Arbeitslosigkeit macht nicht nur arm, sie macht auch einsam.

Leserbrief von Theo P. auf meinen Artikel, der neuste medizinische Nachweis, Mobbing macht krank, auf der Online Zeitung 24.

„Detlef Lengsfeld kann ich bedauern, und ich kann ihn sehr gut verstehen. Denn als ich Mobbingopfer geworden bin, habe ich wie er den totalen Absturz in die Arbeitslosigkeit als Horror erlebt. Der Täter ist von der unwissenden Justiz nicht herangezogen worden, denn wenn eine Richterin ein Opfer am Anfang einer Verhandlung schon als Querulanten bezeichnet, ist dies Teil dieser Unfähigkeit der Justiz sich mit diesem Thema endlich zu befassen und die Beweissicherung zu vereinfachen.

Krank.

Krank.

Das ist ein Berg von Problemen, die ein Opfer von Mobbing ganz alleine und aus eigener Kraft bewältigen muss, wenn der eigene Rechtsanwalt unfähig ist. Herr Lengsfeld, der seit Jahren seine Enttäuschung verarbeiten muss, bekam keine Unterstützung weil Mobbigopfer viel zu krank und wehrlos sind, um sich gegenseitig zu helfen. Der Wahngedanke,  man könne in einer Selbsthilfegruppe vielleicht Beistand finden ist auch bei mir wie eine Seifenblase zerplatzt, als ich dort die Opfer, die diese Gruppe geleitete haben immer und immer wieder nur über ihr eigenes Schicksal berichtet haben. Von einer sozialen Beratung und Begleitung in so einer schwierigen Lebenssituation kann keine Rede sein.

Unwissend werden Mobbingopfer dann auch noch in ihrem Umfeld nicht verstanden. Man findet einfach keinen Arzt der sich mit der Problematik und den Folgen ernsthaft beschäftigt. Obschon die Krankenkassen Mobbing inzwischen als Krankheit anerkennen, tun auch sie nichts um den Patienten zu helfen. Wer früher einen sehr gut bezahlten Job hatte, der dann durch Mobbing vorsätzlich finanzieller und gesundheitlichen Schaden zugefügt wurde, in der Arbeitslosigkeit landet, findet nicht mal wirklich gute Fachliteratur die allumfassend die gesamte Problematik behandelt.

Einsam

Einsam

Wenn nach und nach die Zeugen umfallen, die dies alles miterlebt haben versteht man die Welt nicht mehr. Doch irgendwann muss man einfach los lassen, wenn man nach Jahren einsehen muss, dass jedes Mobbingopfer ganz alleine einen Schlussstrich ziehen muss. Auch wenn man es immer wieder aufschiebt, das Leben geht weiter und um aus der Arbeitslosigkeit und damit einhergehender Willkür herauszukommen, gibt es keinen anderen Ausweg als sich in einem völlig neuen Umfeld noch einmal ganz neu anzufangen.

Das ist ungemein schwer, wenn man als Einzelkämpfer irgendwann erkennen muss, dass man alleine schwach ist und sich nach solidarisch handelnden Verbündeten umsehen muss. Arbeitslosigkeit macht nicht nur arm, sie macht auch einsam.“

Link:

http://www.onlinezeitung24.de/article/1827

Letzte Änderung am 14.07.2015

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Eine Antwort to “Arbeitslosigkeit macht nicht nur arm, sie macht auch einsam.”

  1. Der Sozialstaat wird abgewrackt, aber ohne Prämie. « Harrygambler2009’s Blog Says:

    […] sozial Schwache, dass Deutschland eine politische Kultur der Ausgrenzung, Armut, Ghettoisierung und sozialen Verelendung. Und nichts kann diesen Zug mehr stoppen, so lange Politiker sich auf ein Wahlergebnis berufen […]

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