Nur noch bittere Schulalltage

Mobbingerlebnis

Mobbingerlebnis

Die Kindheit sei die schönste Zeit des Lebens, so sagen alle Menschen mit den vielen Falten und wenig grauen Haaren. Zur Kindheit gehört bekanntlich auch die Schule. Doch schauen wir nach der Realität 2009 in der Kindheit unserer Bürger von Morgen, da ergibt sich viel mehr ein Bild, das mit Gewalt und Ausgrenzung, Mobbing und Psychoterror zu tun hat, als das Politiker und unsere Medien wahrhaben wollen.

Eine Entwicklung die man mit der Wende in der Politik seit 1983/84 nachweislich in Verbindung bringen kann. Nicht umsonst haben die „schwarz-gelben Politiker“ eine Wende in diesem Land eingeleitet, in der es nur noch Looser und Gewinner gibt, wobei die Gewinner von heute die Looser von Morgen sind, wie uns Hassan das noch zeigen wird. Kohl jedoch ist da nur das Musterbeispiel dafür, sein Spendenskandal auch nur ein Highlight in diesem neoklassischen Gruselkabinett.

Schüler gestern

Schüler gestern

Das Buch von der  Förderschul-­Pädagogin Betül Durmaz aus Gelsenkirchen zeigt uns die grausame Alltäglichkeiten  einer Winner-or-Looser Gesellschaft, die sich selbst das eigene Grab zu schaufeln droht. Heute unterscheidet man nicht mehr gute von schlechten Schulen, sondern Ghettoschulen von denen, die noch am Rand dieser Entwicklung stehen.(1)

Gingen vor 40 Jahre die Schüler noch mit Schultaschen zu Schule, in denen neben den obligatorischen Schulbüchern die Bravo und ein Zeitungsbild vom letzten Konzert der Beatles oder Rolling Stones sich befand, findet man heute bei Polizeirazzien auf dem Schulhof andere Mitbringsel, wie etwa Stich- und Schußwaffen.

Und Landshut ist da keine Ausnahme. „Ein mit einer Schusswaffe hantierender Jugendlicher auf dem Gelände der Volkshochschule Landshut hat am Freitag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Nach Angaben der Beamten wurden am Vormittag drei junge Männer festgenommen. Bei der Waffe handelte es sich um eine sogenannte Softair-Waffe, die Plastik- oder Farbkugeln verschießt“.(2)

„Die gebürtige Türkin Betül Durmaz (41) unterrichtet an einer Förderschule in Gelsenkirchen mit „sozial problematischen“ Schülern, zumeist aus Ausländerfamilien. Über ihren Schulalltag hat sie das Buch „Döner, Machos und Migranten“ (12,95 Euro) geschrieben“.(1) Und das sollte man lesen, denn hier beschreibt eine Lehrerin ihre Erfahrungen im Umgang mit der Problemgruppe Migrantenkinder, die zeigt, Gewalt und Mobbing an Schulen findet nicht nur zwischen deutschen Lehrern und Migrantenkindern, deutschen Schülern und ihren Klassenkameraden mit Migrantionshintergrund statt, sondern auch zwischen den sozialen Gruppen untereinander.

„Hassan (12) entstammt einer strenggläubigen libanesischen Großfamilie, die insgesamt zehn Kinder hat, von denen die drei ältesten bereits verheiratet wurden … Hassan kommt nur sehr unregelmäßig zur Schule. In der Regel fehlt er an drei bis vier Tagen in der Woche unentschuldigt. Wenn Hassan denn schließlich zur Schule kommt, ist er – genau wie seine älteren Brüder – häufig in Streitigkeiten verwickelt, in denen er leicht die Beherrschung verliert. Wenn ich dennoch überraschenderweise einmal Hassans Mutter auf dem Handy erreichte, lautete die stereotype Antwort: ,Hassan krank‘ …“(1)

Und Hassan ist kein Einzel- oder Sonderfall, er ist einer aus jener Generation, die Morgen in Deutschland das Wahlrecht haben, Hartz IV oder Facharbeiter werden und die Zukunft dieses Landes sind. Erschreckend was da auf uns zu kommt.

Letzte Änderungen am 06.10.2015

1)http://www.webnews.de/http://quadraturacirculi.de/2009/10/22/mein-bitterer-schulalltag-als-lehrerin/

2)http://www.sueddeutsche.de/65K38B/3113368/Auf-Schulgelaende-mit-Waffe-hantiert.html

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