Mobbing – ein unbestimmter Rechtsbegriff?

Wohin?

Wohin?

Viele Opfer sind an der einfachen Tatsache gescheitert, dass alle über Mobbing reden und viele eigentlich gar nicht wissen, worüber Sie reden. Richter sind da der Gipfel der Unfähigkeit, aber eben nur in Deutschland. Was sicherlich auch von der Politik so gewollt ist. Die Unabhängigkeit der Justiz wird im Falle von Mobbing nachhaltig widerlegt und ist ein politischer Skandal an für sich.

So hat Leymann über Jahre versucht, das Problem „Mobbing“ zu erfassen und unserer Gesellschaft näher zu bringen. „Different research groups have chosen – in the English language – different terminology regarding destructive activities at workplaces, in schools among schoolchildren or in military organizations regarding drafted young people. In England and Australia the word bullying is preferred for this kind of behavior in all three of these societal settings. In the USA and Europe bullying is used regarding school situations and mobbing regarding the workplace. Beside of this, certain other terminology exists: Harassment, psychological terrorization, horizontal violence or just conflict“.(1)

Bürostreit?

Bürostreit?

Und das wissen die Täter, denn es sind ja nicht immer die unterprivilegierten „Wanderpokale“ aus den Berliner Ghettoschulen, sondern oft Manager mit einschlägiger Qualifikation und soganannte Leiter mit der Verantwortung zur Fürsorgepflicht.

Von daher ist die Zusammenstellung der Rechtsanwältin Kraus anhand der  „Erfahrungen (mit Mobbing) vor sächsischen Arbeitsgerichten“ eine wichtige Diskussionsgrundlage, die zusammengefasst das Problem so benennt: Wo stehen wir in Deutschland in der Mobbingaufarbeitung? (2)

„Aus meiner Praxis, und wenn Sie sich an die eingangs erwähnte Definition des Mobbingbegriffes erinnern, dass Mobbing aus einer Vielzahl von Einzelhandlungen der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung besteht, die einer von der Rechtsordnung nicht gedeckten Zielsetzung förderlich sind und jedenfalls in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen, so tragen die nachfolgenden Beispiele diese Merkmale in sich“.(2) So weit die Auswertung der Erfahrung von Frau Kraus als Anwältin in Sachsen.

Mobbing Improvisation 3.

Mobbing Improvisation 3.

Für unsere Gesellschaft insgesamt ergibt sich das Zerrbild einer grausamen Realität und die Unfähigkeit zum Schutz für jeden Bürger vor Mobbing. Alle reden von Schülermobbing, Cybermobbing, Mobbing am Arbeitsplatz und Bürgermobbing. Doch selbst die Justiz, die das Problem so benennt, resigniert oder ist unfähig im Umgang mit Mobbingfälle, wenn diese im Gerichtssaal zur Verhandlung anstehen. Die Hauptschuld liegt an der Unwilligkeit der Politiker, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen die aus dem AGG, Arbeitsschutzgesetz, Betriebsverfassunggesetz, BGB, Kündigungsschutzgesetz, StGB usw. besteht. Und von daher wird bei uns Mobbing zur Alltagskultur werden, und die Opfer stehen wie immer in Deutschland alleine und frierend im Regen. Auch Schwarz-Gelb hat das Thema mal lieber nicht in die Koalitionsverhandlungen aufgenommen, so dass wohl nur noch die EU das rettende Ufer für Millionen von Opfer werden kann, traurig aber wahr.

Aufschrei im Land der Arbeit.

Aufschrei im Land der Arbeit.

Und interessant sind die beiden Fälle, die die Rechtsanwältin ins Internet gestellt hat. Ihr Resümee aus ihren Erfahrungen vor Gericht ist für unsere ganze Gesellschaft gültig. „Es ist deshalb aus meiner Sicht Aufgabe aller auf diesem Gebiet Tätigen, das Phänomen Mobbing in der Arbeitswelt weiter zu erforschen und zu analysieren mit dem Ziel, dass Mobbing in Zukunft kein unbestimmter Rechtsbegriff bleibt, sondern zur Anspruchsgrundlage für Opfer wird“. (2)

Letzte Änderung am 01.10.2015

1) http://www.leymann.se/English/11130E.HTM

2)http://www.arbeitsschutz-sachsen.de/allgemein/workshop-mobbing-2009/kraus.pdf

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