Gründe für das Schweigen von Schülermobbing-Opfer

Mobbing-Opfer

Opfer von Schülermobbing haben es sehr oft in ihrem Umfeld besonders schwer, für die Schikanen, die ihnen widerfahren, Gehör zu finden.

 Der „ehemalige Schulleiter Karl Gebauer*“ hat in der „ZEIT-ONLINE“ darüber einen interessanten Artikel geschrieben. Er versucht dabei den Eltern und dem nähren Umfeld Hinweise zu geben, wie sie Mobbing erkennen können. Der Satz der Opfer, „ich habe euch doch immer davon erzählt“, zeigt, dass wenn auch Opfer über den Alltag ihres Leidens berichten, sie kein Gehör finden.(1)

Von daher muss hier in den Schulen in Zusammenarbeit mit den Eltern eine „soziale Basisdes Zuhörens geschaffen werden.

Eine kurze Zusammenstellung der Gründe für das „Schweigen der Opfer“ sind Gebauer:

1)Eine Ursache liegt darin, dass die Signale der Opfer von Erwachsenen oft nicht richtig gedeutet werden und das Kind sich nicht verstanden fühlt.(1)

2)  „Wenn ein(e) „Schüler oder eine Schülerin nicht bei Gruppenarbeiten mitmachen darf oder man verbietet dem Opfer, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen“.(1)

3)“Kinder, die sich mit dem Mobbingopfer solidarisieren, werden unter Druck gesetzt, es kommt auch zu körperlichen Übergriffen. Das alles könnte wahrgenommen werden“.(1)

Mögliche Anzeichen für Mobbing sind nach Gebauer folgende:

Ausgegrenzte

1)“Mobbing kann sich andeuten, wenn zum Beispiel Hefte und andere Materialien verschwinden, Schulsachen oder das Fahrrad beschädigt werden oder wenn Gerüchte verbreitet werden“.(1)

2)“Unter Jugendlichen kommt es zu sexuellen Diffamierungen. Demütigungen erfolgen mit Worten und Zeichnungen auf Zetteln, in Schülerzeitungen und in Briefen“.(1)

Doch um sich gegen Mobbing zu wehren, muss man es als Opfer erst mal selber verstehen und das soziale Umfeld im Elternhaus muss dies ebenfalls können. Zurecht verweist Gebauer darauf hin, dass Kinder und somit auch wir Erachsenen  „für Mobbing ….. in der Regel kein Verstehensmuster entwickelt. Ein Opfer weiß nicht, wie es in diese Situation gekommen ist. Im Verlauf der demütigenden Aktionen geht sein Selbstwertgefühl nach und nach verloren“.(1)

Und hier ist eben der Gesetzgeber, die Lehrerschaft, die Ausbilder der Lehrer – kein einzige Universität in Deutschland bietet heute den von ihnen zur Ausbildung anvertrauten Lehrern von Morgen „Mobbing-Ursachen-Seminare“ an. Schon hier beginnt oft ein Kreislauf, den die Gesellschaft erkennen kann, doch auch an den Uni`s wird gemobbt –  gefordert und gefragt, doch viele entziehen sich einfach, in dem sie „Schweigen“. (1)

Denn für Mobbing haben Kinder und wir “ in der Regel kein Verstehensmuster entwickelt. Ein Opfer weiß nicht, wie es in diese Situation gekommen ist. Im Verlauf der demütigenden Aktionen geht sein Selbstwertgefühl nach und nach verloren“. (1) Man kann aber es auch im Sinne des Grundgesetzes sagen, die Würde des Menschen und Kindes geht verloren und von daher zerstört Mobbing schon die Grundlage für eine demokratische Entwicklung von Werten von Bürgern im Kindesalter.

 

Kerzenlichter für Phoebe

Sexuelle Diffamierungen

und viele andere Merkmale von Schüler-Mobbing tauchen aber auch beim Mobbing von Erwachsenen auf. Gerade der „Vorwurf der Homosexulität“ ist gerade in einer Gesellschaft wie der unseren immer ein Mittel, andere fertig zu machen und funktioniert auch wunderbar. Von daher müssten solche Delikte immer in der Arbeitsgesetzgebung eindeutig erfasst werden. Denn wie will ich mich „juritisch“ zu Beispiel gegen Gerüchte wehren, wenn Staatsanwälte kein „öffentliches Interesse“ erkennen.

Dabei weist Gebauer auf eine  fatalen Zusammenhang hin. „Wenn dem Täter, also dem Initiator des Mobbings, kein Widerstand entgegengesetzt wird, sein Handeln sogar von Mitschülern toleriert und von einigen sogar unterstützt wird, dann kann seine Machtentfaltung grenzenlos werden“. (1)

Mobbingopfer Stefan K., Potsdam

Die Lösung die Gebauer aufzeichnet, sollten sich Eltern in Ruhe und Lehrer und Erzieher auf jeden Fall mal durchlesen. „Die Schülerinnen und Schüler werden sich an ihre Eltern, Lehrerinnen und Lehrer wenden, wenn diese signalisieren, dass sie den Ernst solcher Situationen verstanden haben und sich Zeit für gelingende Lösungen nehmen“. (1)

Die Einrichtung von Vertrauenslehrer an Schulen die sich um Mobbing-Opfer kümmern ist dabei genauso wichtig, wie Schulveranstaltungen für Schüler und Eltern über Mobbing. Nur wenn das Thema auch in den Mittelpunkt gestellt wird, lernen die Betroffenen sich gegen den Mob zu wehren.

Ob das „Reparieren“ von Mobbing-Schäden bei Opfer gelingt, würde ich mal generell in Frage stellen, denn viele erwachsenen Mobbing-Opfer kennen das aus eigener Erfahrung, man wird die Erlebnisse eigentlich ein Leben lang nicht los, egal welche Therapie oder Kur man besucht. (1)

*Dr. Karl Gebauer ist Verfasser und Herausgeber zahlreiche Bücher zu Erziehungs- und Bildungsfragen.  Zuletzt sind von ihm erschienen: Mobbing in der Schule (2005) und Klug wird niemand von allein (2007)

1)http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-06/mobbing-gebauer?page=1

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