Der erneute Fall einer „asozialen Kündigung“.

Bürostreit

Bürostreit

Der Fall „Emmely“ liegt uns allen noch im Magen. (1) Doch wer gemeint hat, das sei nur ein Ausnahmefall der hat sich gewaltig geirrt. Als Beweis sie hier nur der Fall einer Sekretärin aus Westfalen genannt, die wegen dem Verzehr „zweier Brötchenhälften und einer Frikadelle von einem Firmen-Büffet“ gekündigt worden ist.(2)

„In dem Fall geht es um eine 59-jährige Sekretärin, die bereits seit 34 Jahren für den Verband (Bauverband) tätig war. Sie hatte laut Gericht im vergangenen Juli einen Imbiss für ihren Chef und verschiedene Gutachter vorbereitet. Dabei nahm sie sich selbst zwei halbe Brötchen mit Aufschnitt und eine Frikadelle. Dies hatte sie auch sofort zugegeben, als sie darauf angesprochen wurde“. Irgendwie erinnert das einen an ein Theaterstück, das noch geschrieben werden muss. Der Titel lautet, „Dumm, Dümmer am Deutschesten.

Mobbing Improvisation 3

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Und es wundert einen, das solche Bagatellfälle überhaupt von einem Gericht angenommen und verhandelt werden. „Bei dem Gütetermin am Dienstag hatte die Sekretärin nach Angaben des Gerichtssprechers argumentiert, beim Bauverband sei auch in der Vergangenheit von solchen Büffets gegessen und dies auch geduldet worden. Selbst der frühere Geschäftsführer habe sich gelegentlich bedient. Sie sei der Meinung gewesen, ihr Verhalten sei in Ordnung. Dagegen betrachtet der Arbeitgeber das Vertrauensverhältnis als zerstört und beharrt auf der Kündigung“.(2)

Erinnert sei hier auch an den Fall der beiden Bäckereimitarbeiter, denen „wegen des angeblichen Diebstahls von Brotaufstrich“ gekündigt worden ist. Das LAG Hamm hat unter dem Aktenzeichen 13 Sa 640/09 dem Unternehmen klar gemacht, die Kündigung ist unwirksam. Warum im Fall Emmely anders entscheiden worden ist, versteht man nur, wenn man die typischen Verhältnisse der Stasiwaschanlage Brandenburg und den Einfluss auf die Berliner Behörden kennt.

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Mein Büro, oder wenn man am Arbeitsplatz bespitzelt wird

Interessant dürfte auch der Fall aus  dem „baden-württembergischen Radolfzell“ werden, dort „kämpft eine 58-jährige Altenpflegerin um ihren Arbeitsplatz. Sie war fristlos entlassen worden, weil sie mehrere Maultaschen für den eigenen Verzehr mitgenommen“.

Was hier so langsam in diesem Land abgeht erinnert an eine Spätphase „stalinistischer Schauprozesse Made in Germany“. Bin mal gespannt, wie lange die OECD und die EU sich diese „asozialen Kündigungsorgien“ noch anschauen, denn mit der Achtung vor der „Würde des Menschen“ hat das nichts zu tun.

Letzte Änderung am 28.09.2015

1)http://www.onlinezeitung24.de/article/1426

2)http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschland/sekretaerin-wegen-bulette-gefeuert-article606390.html

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