Wird oder wurde im Kanzleramt gemobbt?

Der schmutzige Krieg.

Der schmutzige Krieg.

Auch im anstehenden Europawahlkampf hat sich die SPD nicht für ein Antimobbinggesetz  ausgesprochen. Vielmehr ignoriert sie dieses zentrale Thema, das mehr und mehr zur Volkseuche wird. Gerade die Finanzkrise und die laut Wirtschaftsexperten zu erwartende Zahl von 4,6 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2010 lässt Übles für die nächsten Jahre vermuten und ahnen. Viele Experten auf dem Gebiet Mobbing befürchten zu Recht, Mobbing wird bei den anstehenden Kündigungen mehr und mehr zum Auswahlverfahren Nummer Eins oder es wird saniert nach dem Grundsatz und „Raus bist Du“.

In der Schweiz wird dies schon lange beobachtet und auch thematisiert, so in einem äußerst wichtigen  und informativen Artikel im Beobachter. Unter anderem kommt der renommierte Psychologe und bekannte Mobbingexperte zu Wort. „Der auf Arbeitskonflikte spezialisierte Psychologe Klaus Schiller-Stutz hat in schlechten Zeiten Konjunktur. In letzter Zeit erhält er häufig Anfragen von Berufsleuten, die unter den Spannungen im Job zu zerbrechen drohen. Die Angst geht um in Schweizer Betrieben.“

Nur dass bei uns in Deutschland in der Zwischenzeit sogar in Bereichen gemobbt wird, die vor der Krise eigentlich sicher sind, wundert einen umso mehr.

Gerade wenn es sich um das Kanzleramt handelt, das der SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier unter Gerhard Schröder geleitet hat, dann kommt man doch schnell ins Grübeln. Und wenn die Betroffenen allein erziehende Mütter sind, die eigentlich bei uns durch das AGG und die angeblich so familienfreundliche Politik von Frau Ursula van der Leyen besonders geschützt und gefördert werden sollen, dann zeigt dieses Symptom einmal mehr, wir leben in einer gespaltenen Gesellschaft. Doch Anspruch und Realität waren bei uns immer schon zwei verschiedene Schuhe und haben Tradition.

In ihrem Artikel über berufstätige und allein erziehende Mütter kommt die Autorin Barbara Nolte zu einem Deutschland Bild, das es so eigentlich nicht mehr geben darf  und sollte. Wer ein Kind hat, Frau ist und noch Arbeiten will, der wird schikaniert, ausgegrenzt und behindert, das einem Schwarz vor Augen wird.

Und gerade die Vorfälle im damals im Kanzleramt zeigen, Politiker sagen das Eine und machen dann doch das Andere. „Die Süddeutsche Zeitung berichtet nämlich, dass selbst im Kanzleramt unter Frank-Walter Steinmeier Mütter um ihre Position fürchteten. Mehr als einmal sei einer Mitarbeiterin, die ein Kind bekommen hatte, angetragen worden, in einen ruhigeren, das heißt unwichtigeren Job zu wechseln. Die alte Leitung des Kanzleramtes bestreitet diese Vorwürfe. In vertraulichen Gesprächen, schrieb die Süddeutsche, hätten frühere Mitarbeiter allerdings eingeräumt, dass es da „einen Wahrnehmungsunterschied“ gegeben haben könnte.

“Wahrnehmungsprobleme“ sollen also der Grund sein, in welchem Land leben wir eigentlich? Oder Wahrnehmungsunterschied ist es, wenn Beamte Wegschauen, obwohl sie vom Gesetz her schon besonders Hinschauen müssten.

Und in einem ZEIT Online Interview, das Carolin Ströbele mit dem Rechtsanwalt  und Mobbingexperten Friedemann Koch führte und unter dem Titel „Wenn Mütter gemobbt werden“ erschienen ist, liest man das gleiche. So hat der Anwalt die Erfahrung gemacht, dass es (a)llerdings ……. häufiger bei Menschen zu Mobbing-Fällen kommt, die mehr Verantwortung tragen“, als bei Fließbandarbeiter etwa. Und das von den Politkern so viel gepriesene Modell der Elternzeit wird oft zum Auftakt für Mobbingattacken oder wie es Herr Koch feststellen musste: „Viele Frauen erleben eine böse Überraschung, wenn sie aus der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkommen.“

Ja, irgendwie ist dieses Land für uns so langsam mehr und mehr eine böses Überraschung, wenn man bedenkt, mit welchen Beiträgen in den Talkshows uns Politiker eine heile Welt vorgaukeln, die es so nicht gibt, gerade wenn sie das Sagen und die Leitung haben.

Und welche Partei, die ins EU-Parlament gewählt werden möchte hat nun den „Kampf gegen Mobbing, Schikane und Diskriminierung“ in ihrem Wahlprogramm stehen?

Ich kenne und finde keine, oder habe ich ein „Wahrnehmungsproblem“?

Letzte Änderung: 14.07.2015

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