Schweden hat ein Mobbing- und Langzeitkrankenproblem

Mobbing-Opfer Österreich

Bisher war man der Meinung, dass Schweden mit dem „Victimization at Work“ oder dem sogenannten Antimobbing-Gesetz keine Probleme mehr mit Schikanen am Arbeitsplatz haben müsste. Doch offenbar greift das 1993 in Kraft gesetzte  „Victimization at Work“ zu kurz.

„Dies hat die Tageszeitung Dagens Nyheter in einer viel beachteten (und diskutierten) Reportage“ herausgefunden, danach „leiden 75 Prozent der auf längere Zeit krankgeschriebenen Frauen und 65 Prozent der Männer an psychischen Erkrankungen, die vielfach auf Mobbing im Arbeitsleben zurückzuführen sind.
Schätzungsweise 10.000 bis 30.000 Langzeitkrankschreibungen gehen auf derartiges Mobbing zurück“. (1)

Eine erschreckendes Zahlenwerk, wenn man bedenkt, dass dies trotz dem „Victimization at Work*“ zustande kommt. Leider liegen bei uns keine Zahlen vor, sondern hier wird alles nur geschätzt.

Zu Recht weist  die Zeitung Dagens Nyheter den Betroffenen genauso eine Mitschuld zu, wie auch den Gewerkschaften, weil diese einfach nichts tun. „Als weltweit erstes Land hatte Schweden Mobbing auf der Arbeit im Jahr 1993 kriminalisiert. Bislang ist es jedoch noch zu keiner Verurteilung gekommen. Laut dem Artikel liegt dies vor allem an mangelnder Zivilcourage unter den Beschäftigten und nicht zuletzt bei Gewerkschaftsvertretern„.

Schon erschreckend wenn man bedenkt, in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Geweerkschaft eine antreibende Reformkraft, heute verwalten die Funktionäre dieser Organisation sich nur noch selber.

Ein weiteres Problem wurde von Dagens Nyheter nicht angesprochen und kann wegen einer fehlenden Verurteilung auch nur vermutet werden. Es ist die tatsache des „Nachstellens“ durch die Täter nach der Verurteilung, obwohl „Nachstellen“ auch verboten ist.  

Doch letztendlcih zeigt die mangelnde Zivilcourage nur eines, wie viel noch zu tun ist, damit Mobbing gestoppt werden kann. Offenbar müssen imemr einige durch das Feuer gehen, so wie Emmely oder die Siemens-Managerin Sedika Weingärtner, nur dann ändert sich auch eine gesellschaftliche Grundeinstellung.

Die Gewerkschaften verhalten sich in Schweden wie in Deutschland, die Funktionäre haben nur ein Interesse an Aufsichtsratsjobs oder anderen Nebentätigkeiten, ansonsten muss Ruhe herrschen und da stören Mobbing-Opfer nur, genauso wie ihre Porzesse. Zum Glück hat  die Zeitung Dagens Nyheter das Thema wieder aufgegriffen.

1)http://skandinavien.eu/schwedenforum/read.php?1,117918,117931

* Auf Wunsch verschickt Harry Gambler per mail das Gesetz in englischer Sprache. Meldung bitte an harrygambler@aol.de

 

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