaltenstruktur von Beamten, die halten Brüllen für ein Symbol von Macht und Führungsqualität.

„……. Dort, wo die Führungskultur verlottert ist, wo die Menschlichkeit nichts zählt, wo die Chefs feige sind oder das Mobben gar vorleben“, ist Mobbing ein Unkraut. Denn „stinkt der Fisch vom Kopfe her“, was ist dann mit dem Rest? „…. Der Schwanz stinkt mit: weil Mitarbeiter eins und eins zusammenzählen können“ und oft auch von oben bei ihrem Krieg untstüzt werden.

Und was ist mit der Flosse? Die Flosse oder der Betriebsrat ist der Knackpunkt für die Beendigung des Krieges, doch darauf geht der Autor leider nicht ein, darf er wohl auch nicht, wäre ja zu politisch für ein Hausblatt  vieler mobbender Chefs aus Hamburg. Zu viel Spiegel wäre schlecht für die Verkaufszahlen.

Man sollte den ganzen Artikel auf jeden Fall lesen, wenn auch erhebliche Kritik angebracht ist. Auch im Hause „Spiegel“ soll es keine  Anti-Mobbing-Konvention geben, warum eigentlich?

„Alle Lichter im Firmengebäude waren erloschen, nur die Controllerin Ines Heiden, 44, brütete noch über Statistiken. Ihr Chef hatte lautstark gefordert: Morgen will ich den Abschluss endlich haben! Seit Wochen lief sie Kollegen hinterher, die sie mit Zahlen unterstützen mussten. Doch die Zusagen brachten alle dasselbe Ergebnis: nichts geschah“. (1)

Und nichts geschah durch unsere Politker um das Schlachtfeld Mobbing zu schließen und wieder zu einer Welt zu kommen, in der die Würde des Menschen zählt.

1)http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,698094-5,00.html

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: