Europa wehrt sich gegen Cybermobbing

Cyber-Mobbing-Opfer Megan Meier (13)

Das Thema Cybermobbing wird global und deutschlandweit immer aktueller. Der Selbstmord der 13-jährigen Megan Meier aus den USA nach extremen Psychoterror über das Internet hat viele aufgeschreckt. Und es wurde mal wieder vielen klar, verdrängen und wegschauen hilft nicht. (1)

Gerade in Deutschland sind die Verharmloser und Wegschauer die größte Gefahr im Kampf gegen Mobbing und Cybermobbing. Das Ministerium für Familie, Jugend und so weiter hat bis heute keine konkrete gesetzliche Grundlage auf den Weg gebracht, mit denen sich Opfer von Cybermobbingattacken wehren können.

Die EU hat daher am 16.02.2010 einen Safer Internet Day durchgeführt, der wie immer in Deutschland kaum beachtet worden ist. Ein Umstand der auch zeigt, wie wenig die öffentlichen Medien in der Lage sind, wichtige Themen anzusprechen oder zu verbreiten. Zu sehr beschäftigt man sich mit Sprücheklopfer wie einem Herrn Westerwelle, der noch nie etwas in diesem Land bewirkt hat oder sich für den sozialen, gesellschaftlichen Fortschritt oder für die Akzeptanz der Homosexuellen in dieser Gesellschaft stark gemacht oder eingesetzt  hat.

Die EU hat ihre Kampagne gegen Cyber-Mobbing unter das Motto:  „Denk bevor Du ‚postest’“ gestellt.

„Die Internet-Benutzer (sollten) weltweit für einen sicheren Umgang mit dem Netz sensibilisiert (werden). Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Interaktion in den sozialen Online-Netzwerken, deren Bedeutung und Nutzerzahl im vergangenen Jahr enorm gestiegen ist“.(2)

Und wie wichtig der Kampf gegen den Cybermob ist, hat das Ärzteblatt in einem bemerkenswerten Artikel Oktober 2009 zum Fall Megan vorbildlich dargestellt.

>>Ein Gerichtsprozess erregte im Sommer 2008 weltweites Aufsehen: Angeklagt war eine 49 Jahre alte US-Amerikanerin, die sich auf der Internetplattform MySpace als junger Mann namens „Josh“ ausgegeben hatte. Sie hatte Kontakt zu einem 13-jährigen Mädchen aufgenommen, mit dem ihre Tochter befreundet war und das in der Nachbarschaft lebte. Das Mädchen war tief verunsichert und einsam, es hatte Komplexe, litt unter Übergewicht, ADHS und Depressionen und war in psychiatrischer Behandlung. Es hungerte nach sozialer Anerkennung und sehnte sich nach einem Freund – der Internetkontakt mit Josh, der sich zunächst sehr interessiert an ihr zeigte und ihr Komplimente machte, kam da wie gerufen. Doch dann veränderte sich der Ton: Josh begann, das Mädchen zu beschimpfen und schickte verunglimpfende E-Mails an ihre Freunde. Schließlich schrieb er: „Du bist ein widerwärtiger Mensch. Alle hassen dich. (…) Die Welt wäre ein besserer Ort ohne dich.“<< (3)

Mobbingopfer

Bis heute hat weder das Familienministerium noch das der Justiz es für nötig empfunden, das Gesetz des US-Bundesstaat Missouri, dem ersten Gesetz gegen „Cyberbullying“ (auch: Cybermobbing)  wenigstens auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen. (3) Wahrscheinlich hat man da Probelme mir der englischen Sprache und dem Umgang mit den Übersetzungstools im Internet, wie sie zum Beispiel umsonst von Google angeboten werden.

Zumindest haben jetzt die Länder jetzt über ihre Polizeibehörden eine Internetwache eingerichtet. Näheres dazu findet man unter der Homepage der einzelnen Polizeibehörden im Internet. ( https://www.berlin.de/polizei/internetwache/indexmitc.php) (4)

Es wird wahrscheinlich wie immer Jahrzehnte dauern, bis man in Deutschland den Anschluss zur europäischen und globalen Gesetzgebung den Anschluss findet, leider.

1) https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/10/29/die-geschichte-des-cybermobbingopfers-megan-13/

2) http://www.europarl.europa.eu/news/public/story_page/039-68975-039-02-07-906-20100212STO68926-2010-08-02-2010/default_de.htm

3) http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=66330

4) https://www.berlin.de/polizei/internetwache/indexmitc.php

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