Ergänzender Hinweis zu Mobbing

Der Schrei

Der Schrei

„Ergänzender Hinweis zu Mobbing“ nennt „jan2bach“ seinen sehr guten Kommentar zu Mobbing und wo wir auch 2009 noch immer in Deutschland stehen, nämlich im Niemandsland. Die Justiz und Politik versagen seit Jahrzehnten, spätetsens seit Prof. Leymann in den 90er Jahren seinen Teil zur Aufklärung über Mobbing geleistet hat, wird nur noch abgeblockt in den Chefetagen der  Politik und Wirtschaft. Wir bekommen dieses Wegschauen und nicht Handeln wollen jeden Tag zu spüren. Grund für seinen Aufsatz war für „jan2bach“ das Interview der SZ  zu „Suizid in Unternehmen“ mit „Georg Fiedler, den Sprecher und stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.“

>>Ergänzender Hinweis zu Mobbing

Es ist bekannt, dass Mobbing in vielen Fällen Menschen entweder in den körperlichen und finanziellen Ruin treibt oder sie auch zum Selbstmord veranlasst. Erschütternde Beispiele sind unter anderem die Selbstötung einer in ihrer Dienststelle von Vorgesetzten massiv schikanierten 19-jährigen Münchner Polizistin im Jahr 1999 oder auch der leitende THW-Mitarbeiter, der sich aufgrund schikanöser Praktiken des damaligen THW-Leiters im März 2006 im Münchner Dienstgebäude erhängt hat. Beide haben sehr eindeutige Abschiedsbriefe

Wohin?

Wohin?

hinterlassen. Derart gravierende Beispiele, die neben vielen anderen bekannt sind, stellen dabei nur die Spitze eines Eisbergs dar: Mobbingforscher gehen davon aus, dass bis zu einem Drittel der Selbstmorde in Deutschland auf Schikanen bzw. Mobbing in der Arbeit zurückzuführen ist. Sollten es nur 10 Prozent sein, wären dies nach den Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention im Jahr 2004 in Deutschland immerhin bereits rund 1.100 Menschen gewesen, die ihrem Leben aufgrund von Schikanen in der Arbeit ein Ende gesetzt haben – bei deutlich höher liegenden Zahlen dadurch verursachter Selbstmordversuche. Die Politik und unser Rechtswesen ignoriert diese erschütternde Realität weitgehend und drängt Betroffene aufgrund des nicht geregelten Straftatbestandes „Mobbing“ in aufwändige, sich über mehrere Jahre hinziehende und wenig aussichtsreiche Gerichtsverfahren, die diese angesichts der vorhergehenden Schädigungen oft nicht mehr

Das Karusell

Das Karusell

durchstehen können. Die Täter werden nur in Ausnahmefällen zu einer marginalen finanziellen Entschädigung herangezogen. Dabei handelt es sich bei systematischem Mobbing, dass eindeutig auf die psychosoziale Zerstörung der Betroffenen zielt, m.E. um vorsätzliche schwere Körperverletzung, die dabei auch den Tod der Betroffenen in Kauf nimmt. Anders in Frankreich: Dort ist „Seelische Gewalt am Arbeitsplatz“ ein Straftatbestand und wird von der Staatsanwaltschaft verfolgt (wie auch jetzt bei Renault). Deutschland hängt hier deutlich hinterher – und sollte m.E. analog zum erst vor wenigen Jahren eingeführten und kürzlich verschärften Tatbestand „Nachstellen/Stalking“, der in seinen Auswirkungen sehr vergleichbar ist, so schnell als möglich den Tatbestand „Mobbing“ in das Strafgesetzbuch aufnehmen. Ich kenne derart viele davon Betroffene, alle gut qualifziert, engagiert und verantwortungsvoll in Ihrer Arbeit, dass es für mich keine Frage mehr ist, dass der volkswirtschaftliche Schaden von Mobbing immens ist! Eine Gesellschaft, die Mobbing nicht mit Strafe belegt und damit quasi zulässt, sorgt so auch zugleich dafür, dass die Falschen nach oben kommen – und es steht zu befürchten, dass sie noch schwer an den Folgen eine solchen „Ausleseprozesses“ tragen wird!<<

Letzte Änderungen am 22.09.2015

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