Mobbing-Opfer sind einsam.

So drückt es Kayleigh, 16 Jahre alt aus. Sie erzählt von ihrem Mobbingalltag in einer Schule in Thüringen. Auch dort wird zunehmend festgestellt, Mobbing breitet sich schneller aus als AIDS, die Pest oder die Schweinegrippe. Nur dagegen tun, das will keiner, weder Politiker, noch Lehrer und schon gar nicht die Staatsanwaltschaft. Sind wir wirklich so asozial dass wir unseren Kindern die Hilfe verwehren?

Ein Auszug aus Kayleighs Erzählungen:

„Dich machen wir fertig! – Mobbing in der Schule. Quelle: mdr.

Aus der Arbeitswelt ist das Phänomen längst bekannt. Doch Mobbing beginnt immer früher. Auch in Schulen ist dieser Psychoterror mittlerweile gang und gäbe. Die Betroffenen werden ausgegrenzt, angefeindet und verleumdet. Sie stehen den Aggressionen wehrlos gegenüber. Die Folgen können das ganze Leben verändern.Das Problem ist nicht neu. Schon immer gab es in Schulklassen den einen oder anderen Außenseiter. Jemanden, der zu dick war, der etwas langsam im Denken war, der aus einem schwierigen Elternhaus kam oder eine dicke Brille tragen musste. Irgendetwas fand sich immer und machte den oder die Ärmste(n) zum Gespött der Klasse. Solche Schüler gibt es auch heute noch, nur dass die Hänseleien ganz andere Dimensionen angenommen haben. Psychologen nennen das, was heute in den Klassenzimmern abläuft, “Mobbing”. Die meisten Lehrer sind damit völlig überfordert. Häufig wird den Opfern sogar gesagt, dass sie selbst dran schuld sind, wenn sie sich nicht anpassen.

 Aus dem Alltag eines Mobbing-Opfers:

Wohin?

Wohin?

Kayleigh ist 16. Gewalt und Ausgrenzung erlebt sie jeden Tag – mal mehr, mal weniger. Sie will nicht erkannt werden, aber sie möchte darüber sprechen, um anderen Mobbing-Opfern zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“Ich kann ja mal meinen heutigen Tagesablauf beschreiben. Ich bin extra spät losgefahren, um den Leuten nicht zu begegnen, und dann wollte ich hoch in die Klasse, und dann kam ein Junge aus meiner Parallelklasse mir entgegen und der fing dann an rumzuschreien: ‘Die Geistesgestörte ist da, die Geistesgestörte ist da.’ In der 5. Stunde hatten wir Französisch und dann kam er in die Klasse und stellte sich vor mich mit nem nassen Schwamm und meinte: ‘Na, glaubst Du dass ich treffe?’ Und darauf meinte ich: ‘Ja, jeder würde aus so naher Entfernung treffen.’ Und der warf mir halt diesen nassen Schwamm komplett ins Gesicht und dann standen alle da und mussten lachen.”

Mobbing-Opfer sind einsam, niemand will etwas mit ihnen zu tun haben.Seit vier Jahren gibt es für Kayleigh immer wieder solche Horror-Tage. Die Demütigungen blieben nicht ohne Folgen. Das Mädchen, was einst eher zu mager war, hat durch den Kummer immer mehr gegessen und stark zugenommen. Als sie 15 war, begann sie sich zu “ritzen”. Mittlerweile lässt Kayleigh diese Art der Selbstverstümmelung sein.

Mobbing Improvisation 3

Mobbing Improvisation 3

Selbstverletzung und Ess-Störungen als Folge von Mobbing unter Gleichaltrigen sind Probleme, die Kinderpsychiater Christoph Möller kennt. Seine Erfahrungen zeigen, dass einige Mobbing-Opfer sogar noch weiter gehen. Im Extremfall kann das Mobbing zum Suizid führen. Die Opfer hätten einfach das Gefühl, dass es keine Hilfe, keinen Ausweg mehr gibt, so Möller.

Kann man sich wehren?
Die Jugendlichen sollen lernen, wieder selbstbewusst zu sein, damit sie sich gegen ihre Mobber zur Wehr setzen können. Doch das ist keine leichte Aufgabe, denn Mobbing gibt es inzwischen nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch ganz öffentlich im Internet. So ist zum Beispiel das Netzwerk SchülerVZ, eine Internetplattform, ein netter Platz zum Plauschen. Eigentlich soll sie dazu dienen Freundschaften pflegen – und Gleichgesinnte zu treffen. Dort finden sich Kinder aber auch zu sogenannten Mobbergruppen zusammen. Öffentlich werden dann Unwahrheiten gepostet oder Hass-Statements verfasst. Ein Schüler berichtet:
“In diese ‘Mobbergruppen’ kann man eintreten und sich mit Leuten verabreden, um jemanden fertig zu machen. Man kann Bilder reinstellen und sich dann darüber lustig machen und man kann diese Person direkt beleidigen.”

