Der Amoklauf des US-Major und Mobbingopfers Nidal Malik Hasan

Auch heute gibt es sehr unterschiedliche Informationen zu den Beweggründen, warum der 39 jährige US-Bürger und Moslem Nidal Malik Hasan 13 seiner Kameraden erschossen und mehrere Duzend verletzt hat. Dabei ist auffällig, wie die deutsche Presse im Gegensatz zur ausländischen mit den möglichen Motiven des Amokläufers umgeht.

Der zurzeit beste journalistische Beitrag ist in der NZZ erschienen. >> Eine weitere Belastung für Hasan war offenbar, schon weiter zurückliegend, Mobbing in der Truppe: «Er war betroffen von Belästigung (harassment) durch einige seiner Militär-Kollegen», sagt der Cousin. Er habe deswegen einen Anwalt genommen und versucht, ganz von der Armee loszukommen. Er habe alles versucht, aus dieser Lage herauszukommen – offenbar erfolglos„. (1) Die Prozessunterlagen und Stellungnahme des Anwaltes dürfte von erheblichem Interesse sein, auch warum die US-Armee mit Mobbing-Opfern nicht umzugehen weiß, was sich wohl nach dem Amoklauf ändern dürfte.

Der Schrei

Der Schrei

>> Offenbar fürchtete Hasan eine Versetzung in den Irak oder nach Afghanistan nicht darum besonders, weil er ein Muslim war. Der Cousin erwähnt ein solches Motiv jedenfalls nicht. Vielmehr unterstreicht er, dass Hasan in den USA geboren wurde, und dass schon seine beiden Eltern Amerikaner waren. Er sei gleich nach der High School zur Armee gegangen. «Er war ein guter Amerikaner», sagt der Cousin – in der Vergangenheitsform.<< Offensichtlich ist der Amokläufer schon für Tod erklärt worden, niemand in den USA wird sich für seinen Geschichte mehr interessieren. (1)

>> Der mutmaßlich bisher blutigste Amoklauf auf einem US-Stützpunkt löste im ganzen Land Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama sprach von einem „schrecklichen Gewaltausbruch“ und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Es sei schwierig genug, dass US-Soldaten bei Kämpfen im Ausland ums Leben kämen. „Es ist schrecklich, dass sie hier auf einem Stützpunkt auf amerikanischem Boden unter Beschuss kommen“, sagte Obama. <<(2)  Solche Artikel, wie der im Hamburger Abendblatt sind typsich für die deutsche Hofberichterstattung vieler Journalisten bei uns, denn Fragen werden nicht gestellt oder Widersprüche aufgezeigt. Und auch Obama unterlässt es wohl, eine sachliche und fundierte Aufklärung zu fordern, was man als Enttäuschung bezeichnen kann, wenn man bedenkt, dass der US-Präsident Anwalt war.

>>Noch am Abend der Tat meldet sich beim Nachrichtensender Fox News Hasans Vetter Nadar zu Wort, zeigt sich im Namen der erweiterten Familie – die Eltern Hasans sind beide vor Jahren verstorben – „bestürzt und traurig“ über die Bluttat. Hasan sei „ein guter Amerikaner“, sagt Nadar, der Cousin habe seit Jahren vergeblich versucht, wegen fortgesetzter Beschimpfungen durch Kameraden wegen seines muslimischen Glaubens die vorzeitige Entlassung aus dem Heer zu erreichen. Vom Imam Faisal Khan an der Moschee in Silver Spring nahe Washington, die Hasan während seiner Zeit am Walter-Reed-Hospital frequentierte, ist zu erfahren, Hasan habe oft mit ihm über den Wunsch gesprochen, eine Frau zu finden und eine Familie zu gründen.<< (3)

Diese Art von genital- oder sexortientiertem Journalismus im Zusammenhang ist schon im Fall des Amokläufers Tim K. auffällig, das Wort Mobbing wird gemieden wie die „Pest“. Warum wohl? (4)

Wir werden sehen, ob es wenigtsens in den USA möglich sein wird, im Fall Nidal Malik die ganze Wahrheit zu erfahren, insbesondere seine Mobbinggeschichte.

Letzte Änderung am 02.11.2015

1)http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/nidal_malik_hasan_motive_fort_hood_massaker_1.3979589.html

http://www.youtube.com/watch?v=8c1dFRpbej8&feature=player_embedded#

2)http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1260689/Militaerpsychiater-erschiesst-zwoelf-Soldaten-Mobbing-als-Motiv.html

3)http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E5F06AA264243456586111D9A90D097CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html

4)https://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/10/23/mobbingprozess-im-fall-tim-k-und-alle-beteiligten/

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