Zum Mobbingfall Günther Albrecht, Betriebsratsmitglied

Aufschrei im Land der Arbeit

Aufschrei im Land der Arbeit

Einer der besten Kenner der Mobbing- und Gewerkschaftsszene im Süden unserers Landes hat den Fall Günther Albrecht sehr gut dokumentiert. Hier sein Blog zum Mobbingfall Günther Albrecht.

Fall Albrecht: Solidariätskomitee fordert sofortige Rücknahme der Kündigung durch Dietz-Motoren

Geschrieben von Thomas Trueten

>>Weil er sich in einem Beitrag in Spiegel-TV zur Situation im Betrieb geäußert hat, wurde Günther Albrecht, Mitglied des Betriebsrats bei Dietz-Motoren in Dettingen/Teck, vor einigen Tagen fristlos gekündigt. Mit dem Kollegen gab es in den letzten Tagen einige Solidaritätserklärungen, beispielsweise von der Konferenz der Gewerkschaftslinken

.  Für die Rücknahme der Kündigung wurde jetzt ein Solidaritätskomitee gebildet.
Der Kollege Albrecht ist Betriebsrat bei der Dettinger Firma Dietz-Motoren und aktiver Gewerkschafter. Er wurde von der Belegschaft mit den meisten Stimmen gewählt. Er nimmt in dieser Funktion an den regelmäßigen Treffen der IG Metall Ortsgruppe Kirchheim teil. Dieses Gremium soll dazu dienen, den Erfahrungsaustausch unter den Betriebsräten zu intensivieren und sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dazu werden auch betriebliche Probleme und deren Lösungen diskutiert. Das entspricht nicht nur dem grundlegenen gewerkschaftlichen Selbsverständnis, gemeinsame Probleme auch gemeinsam anzugehen, sondern ist auch durch das grundgesetzlich verbriefte Recht der Koalitionsfreiheit abgedeckt. Offenbar muss man dennoch aufpassen, was man wo und wem sagt. Und das, gerade in den Tagen, an denen man nirgendwo verschont bleibt von der offensichtlichen Zweckpropaganda, nach der mit dem Mauerfall endlich „Meinungsfreiheit“ herrsche.

 

An einem dieser Treffen war ein Fernsehteam von SpiegelTV anwesend. Dieses hatte schon den ganzen Tag den ersten Bevollmächtigten, der IG Metall Esslingen, Sieghard Bender, begeleitet. Dieser nimmt ebenfalls regelmäßig an den Treffen teil. SpiegelTV wollte eine Sendung zu den Auswirkungen der Finanzkrise und die Folgen für die betroffenen Beschäftigten machen. In diesem Zusammenhang wurde der Kollege Albrecht interviewt. Die gesendeten Sätze haben dann zu seiner fristlosen Kündigung geführt. Für das jetzt gebildeten Solidaritätskomitee unverständlich, weil die Aussagen des Kollegen Albrecht nach Ansicht des Komitees „nur die Realität aufzeigen“. Im Übrigen sei bei der Ausstrahlung nichts gesendet worden, was nicht „eh schon allseits bekannt“ sei.

Dass Dietz-Motoren Kurzarbeit angemeldet hat ist laut IG Metall „kein Geheimnis“, ebenso, daß Dietz-Motoren Löhne und Gehälter zahlt, die „weit unter Tarif liegen“. Dass Mitarbeiter um die Zahlung ihrer Löhne und Gehälter bangen und Angst um ihren Arbeitsplatz haben, dürfte ebenfalls nicht unter die Rubrik Betriebsgeheimnis fallen, denn es unterliegt einer ganz subjektiven Wahrnehmung. Über mehr habe Günther Albrecht nicht gesprochen.

Nun wirft die Geschäftsführung dem Kollegen Rufschädigung vor. Anlass, ihn fristlos zu kündigen –  mit Zustimmung der Mehrheit des Betriebsrats. Der Meinung des Solidaritätskoimitees nach ist das nur die „Spitze des Eisbergs“: „Realität ist, dass Herr Albrecht ständigen Angriffen seitens der Geschäftsleitung ausgesetzt war“, so Vertreter des Komitees.<< (1)

1) http://www.webnews.de/http://www.trueten.de/permalink/Fall-Albrecht-Solidariaetskomitee-fordert-sofortige-Ruecknahme-der-Kuendigung-durch-Dietz-Motoren.html

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