Tomma, Schüler

Die Einträge kann jeder lesen, der im Schüler VZ angemeldet ist. Opfer können die Gruppen zwar dem Betreiber der Seite melden, doch jede gelöschte Mobbergruppe erscheint meistens unter anderem Namen wieder neu.

Bürostreit

Bürostreit

Auch Kayleigh ist im Schüler VZ angemeldet, und nicht jeder Eintrag in ihrem Gästebuch ist nett gemeint. Kayleigh versucht ihre Mobber zu ignorieren – das hilft am besten, sagt sie. In einem halben Jahr beginnen die Abschlussprüfungen. So lange muss sie noch durchhalten und dann hofft sie auf einen Neubeginn nach der Schule. Die psychischen Probleme aber werden sie wohl ein Leben lang verfolgen.

Tatort: Schulhaus. Dazugehören ist alles. Was ist Kindermobbing?
Das englische Verb “to mob” heißt übersetzt so viel wie anpöbeln und bedrängen. Das bedeutet Psychoterror mit Routine. Also keine alltäglichen Konflikte, sondern gezielte Verleumdungen, Demütigungen bis hin zu Drohungen und Gewaltanwendungen. Die gemobbten Kinder fühlen sich oft hilflos, ausgeliefert und allein gelassen. Sie sehen keine Chance der Situation zu entkommen, denn in der Schule sieht man sich täglich wieder. Aus anfangs eher harmlosen Hänseleien entsteht auf diese Weise soziale Ausgrenzung und seelische Qual. Oft gibt es keine Mitstreiter, denn niemand möchte sich mit einem Außenseiter solidarisieren. Man kann auch sagen, es fehlt ganz Generationen der Wert Zivilcourage, sich also nicht mit den asozialen Zuständen in der Gesellschaft, dem Arbeitsplatz oder der Schule abfinden.

Doch Zivilcourage steht in keinem Lehrplan, in keiner Vereidigungsformel und keinem Gesetz, nicht einmal das GG. Und dabei ist Zivilcourage so wichtig in einer Demokratie umd Misstände anzuprangern und letztendlich zu beseitigen. Im übrigen wird selbst an den Universitäten Zivilcourage nicht vermittelt, das nennen wir dann Ausbildung der Elite.

Letzte Änderung am 21.07.2015

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Letzte Änderung am 21.07.2015

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2 Antworten to “Mobbing-Opfer sind einsam.”

  1. Nina Says:

    Also ich wurde in der Schule auch immer gemobbt und das ganze ging dan in der Berufschule weiter. Ich muss sagen das was ich da immer lese nicht nachvollziehen kann. Ich wurde auch von fast allen Mitschülern belästig und es wurde gesagt ich stinke und ich wäre super hässlich. Das ganze hab ich aber nie für ernst genommen, da ich weder gestunken habe noch hässlich bin. Ich hab mir daruas nie was gemacht da ich selbst immer gewusst habe das ich tausendmal besser bin als diese Bastarde und hängt mit deinen Selbstbewusstsein zusammen sobald ich zu Hause war hat der Schullalltag nicht mehr für mich akzeptiert und in der Schule hab ich dan einfach machen lassen und hab mich inden gerächt indem ich Sachen von den Arschlöchern verschwinden lassen habe. Ich bin schon immer ein Einzelgänger gewesen und die Tatsache das ich mich für was besseres gehalten habe hat sie erst angespornt glaube ich. Am besten man lässt sich nicht unter kriegen den irgendwann kommt der Zahltag und dan wird mit jeden einzelnen abgerechnet. Da ich auch nicht sowas in Bezug auf meine alten Klassenkameraden so etwas wie ein Gewissen oder Mitgefühl habe wäre es mir in jeder erdenklichen Weise egal, ob der Mob quallvoll kribiert, wenn es möglich ist wäre es mir selbst eine Freude dabei zusehen. Natürlich würde ich mir nie selbst die Hände an so niedrige Kreaturen die Finger schmutzig machen, aber jeder bekommt so wie er es verdient früher oder auch später, aber irgendwann ist es soweit und darauf freue ich mich schon jetzt.

  2. Florian Says:

    Bin in der Klasse auch nicht sonderlich beliebt… 😦
    http://erkenntnisseeinesmannes.wordpress.com/

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