Gibt es wirklich keine Chance für Mobbingopfer?

Wohin?

„In der Bundesrepublik Deutschland ist Mobbing sehr verbreitet. Derzeit gibt es schätzungsweise 300.000 bis 1 Million Mobbingopfer. Für die Betroffenen kann Mobbing schwere psychische Folgen haben, wie beispielsweise Schlaf- und Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Symptome, die mit dem posttraumatischen Stressyndrom vergleichbar sind, Suizidgedanken sowie körperliche oder psychosomatische Krankheiten. Zudem verursacht Mobbing hohe Kosten, die der Gesellschaft durch den Ausschluss der Gemobbten aus dem Arbeitsleben entstehen.

Häufig führen unterschiedliche individuelle Interessen, ungleiche Bewertungen von Fakten oder auch differente Strategien in der Bewältigung von Aufgaben sowie persönliche Abneigungen zu Konflikten zwischen Kollegen oder zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzen. Im Normalfall jedoch sind diese Konflikte ein gewöhnlicher Bestandteil der sozialen Interaktion in Organisationen.
Das wirft die Frage auf, inwieweit Konflikte oder kleine Schikanen normal sind und ab wann man tatsächlich von Mobbing sprechen kann. Gelegentlich wird der Begriff Mobbing im Alltagsleben gleichbedeutend mit eher alltäglichen Kontroversen gebraucht. Andererseits ist es manchmal schwer, die volle Tragweite von Mobbing zu erkennen. Folglich ist es meines Erachtens sinnvoll, erst einmal genauer zu betrachten, was Mobbing de facto ausmacht.
Das Fachwort Mobbing wird als negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum vorkommen und die somit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen“ definiert. (1)

Gerade druch die fehlende Klärung des Begriffs Mobbing wird es den Opfern noch schwerer, sich dagegen zu wehren. Obwohl alle zugeben, dass Mobbing heute die Gesellschaft in ihrem Wesen trifft, scheuen fast alle Sozialwissenschaftler es, eine klare Sprache zu verwenden. Noch schlimmer ist die Situation bei den Juristen. Wie denken Sie darüber?

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Was also tun Mobber?

„Zunächst einmal wird dem Opfer die Möglichkeit genommen, sich mitzuteilen. Der Gemobbte wird ständig unterbrochen, die Kollegen oder der Vorgesetzte geben ihm keine Möglichkeit mehr sich zu äußern, es hagelt ständige Kritik, Drohungen werden versteckt oder sogar offen ausgesprochen. Zudem erfolgen Angriffe auf die sozialen Beziehungen des Opfers, man spricht nicht mehr mit dem Betroffenen, lässt sich nicht ansprechen, behandelt das Opfer wie Luft.
Eine weitere typische Mobbingstrategie ist gekennzeichnet durch Angriffe auf das soziale  Ansehen des Opfers. Es wird hinter dessen Rücken schlecht über den Gemobbten geredet, Gerüchte werden verbreitet, das Opfer wird lächerlich gemacht oder gar verdächtigt psychisch krank zu sein.  Im schlimmsten Fall wird das Opfer gezwungen, Arbeiten auszuführen, die dessen Selbstbewusstsein verletzen, der Arbeitseinsatz wird falsch oder in kränkender Weise beurteilt. Auch sexuelle Annäherungen oder Angebote können erfolgen. Der Mobbingprozess impliziert jedoch auch Angriffe auf die Qualität der Berufs- oder Lebenssituation des Opfers. Das zeigt sich, indem dem Betroffenen keine oder sinnlose, bzw.  Arbeitsaufgaben weit unter dessen Können zu gewiesen werden. Es ist jedoch auch möglich, dass dem Mobbingopfer ständig neue Arbeitsaufgaben oder Aufgaben, die dessen Qualifikation übersteigen zugewiesen werden, um das Opfer zu diskreditieren.
Bedauerlicherweise greifen Mobber im Extremfall auch zu Angriffen auf die Gesundheit des Opfers. Der Betroffene kann zu gesundheitsschädlichen Arbeiten gezwungen werden, körperliche Gewalt wird angedroht, es können sexuelle Übergriffe erfolgen. Wenn also eine oder auch mehrere der oben beschriebenen Angriffe zumindest einmal pro Woche oder über sechs Monate vorkommen, kann man von Mobbing sprechen“.

Letzte Änderung am 17.11.2015

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